Beiträge von Bolzbold

    Im Ukraine-Krieg-Thread wird das aber ganz anders diskutiert. Oder liegt das nur daran, das dort die Schwanzverlängerungen etwas dicker sind?

    Dass ein Aggressor, der um sich schießt, mit Waffengewalt gestoppt werden muss, um noch höhere Opferzahlen zu verhindern, sollte einleuchten.

    Im Falle der Ukraine werden Waffen geliefert, um sich in einer konkreten Angriffs- bzw. Bedrohungssituation zu wehren. Auf internationaler Ebene hast Du insofern Recht, als dass der Angriff Russlands eine globale Aufrüstungsspirale in Gang setzen wird, an der künftig auch Länder beteiligt sein werden, die das ursprünglich nicht vorhatten - so wie Deutschland.


    Jetzt kommt aber der zentrale Unterschied beim good guy/bad guy with a gun.

    Das Prinzip gegenseitiger Aufrüstung und der damit verbundenen Abschreckung funktioniert, solange mehrere Menschen darauf achten, dass niemand alleine eine (Atom)Waffe abfeuert. Es gibt Kontrollmechanismen, die das spontane einseitige Drücken des roten Knopfes verhindern. Bei Amokläufen handelt es sich um Einzelpersonen, bei denen diese Kontrollmechanismen außer Kraft gesetzt sind - zum einen durch den weitgehend ungehinderten Zugang zu Schnellfeuerwaffen, zum anderen durch die letztlich eigene Entscheidung, diese auch zum Morden zu verwenden.

    Wenn Väter da sind, aber nicht mehr mit Mutter und Kindern zusammenleben, kann ein fehlender Vater für viele Enttäuschungen sorgen - das kommt in allen Schichten vor. Für Männer ist es heutzutage immer noch leichter, sich einfach vor der Verantwortung zu drücken. Sie können einfach gehen und den Müttern die Kinder überlassen. Der umgekehrte Fall kommt natürlich auch vor, aber deutlich seltener. "Schlechte" Vaterfiguren (Schläger, Fremdgeher etc.) können ebenfalls Kinderseelen zerstören.

    Ein von Anfang an fehlender Vater bedeutet, dass diese Rolle bei einem als Kind nicht "angelegt" wird. Die Väterfiguren der FreundInnen können das dann nicht "ersetzen". Ich habe meinen Vater genau dreimal gesehen - insgesamt wohl gerade einmal sieben Wochen meines Lebens, bevor er vor einigen Jahren gestorben ist. Als Kind habe ich diesen Vater nur als Phantom gekannt. Ich wusste, es gab ihn. Aber kennengelernt habe ich ihn erst mit 19 - davor gab es faktisch keinen Kontakt. Da er aus Fernost kam, machte sich das natürlich auch bei meinem Äußeren bemerkbar und es fehlten somit gefühlt 50% meiner Identität. Meinen Stiefvater konnte ich nicht als Vater annehmen - so blieb die Rolle bis zu meiner eigenen Vaterschaft undefiniert.

    Was mir persönlich wirklich fehlte, habe ich dann auch erst richtig gemerkt, als ich Vater für meine Kinder sein durfte.

    Waren sie auch nicht. Aber das wusste ja vorher niemand. Es hätte ja auch anders kommen können (vergleiche die Vorgabe: "Naturlyrik"). Aber das Land NRW hat natürlich alles richtig gemacht. Wie ich im Ausgangspost schrieb, bin ich diejenige, die Fehler gemacht hat. Und weil ich die gemacht habe, ärgere ich mich.

    Dass das Land alles richtig gemacht hat, hat niemand gesagt. Alle zentralen Prüfungen sind letztlich eine Lotterie.

    Dann hast du die letzten Jahre nicht gut aufgepasst, was hiesige "Amokläufe" angeht. Schusswaffen lassen sich auch neben den offiziellen Wegen beschaffen, zusammenbasteln, mittlerweile sogar aus dem 3D Drucker zusammendengeln. In Winnenden lagen sie auch "so herum". Darüberhinaus sind Schusswaffen nicht immer das Mittel der Wahl, viele Menschen in kurzer Zeit schwer zu verletzen, insbesondere, wenn ihr Zugang reglementiert ist. Man nehme LKWs, Armbrüste, Klingen, Benzin in alten Bierflaschen etc. Ich glaube kaum, dass man weniger von "Amoklauf" reden würde, wenn jemand einer Prise Rizinpulver ihren Weg in den Suppentopf der Schulmensa weisen würde, oder?

    Es geht nicht darum, wie man mit anderen Waffen oder Utensilien möglichst viele Menschen töten kann. Es geht darum, dass es einen direkten, nicht zu leugnenden Zusammenhang zwischen der Anzahl der Schusswaffen in den USA und den Toten durch eben solche gibt. Und es geht darum, dass die Menschen dort sich diesem Zusammenhang aufgrund eines diametral entgegengesetzten Verständnisses von Freiheit und staatlicher Kontrolle konsequent verschließen.

    Auch in den USA kommen die von Dir angesprochenen anderen "Methoden" zum Einsatz. Waffen sind dort aber leichter zu bekommen und töten relativ sicher. Das wurde gestern leider auf traurige Weise bewiesen.

    Die Amis stehen halt auf "freedom to", wohingegen die Deutschen eher "freedom from" bevorzugen.

    Aber auch in den USA galt bzw. gilt, dass die Freiheit des Einzelnen dort aufhört, wo sie die Freiheit des anderen beschneidet. Ein verabsolutierter Freiheitsgedanke, wie ihn manche Menschen in den USA haben, negiert jedoch das Recht auf Freiheit des anderen.

    Schusswaffen und Umgang mit ihnen ist drüben alltäglicher als hierzulande, soweit so einfach. Darüber hinaus finden Menschen aber immer Wege und Werkzeuge wenn es pressiert. Das ist nur eine Frage des persönlichen Drucks.

    Das ist mir zu einfach. Pressieren tut es hier mitunter auch - und dennoch sorgt unser Waffenrecht dafür, dass es scharfe Waffen eben nicht überall an jeder Ecke zu kaufen gibt und sie entsprechend nicht millionenfach wie in den USA herumliegen. Was man grundsätzlich einsetzen könnte, setzt man unter Druck womöglich ein. Was man nicht hat, müsste man sich erst beschaffen, um es einzusetzen. Dieser zusätzliche Schritt dürfte hierzulande viele Menschen daran hindern, einfach um sich zu ballern.

    Und dieselben "Freiheitsliebenden" wollen die Freiheit von Frauen zu Schwangerschaftsabbrüchen beschränken. Die Deutschen haben auch eine wie auch immer geartete Mentalität, die hat aber eine gewisse Viskosität.

    Das verstehst Du natürlich völlig falsch. (Achtung Ironie)
    Es geht hier doch um die Freiheit des ungeborenen Lebens.

    Bei AmerikanerInnen - vorzugsweise RepublikanerInnen - nach der Logik und inneren Stimmigkeit ihrer Glaubensgrundsätze zu suchen, dürfte in der Tat ein aussichtsloses Unterfangen sein.

    Noch viel furchtbarer ist es, dass sich nichts ändern wird.

    Kein Amoklauf, keine Massenschießerei, keine unzähligen Toten durch Schussverletzungen haben bislang dafür gesorgt, dass man aktiv etwas dagegen tut. Nach wie vor hält sich in den USA der Glaube, dass gegen einen "bad guy with a gun" nur ein "good guy with a gun" hilft. Dass aber die Waffen das Problem sind, ist leider kein Teil des mehrheitlichen Mindsets der AmerikanerInnen. Jetzt wird schon wieder davon gesprochen, die Lehrkräfte zu bewaffnen. Prima, dann trägt man demnächst Waffen IN der Schule, um die Schulen sicherer vor Waffen zu machen...

    Könnte vielleicht jemand die Quelle benennen, nach der man in der Elternzeit als Teilzeitbeschäftigte(r) keine Mehrarbeit in NDS leisten darf (sic!)?

    Römisch II Ziffer 2 dieses Formulars schließt das zumindest nicht explizit aus. 030_061 - Merkblatt für Beamtinnen, Beamte, Richterinnen und Richter über Teilzeitbeschäftigung und Beurlaubungen nach dem NBG und dem NRiG einschl. Elternzeit (ohne Altersteilzeit) [Stand: 10.2021] (niedersachsen.de)

    Und Ziffer 3 dieses Dokuments VORIS Kultusministerium | 14- 03143/2 (111) | Verwaltungsvorschrift (Niedersachsen) | Besondere Regelungen für teilzeitbeschäftigte und begrenzt dienstfähige Lehrkräfte an ... | i. d. F. v. 07.04.2017 | gültig ab 01.08.2017 | gültig bis 31.12.2022 besagt sogar ausdrücklich, dass Vertretungsunterricht in angemessenem Umfang möglich ist. Bei einer 70%-Stelle wird man der TE also nur bedingt entgegenkommen können - aber ganz ohne anteilige Reduktion dieser Verpflichtung wird es auch nicht gehen.

    (Kann man übrigens alles über google finden.)

    kodi

    In meinem Fall hätte das bei aller Transparenz bei der UV nicht mehr berücksichtigt werden können. Bewerbungsende war die erste Woche der Sommerferien. Auswahlgespräche waren Ende September und Beginn der (Teil)Abordnung Mitte November. Somit fielen also 12.75 Stunden einer erfahrenen Lehrkraft, die mehrere Oberstufenkurse inkl. LK im neuen Schuljahr übernehmen sollte, ab November weg. Denkbar ungünstig für die Schule - aber da hatte mein SL eben zu hoch gepokert. Für alle Zusatztätigkeiten fand sich dann ganz schnell Ersatz, so dass das Problem der "Unersetzbarkeit" eher ein vorgeschobenes Argument war, als es darum ging, Aufgaben abzugeben...

    Es gibt wohl kaum einen Beruf, bei dem man vorher ganz genau weiß, was man verdienen wird. Augen auf bei der Berufswahl gilt nicht nur für die verbeamteten Maden im Speck sondern auch für diejenigen, die sich - zumindest theoretisch - ja alternativ in der freien Wirtschaft eine goldene Nase hätten verdienen können. Wir müssen dann aber die ganze Bandbreite anschauen. Nicht jeder Ingenieur oder Anwalt etc. verdient per se deutlich mehr als eine A13-Lehrkraft.

    Für den Führungsbereich stimmt das jedoch leider mit der mageren Bezahlung. Welcher Manager eines Unternehmens mit Verantwortung für 1.000 Personen (z.B. am Gymnasium) geht nur mit A16 nach Hause? Ich hatte es ja anderenorts mal ausgerechnet. Als Schulleiter bekommt man rund 5 Euro netto mehr als ich als A15er.

    Prinzipiell geht es erst einmal keinen etwas an, wenn ich eine Bewerbung raus haue. Alles andere wird sich doch dann später zeigen. ;)

    Das stimmt. Einige meiner KollegInnen in der Behörde haben es auch genauso gehandhabt - und dabei an der alten Schule zum Teil verbrannte Erde hinterlassen. Angesichts des ohnehin schon angespannten Verhältnisses zur Schulleitung war das den betreffenden KollegInnen aber herzlich schnuppe.

    In der Tat kann ja die BR selbst entscheiden, ob sie jemanden für X Stunden abordnet... Die Meinung der Schulleitung zählt da mitunter nicht sonderlich viel.

    Ich musste meinem SL das Ganze erzählen, weil ich dafür an einem Nachmittag freigeblockt werden musste - er ging aber wohl davon aus, dass das sowieso nichts geben wurde - und im Kollegium wurde teilweise gefeixt, dass bei einer Bewerbung auf zwei unterschiedliche Stellen die erste nicht erfolgreich war... Insofern mag Diskretion hier durchaus sinnvoll sein.

    Wieso eine solche "Masterthesis" von einem halbwegs wissenschaftlichen Lehrstuhl (sic!) überhaupt noch angenommen? Die Studierende kann sich doch letztlich von ihren eigenen Klischees nicht loslösen oder aber hatte einfach keine zündende Idee für ihre Abschlussarbeit. Ganz, ganz gruselig. Das ist GK Pädagogik Niveau - und selbst das wäre noch fast eine Beleidigung gegenüber den KursteilnehmerInnen...

    Für NRW würde ich mal im Bildungsportal nachsehen. Dort steht bei Schulwettbewerben wie z.B. auch dem Deutschen Lehrkräftepreis, dass die Lehrkräfte 2020 pro Person 500 Euro Preisgeld erhalten haben - und dass die Preisgelder für "Projekte oder Aktionen im Rahmen des Schulunterrichts zu verwenden sind".

    Wer als Lehrkraft an einem Wettbewerb teilnimmt, der erhält in seiner Funktion als (verbeamtete Lehrkraft) im Erfolgsfall den Preis. Der muss dann in NRW angemeldet und die Annahme genehmigt werden - und dann gilt oben genannte Auflage.

    Quelle: Deutscher Lehrkräftepreis - Unterricht innovativ | Bildungsportal NRW (schulministerium.nrw)

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