Beiträge von Bolzbold

    Was würdest Du einer Schülerin oder einem Schüler sagen, der/die dieselben Sorgen bezüglich eines Kollegen oder einer Kollegin von Dir hat und entsprechend seit Wochen schlecht schläft, weil er/sie Angst hat, aufgrund der zu strengen Notengebung keine Gymnasialempfehlung zu bekommen?

    Dann ist das Leben doch sicherlich vorbei. Man wird niemals Abitur bekommen.
    Einige sagen das so. Einige andere sagen, dass man das doch noch schaffen kann.

    Außerschulische Kenntnisse und Fähigkeiten können nur dann in die Fachnote einfließen, wenn sie im Unterricht aktiv zum Tragen kommen. Somit können SchülerInnen, die Noten lesen können, Instrumente spielen etc. natürlich auch Noten unterhalb der Zwei bekommen.

    In meinem Englisch LK habe ich eine Muttersprachlerin, die deswegen im defizitären Bereich ist, weil sie sich selten einbringt. Analog bekommen die SchülerInnen im Deutschunterricht auch nicht per se die Eins, nur weil sie ihre Sprache per Geburt halbwegs beherrschen.

    Die Noten in Musik, Kunst und Sport suggerieren, dass hier mehr Begabung im Spiel ist und die außerschulische Förderung über Wohl und Wehe entscheidet. Das ist aber auch bei Leseratten und -rättinen der Fall. Die Liste ließe sich beliebig erweitern.

    Wichtig ist aus meiner Erfahrung, dass alle Kinder aus - in meinem Fall - dem Musikunterricht für sich etwas mitnehmen und nicht das Gefühl bekommen, der Unterricht drehe sich nur um die SchülerInnen mit Vorkenntnissen. Das klappt auch in der Regel.

    Man müsste vielleicht noch zwischen "vorsätzlichem unentschuldigten" Fehlen und versehentlichem Fehlen unterscheiden. Bei Letzterem drückt man sein Bedauern aus, gelobt Besserung, zeigt diese auch, und gut ist. Das ist mir in den letzten 20 Jahren glaube ich einmal passiert und hatte bis auf eine mündliche Missbilligung keine weiteren Konsequenzen.


    Für den erstgenannten Fall kann ich schlecht etwas raten. Ehrlichkeit dürfte hier die Situation nicht unbedingt verbessern - und zur Lüge möchte ich hier nicht anstiften. Ein solches Verhalten wäre auf alle Fälle dazu geeignet, das Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schulleitung nachhaltig zu belasten.

    Die Gründe, sofern keine "persönlichen Gründe", lassen sich in der Regel aus den für Dein Bundesland geltenden Gesetzen und Verordnungen ableiten - in NRW stehen die entsprechenden Paragraphen des Landesbeamtengesetzes sogar im Antrag drin.

    Nord. Darauf habe ich auch schon gespielt.

    Die MP-Serie von Kawai ist auch nicht schlecht. Ich habe noch ein MP-9000, das mittlerweile 25 Jahre auf dem Buckel hat, hier stehen. Holztasten, Anschlagdynamik...

    insbesondere auf die (Meta)Studien von Prof. Lipowsky (Kassel) und Prof. (Dirk) Richter (Potsdam).
    Insbesondere Lipowsky tourt mit seinen Empfehlungen. Hier ein Leitfaden im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, der auch alles gut zusammenträgt: Fortbildungen für Lehrpersonen wirksam gestalten (bertelsmann-stiftung.de).
    Insbesondere die Punkte zur Förderung des Wirksamkeitserlebens aber auch die Forderung nach Erprobungs- und Reflexionsphasen (zusätzlich zu Inputsphasen).
    (Mir ist klar, dass man es nicht durch einen ständigen Methodenwechsel gestalten muss, aber reiner Input und frontale Weitergabe würde einiges der Punkte nicht erfüllen).

    Ich habe die SLQ-Fortbildung (SchulLeitungsQualifizierung) hier als Positivbeispiel wahrgenommen. Dort haben sich einerseits die Methoden abgewechselt, es war aber kein ständiges Feuerwerk, so dass man nicht am Ende völlig erschöpft war.

    Dass die SchülerInnen irgendwann nach zwanzig Methoden, Klippern, kooperativem Lernen und was auch immer, total durch sind, kann ich verstehen. Ich stelle mir gerade vor, die Armen hätten fünf oder sechs Stunden in Folge Unterricht bei LAA(')s. Die SchülerInnen kämen auf allen Viersen herausgekrochen und wären fertig mit der Welt. In der Tat ist dann lehrerzentrierterer Unterricht, wie ich ihn manchmal auch halte, für sei reine Erholung. (Andererseits wird das schnell eine "Wenn-die-Show-gut-ist-mache-ich-mit-sonst-nicht-Veranstaltung. So prickelnd ist das dann für mich irgendwann dann auch nicht mehr.)

    Mein persönliches Empfinden ist letztlich unwichtig. Es geht darum, dass dass das System in der Summer als fair empfunden wird. Wenn 5% der Mitarbeiter mit der Besoldung unzufrieden ist, ist es was anderes als wenn es 50% sind. Ich sehe es nur von außen, aber es scheint zu mindestens so, dass die Änderungen in NRW von mehreren kritisch gesehen werden. Spätestens wenn es irgendwann heißt, es lohnt sich vor allem Lehramt zu studieren, wenn man viele Kinder bekommen möchte, liegt das sicherlich nicht im Interesse des Landes.

    Das ist richtig. Bisher war es im Volksmund so, dass man bzw. frau Lehramt studierte, weil man den Beruf so gut mit Familie vereinbaren konnte. Das hat sich auch grundlegend geändert - aber schon vor einiger Zeit. Es dauert wohl immer nur ein oder zwei Jahrzehnte, bis das auch "unten" ankommt.

    Andererseits sollte auch das Land ein Interesse daran haben, dass die Besoldung als fair empfunden wird und vor allem, dass sich bestimmte Funktionsstellen auch finanziell "lohnen". Ich lehne Familienzuschläge etc. nicht ab, aber man hat da manchmal das Gefühl, dass die Verhältnisse nicht mehr stimmen. Das führ natürlich auch dazu, dass der Job vor allem für Menschen attraktiv ist, die eine große Familie gründen wollen. Ob das nun so sinnvoll ist, ist die Frage. Am Ende ist es auch bei den nicht verbeamteten Lehrern so. Die verdienen auch nicht schlecht. Aber der Unterschied zu Beamten sorgt für Frust. Und Frust sorgt -egal ob gut begründet oder nicht- für schlechtere Leistungen. Die Bereitschaft zur Mehrarbeit oder auch besonderes Engagement ist sicherlich bei Kollegen, die ihre Bezahlung als unfair empfinden nicht so hoch.

    Wenn Du die persönliche Empfindung als einen von mehreren Maßstäben in das Besoldungssystem inkorporiert wissen möchtest, wird das in meinen Augen eine unmögliche Aufgabe. Fair ist alles, was einem selbst nutzt - das habe ich im Schulsystem deutlich gelernt.

    Drei Beiträge seit 2022 in diesem Forum, drei Themen, die offenbar bewusst gewählt sind und lediglich geöffnet wurden, um im Anschluss die UserInnen über das erwähnte Stöckchen springen zu lassen.

    Magst Du Dir eine andere Spielwiese suchen?

    Unabhängig davon, dass es natürlich die Entscheidung der TE und ihres Mannes ist, wie sie ihr Leben gestalten, habe ich nie verstanden, wieso beide Eltern mit einem so kleinen Kind Vollzeit arbeiten gehen wollen.

    In meinem Umfeld erlebe ich das auch mehrmals - und natürlich kommen insbesondere die Mütter dann früher oder später an ihre Grenzen.

    Für mich stellt sich dann die Frage, wer für diese Entscheidung und die Folgen stärker geradestehen soll. Sind es Schule oder Gesellschaft, die der TE und ihrem Mann dies ermöglichen sollen? Oder sind es eher die TE und ihr Mann selbst, die ja diese Entscheidung bewusst getroffen haben. Ich lasse die Antwort bewusst offen.

    Die von der TE beschriebene Konstellation ist alles andere als gut - sowohl für die Fortführung des Lebens ohne zweites Kind als auch für die Planung einer weiteren Schwangerschaft. Aus meiner Sicht wäre angesichts der Gesamtbelastung eine Stundenreduzierung zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Verbindung mit einer spürbaren häuslichen Entlastung der Schritt zu einem Leben, das dann auch eine hoffentlich komplikationslose und vor allem erfolgreiche weitere Schwangerschaft ermöglicht.

    Meine "anekdotische Evidenz" fußt auf drei Kindern sowie verschiedenen Stundenmodellen und einem bisherigen Besoldunsgruppenunterschied von einer bis drei Stufen innerhalb der letzten 15 Jahre (seit dem ersten Kind.)

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