Beiträge von Bolzbold

    Hast du dafür eine Quelle. Das Land verbietet die Verarbeitung von personenbezogenen Daten auf privaten Geräten? Erscheint mir tatsächlich ambitioniert - aber gut, wenn die das möchten, mache ich das gerne.

    Natürlich habe ich dafür eine Quelle.
    Es empfiehlt sich, neben dem Verordnungsentwurf auch einen Blick auf die Begründung zu § 2 zu werfen - besonders auf den zweiten Absatz auf Seite 17.

    MMV17-4376.pdf (nrw.de)

    Nur mal am Rande, weil die Frage irgendwo aufkam:

    Die neue Verordnung zur Datenverarbeitung in NRW ist noch nicht verabschiedet - sonst wäre sie in der BASS zu finden. Vermutlich wird diese Verordnung eine Vielzahl von Lehrkräften zu einem vorsätzlichen Dienstvergehen verleiten - nämlich der fortgesetzten Verarbeitung von SchülerInnendaten auf den privaten Endgeräten .
    Falls die VO so durchgeht wie geplant, wird es keinen gesonderten Widerruf der Genehmigung zur Verarbeitung dieser Daten auf privaten Endgeräten geben - die Verordnung verbietet es schlicht.

    Es gibt ja den Spruch, dass Lehrkräfte SchülerInnen beibringen Probleme zu lösen, die sie ohne Erstgenannte gar nicht hätten. So gesehen ist jeder Unterricht irgendeine Form von Materialbearbeitung und Ergebnispräsentation.

    Im Sinne von "Self-Care" würde ich in diesem Schuljahr auch nicht mehr viel anders machen und mich darauf konzentrieren, im neuen Schuljahr bewusst auf Methoden- und Medienvielfalt zu setzen.

    Wenn es tatsächlich immer "nur" um Lösungen erarbeiten und präsentieren geht, dann muss am Ende eines Arbeitsprozesses ja nicht immer eine "Lösung" stehen. Es kann ja auch eine Diskussion, ein Produkt etc. sein. Statt einer Ergebnispräsentation im Referatsstil kann man ja auch einen Museumsrundgang machen, auf dem sich die SchülerInnen Notizen machen und dann Stellung zu den Ergebnissen beziehen. Die Ergebnispräsentation kann darüber hinaus als Expertenrunde auch in Kleingruppen erfolgen und dann in eine vertiefende oder kontroverse Diskussion münden.

    Je nach Alter kann man den SchülerInnen auch die Art und Weise der Bearbeitung und "Präsentation" selbst überlassen.

    Es kann schon sein, dass man seine Dienstgeschäfte zu Ende bringt.
    Ich bin 2018 in die Behörde gewechselt und habe 2019 im Herbst noch eine mündliche Abiturprüfung eines langfristig erkrankten ehemaligen Schülers abgenommen. Das war seitens meines neuen Dienstherren kein Problem.

    Vom Grundsatz her sollte das eigentlich in Deinem Fall genauso sein. Wer sonst sollte denn Nachprüfungen vorbereiten und abnehmen, wenn nicht der (ehemalige) Fachlehrer? Alles andere wäre den Schülern gegenüber auch nicht sonderlich fair.

    MrsPace

    Ja, das ist richtig. Allerdings müssten das dann schon sehr "heftige" KollegInnen mit heftigen Vorfällen sein - und dann gibt es neben der Schulleitung ja auch noch andere Wege, die man beschreiten kann.
    Mir ist bisher noch keine einzelne Lehrkraft untergekommen, wegen der ich mit meiner Frau gemeinsam beschlossen hätte, dass eines unserer Kinder die Schule wechselt. Bei der letzten Klassenlehrerin hatten wir auch so unsere Schwierigkeiten, aber da ist manchmal auch die Devise gut, dass man lernen muss, mit Dingen umzugehen, die man nicht ändern kann.

    Guten Tag,

    Glückwunsch erstmal an alle, die es geschafft haben. Ich bin in der nächsten Runde dran. Hab die Elternzeit bereits begonnen, nach dem Ferien in meiner neuen Wahlheimat eine Vertretungsstelle an einem Gymnasium gefunden, nachdem mein aktueller SL mich freigegeben hat. Dort besteht aktuell größerer Bedarf in meinen Fächern. Es scheint ziemlich perfekt!

    Jetzt natürlich die Frage aller Fragen: Hat die SL die Möglichkeit zu sagen, wir haben hier jemanden aktuell als Vertretungslehrer, der versetzt werden will und den wir haben wollen?

    Danke für eure Antworten.

    StatistNr27

    Ja. Und falls sich mit der neuen Wahlheimat auch der 35km Radius verschoben hat und die neue Schule umfasst, stehen die Chancen bei einer Rückkehr aus der Elternzeit noch besser.

    Ich finde dieses "dann wechsle ich halt die Schule" irgendwie komisch - und das sage ich, obwohl ich meinen Ältesten zur dritten Klasse die Schule habe wechseln lassen.

    So ein Schulwechsel ist ja nicht nur ein "OK, dann gehen Ben oder Mia künftig an eine andere Schule und alles ist gut". Das kann gut gehen, muss es aber nicht.

    Vielleicht mag Kopfschloss darauf eingehen, welche Dinge ihrer Meinung nach gar nicht gehen. Manche Sachen sind objektiv "daneben", andere eben Ausdruck unterschiedlicher pädagogischer Maxime. Bei Letztgenannten muss man die Faust in der Tasche machen - das würden wir in umgekehrten Rollen auch erwarten.

    Das Wichtigste ist, dass man als Lehrkraft nicht denselben Mythen verfällt, gegen die man selbst tagtäglich ankämpft.

    "Wer etwas gegen eine Lehrkraft sagt, der (oder dessen Kind) bekommt eine schlechte Note".

    Dieses Symbol von augenscheinlicher Machtlosigkeit gepaart mit exkulpierender Opferrolle ist oft Kern des Problems.

    Wenn es zu beanstandende Punkte gibt, die nicht nur Auslegungssache oder pädagogischer Stil sind, kann man sie ansprechen. Das haben meine Frau und ich auch getan - allerdings wussten wir als Lehrkräfte auch immer, die Berichte unserer Kinder entsprechend zu deuten.

    In meiner Rolle des Vaters kann ich sehr wohl auf Lehrkräfte zugehen, wenn ich der Ansicht bin, dass Dinge schlecht oder falsch laufen. Die Karte des Lehrers spiele ich dann, wenn mein Gegenüber mich mit pseudopädagogischem Geschwurbel abwimmeln oder "besänftigen" will. Da stelle ich dann klar, dass ich weiß, wovon ich rede. Das Gespräch nimmt dann meistens eine ganz andere Wendung - vor allem dann, wenn man selbst nicht zu besserwisserisch sondern kritisch-konstruktiv auftritt. Damit können viele Lehrkräfte tatsächlich umgehen.

    Sobald die Lehrkräfte meiner Kinder wussten, dass wir auch Lehrer sind, waren die Standardgespräche seltsamerweise immer seeehr gut vorbereitet....

    Ich glaube, was wir aus dieser Diskussion lernen können, ist, dass wir uns über solche "Widrigkeiten" aus dem schulischen Alltag niemals solche ausschweifenden Gedanken machen sollten. Wenn wir jede Entscheidung oder jedes Problem vorwärts, rückwärts, seitwärts drehen und begutachten, gehen wir im Schulalltag schlichtweg unter.
    Klare Entscheidung auf der Basis ggf. vorhandener schulischer Vereinbarungen bzw. auf der Basis der eigenen pädagogischen Verantwortung und gut. Und natürlich auch die sprichwörtlichen Eier (m/w) in der Hose, ggf. ein entsprechendes Echo auszuhalten.

    Ich denke auch, dass es bestenfalls sekundär noch um Bildung geht und primär um Lebenschancen und sozialen Aufstieg bzw. Halten des sozialen Niveaus der Eltern. Bildung als Mittel zum Zweck für ein komfortables Leben. Klingt erst einmal befremdlich, dürfte bei uns allen aber insbesondere in unserer Jugend zugetroffen haben.

    Denn: Welche(r) Jugendliche ist sich des ideellen und langfristigen Werts von Bildung allen Ernstes bewusst? Dieser Wert und das Wertschätzen und Vertiefen einer solchen Bildung und der immerwährenden Erweiterung selbiger hat sich bei mir erst so richtig deutlich jenseits der 30 eingestellt.
    Heute geht es um Noten, um Zehntel für den NC, mitunter um Tricksen und Täuschen, um die Position zu erlangen, die einem aus der eigenen Sicht zusteht.

    Ich habe das früher nie so empfunden, aber heute scheint der Druck, den die Jugendlichen empfinden, deutlich höher zu sein als zu meiner Zeit - vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich mich diesem Druck immer irgendwie verweigert habe und erst später die Konsequenzen eines Nicht-Einser-Examens zu spüren bekam. (OK, es waren sechs Monate Vertretungstätigkeit, die je nach Fächerkombi auch die EinserkandidatInnen schieben mussten...)

    Am Rande: Die Banklehre mit Realschulabschluss war vor zwei Jahrzehnten noch möglich - bereits um 2007 warb eine Sparkasse aus dem Ruhrgebiet jedoch für Azubis und setzte die FHR als Abschluss voraus. Wenn ich andererseits aus dem Bekanntenkreis höre, was die heutigen RealschülerInnen können bzw. nicht können, dann kann ich mich eines gewissen Verständnisses für diese gestiegenen Einstiegsansprüche nicht vollständig verwehren.

Werbung