Ich bin in NRW und schreibe keine angekündigten ungeübten Diktate - und gerade nicht zu Beginn des 3. Schuljahres. Ich bin aber in einer Schule, wo wir ein Umfeld mit vielen ausländischen SchülerInnen und sozial schwachen Schülern haben - so hätten wir mit dieser Vorgehensweise überhaupt keine Chanen. Allerdings haben wir den Ruf, nur mit nette Lehrer zu sein, die sich um die Schüler Gedanken machen, nicht aber starken SchülerInnen gerecht zu werden.
Ich mache es differenziert:
Es gibt einen geübten Teil (Grundtext), dann einen Erweiterungstext (geübt, aber Wörter umgestellt), und dann einen unbekannten Text, aber im Grunde geübten Text, der sich aus den Lernwörter zusammensetzt. Im weiteren Verlauf des dritten Schuljahres oder bei starken Schülern schreibe ich auch mal im letzteren Teil ungeübte, phonem-getreue Wörter und zum vierten hin, wenn sich die Schulwahl abzeichnet auch für Gymnasiasten ungeübte Texte. Auch Abschreibdiktate, und die Rechtschreibleistung bei freien Texten fließt mit ein. Am Ende des Schuljahres sichere ich meine Beobachtungen mit der HSP ab.
Wir haben doch die Möglichkeit der Differenzierung.
Was wohl leider nicht geht (ich im letzten Durchgang aber gemacht habe) , Kindern keine Diktatnote zu geben - das ausnahmsweise bezieht sich nur auf einzelne Diktate, nicht aber auf die Gesamtrechtschreibnote. Leider , denn es ist sehr frustrierend für Kinder, die sich so stark verbessert haben, so schlechte Noten zu bekommen.
Habt ihr nicht so eine Schule im Umfeld, die aufgrund des Einzugsgebietes differenzieren muss?
flip