Beiträge von gingergirl

    Claudius, dann mal los: du willst ja, dass hier "pro" und "contra" argumentiert wird. Wie sehen denn deine Argumente aus? Ich schlage vor, dass wir das unter uns jetzt mal ganz schulmeisterlich betreiben.

    Als Deutschlehrer sollte dir geläufig sein, dass eine vernünftige Argumentation aus einem Dreischritt aus 1. These/Behauptung, 2. Begründung und 3. Beweis/Beispiel besteht. Wie lautet denn deine These? Bisher konnte ich aus deinen Ausführungen noch keine herauslesen. Was sind deine Begründungen? Was für stichhaltige Beweise kannst du anführen?

    Claudius, du raffst es nicht oder willst es nicht raffen. Dabei hat es Meike dir doch so gut und geduldig erklärt, das würde jeder Grundschüler verstehen. Da ist eben gar nichts "schlimm" dran. Sondern die sexuelle Identität einer Person ist halt eine Facette neben vielen anderen. So wie ich halt 1,65 cm groß bin, Milchbrei seit Kindesbeinen hasse, braune Augen habe, zur Birnenform neige und meinen Mann liebe, ist ein anderer halt 1,66 cm groß, hasst Leberwurst seit Kindesbeinen an, hat blaue Augen, neigt zur Apfelform und liebt auch seinen Mann.

    Ich denke mir auch schon länger, dass du nicht Lehrerin bist. Dein Schreibstil und deine Ausdrucksweise lassen nicht darauf schließen, dass du in der Sek II arbeitest. Ich sag nur Patschwork!
    So, Schwule sind deiner Meinung nach in der heutigen Kinderwelt allgegenwärtig? Das möchte ich nun mal doch genauer wissen. Ich habe selbst Kinder und denke, dass ich über die Vorbilder und Einflussfaktoren auf Kinder/Schüler ganz gut Bescheid weiß. Welche Vorbilder, Filme, Stars meinst du denn bitte konkret? Wie wird denn genau ein, sagen wir mal 6-Jähriger, auf Schwulsein gepolt? Durch das Sandmännchen/Grüffelo/Shaun das Schaf/Cars? Vielleicht habe ich die Transformer ja auch bisher falsch interpretiert :)
    Jugendliche zählen ja deiner Meinung nach nicht, denn deren sexuelle Idendität sei ja abgeschlossen? Bitte, bitte klär mich doch mal konkret auf, ich möchte doch meine Kinder vor dem ganzen Schmutz bewahren... Wo lauern die "Gefahren" in der bösen Welt da draußen? Ich hab da echt Nachholbedarf...
    Hier wurden im Ausgangspost ja mal Kinderbücher gesammelt, in denen das Thema Homosexualität in irgendeiner Form eine Rolle spielen. Mit Hängen und Würgen wurden 6 Bücher genannt. Angesichts des riesigen Büchermarktes eine vernachlässigbare Größe. Kennst du weitere?

    Zitat

    An meiner Schulart ist es übrigens auch üblich, dass Prüfer von außen kommen

    Aber um die Realschule geht es in dem Thread doch nicht, da finde ich Aussagen dazu auch nicht hilfreich. Wenn du nicht umziehen musstest, dann liegt das auch daran, dass an der Realschule das Ref eben anders abläuft als am GY. Ich selbst bin dreimal umgezogen und das eine Mal habe ich mit dem Preis einer überaus langen Pendelstrecke bezahlt. Mein Mann ist viermal umgezogen. Ich selbst arbeite an einer Seminarschule mit einem großen Seminar und erlebe auch dort, dass die häufige Umzieherei quer durch Bayern absolut üblich ist. Und dass die Referendare mit 17 Stunden Deputat im Vergleich zu den festen Stellen mit 23 Stunden ausgenutzt werden, kannst du bestimmt nicht abstreiten.

    Doch Hawkeye, das ist in seiner Ausschließlichkeit so haltbar. Fossi sprach von den Modalitäten, nicht von der Qualität der Seminarschulen.
    In keinem anderen Bundesland ziehst du mit großer Wahrscheinlichkeit viermal um für das Referendariat. Einmal zum Seminarort, zweimal an die Einsatzschulen und dann wieder zurück an die Seminarschule. Und dass man im Einsatz 17 Stunden Unterricht zu leisten hat, gibt's auch sonst nirgends.

    Und du hast ja leider recht, man ist völlig abhängig von seiner Seminarschule. Kann gut sein, muss ja aber leider nicht. In BW z.B. kommt zu den Prüfungslehrproben immer ein Schulleiter von außen dazu, der ist meines Wissens sogar der Prüfungsvorsitzende. Der kennt den Referndar vorher nicht, beurteilt vorurteilsfrei die eine Stunde, die er sieht. So etwas würde ich mir hier auch wünschen.

    Effi, Warum denn gleich so offensiv? Ich habe doch nie geschrieben, dass das auf Kosten der Vollzeitkollegen gehen soll. Wo liest du denn das heraus? Ich bin nur grundsätzlich ein großer Anhänger einer fairen Behandlung. Wenn also VZ-Kollgen genauso viel Vertretungen/Nachmittagsunterricht/Präsenzen/Aufsichten schieben wie TZ-Kräfte, dann passt was nicht. Ich verlange keine Extrawurst, sondern eine Gleichbehandlung. Halbe Stelle = halbe Belastung. Ganz einfach.

    Oh, wie mich das nervt, dass man sich als TZ-Kraft immer verteidigen muss. Ich arbeite nicht in der freien Wirtschaft, deswegen lehne ich Vergleiche damit auch ab. Aber ich vergleiche gerne mit anderen Stellen im Öffentlichen Dienst. Eine Bekannte von mir arbeitet als Richterin mit halber Stelle am Familiengericht. Die Sitzungstermine liegen lange Zeit fest. Dass dort kurzfristig Präsenz verlangt wird (über Nacht) oder von jetzt auf dann irgendwelche Fortbildungen/Konferenzen am Nachmittag auf dem Plan stehen oder am Freitag bekannt gegeben wird, dass ab Montag völlig neue Arbeitszeiten herrschen (wie bei uns gerne mal am Beginn des zweiten Schulhalbjahres beim Stundenplanwechsel) - völlig undenkbar. Jurist am Landratsamt - feste Arbeitszeiten. Umweltingenieurin am Landesamt für Umweltschutz - dito. Da fällt der Stift um 13 Uhr bei halber Stelle. Architekt im Bauamt dasselbe. Meine Sachbearbeiterin bei der Beihilfe erreiche ich seit Jahren nur dienstags bzw. donnerstags, da sie TZ-Kraft ist. Die angeführten Beispiele kenne ich aus eigener Erfahrung, aber ich denke, dass für Sozialpädagogen mit Stelle im Rathaus/Jugendamt beispielsweise dasselbe gilt.

    Ihr Kinderlosen könnt euch gar nicht vorstellen, unter welchem Druck man ständig steht. Ich habe noch relativ Glück, weil ich meine Eltern im Hintergrund habe. Als diese aber eine Zeit sehr krank waren und sich nicht wie gewohnt um die Kinder kümmern konnten, waren wir voll drin im Hamsterrad. Das Problem sind die kurzfristigen Termine wie Fachkonferenzen etc. (ja auch eine Woche vorher ist kurzfristig, wenn man mal wieder eine zusätzliche Nachmittagsbetreung mit offenem Ende organisieren muss). Die KiTa macht halt immer um 16.30 Uhr zu, auch wenn wir noch so lange pädagogisches Bullshitbingo im Lehrerzimmer spielen.
    Bei halber Stelle hatte ich bisher immer 2 Deutschklassen. Das unterrichten auch viele meiner Kollegen mit ganzer Stelle. 2/3 meiner Stunden waren teilweise in der Oberstufe, wäre bei voller Stunde undenkbar. Ich sitze auf genauso viel Konferenzen, Weihnachtsbasaren, Schulfesten, Elternsprechtagen, etc. wie die VZ-Kräfte. Die TZ-Kräfte bedeuten eine Entlastung für die Kollegien, das könnt ihr mir glauben. Wenn alle Volllzeit arbeiten würden, müsste man die Arbeit auf viel weniger Schultern verteilen. Wenn man mir mit halber Stelle zwei Deutschklassen gibt, dann bedeutet das defacto eine Entlastung für die VZ-Leute, die selbst natürlich nicht vier Klassen haben. Selbst für Sachen, die einem rechtlich zustehen, muss man kämpfen und wird dann auch noch blöd angeschaut. Ich habe z.B. lange Zeit auch schwanger Vertretungen/Mehrarbeit gemacht, obwohl das jeder Arbeitnehmerin in Deutschland verboten ist. Eine Zeit lang war es an meiner Schule üblich, dass auf Vertretungen/Präsenzen wenig Rücksicht genommen wurde (Argument: "Die TZ-ler haben doch mehr Zeit und "Lücken" im Stundenplan!"). :autsch: Das hat sich aufgrund von Protesten im Kollegium und Wechsel im Vertretungsplan-Team zum Glück gebessert.
    Noch einmal: Ich verdiene nicht aus Blödelei weniger Geld, habe mal bedeutend weniger Pension, sondern für meine Halbzeitstelle habe ich eigentlich nur eine Antriebskraft: Ich möchte meinen Vorschulkindern die in Deutschland äußerst bescheidene Ganztagsbetreuung so gut wie möglich ersparen.
    Ich unterstelle der Threadstarterin die gleiche Intention und verstehe deswegen ihren Unmut, wenn sie mit halber Stelle eine Ganztagesbetreuung bezahlen soll und ihre Kollegen mit voller Stelle auch die gleiche Belastung am Nachmittag haben.

    Ach ja, nele, biete mir doch bitte mal einen Akademiker/in im ÖD - am besten verbeamtet - mit Halbtagsstelle, die ähnliche Belastungen nachmittags/am Abend und ständige Unplanbarkeiten in Kauf zu nehmen hat wie wir.

    Zitat

    Bin leider kein Mitglied im BLLV, sodass ich vom SL keine vernünftige Auskunft bekomme.

    Die Aussage verstehe ich nicht. SL ist doch der Schulleiter, oder? Was hat der denn mit dem BLLV zu tun?
    In einen Lehrerverband kannst du übrigens doch immer eintreten. Dort kann man dir dann weiterhelfen. Die Anmeldung geht sogar online :)
    An die Personalräte kannst du dich bis hoch zum Hauptpersonalrat auch ohne Verbandsmitgliedschaft wenden, der ist schließlich für die Belange aller Lehrer da.
    Zur Sache selbst kann ich dir leider nichts sagen. Hast du denn schon eine Reha gemacht?

    Vielleicht von überregionalem Interesse und bisher hier noch gar nicht diskutiert:

    Er soll "eigenmächtig und selbstherrlich" gehandelt haben: Der Rektor
    eines Coburger Gymnasiums ist verurteilt worden, weil er Abi-Noten nach
    oben korrigiert hat - aus Sorge um den Ruf seiner Schule (Quelle: Süddeutsche)


    http://www.sueddeutsche.de/bayern/geschoente-abi-noten-rektor-muss-euro-strafe-zahlen-1.2012038</a>
    http://www.infranken.de/regional/cobur…n;art214,738231

    Was meint Ihr dazu?

    Uff, wahrscheinlich hat die Threadstarterin ihr Studium bereits abgebrochen, weil sie sich vor der versammelten Klugbesserei der versammelten Germanistik-Fachschaft fürchtet :)

    Ich hätte das mit dem Süden wohl besser eingrenzen sollen...
    Die TS kommt wie ich aus dem Ländle. Im Schwäbischen wird "zwecks" durchaus synonym mit "wegen" für Begründungen verwendet:
    "Zwäggs Zeidmangel han i mein Hood weggääbe".

    Die TS ist also weder cool noch schlampig, sondern nur a bissle durch ihre Hoimet geprägt worden.

    Örks, da hat jemand eine echte Lebenskrise und dann wird er rundgemacht, weil er "zwecks" und "wegen" angeblich nicht richtig verwendet.

    Unter http://www.duden.de/rechtschreibung/zwecks wird als Synonym für "zwecks" auf jeden Fall auch "wegen" angeführt. Ich kenne das auch so, dass man die beiden Wörter synonym verwenden kann. Vielleicht ist diese Verwendung im Süden der Republik aber auch geläufiger.Zurück zum Ausgangspost: In Bayern sieht es mit der Kombi Deutsch/Englisch in den nächsten Jahren wohl eher sehr mau aus. Ich finde es schon richtig, sich rechtzeitig über Alternativen schlau zu machen. Du schreibst, dass du gern Musik machst. Hast du dir schon mal überlegt, Musik und Englisch für RS/Gemeinschaftsschule oder wie der Studiengang jetzt auch immer heißen mag, zu machen? Vielleicht sind dann die Chancen besser? Und die Anforderungen sind auch glaube ich nicht so hoch wie auf der Musikhochschule.

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