Ich kann mir die theoretische Erklärung nur so denken:
Schwungübungen werden eher hinten an gestellt werden, weil man einen anderen Ansatz verfolgt, den Schreiberfahrungsansatz, ausgehend von der Druckschrift...
Es kommt dabei nicht so sehr auf das Schreiben als motorische Leistung an, sondern um den inhaltlichen Aspekt. Die Motorik würde vielleicht eher heute in anderen Bereichen gefördert (in NRW: Sport, Förderung der basalen Fähigkeiten wie z. B. ERbsen weitergeben, mit der Pinzette sortieren...).
Schwungübungen wurden eher in einer Zeit gemacht, in der das Schreibschriftschreiben im Vordergrund stand, Schreibübungen, Lernen von Schreiben durch Abschreiben....
Wenn sich heute in NRW die Schreibschrift aus der Druckschrift individuell entwickeln soll, würde das eher vorgegebenen Schwungübungen widersprechen, so sehe ich es.
Ich selber halte es so, dass ich den Kindern, die motorische Schwierigkeiten haben, auch mal eine Schwungübung gebe, oder dass ich in den ersten Wochen wenige Schwungübungen machen lasse, um zu beobachten, wie die Kinder motorisch "drauf" sind. Dann trainiere ich aber eher anders. Ich glaube, bei den heutigen Kindern würde man heute kaum Begeisterungsstürme wecken, würde man, wie wir, erst einmal 7 Wochen nur Schwungübungen in großen Heften und mit Wachsmalstiften machen lassen.
Aber generell müssten wir uns bei einigen Kindern bestimmt mehr darum kümmern, dass sie motorisch geschult würden.
flip