Beiträge von gingergirl

    Führt eure Studienreise beispielsweise nach Spanien, UK, Portugal, Kroatien, Frankreich, Italien, Ungarn oder Tschechien, dann ist der Fall noch klarer. Dort darf man erst ab 18 überhaupt Alkohol trinken. Alkohol ab 16 gibt's in der EU noch in Österreich und in Dänemark.

    Ja, ich kenne deinen Hintergrund und weiß auch, dass der Umgang früher dort so war wie von dir beschrieben. Ich habe meine Schulzeit dort in bester Erinnerung, aber der Umgang mit Alkohol auf Schülerfahrten kommt mir rückblickend schon sehr lax vor. Ich sage nur Griechenlandfahrt! Und leider kenne ich einige aus meiner Jugend, die den Alkohol bitter gebüßt haben. Der krasseste Fall ist eine 4-fache Mutter aus dem Jahrgang unter mir, die mit Mitte 40 am Alkoholismus verstorben ist.

    Bei uns unterschreiben die Eltern, dass ihre Kinder, wenn sie gegen die Regeln verstoßen, von der Klassenfahrt abgeholt werden müssen bzw. sie für die sofortige Rückreise sorgen müssen. Das zieht dann schon. Wenn ich irgendwo eine Bierflasche sehen würde, dann gäbe es noch mal eine Ansprache, beim nächsten Mal bzw. bei einem eklatanten Verstoß (Schüler deutlich alkoholisiert) holen die Eltern ihren Sprößling ab. Und das kommt in der Praxis dann auch echt vor. Eltern einer Nachbarschule sind schon mal 600km nach Kärnten gefahren. Und besonders peinlich für die Jugendliche war, dass sie sich dann in den Unterricht des Jahrgangs unter ihr setzen musste, während der Rest noch auf Klassenfahrt war.

    Ich war auch schon öfter mit 10. und 11. Klassen auf Tour. Da gibt es am Anfang eine klare Ansage wie auch eine schriftliche Mitteilung an die Eltern, dass auf der Schulfahrt nicht geraucht und getrunken wird. In meiner Anwesenheit wird dann auch nicht geraucht und getrunken.

    Was die Schüler machen, wenn sie mit schriftlichem Einverständnis der Eltern in Kleingruppen unterwegs sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich bin ja nicht dabei. Angetrunken habe ich noch niemanden erlebt. Und ob welche beim Frankreichaustausch bei der Gastfamilie mal den Cidre probieren, weiß man auch nicht. Aber das liegt dann nicht in meiner Verantwortung.

    Im öffentlichen Dienst gilt eben nicht allein das übliche "Kündigungsrecht", wie du es bezeichnet. Es gibt wichtige Einschränkungen, z.B. nach einer gewissen Dienstdauer und in fortgeschrittenem Alter bist du praktisch unkündbar. Das dürfte auf die allermeisten chronisch Erkrankten zutreffen.

    Und man müsste auch ausführen, was für Aufgaben übernommen werden und welche nicht. Ich habe das ja hier kürzlich für Frankreich ausgeführt, dass französische Lehrkräfte praktisch nichts anderes tun als zu unterrichten. In Russland putzen die Lehrerinnen aber auch die Klassenzimmer und die Vorhänge, wird es dann wahrscheinlich heißen.

    Ob die Stunde jetzt 45 oder 55 Minuten hat, ist doch egal. Fakt ist doch, dass die deutschen Lehrer deutlich mehr Zeit mit Unterricht verbringen als die französischen. Der französische Lehrer am Collège verbringt 990 Minuten die Woche mit Unterricht, der bayerische Mittelschullehrer 1260 Minuten. 20 Prozent mehr Unterricht verlangen auch mehr Vorbereitung.

    Wer macht denn Leseförderung und die Bibliothek an den allermeisten deutschen Schulen? Diejenigen, die eh schon 28 Stunden Unterricht halten.

    Überhang an Schulen gibt es hier in Oberfranken und Unterfranken mittlerweile oft. Das sind Gebiete, in denen die Bevölkerung sinkt. Gleichzeitig ist die Realschule beliebt, wir haben durch Übertrittszeugnis Restriktionen beim Übertritt. Meine Schule hatte vor 20 Jahren 1000 Schüler, heute keine 700 mehr. In Franken gibt es reihenweise Gymnasien mit unter 500 Schülern. Daraus ergibt sich, dass gerade in "kleinen" Fächern rein rechnerisch keine vollen Planstellen mehr aufgehen. Also ergeben sich Abordnungen. Deutsch ist in Frankreich mittlerweile ein "Orchideenfach", das wird einfach nicht mehr viel gewählt. Den Kollegen mit Winzfächern wie Italienisch oder Spanisch (kann hier nur als 3. Fremdsprache gewählt werden), müssen auch hier deswegen in Abordnung, da einfach oft kein Bedarf mehr für 2 Stellen ist. Oder Ethik und Informatik ist ein solches Mangelfach, dass Kollegen an andere Schulen müssen, weil es an der Nachbarschule einfach niemanden mit Fakultas gibt. Unterstufe wird fachfremd unterrichtet, für Oberstufe kommt der Kollege von der Nachbarschule. Nachbarschule ist hier aber oft auch 20-30km entfernt, da in der Pampa nur ein GY in der Kleinstadt üblich ist.

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