Nach einem Mailkontakt mit Prof. Schönweiß vom Münsteraner Lernserver habe ich folgende Antwort bekommen. Ich habe die Erlaubnis, sie weiterzugeben. .
Stefan, Daniela, ich hoffe, ihr versteht es nicht als Werbung. Ich habe davon nichts. Mir als Mutter hilft der lernserver im Moment, dass ich mein Kind zielgerichteter fördern kann, ohne tausende von Marken zu inverstieren. Ich habe die Empfindung, dass mehr Leute von diesem Angebot wissen müssten, weil es erheblich kostengünstiger ist als Therapien. Weil es nicht nur eine Testung bietet, sondern für viele Leute in machbarem Rahmen Fördermaterial bereitstelllt. Ich weiß auch, dass es Therapeuten gibt, die damit arbeiten, dann aber zu ganz anderen Kursen.
W
"Betreff Einsatz des LS in der Sekundarstufe
Der Lernserver besteht ja aus einer Reihe von Modulen, die auf
unterschiedlichste Weise miteinander kombiniert werden können. Insofern gibt es
keine Ideallösung, die wir pauschal den Schulen empfehlen. In Abhängigkeit von
den je gegebenen personellen Möglichkeiten muss entschieden werden, was im
Einzelfall die sinnvollste Lösung wäre.
Eine Rolle spielt, wie viele Lehrkräfte zur Verfügung stehen, ob Studierende
oder ältere Schüler mit eingebunden werden können; ob und wie viel
Selbständigkeit man bei den Schülern unterstellen kann; wie sich die Abstimmung
zwischen dem regulären Unterricht und unterrichtsbegleitenden Förderangeboten
gestaltet (z.B. im Offenen Ganztag), ob und in welchem Umfang die Eltern mit
eingebunden werden können etcpp.
Manche Schulen ordern für jeden Schüler individuelles Fördermaterial. Dies
macht jedoch nur dann Sinn, wenn sichergestellt ist, dass Sie mit der Fülle an
Material auch umgehen können. Als einzelne Lehrkraft kämen Sie sehr rasch an
Ihre Grenzen.
Wenn es Ihnen dann nur noch möglich wäre, den Schülern ihren jeweiligen Ordner
auszuhändigen, wäre dies nicht nur demotivierend; sie blieben letztlich ein
ganzes Stück weit alleingelassen, und eine besonders gute Rückenschulung ist es
auch nicht gerade.
Unser gesamtes Konzept ist darauf ausgerichtet, der Lehrkraft all das an die
Hand zu geben, was sie für eine Rechtschreibförderung benötigt. Adressat
insbesondere der Lösungsblätter samt der dort oft angebrachten didaktischen
Hinweise (ganz abgesehen von den Diktaten, die immer wieder eingestreut sind)
ist also nicht der Schüler. Zwar ist es wichtig, die Schüler an selbständiges
Arbeiten heranzuführen; wir verfolgen jedoch nicht die Illusion, mit unserem
Angebot den Lehrer ersetzen zu wollen – auch wenn manche Lehrer in ihrer Not
den Lernserver entsprechend missverstehen. Es sind also keine
Selbstlern-Materialien.
Vor allem sollten die wichtigsten Dinge gemeinsam bzw. mit dem Schüler bzw. der
Gruppe oder Klasse besprochen werden. Überhaupt möchte ich dafür plädieren, das
Gespräch und den Austausch mit und zwischen den Schülern nicht zu kurz kommen
zu lassen. Das ist zwar eine Selbstverständlichkeit, die leider aber manchmal
etwas kurz kommt, wenn eben die Kinder mit unserem Material alleingelassen
werden. Dabei wäre es ja auch für die Lehrkraft entlastend und zugleich
aufschlussreich, wenn Schüler anderen das erklären, was sie verstanden haben.
Ganz abgesehen davon, dass dabei der Lerneffekt nicht zu unterschätzen ist.
Empfehlen würde ich Ihnen, die zentralen Punkte (s. Handbuch) gemeinsam, mit
der gesamten Klasse, zu erarbeiten. Dies gilt gerade für den oft
vernachlässigten Bereich der Betonung, für den wir zusammen mit Lehrern
Unterrichtsentwürfe entwickelt haben. Der Band zur Dopplung ist inzwischen
ebenfalls fertiggestellt worden.
Auch haben wir uns dafür entschieden, Ihnen als Lehrkraft lieber mehr Material
als zu wenig mitzugeben. Es ist immer leichter, etwas zu überspringen, als das
Passende hinzuzusuchen. Auch möchten wir Sie dabei unterstützen, wenn Sie
bearbeitete Dinge zum Üben und Festigen mit nach Hause geben.
So könnten Sie z.B. den Lernserver nutzen:
Nach einer Diagnose aller Ihrer Schüler können Sie jene herausfischen, die in
der Tat eine individuelle Förderung bräuchten. Dabei stellt sich durchaus in
Einzelfällen auch die Frage, ob Sie und Ihre Kollegen wirklich alle Probleme
auffangen können. Selbst mit dem Lernserver (der ja seine Wurzeln in der
Lerntherapie hat) können Lehrer nicht alles leisten. Nicht selten gibt es ja
Schüler, die bereits seit längerem LRS-Probleme mit sich herumschleppen und die
von Grund auf systematisch an die Schriftsprache herangeführt werden müssten.
Und bei denen womöglich die ganze Problematik auf ihre Persönlichkeit
ausstrahlt, so dass im Grunde eine ergänzende lerntherapeutische Förderung
anzuraten ist.
Sie können die Diagnose-Ergebnisse aller Schüler zueinander ins Verhältnis
setzen („Quickreport“) und entscheiden, welche Kinder Sie in einer Gruppe
zusammenfassen möchten. Dabei bieten wir Ihnen an, diese Prüfung nach
unterschiedlichen Kriterien vorzunehmen.
Also: Falls Sie keine weiteren Lehrkräfte oder pädagogische Hilfskräfte zur
Verfügung haben (wir hier in Münster geben den Schulen ca. 120 ausgebildete
Studierenden an die Hand; dies wollen wir auf andere Unistädte ausweiten.),
stellt sich für Sie die Frage, wie Sie am besten die Gruppen- und die
Einzelförderung miteinander kombinieren könnten.
Was die Gruppen-Förderbücher angeht, haben wir es bislang so gehalten, dass wir
ein Exemplar den Schulen zukommen ließen. Die Lehrkräfte (wie auch unsere
studentischen Förderkräfte) entscheiden dann, was und wie viel sie für die
Schüler davon kopieren und ihnen jeweils für die Stunde bzw. für die häusliche
Arbeit aushändigen bzw. mitgeben wollen.
In diesem Zusammenhang: Da wir zu jedem Aufgabenblatt ein Lösungsblatt
anbieten, wird meist auf das Kopieren aller Lösungsblätter verzichtet; dadurch
reduziert sich auch etwas der Kopieraufwand und alles wird etwas
übersichtlicher – es sei denn, man möchte die dafür geeigneten Blätter zur
Selbstkontrolle oder zum gegenseitigen Überprüfen nutzen.
Vielleicht könnte man ja auch ältere Schüler damit betrauen, die in Absprache
mit der zuständigen Lehrkraft die jeweilige Portion kopiert, locht und für die
Förderstunden vorhält.
Die Schüler bräuchten dann Mappen, in die sie die bearbeiteten Dinge ablegen
könnten.
Wenn diese älteren Schüler dann auch noch als Tutoren fungieren könnten, wäre
allen damit geholfen."
flip