Für mich hat dein Problem zwei Seiten:
Du bist verantwortlich für das Kind - falls etwas passiert, hältst du den Kopf hin.
Aus der Sicht des Kindes/der Eltern: Das Kind ist eh wahrscheinlich schon in einer Sonderrolle. Wenn es nicht zur Klassenfahrt mitfährt, fehlt ihm die Gemeinschaftserfahrung. Es hat sich vielleicht in der Therapie so gefestigt, dass es klar kommt, verdient eine Chance.
Ich würde wahrscheinlich mit den Eltern ein Gespräch führen, um genau dieses Problem deutlich zu machen. Auf alle Fälle würde ich auf mein Bauchgefühl achten. Du hältst den Kopf hin. Wenn du dich gegen eine Mitnahme entscheidest, denke ich nicht, dass dich dein Schulleiter dazu verpflichten kann, dieses Kind ,mitzunehmen, wenn du es verantwortest. Wenn er doch darauf besteht, würde ich mir das schriftlich geben lassen, dass du auf Dienstanweisung handelst.
Falls du dich entscheidest, das Kind mitzunehmen, vielleicht kann man ja vorher nochmal mit dem Kind sprechen (du schreibst nicht, welche Klassenstufe es ist) und ihm deutlich machen (wie auch allen anderen Kindern), dass du die Verantwortung trägst und dass dir deswegen das Einhalten der Regeln wichtig ist. Ich habe den Fall eines Bekannten mitbekommen. Er durfte nicht mit auf Klassenfahrt, was seine Randstellung in der Klasse noch verschärft hat. Er ist nach der Klassenfahrt in eine stationäre Heilbehandlung gekommen. Er ist ein total anderes Kind danach, ... Vieleicht beruhigt es dich, wenn du vorher mit dem Krankenhaus telefonierst.
flip