Ich glaube, dass es sich eine Arbeit erst ab 20 Stunden lohnt und erst dann, wenn man die Arbeit wirklich gerne macht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich sonst noch mehr zerrissen gefühlt habe- ein Spagat ist das Arbeiten mit Kindern immer. Wichtig ist, das Umfeld, das man sich schafft: Nicht zu enge Abholzeiten, Kinderbetreuung bei Krankheit (natürlich steht bei Krankheit Ausfallzeit zu), aber wenn man mehr als ein Kind hat, selber noch mal krank ist, kann schnell richtig Druck entstehen, denn oft wird ein Kind krank, eine Woche später das nächste, dann man selbst....., schnell sind die Eltern der Klasse , die Druck machen .... Weniger Stunden bedeutet nicht zwangsläufig weniger Belastung - wenn ich in zwei Klassen Mathematikunterricht habe, muss ich auch zwei Elternsprechtage anbieten, Zeugnisbemerkungen schreiben. Mir ist tatsächlich passiert, dass ich wegen der Kindererziehung auf 14 Stunden heruntergefahren bin, dann aber Unterricht von 10.45 bis 13,20 Uhr hatte, meine Kinder im Kindergarten aber von 7.00 bis 12.30 Uhr versorgt waren, also musste ich eine andere Betreuung besorgen - zusätzlich, das ging sehr ins Geld.
Meine beste Zeit war die Zeit als ich eine Tagesmutter hatte, die unseren Haushalt nach und nach übernommen hat, als die Kinder Mittagsschlaf hielten, als ich keinen Druck hatte, pünktlich um... Uhr zu Hause /an der KITA zu sein. Natürlich ging mein Hauptverdienst in die Bezahlung von Hilfen, (Putzfrau, Tagesmutter..), deswegen meine ich, dass man die Arbeit wirklich gerne machen muss, vom effektiven Stundenlohn und Stress wäre es manchmal besser gewesen, einen Tag in der Woche Lernförderung anzubieten. Ich selber wollte aber immer unabhängig sein und arbeite wirklich gerne. Den ganzen Tag zu Hause wäre mir zu einseitig gewesen.
Ich plane in wirklich jeder freien Minute. Früher aufstehen geht leider nicht, meine Kinder riechen es, wenn ich aufstehe - je älter sie sind, desto besser geht es aber, auch mit ihnen etwas zu tun. Dinge, bei denen ich nicht so kon7entriert sein muss, kann ich auch am Küchentisch machen und die Kinder dabei beschäftigen. Meine Kinder haben nicht das tolle Nachmittagsprogramm - wir sind oft zu Hause und am WE ebenso - ich brauche Pausen. Ich finde aber es schadet ihnen nicht. Nun haben wir z.B. einen Klavierlehrer, der ins Haus kommt- in der Übungszeit habe ich nun Zeit, zu arbeiten. Ich habe einen wundervollen Partner, der viel übernimmt und mitdenkt. Ich arbeite wirklich oft nachts, ich bringe die Kinder ins Bett, lege mich dazu und lese eine Geschichte, schlafe dabei ein, dann habe ich mit meinem Partner ein bis 2 Stündchen, bevor er ins Bett geht und ich noch 2 Stündchen arbeite..... Ich bin nicht mehr so perfektionistisch, d.h. ich wäge genau ab, ob sich die Bastelei lohnt, das Ausmalen, das aufwändige Stationentraining - bei vielen Dingen erreichen die Kinder genauso viele, manchmal sogar mehr Lernziele, als wenn ich es perfekt ausgestalte. Die Routine wird es machen, vielleicht kannst du ja erreichen, dass du bei Fachunterricht in Klassen der gleichen Klassenstufe eingesetzt wirst - so musst du alles nur einmal vorbereiten.
flippi