Lara: Es gibt bestimmt einige Klassen, die das Thema behandeln - da es ein sensibles Thema ist, fände ich wichtig, dass du die Kinder schon kennst, würde daher zur Praktikumsklasse raten. Werde versuchen, die Adresse der Theatergruppe herauszubekommen.
Ich glaube nicht, dass wir in der Lage sind, etwas aufzufangen, dazu sind wir nicht ausgebildet. Deshalb würde ich immer im Hintergrund mit geschultem Personal arbeiten.
Ronja: Ich glaube nicht, dass Kinder das Gefühl haben müssen, versagt zu haben, wenn sie schon schlechte Erfahrungen gemacht haben bzw. missbraucht wurden. Das setzt aber voraus, dass sensibel mit dem Thema umgegangen wird, von daher würde ich immer mit Fachfrauen zusammenarbeiten. Es gehört ja auch dazu, sich anvertrauen zu können, manchen Erlebnissen kann man vielleicht auch nicht ausweichen. Ich-Stärkung bezieht sich ja nicht nur auf sexuellen Missbrauch. Inwieweit jemand sich an das Thema herantraut, kann nur jeder selbst mit sich ausmachen.
Ich für mich spreche das Thema direkt nur im Rahmen des Theatergruppenprojektes an, versuche durch mein "Dasein" aber immer zu signalisieren, dass ich vertrauenswürdig bin. Dies baut sich vom ersten Schuljahr an auf, eine Atmösphäre des Vertrauens ist der erste Schritt, um Sorgen anzusprechen.
Ich glaube kaum, dass sich ein Kind aufgrund einer Reihe öffnen kann, solch eine Reihe kann nur präventiv wirken. Da es statistisch nicht unwahrscheinlich ist, dass mindestens ein Kind mit einschlägigen Erfahrungen in der Klasse ist, habe ich Bedenken, was auszulösen, für das das Kind nicht bereit ist.
Ich habe inzwischen gelernt (durch die Zusammenarbeit mit einer Anlaufstelle), dass das Kind eine innere Bereitschaft entwickeln muss, um das Geschehene zu verarbeiten, dass es eine Ausdrucksform finden muss, um die Erlebnisse zu verarbeiten - und wenn es erst einmal die ist, alles zu verdrecken und zu beschmutzen. Wir sind halt keine Therapeuten, ich kann nur an sie weiterverweisen.
In konkreten Verdachtsmomenten werde ich mich immer nur an Beratungsstellen wenden und mit den Fachleuten zusammen beraten, was zu tun ist.
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