Hallo Maya,
mein Beitrag zur Musiklehrprobe:
Ich finde es schwierig, eine Musiklehrprobe zu halten, nach der du bei allen Schülern "Lernkontinuität" feststellen kannst. Das geht m.E. nach nur bei stark kognitiven Inhalten, die gebüffelt werden können. So habe ich bsp.weise einen Schwerpunkt meines Mu-Unterrichts im Referendariat auf das Klassenmusizieren verwendet - und manche Schüler wissen immer noch nicht, wie man Claves (Schülersprache: Klanghölzer), Triangel oder den Schlägel für diverse Trommeln hält.
Wer verlangt denn das mit der "hohen Lernkontinuität" - und was ist das im Musikunterricht überhaupt?
In der Examenslehrprobe kommt es "leider" auch darauf an, die Prüfungskommission zu beeindrucken - und in meinem Studienseminar fanden alle externen Prüfer die Klassenmusizierstunden am Beeindruckendsten. Nichts gegen Musikhören & Co., aber im Mu-Unterricht kommt es doch auch darauf an, gemeinsam kreativ zu sein, sich auszudrücken und etwas auf die Beine zu stellen, was in anderen Fächern nicht so leicht möglich ist. Ja, der Spassfaktor spielt auch noch eine Rolle... Insofern würde ich mich immer wieder für das Klassenmusizieren in einer Lehrprobe entscheiden.
In meinem Fall (Ergebnis der Stunde 1,0) lief die Mu-Lehrprobe so ab:
1) Verpackt in eine Rahmengeschichte, gemeinsames Einsingen, dabei Aufnehmen verschiedener Motive des Liedes
2) Singen des Liedes "Das Lied vom Frühling" (aus: Songs für die Grundschule)
3) Begleiten des Rhythmus mit Körperinstrumenten
4) Schüler erhalten Anweisungen für Gruppenarbeit - jede Gruppe erarbeitet ein Begleitpattern für die Strophen des Liedes, unterschieden nach Glockenspiel, Xylophon, Metallophon
5) Gruppenarbeit - jeweils zu viert bzw. sechst (Prinzip: Helferkind), Einteilung gemeinsam am Tag vor der Lehrprobe vorgenommen, dabei Schülerwünsche berücksichtigt (aber in manchen Fällen auch negiert
) ; während der Gruppenarbeit bin ich helfend herumgegangen; mithilfe eines Playbacks und Noten haben die Schüler sich selbstständig ihre Begleitmelodie erarbeitet; die Gruppen waren räumlich getrennt - in der Aula ("Musikraum"), dem Flur, dem Klassenzimmer.... wo halt Platz war. Während der Gruppenarbeitsphase ist auch die Prüfungskommision herumgegangen und hat sich die Gruppenarbeit angesehen.
6) Zurück im Musikraum: kurze Reflexionsphase bzgl. Gruppenarbeit mithilfe von roten und grünen Karten, Zusammenführen der Begleitstimmen
7) Gemeinsames Musizieren des Liedes
8)Instrumente an Seite stellen, Spiel "McDonalds"
Klingt nach viel, passte aber wirklich alles in 45 min. Die Prüfungskommission war von der Selbstständigkeit der Schüler, von den Medien (Playbacks, laminierte Notenkarten, "gepunktete" Instrumente für schwache Schüler) und vor allem von der Qualität des Musizierens, der Kommunikation und dem Spass, den die Schüler und ich zusammen hatten, begeistert, was dann auch die Endnote ergab. Insofern kann ich immer nur zu Stunden raten, die dir Spass machen - was ist denn in deinen UB besonders gut gelaufen, oder: was machst du gern im Mu-Unterricht, was mögen deine Schüler?
Bei mir war das Klassenmusizieren irgendwie so glasklar, dass ich andere Dinge gar nicht überlegt habe. Ich weiss nicht, wie es an deiner Schule ist, aber an meiner Schule waren die Schüler (meine Prüfungsklasse war auch eine 3) regelrecht versessen auf den Umgang mit Instrumenten. Darüber haben wir dann übrigens auch die kognitiven Inhalte wie Notenlehre erarbeitet.
Was sagt denn der Lehrplan deines Bundeslandes zur 3. Klasse?
LG, das_kaddl.