Wenn der Grund für das Impfen nur die Sorge vor dem Verfallen ist und nicht der, dass man Obdachlosen helfen möchte, dann ist das vermutlich heuchlerisch.
Beiträge von Bolzbold
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Ich finde das Ganze insofern krass, als dass wir ja letztlich für die Marktdominanz von Amazon mitverantwortlich sind. Bequemlichkeit, Auswahl und Preise sind in den letzten 20 Jahren die treibenden Faktoren hierfür gewesen. Und seien wir mal ehrlich: Wir alle finden Kapitalismus so lange geil, wie wir auf der Gewinnerseite desselben stehen.
Kapitalismus lebt von der Ausbeutung anderer Menschen zugunsten des Wohlstands einer kleine(re)n Anzahl an Menschen, die über Macht und Kapital verfügen, sich das so zu basteln.
Kapitalismus lebt aber auch von der Hoffnung der Ausgebeuteten, eines Tages auf der "anderen Seite" zu stehen.Kapitalismus in unseren Breiten legitimiert sich moralisch mit der angemaßten zivilisatorischen Überlegenheit der westlichen Welt gegenüber der restlichen Welt.
Manchmal habe ich den Eindruck, unsere einzige Überlegenheit besteht darin, eben diese wirksam der restlichen Welt zu suggerieren. -
qchn
Da hast Du völlig Recht. Durch den Lockdown dürfte diese Einsicht jedoch schwierig zu erzielen sein. Ich kaufe gerne auch anderswo als bei Amazon und gerne auch lokal vor Ort - nehme dafür auch ein paar Tage Wartezeit, bis der Artikel da ist, in Kauf.
Einige Unternehmen haben nur keine entsprechende Produktpalette vorzuweisen und dann bin ich hin- und hergerissen zwischen Umweltbewusstsein und Stärkung der lokalen Unternehmen auf der einen Seite und der freien Produktwahl auf der anderen Seite. -
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Mein persönliches Liefer-Highlight im Lockdown:
Lieferung mit Identitätsfeststellung von Amazon, Lieferung über die Post wird mehrfach per Email angekündigt, am Tag der Lieferung kann ich sogar das Postfahrzeug live online verfolgen. Ich sehe da, dass der Wagen vor mein Haus fährt und gehe runter. Ich öffne die Tür, vor der der Postfahrer bereits mit meinem Paket in der Hand steht.
"Ähh, guten Tag, ich hätte ein Paket für Sie ... das darf ich ihnen aber nicht geben."
"???"
"Ähm, ja, das ist mit Identitätsfeststellung, das wäre eine Dienstleistung mit persönlicher Interaktion, die bieten wir während Corona nicht an."
"Und jetzt?"
"Sie müssen das Paket *er hält es noch mal hoch* in der Filiale abholen."
"Da habe ich doch die gleiche persönliche Interaktion und muss zusätzlich mit 20 anderen in der Schlange stehen."
"Ja ich weiß, das ist nicht ganz zu Ende gedacht. Ich würde es ihnen ja so geben, aber in unserer Software gibt es die Möglichkeit gar nicht mehr."
"Warum stehen Sie dann überhaupt vor meiner Haustür."
"Das muss ich nach wie vor machen, weil wir getrackt werden und nur vor der Haustür den Status des Paketes auf in die Filiale umgeleitet ändern können."
Schöne neue Welt.
Ein Schildbürgerstreich im digitalen Zeitalter...
... da machste und sagste nix mehr.
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Als der Präsenzunterricht im Januar für alle ausgesetzt wurde, haben sich viele Eltern und SuS darüber beschwert - es gehe ja um ihr Abitur und sie bräuchten dringend den Präsenzunterricht. Der Distanzunterricht liefe ja soo schlecht wegen fehlender Digitalisierung etc.
Als die Schulen den Präsenzunterricht wiederaufgenommen haben, wird sich nun beschwert, wie riskant und unverantwortlich dies wäre, man käme doch im Distanzunterricht und durch super Digitalunterricht genauso klar wie in Präsenz.
Kann mir das mal einer erklären? OK, es dürften vermutlich nicht dieselben Leute sein - hoffe ich zumindest. -
Für den Verbleib im ausschließlichen Distanzunterricht gibt es keine Rechtsgrundlage - die Schule wird wieder in (Teil)Präsenz beschulen müssen.
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Ich bin ehrlich gesagt überrascht mit welcher Selbstverständlichkeit das hier als "ist eben so, macht doch nichts" abgestempelt wird. Klar, kann hier niemand was dran ändern, aber das es okay ist, dass man so allein gelassen wird, find ich nicht. Das Ref beginnt ja sogar im September, nur kann ich es dort nicht starten weil die Nachreichefrist für das Zeugnis vor dem Termin ist, wo ich das Zeugnis kriege. Die, die die Zeit zum "Kraft tanken" oder so brauchen/wollen könnten doch auch gerne den Februar als Starttermin nehmen. Aber andere (Ich) müssen Rechnungen bezahlen und würden gerne übergangslos starten.
Ich finde das wirklich mies geplant von den Kollegen aus dem Schulamt.
Dann hast Du das, was man Dir sagen wollte, nicht ganz verstanden. Es ist nicht die Aufgabe der Landesregierung Sachsens, einem Absolventen Thüringens (oder Hamburgs, oder NRWs oder Bayerns) einen reibungslosen Übergang vom Studium ins Referendariat zu ermöglichen. Das "ich werde alleine gelassen" kommt nur durch den von Dir erhobenen Anspruch zustande.
Hier hilft im Wesentlichen die Erkenntnis, dass man Wege finden muss, mit Dingen umzugehen, die man nicht ändern kann. Verschwende Deine Energie also nicht mit weiteren Lamentos oder Rechtfertigungen Deinerseits, sondern sieh zu, wie Du die Zeit finanziell und arbeitstechnisch überbrückt bekommst. Die Lücke ist meinetwegen "Scheiße", aber sie ist nun einmal da. -
Ja klar ist das Ansichtssache, für mich fühlt es sich aber so an, wenn ich nach 5 Jahren Studium gar keine Chance habe, als erstmal ein halbes Jahr mein Leben auf "hold" stellen zu müssen. An irgendeinem Punkt will man auch mal fertig werden und nicht in eine Zwangspause geschickt werden.
Das ist aber nicht die Aufgabe des "Staates" oder des "Landes", nach der Du gerade rufst. Es ist Teil des Systems Schule - und das wird Dir nach dem Referendariat, und wenn Du erst einmal "voll" im Schuldienst bist, noch viel öfter so gehen.
Da sitzt keiner am Schreibtisch und überlegt sich, ob er Herrn oder Frau Tafelkreideistmist nun sechs Monate in die Zwangspause schickt. Die Eintrittsfristen des Referendariats richten sich nach landesspezifischen Erwägungen - da interessieren Modalitäten und Fristen anderer Bundesländer nicht. Du kannst Dich diesen Regeln beugen - und am besten lernst Du das jetzt, denn Schuldienst ist kein Wünschdirwas - oder Du machst Dein Ref. woanders. Den Sachsen wird das relativ schnuppe sein. -
Ich würde zuerst einmal fragen, auf welcher Grundlage die Entscheidung getroffen wurde.
Pure Not. Anders ließen sich Klassenteilungen etc. gar nicht bewerkstelligen. Wo soll denn das Personal herkommen?
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Das waren sie für mich damals auch...
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Dann wäre ich jetzt immer noch freischaffender Musiklehrer - und könnte davon vermutlich keine Familie ernähren.
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Wenn man weiß, woher es kommt, ist es leichter, damit umzugehen.
In meiner Nachbarschaft gibt es zwei "Motive".Das eine ist eine allgemeine Frotzelei, die unabhängig vom Beruf stattfindet. Das andere ist der Versuch der eigenen sozialen Aufwertung durch moralische Abwertung des Gegenübers und ist schnell zu durchschauen. Im direkten Gespräch reagiere ich darauf dann so, dass ich bei den in der Regel angeführten Privilegien (Verbeamtung, 12 Wochen bezahlter Urlaub, vormittags Recht, nachmittags frei) trocken sage: "Ja, da hast Du Recht. Aber dann habe ich doch im Gegensatz zu Dir alles richtig gemacht, oder?" Oft kommt dann der Zusatz, dass man selbst ja nicht mit den Kindern arbeiten wolle, dass das ja sicherlich stressig wäre. Innerer Reichsparteitag abgeschlossen.

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... wenn man Ersteres nicht ändern kann, muss man Letzteres ändern. Da stehen die Chancen vermutlich gar nicht mal so schlecht.
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Ich lese solche Artikel auch ab und an - pro LehrerInnen, contra LehrerInnen, anti LehrerInnen.
Es ist leider Teil des Spiels, dass andere Leute meinen, sich über unseren Beruf und dessen Ausübung erheben zu können. Genauso wie über Fußballstars, Fußballtrainer, die Kanzlerin und wen auch immer.
Das juckt mich nicht mehr, weil ich es zum einen nicht ändern kann und auch - in Bezug auf die KollegInnen, die aktiv zu unserem schlechten Image beitragen - auch nicht ändern möchte. KollegInnen zu erziehen ist nicht meine Aufgabe. Und wie zu jeder Zeit in der Geschichte der Menschheit haben Menschen zusammengefunden und über Dinge, die sie objektiv stören oder Dinge, über die sie sich meinen aufregen zu müssen, geredet. -
Sauerlandkind
Ist das nicht eine Milchmädchenrechnung? Auf das Jahresgehalt bezogen macht das nämlich keinen Unterschied. -
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2005, als ich anfing, gab es als A13er Stufe 5 sage und schreibe 3164,50 € brutto.
Hätte ich 2021 als A13er Stufe 5 angefangen, wäre ich bei 4463,40€ gewesen.
Das ist eine Steigerung um knapp 1300 Euro oder 41%. Ausgehend von der Inflationsrate von 2% pro Jahr innerhalb der letzten 16 Jahre wäre das eine Teuerung von 37%. Somit gibt es also ein klein wenig mehr als vorher. Wenn wir eine Inflationsrate von nur 1,5% ansetzen würden, wären wir hingegen nur bei knapp 27% Teuerung. Da würde sich das Besoldungsplus dann tatsächlich deutlich auswirken. -
@samu
Das mag in vielen Fällen tatsächlich so sein - bei mir gab es genug KollegInnen, die so zufrieden waren (oder zumindest so schienen). Ich kann mir in einem Bereich auch sehr gut vorstellen, diesen Schwerpunkt bis zur Pensionierung (und ggf. darüber hinaus) auszuüben. Daher werde ich in den nächsten Monaten gezieltere Überlegungen dazu anstellen, wie sich das im Idealfall mit Unterstützung meines zuständigen Dezernenten eintüten lässt.
Die Perspektive , bis 2041 primär nur zu unterrichten und dabei Tausende Klausuren zu korrigieren und Hunderte Abiturprüfungen abzunehmen, erschien mir dann doch wenig erbaulich.
Meine alte Schule und ich fühlte sich irgendwann so an, wie eine gescheiterte Beziehung. Man hatte sich auseinandergelebt, ist aber ohne Streit oder großen Knall auseinandergegangen. Als ich vor ein paar Monaten aufgrund eines Dienstgeschäfts dort war, fühlte es sich an, als würde ich "meine Ex" besuchen... -
Was die Weiterentwicklung angeht, so sollte man auch berücksichtigen, dass Weiterentwicklung nicht automatisch "Karriere" bzw. Beförderung und Aufstieg bedeuten muss.
Es kann ein (temporärer) Wechsel zu einer anderen Dienststelle mit anderen Aufgabenbereichen sein.Es kann ein anderer Schwerpunkt innerhalb der Schule sein, der einen ganz anders fordert (und fördert).
Es kann eine Beförderung in Verbindung mit der Übernahme von mehr Verantwortung sein.
Ich kenne ehemalige LehrerInnen, die früh SchulleiterInnen, dann DezernentInnen bei den Bezirksregierungen geworden sind und dann den Sprung ins MSB gemacht haben und dort Referatsleitungen übernommen haben. Die Spitze der Pyramide ist da oben natürlich sehr, sehr dünn.
Ich glaube, es ist wichtig, irgendwie "in Bewegung" zu bleiben und nicht in den immer gleichen Tätigkeiten und Abläufen zu verharren, weil man dann sein Berufsleben auch direkt zur Pensionierung vorspulen kann, weil nichts Neues mehr kommt. Es gibt viel Lehrkräfte, die das so machen bzw. gemacht haben und sich teils bewusst dafür entschieden haben. Für mich wäre das nichts gewesen. Die Vorstellung, nach 35 Jahren quasi aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen und sich zu fragen, was ich all die Zeit gemacht habe und keine Antwort darauf finde, habe ich so gruselig gefunden, dass es mir den letzten Schub gegeben hat, mich auf eine Abordnungsstelle zu bewerben. -
griding
Der Vollständigkeit halber muss man natürlich sagen, dass ein Wechsel in die Verwaltung zunächst in der Regel durch eine befristete Abordnung erfolgt. Daraus kann natürlich dann auch die Möglichkeit erwachsen, dort zu bleiben, sofern es Stellen gibt und man sich erfolgreich bewirbt.
Insofern war die Rückkehr von Anfang "gesetzt" und ist ja der Normalfall. Aber ich habe diesen Schritt keinen Tag bereut und in der Zwischenzeit sehr viel gelernt.
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