Beiträge von Bolzbold

    Naja,
    wenn ich daran denke, dass meine Frau immer sagt: "Die FDJ in der DDR war eigentlich nichts weiter als die Hitlerjugend, nur das man die braunen gegen blaue Uniformen getauscht hat", erklärt sich mir schon warum die AfD im Osten so stark ist.

    Im Haus der Geschichte in Bonn sind Exponate, die genau das belegen. Die Sachen wurden einfach umgepinselt. Vom einen in das andere totalitäre System...

    Wie passt das denn dann mit der Siedlungspolitik zusammen? Das können die Palästinenser schlichtweg nur als unfreundlichen Akt auffassen.

    Zusammengefasst ergibt sich ja das moralische Dilemma, dass die Überlebenden eines verfolgten Volkes sich in dem durch ihre Religion definierten Gebiet niedergelassen haben, Tatsachen geschaffen haben, um die Diaspora zu beenden und endlich in einem eigenen Staat in Sicherheit und Frieden zu leben. Dies wollte die arabische Welt um jeden Preis verhindern und hat Israel sofort nach dessen Gründung angegriffen. Damit war die doppelte Opferrolle geschaffen. Die Palästinenser sehen sich aber auch als Opfer - und meines Erachtens zu Recht. Aus beiden Opferrollen wird die jeweilige Gewalt und Aggression genährt, für die es keine Rechtfertigung gibt. Aus meiner Wahrnehmung liegt gleichwohl die Gewaltbereitschaft der Palästinenser wie der sie unterstützenden Teile der arabischen Welt um einiges höher, weil Gewalt und Hass auf Ungläubige (Juden, der Westen...) Teil ihrer Sozialisation ist.

    Beide Völker, Israelis wie Palästinenser, brauchen eine echte, konkrete, ehrliche Existenzperspektive - das bedeutet für Israel die Existenzgarantie und für die Palästinenser einen eigenen Staat mit ausreichend Lebensgrundlagen. Am einfachsten ginge das meiner Meinung nach mit der Einstaatenlösung - aber dazu dürften spätestens seit Beginn dieser Woche nur noch eine Minderheit an UtopistInnen Interesse haben. Dass die arabische Welt ihren Teil dazu beitragen muss, macht das Ganze faktisch unmöglich.

    Sorry, aber Schwachsinn.

    Wenn du sich in einem Konflikt ernsthaft fragst, wer auf der richtigen Seite steht, ist es eine ziemlich gute Methode zu Gucken, welche Seite Jubelt, wenn die Leichen von nackten Frauen und Kindern auf Pickups durch Menschenmengen gefahren werden.

    20 Jahre hätte man über die vielschichtige Problematik des Israel-Palästina Konfliktes diskutieren können, diese Zeit ist seit Samstag vorbei und jetzt ist der passende Zeitpunkt sich jegliches "Aber Israel hat ja auch ..." zu verkneifen.

    Das ist einerseits nachvollziehbar. Gleichwohl besteht das Grundsatzproblem weiter - nämlich wie Israelis und Palästinenser künftig zusammen in der Region leben wollen. Der Angriff der Hamas und der Hisbollah begründet ja nicht das Ende des Lebensanspruchs der Palästinenser.

    Ich habe persönlich nie sonst eine solche Frauenverachtung erlebt wie bei den Studenten aus Tunesien, Jemen, Jordanien etc., die mit mir zusammen in einem internationalen Wohnheim gewohnt haben. Auch was du über Kurden schreibst, unterschreibe ich. Ein Schüler von mir, kurdischer Herkunft, sagte mal zu mir, kurdische Männer machten das, was ihre Frauen vorgeben. Der hat aber als Muslim aus kulturellen Gründen auch den evangelischen Religionsunterricht besucht, was seine Familie unterstützt hat. Könnte ich mir bei einer arabischen Familie eher nicht vorstellen.

    Böse formuliert ist das Patriarchat die einzige Macht, die Männer des arabischen Kulturkreises noch haben. Denn die Welt wird seit 250 Jahren (noch) vom Westen und künftig nicht minder von China dominiert.

    Antimon

    Ich sehe die Werte des arabischen Kulturkreises auch sehr kritisch und lehne eben jene von Dir angeführten Eigenschaften entschieden ab. Wir haben nur hier das Problem einer Kultur, die sich nicht damit abfinden kann, dass sie in dieser Welt eben seit ca. 250 Jahren nicht mehr führend ist. Und sie möchte sich nicht unterordnen aufgrund ihres Selbstverständnisses einer religiös begründet einstmals überlegenen Zivilisation. (Fairerweise müsste man hier konzedieren, dass wir das auch nicht täten, wenn wir in dieser Situation wären.) Das ist und wird das zentrale Problem bleiben, das wir in Deutschland und in anderen Teilen dieser Welt nicht in den Griff bekommen werden. (Und ich würde noch einen Schritt weitergehen, unserem Bundespräsidenten a.D. widersprechen und sagen, dass diese Form des Islam nicht zu Deutschland gehört.)

    Es wurde in der Berliner Runde ja fast schon als Konsens formuliert, dass alle diejenigen, die unsere Gesetze mis- oder verachten, dieses Land verlassen sollen. Ich würde mich dieser Forderung anschließen, denn niemand zwingt diese Leute, bei uns zu leben. Ich denke, da müssen wir ran und klarstellen, dass sich hier niemand danebenbenehmen darf und gleichzeitig für sich die Vorzüge dieses Landes in Anspruch nehmen kann.

    In der Tat kann man (das entspricht aber nicht meiner Meinung) die Ukraine als einem (entfernungsmäßig) näherstehend erachten und den russischen Angriff als größere Bedrohung des Friedens (in Europa.)

    Israel wirkt da weit weg, der Konflikt im Grunde ewig andauernd ohne Lösungsperspektive. Da stumpft man ab. Die (Ur)Urenkelgeneration der Naziverbrecher sieht mittlerweile auch nur noch bedingt die historische Verantwortung Deutschlands für die jüdischen Deutschen und das israelische Volk.

    Für die in den 60er bis in die 80er Jahren Geborenen läuft da gefühlt in der Tat etwas schief - aber kann/darf/muss man andere Menschen, nachfolgende Generationen dafür verurteilen, wenn sie das anders sehen als wir?

    Ja, da stimme ich zu. Zwischendurch sind dann auch mal an die 3.000 Euro offen. Deshalb habe ich vor einiger Zeit die Kassen getrennt, so dass die Arztrechnungen nicht mehr über unser Haushaltskonto laufen - letztlich laufen sie über unsere Ersparnisse. Da ich aber weiß, dass das Geld früher oder (häufiger) später wieder reinkommt, bin ich da recht entspannt.

    Grundlegend geht bei uns grad an der Schule alles in geordneten Bahnen, trotz Migranten aus der Ecke.

    Es zeigt sich beim Konflikt doch wieder mal wie viel Einfluss die Geschichte bis heute noch hat. Ein künstliches Gebilde (Staat Israel) wird mitten in einem konträren Nährboden (muslimisch geprägte Region) gepflanzt und es kehrt keine Ruhe in die Region ein. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

    Da braucht es keinen Schelm für. Es ist klar, dass das niemals funktionieren wird - es sei denn, beide Seiten verständigen sich darauf, sofort und ohne Bedingungen jegliche Form von Aggression, Hass und Hetze abzustellen.

    Ergänzend dazu meine Utopie in Anlehnung an Birgits Thread: Eine Einstaatenlösung für Palästina/Israel - dort leben beide Völker gleichberechtigt neben- und miteinander und haben verstanden, dass vor Religion oder Kultur zuerst der Mensch an sich kommt.

    Ergänzend dazu sei die Doku "Ganz normale Männer", die gerade bei Netflix läuft, empfohlen. Da werden die psychologischen Mechanismen ausführlich beleuchtet.

    Ich sehe es nicht so, dass hier gerne kontrovers diskutiert wird.

    M.E. geht es oftmals um die „ richtige „ Meinung die man hat, wenn die Meinung nicht „ richtig „ für die Hauptakteure dieses Forums erscheint sind die Folgen meist „ verwirrte Smileys“, abschätzige Bemerkungen, Kommentare wie „ Ich müsste jemand auf ignore setzen „( statt es einfach ohne Kommentar zu machen ) , man wird als böse oder anderes beleidigt, oder es wird nett umschrieben , dass man eh zu dumm wäre.

    Bis hierhin kann ich Deine Einschätzung teilen. Es ist in unserer "Bewertungsgesellschaft" auch einfacher, schnell auf einen Smiley o.ä. zu klicken, anstatt sich mit einer Meinung auseinanderzusetzen. (Am Rande: Die Zahl der "Verwirrt-Smileys", die ich vergeben habe, dürfte eher überschaubar sein.)

    Zitat

    Manchmal hab ich den Eindruck der ein oder andere lebt komplett in seiner Bubble und ist vom gestrigen Wahlausgang tatsächlich überrascht…

    Überrascht dürften meines Erachtens die wenigsten gewesen sein. Und ja, letztlich lebt jede/r von uns ein seiner/ihrer eigenen Bubble - mal ist sie größer, mal kleiner.

    Was ich mir in dieser wünsche, ist, dass wir uns primär über das austauschen, was geschrieben wurde und nicht über das, was nicht geschrieben wurde. Letzteres ist oft spekulativ.

    Nur dass ich das richtig verstehe:

    Ich bitte einen User, seine pauschal vorgetragene These, dass die Feiernden seit 2015 massiv ins Land geholt wurden, zu belegen.
    Dann wird gekontert, dass niemand alle Migranten unter Antisemitismusverdacht stellt (sic!) und mir wird von zwei UserInnen Realitätsverweigerung vorgeworfen.

    Das ist schon ein starkes Stück, da das aus meiner Bitte, im Diskurs eine pauschale These zu belegen, gar nicht hervorgeht. Ich weiß, dass es unter den Muslimen Israelfeindlichkeit gibt und ich weiß, dass zu viele von ihnen die Attacken feiern.

    Ich hätte jetzt gedacht, dass das Untermauern einer pauschalen Aussage mit Argumenten zu den Grundregeln eines jeden Diskurses gehört. Dass dies nun delegitimiert wird und zu Realitätsverweigerung pervertiert wird, macht mich in einem Forum, in dem studierte Menschen schreiben, fassungslos.

    Wenn das jetzt künftig das Level einer - gerne auch kontrovers - geführten Diskussion sein soll, dann lässt mich das kopfschüttend zurück. Da kann ich ad hoc einfach nichts mehr zu sagen bzw. schreiben.

    Ungefähr 15% für die AfD in westdeutschen Bundesländern - in Bayern trotz zweier konservativer Alternativen - ist schon eine Hausnummer, an die man sich gewöhnen muss.

    Mich hat das eine oder andere Interview mit AfD-PolitikerInnen angewidert - dort wurde einerseits die eigene Stärke gepriesen, gleichzeitig die Opferrolle sorgsam gepflegt und das Ganze mit einer Rhetorik versehen, die der NSDAP durchaus gleichkommt.

    Unterschreibe ich. Eine Einordnung ist trotzdem sinnvoll. Und 700 bestätigte Tote (davon wohl 600 Zivilisten) an einem Tag ist eben auch etwas, was es in der Ukraine so glücklicherweise nicht gab.

    Gleichwohl muss man berücksichtigen, dass der Kampf der islamischen (Terror)Milizen gegen Israel zu keinem Zeitpunkt ein konventioneller Krieg war, bei dem SoldatInnen gegeneinander kämpfen und versucht worden wäre, zivile Opfer so gut es ging zu vermeiden.

    Dieser Überfall ist durch nichts zu rechtfertigen und daher entsprechend zu verurteilen. Es gruselt mich angesichts der steigenden Opferzahlen, die ich in dieser Höhe in den letzten drei Jahrzehnten auch so nicht in Erinnerung habe.

    Schaut man sich die Entwicklung im Nahen Osten seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert an, ist dies wahrscheinlich leider nur eine weitere Episode, die sich in die über ein Jahrhundert andauernden Konflikte zwischen den Israelis und den Muslimen einreiht - und es wird nicht die letzte Episode sein.

    Meine Aufgabe als Lehrkraft ist es natürlich, mögliche Stellvertreterkonflikte in der Schule zu verhindern und klarzustellen, dass dies nicht der Konflikt der SchülerInnen ist und sie diesen auch nicht in der Schule oder außerhalb derselben auszutragen haben.

    Aufgrund unserer Geschichte und dem historischen Schicksal der Juden und Jüdinnen dieser Welt sind wir einerseits moralisch verpflichtet, Israel zu unterstützen. Gleichsam tue ich mich schwer, diese Solidarität blind zu gewähren, da man hier auch das größere Bild zeichnen muss.
    (Wie ich hier schon vor längerer Zeit schrieb, empfiehlt es sich, die Weltgeschichte einmal aus muslimischer Sicht zu lesen und sich vom Eurozentrismus ein wenig zu lösen. Dann versteht man möglicherweise das eine oder andere auf muslimischer Seite - was selbstredend keine Rechtfertigung oder ein Gutheißen von Aggression und Gewalt bedeutet.)


    Würde die gesamte arabische Welt Israels Existenz anerkennen und infolge dessen seine staatliche Integrität respektieren, käme das aus deren Sicht einer Akzeptanz des Rechts des Stärkeren - hier Israels und des Westens gleich. Die arabische Welt erfährt spätestens seit dem Sykes-Picot-Abkommen aus dem Ersten Weltkrieg kontinuierlich, dass der Westen in beliebigen Regionen der arabischen Welt seine Interessen rücksichtslos durchsetzt. Vor diesem Hintergrund wäre ein dauerhafter, endgültiger Frieden wünschenswert, jedoch auf der Basis des status quo aus meiner Sicht faktisch unmöglich.

    Einmal abgesehen davon, dass viele PolitikerInnen vor oder neben ihrem politischen Wirken auch noch einen anderen Beruf erlernt haben oder ausüben. Alles andere wäre auch nicht unbedingt sinnvoll, da Karrieren in der Kommunal- und Landespolitik alles andere als garantiert langfristig und einkommensstark sind.

    Ich finde es ärgerlich, dass wir im Jahre 2023 noch immer unsere Arztrechnungen selbst einreichen müssen. Wieso schafft man es nicht, dass die Ärzte und Krankenhäuser ähnlich wie in der GKV verfahren? Gut, dass es mittlerweile über Apps funktioniert, ist schon eine gewisse Optimierung. Ich sehe aber teils Kollegen kurz vor dem Ruhestand, die dann auch noch für weitere Personen alles einreichen müssen. Was macht man da im hohen Alter?

    Also ich mache das für uns fünf und kann den "Stress", den Du suggerierst, nicht nachvollziehen. Ich sammle das Ganze, scanne es dann mit den beiden Apps, notiere mir oben rechts, dass ich es eingereicht habe, und gut ist.
    Wenn ich eines Tages kurz vorm Ruhestand bin, müsste ich schon sehr spät meine Kinder bekommen haben, um dann noch für diese etwas einreichen zu müssen. Selbst bei einer Partnerin oder einem Partner, für den/die ich das machen muss, hält sich der Aufwand in Grenzen.

    Ich verstehe die Frage nicht ganz, was man da im hohen Alter macht. Im Zweifelsfall bittet man jemanden um Hilfe, wenn man es nicht mehr selber machen kann. Dann reicht eine Unterschrift unter den fertig ausgefüllten Antrag aus Papier.

Werbung