heidi: Was ist LdS (Lesen durch Schreiben?).
Ich habe ähnlich wie du gearbeitet. Die ersten 4 Wochen ungefähr habe ich einen Vorkurs zum Phonetischen Bewusstsein, beginnend über die Namen der einzelnen Kinder gemacht, endend mit der Einführung des Zauberbogens (nach Reichen). Danach habe ich mir Woche für Woche einen Buchstaben herausgepickt, den wir mit allen Sinnen näher betrachtet haben und die Schreibweise eingeübt haben (angelehnt an das ABC mit allen Sinnen, Lesen lernen mit Hand und Fuß). Es gab dabei immer wieder freies "gebundenes Schreiben", d.h. eine Seite, die zur Verschrifltichung lautgetreuer Wörter ging. Parallel gab es immer Schreibanlässe. Jedes Kind schrieb das, was es wollte zu einem vorgegebenen Impuls. Daneben habe ich noch die Geschichten der kleinen weißen Ente Loni - etwas verändert vorgelesen, so dass wir einen roten Faden hatten. Zu jeder Geschichte haben die Kinder eine Seite gestaltet und dazu geschrieben. Mit den Seiten, die zur Einführung eines jeden Buchstabens kamen, haben wir eine Eigenfibel entwickelt (ein DIn A 4 HEft, in das alles geklebt wurde). Die Kinder waren sehr stolz darauf. So würde ich es auch wieder machen.
Es im Kollegium durchzubekommen, ist es immer an der Finanzierungsstelle schwierig. Die Kopien müssen bezahlt werden. In der Vergangenheit habe ich es mit viel Tara durchbekommen, den Elternteil für Kopierkosten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dafür habe ich dann auf ein neues Mathebuch verzichtet und alte genommen. Draufgebuttert habe ich für die Sozialhilfeempfänger, die nur 17,95 DM bekamen, die anderen Eltern zahlten aber 30 DM für Bücher. Da ich viele Sozialhilfeempfänger hatte, belief sich das auf über 100 DM. Da ich nun Teilzeit arbeite, weiß ich noch nicht, ob ich das bereit bin , zu bezahlen. Wie hast du dich finanziert???
Heute sah ich, dass es eine neue Fibel gibt, die ich nicht gut finde, wo ich mir das Arbeitsheft aber näher anschaute - hieß sie primo?, ich weiß nicht mehr genau. Dort ist zu jedem Buchstaben auch eine immer gleich aufgebaute Übung angeboten. NAchteilig finde ich, dass ich dann nicht mehr differenzieren kann und dass sie beim Wörterschreiben auf den ersten Blick nicht auf Lauttreue achteten, z.B. beim A war nicht Lama, sondern Vater oder ähnliches gemeint. Ich habe viel gelesen und meine, dass ich mehr darauf achten würde. Wie schätzt du das ein????? Wenn schon auf gebundenes "Freies" Schreiben, dann doch auf lauttreue achten, oder?
Mit dem Lesen haben nur die Kinder begonnen, die die Lautsynthese verstanden haben. Vorher macht das m.E. keinen Sinn. Hilfreich auf dem Weg dorthin war das Silbenlesen , Buchstabenfangspiele. Ich habe auch mit der Regenbogenlesekiste gearbeitet, fand dabei nicht so gut, dass es keine sinnentnehmenden Übungen dazu gab. Einen Lesepass hatte ich auch, ich habe alle Hefte verkleinert und aufgeklebt, nicht als Sticker, sondern gelesene Hefte mussten nur angemalt werden.
Es gibt ja so Lesehefte, wo am Ende ein Rätsel ist, etwas angemalt werden muss (wie die Tobi - Leseblätter) , eigentlich müsste das zur Regenbogenlesekiste noch entwickelt werden. So habe ich dann kleine eigene Leseblöcke erstellt. Eine alte Fibel habe ich dann eingesetzt zum Ende des Schuljahres, wenn ich das Lesevermögen automatisieren wollte.
Mal schauen, ich habe eine neue Direktorin, inwieweit die sich darauf einläßt, dass ich wieder so arbeiten kann.
flip<br>