Ich habe auch immer ohne Lese- und Sprachbuch gearbeitet. Es war aber sehr schwierig, gerade am Anfang. Ich war in einem Kollegium, das diese ARt von Arbeit als Affront gegen die eigene Art sah. Damals waren wir aber 2 junge Kolleginnen, die zusammen gearbeitet haben und die sich gegenseitig stützen.
Auch musste ich mich mit den Eltern auseinandersetzen, die viele Vorbehalte hatten. Nach 4 Jahren hatte ich einen sicheren Stand, die Eltern wussten die Art zu schätzen und ich bekam einen Ruf, der im Laufe der 12 Jahre immer besser wurde. Mir selber ging es aber nicht gut dabei.
Wenn ich es noch einmal zu tun hätte, in einem solch zusammengesetzten Kollegium, würde ich im Rückblick vielleicht ein Sprachbuch nehmen, die Eltern aber darauf aufmerksam machen, dass es eine Stütze ist- und nicht Seite für Seite durchgearbeitet wird. Auch wenn ich krank wäre, wäre es für Kollegen dann einfach, darauf zurück zu greifen. So musste ich vorbereiten, auch wenn ich krank war, denn meine Art zu arbeiten war ja nicht gewollt.
Wenn du dich doch für die Arbeit ohne Sprachbuch entscheidest, würde ich mir auf alle Fälle Freunde suchen, die auch so arbeiten - das hilft, bei Unsicherheiten. Gerade auch, wenn man neu einsteigt. Mir hat geholfen, dass ich mir viele Sprachbücher angeschaut habe, die Stoffverteilungspläne dieser Bücher im Kopf hatte und so wusste, was ich thematisch alles in der Zeit abgearbeitet haben musste.
flip