O. Meier
Dann wird wohl ein nicht unerheblicher Teil dieses Forums damit leben müssen, dass Du ihn ekelhaft findest, weil dieser Teil nicht so reagiert wie Du.
Beiträge von Bolzbold
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Der Vergleich mit außerschulischen Beschäftigungsverhältnissen führt hier doch nicht weiter. Schule ist in dieser Hinsicht anders. Unerwartet andere Stundenpläne sind doof, doch lassen sich individuelle Probleme nur über den Dialog mit der Schulleitung lösen.
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Alles richtig bis auf eine Info: Wenn du eine knistige BezReg hast, die dich vielleicht nicht gehen lassen will, müssen es exakt 35.0 km oder mehr sein, mit Michelin, Googlemaps usw. durchgemessen, beide Richtungen. Meine Freundin wurde nicht versetzt: Rückfahrt 34,8 km (sie hatte die anders gelagerte Autbahnausfahrt nicht bedacht und nur die Hinfahrt vermessen).
Das ist aber schon sehr arschig. Bei uns waren es schon ein paar Kilometer mehr, insofern war es offensichtlich. Letztlich muss man wohl darauf eingestellt sein, dass man das System mit seinen eigenen Waffen schlagen kann, wenn die Wahl der Waffen stimmt...
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Ich kenne in der Tat auch beide Bedeutungen dieser Äußerung und würde in der Tat behaupten, dass ein nicht unerheblicher Teil der bundesdeutschen Bevölkerung die Belastung dieser Äußerung gar nicht kennt.
Dazu passt auch ein "Witz", der vor sicherlich über 30 Jahren mal in einer Kinderzeitschrift abgedruckt war: "Jedem das Seine, mir das meiste."
Mir ist die Konnotation selbstredend bekannt, daher versuche ich eine aktive Wiedergabe außerhalb des NS-Kontexts zu vermeiden. Ich tue mich aber schwer damit, jede andere Form dieser Wiedergabe als per se antisemitisch zu interpretieren.
Aus meiner Wahrnehmung heraus erweist Du mit Deiner reflexhaften (Über)Reaktion der eigentlichen Sache - nämlich Antisemitismus und Rassismus entgegenzutreten - nicht unbedingt einen großen Dienst.
Und das sage ich Dir als Geschichtslehrer mit asiatischem Migrationshintergrund und jüdischen Vorfahren in der mütterlichen Linie. -
Wenn man während der Elternzeit umzieht, hat man ungeachtet dessen Anspruch auf wohnortnahen Einsatz, sprich ca. 35km Umkreis. Damit kann man ggf. tatsächlich "Fakten" schaffen und so auch eine bezirksregierungsübergreifende Versetzung erwirken. Im Idealfall hat man dann eine Schule, die auch Bedarf hat, an der Hand. Dann kann das recht reibungslos klappen. So war es bei meiner Frau, allerdings kann ich diese Einzelerfahrung natürlich nicht verallgemeinern.
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O. Meier
Richtig - aber solche Erwartungshaltungen sind gar nicht so selten bei Schulleitungen. In NRW hatte der PhV mal nachgefragt und er kam heraus, dass TZ-Kräfte ein hohes Maß an Verbindlichkeit für ihre Stundenpläne erwarten können und dass sie nicht ohne entsprechende Vorankündigung gegen ihren Willen zu früherem Kommen oder längerem Bleiben angewiesen werden können. Vermutlich trauen sich nur wenige TZ-Kräfte, dies durchzusetzen. An der alten Schule meiner Frau hat die Schulleitung dies sogar komplett und bewusst ignoriert. -
In den Fremdsprachen hätte man bei Stichpunkten als Beantwortung der Aufgaben durchaus Möglichkeiten, saftige Punktabzüge im Bereich Sprache zu geben, so dass sich das Problem auf ganz natürliche Art und Weise löst. Ansonsten geben die Lehrpläne mit Sicherheit auch etwas zum Thema "zusammenhängendes Schreiben" her - und damit hätte man auch die Möglichkeit des Punktabzugs.
Im Zweifelsfall würde ich es darauf ankommen lassen und das dann bei Bedarf einmal erklären. -
Es kann keine Vorschrift zur rechtzeitigen Ankündigung von Stundenplanänderungen geben, da die Unterrichtsversorgung immer Vorrang hat und sich solche Dinge kurzfristig ändern können.
Leider ist es so, dass man als Lehrkraft betreuungstechnisch das volle Programm buchen muss, oder ansonsten jemanden benötigt, der stets Gewehr bei Fuß steht, um Änderungen abzufangen. Ist doof, ist aber leider so, haben wir selbst erfahren. -
Ich könnte mir vorstellen, dass man in NRW als SchulministerIn immer 50% des Landes gegen sich haben wird - alleine schon aus politischen Gründen. Da kannst Du streng genommen nichts reißen. Ob Du nun Behler, Schäfer, Sommer, Löhrmann oder Gebauer heißt .
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kalle
Das tut sie leider eigentlich immer.
Im Grundgesetz steht, dass die Parteien bei der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken. Seit 1949 hat sich dahingehend viel getan. Jetzt darf das Volk ab und an einmal bei der politischen Willensbildung der Parteien mitwirken. -
Dass MinisterInnen, die vorher LehrerInnen waren, nicht unbedingt die besseren Alternativen sind, haben die Bildungsministerinnen NRWs der letzten 30 Jahre glaube ich eindrucksvoll gezeigt.
Manchmal KANN es sinnvoll sein, nicht aus dem System zu kommen, wenn man denn genug Fachleute hat, die einen beraten und man deren Rat annimmt. Im MSB arbeiten viele ehemalige Lehrkräfte, die zum Teil SchulleiterInnen oder DezernentInnen waren. Sie alle haben praktische, theoretische und systemische Erfahrung mit Schule. Die kennen sich aus.
Nun sind Entscheidungen im Bildungssystem eben in der Regel auch politische Entscheidungen - und da beginnt dann das Problem. -
Als ich jeweils die ersten Klausuren eines neu zugewiesenen Kurses korrigieren durfte, war das teilweise tatsächlich in den ersten zwei oder drei Jahren spannend. Auch die erste LK Klausur des jeweiligen LKs war nach mehreren Jahren noch irgendwo spannend, weil ich wissen wollte, ob sich die Ersteindrücke bestätigen. Da war immer mal die eine oder andere Überraschung dabei.
"Spannend" waren auch immer Klausuren, die ich zum ersten Mal gestellt habe und wo ich "besonderes" Material verwendet habe. Ernüchternd waren hingegen oft die Reaktionen der SchülerInnen, die das so gar nicht zu würdigen wussten...
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Oberstufenunterricht war für mich immer "reingehen - unterrichten - rausgehen". Aufgrund des feststehenden Lehrplans war nach zwei drei Jahren die fachliche Vorbereitung nicht mehr notwendig - im Sinne des lerngruppenadäquaten Unterrichts die didaktische hingegen nach wie vor notwendig.
Klausuren zu erstellen und zu korrigieren war oft nervig und angesichts meiner gewissenhaften Korrekturweise eigentlich bei vielen SchülerInnen Zeitverschwendung.
Gleichwohl waren die Tage IN der Schule mit viel Oberstufenunterricht in der Tat entspannend.
Was die Wertschätzung als Lehrkraft sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Schulsystems angeht, so muss man sich Letzteres einmal sehr genau ansehen. Ich habe dort im Rahmen der geltenden Gesetze früher oder später einiges gefunden, um das Leben meiner Frau und mir in unserem Sinne zu gestalten. ("Erzwungene" Versetzung durch Umzug während der Elternzeit, Wunschschule im Rahmen des Urlaubs aus familienpolitischen Gründen, Weiterentwicklungsperspektiven durch Wechsel in die Schulbehörde etc.). Wenn ich mir hier die regelmäßig wiederkehrenden Fragen nach Versetzung, Elternzeit etc. ansehe, dann bin ich mitunter erschrocken ob der Unbedarftheit vieler Lehrkräfte. Da ist mir oft zu viel "kau es mir vor, so dass ich mich selbst nicht geistig anstrengen muss" im Spiel. Aber sollten nicht gerade WIR das Erschließen neuer Fachinhalte beherrschen - zumindest erwarten wir das von unseren SchülerInnen...
Arroganz und Frustration in Kombination - wie man sie bei Firelilly leider immer wieder deutlich zu hören bekommt - sind auch Zeichen einer Unfähigkeit, aktiv etwas an der eigenen Situation zu ändern.
"Ich hatte solch' tolle Noten im Studium und im Referendariat und bin trotzdem Lehrerin geworden und geblieben" wirkt nicht sonderlich überzeugend. Und hier ist die mitunter abgedroschene Phrase durchaus einmal angebracht: "Jede/r ist seines/ihres Glückes Schmied." Wenn ich eine Situation nicht ändern kann, muss ich wahlweise meinen Umgang mit der Situation ändern oder aber aus der Situation rauskommen.
Firelilly spiegelt mir aber wiederum, wie es mir eine ganze Weile gegangen ist, bis ich irgendwann für mich nicht nur gesagt sondern entschieden habe, dass es so nicht weitergehen kann und wird. Klar, bei mir war auch ein bisschen Glück dabei, aber wer sich nicht aktiv um eine Veränderung seiner Situation bemüht, dem bleibt nur das Lamento. Und ich weiß, dass wenn ich an einer Schule landen sollte, an der ich mich langfristig nicht wohlfühlen sollte, dass ich dann erneut nach Wegen suchen werde, dieser Situation mittelfristig zu entkommen. -
In NRW? Schild.
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Hat irgendjemand hier geschrieben, dass er "schlechte Bedingungen besser als gar keinen Job" findet? oder liest du es gar aus meinem Beitrag heraus? Dann werde ich wirklich sehr missverstanden. 1) es war oben sarkastisch und desillusioniert zu gleich. 2) ich bin zu alt für die Weltrevolution, trotzdem will ich, dass es allen Menschen gut geht. Es geht mir nicht schlechter, nur weil ein anderer Mensch hungert oder gespiegelt bekommt, dass er weniger wert sei.
Dadurch geht es mir sogar faktisch viel schlechter.Mir war die Ironie nicht entgangen, wenngleich sie nicht ganz so offensichtlich war.
Diese Haltung ist mir bei SchülerInnen der Oberstufe jedoch oft begegnet - mitunter in Verbindung mit dem Spruch, dass die Putzfrauen (sic!) sich ja einen anderen, besseren Job suchen könnten, wenn sie den (mitunter absichtlich verursachten) Dreck der SchülerInnen nicht wegmachen wollen... -
Diese Beschwerden werden in der Regel mit einem Standardschreiben des MSB oder der Bezirksregierung beantwortet. Es fehlt der politische Wille zum Umsteuern - insofern kann man sich da die Finger wund schreiben - das tun die Verbände ja auch seit geraumer Zeit.
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Ich bin in der Tat geneigt, dies zu glauben - anders kann man das schon fast nicht mehr erklären.
Andererseits: Wir haben allesamt keinerlei finanzielle Einbußen durch die Pandemie gehabt. In Bezug auf die Wirtschaft können wir also eigentlich nicht so wirklich mitreden. -
"Man" sollte gar nichts ändern.
Du, ich oder wer auch immer können jedoch überlegen, ob wir das zwingend fördern müssen.
Und die Antwort, dass schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen immer noch besser wären als gar kein Job, reicht bis in die Anfänge der Industrialisierung zurück. Da sollten wir doch wirklich wenigstens ein bisschen weiter sein, oder? -
Manchmal kann ich mich des Gefühls nicht ganz erwehren, dass hier funktionaler Analphabetismus mit im Spiel ist. So etwas kann man doch nicht anders erklären, oder?
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Wäre es diskriminierend, wenn ich bezweifle, dass derartige Feinheiten der deutschen Sprache einigen Boten nicht geläufig sind?
Angesichts des Zeitdrucks, den die Leute offenbar haben, kann ich deren Arbeitsweise irgendwo verstehen. Leider ist das wieder einmal ein Beispiel wie Dekadenz prekäre Arbeitsverhältnisse aktiv fördert.
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