Beiträge von Bolzbold

    Die Ministerin hat neulich gesagt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt nicht anstehe, darüber zu entscheiden und sich eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv auf die Lernmoral auswirke.

    Das sehe ich nebenbei durchaus ähnlich. Und man stelle sich vor, was man dann mit SchülerInnen macht, die so zweimal entgegen der eigentlichen Leistungen versetzt wurden...

    Was genau meinst du mit einem "Schwerpunkt"? Ich unterrichte z.B. (Fremd-) Sprachen, oder beziehst du dich damit auf außerunterrichtliches Engagement? Ich schiele immer mal in Richtung QuaLis, oder die Arbeit in einem Medienzentrum, oder sogar an der Uni, aber bisher war da nie etwas, was für mich überhaupt in fahrbarer Reichweite war.


    Wenn Du beispielsweise einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich Fremdsprachen hast, dann kämst Du für bestimmte Fachbereiche in der Behörde eher weniger infrage, für andere wiederum eher mehr.
    Das MSB hat ja fünf Abteilungen - davon ist die Abteilung 5 die eigentliche Schulabteilung. Die unterteilt sich in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Referaten. Wenn Du Dir auf den Seiten des Ministeriums mal das öffentlich einsehbare Organigramm ansiehst, dann kannst Du auch die Fachbereiche der einzelnen Referate ansehen und überlegen, ob Du Dich da ggf. wiederfindest. Sprachen wären beispielsweise im Referat 522 angesiedelt. Das außerunterrichtliche Engagement - bzw. hier wohl eher die Tätigkeiten (StuBo, Gleichstellungsbeauftragte(r), Ausbildungskoordination etc.) - käme beispielsweise zum Tagen, wenn das Ausschreibungsprofil eben dies neben den Fächern erfordert.

    Gegenwärtig gibt es meines Wissens auf Stella gerade zwei Ausschreibungen für pädagogische Mitarbeiter - sprich an Lehrkräfte gerichtet. Schau Dir die mal an und vergleiche sie mit den "Titeln" der Fachreferate. Es empfiehlt sich, aufgrund seiner Fächer oder der bisherigen Tätigkeiten halbwegs in das Ausschreibungsprofil zu passen. Wer beispielsweise mit Statistiken auf Kriegsfuß steht, sollte sich nicht auf die PM-Stelle in Referat 114 bewerben.

    Die Arbeit bei QUA-LiS bedeutet beispielsweise Dienstort ist Soest und nicht Düsseldorf. Die Bezirksregierungen haben wiederum unterschiedliche Praktiken - einige haben pädagogische Mitarbeiter, einige wiederum nicht.

    Überlege Dir, ob Du eine dieser Tätigkeiten wirklich überzeugt und überzeugend ausfüllen kannst. Ansonsten bleibt Dir nur die Möglichkeit, Dich im Rahmen des Systems Schule einzurichten bzw. Dich mit bestimmten Dingen zu arrangieren - oder eben aus dem Schuldienst auszuscheiden.

    Schokozwerg

    Die Motive, die Du hier beschreibst, klingen sehr nach "Schulflucht". Die Personaler in der Behörde haben mit Lehrkräften ja viel Erfahrung und kriegen so etwas schnell heraus. Nach drei Jahren ginge es dann in der Regel auch wieder zurück an Schule, wenngleich sehr wahrscheinlich nicht mehr an die alte Schule.
    Wenn Du in der Behörde arbeiten willst, musst Du das auch aktiv wollen und einen Schwerpunkt haben, der auch in der Behörde gesucht wird. Ich habe mich auf eine Stelle beworben, die genau zu meiner bisherigen Tätigkeit passte und wo ich die Praxiserfahrung mit der Verwaltungspraxis sehr fruchtbar verknüpfen konnte bzw. immer noch kann.
    Ich muss mir jetzt allmählich Gedanken darüber machen, wie es nach meiner Abordnung weitergehen kann. Aufgrund meiner erworbenen Expertise, meinen Präferenzen und den verfügbaren (oder ggf. nicht verfügbaren) Slots in die ich passen würde, gehe ich nicht davon aus, dass das einfach sein wird. Aber ich weiß, dass es am Ende gut wird.

    Vielleicht wäre eine Versetzung oder der Auslandsschuldienst auch eine Alternative. Ein Kollege hat sich dort beworben und geht demnächst mit Frau und Kind ans andere Ende der Welt.

    Also ich würde im Zweifelsfall aufgrund der ganzen Unwägbarkeiten und nach Abwägen, wie viel Ärger mir ein nicht gerichtsfestes Ermitteln von Fehlzeiten bereiten würde, einfach sagen "scheiß auf die Fehlzeiten". Das ist ärgerlich, es wird immer SchülerInnen geben, die das ausnutzen, aber Fehlzeiten sind gerade meines Erachtens unser geringstes Problem.

    Aus sicherer Quelle weiß ich:

    Schulleitungen können Lehrkräfte anweisen, digitalen Unterricht zu erteilen, wenn ihnen ein dienstliches Endgerät zur Verfügung gestellt wird, auf dem eine "zugelassene" Software installiert ist. Das schließt auch Videokonferenzen ein.
    In keinem Fall darf eine Lehrkraft angewiesen werden, digitalen Unterricht auf privaten Geräten zu erteilen.

    Ein Kollegium, das primär aus Frauen besteht, ist manchmal schlimmer als ein Hühnerstall, was die Sicht auf Muttersein, Kinderlosigkeit, Karriere etc. angeht. Ich schrieb es ja sicherlich schon öfter hier:

    Es gibt drei Grundkonstellationen, meist findet man sich als Frau in einer der drei wieder.
    a) Die Vollzeitbeschäftigte (nicht notwendigerweise Karrierefrau)
    b) Die "Hausfrau" und Mutter
    c) Die teilzeitbeschäftigte Mutter

    Egal, was man (bzw. frau) wählt, werden die Vertreterinnen der anderen beiden Varianten einem die eigene Entscheidung madig machen. Die Gründe sind vielfältig. Schlimm ist es in der Tat, wenn es keine Teilzeitlobby gibt bzw. eine Variante so gut wie gar nicht vorhanden ist. Dann gönnen die anderen beiden Varianten (in diesem Fall ja a) ) einem die Butter auf dem Brot nicht. Frei nach dem Motto "weil ich es früher nicht so gut hatte, sollen die anderen das heute auch nicht besser haben. Gruselig.

    Warten wir einmal ab, wie sich das Ganze entwickelt. Perspektivisch für 2024 frage ich mich, ob analog zu Adenauer (oder mehr tagesaktuell mit ihm nicht vergleichbare Autokraten in der dritten Welt) ein 82jähriger Greis noch einmal antreten wird und dann die ganze zweite Amtszeit packt. Falls er es nicht mehr packen sollte oder aber versterben sollte, hätten die USA womöglich ein neben einem ehemaligen afro-amerikanischen Präsidenten Obama die erste multiethnische PräsidentIN. Falls diese dann im Falle einer weiteren Wahl tatsächlich gegen welchen republikanischen Widersacher auch immer gewinnen sollte, hätte ich eine kleine Hoffnung, dass die USA sich in diesem Bereich ein wenig weiterentwickelt haben.

    In NRW werden Klausuren in diesen Fächern primär in der gymnasialen Oberstufe geschrieben - und selbst da könnte man sich abhängig von seiner Wahl der Abiturfächer noch drum drücken.

    Die Aussage Deiner SL mag zwar nicht sonderlich taktvoll gewesen sein, doch dennoch ist sie sachlich leider völlig richtig.

    Das habe ich ja hier in diesem Forum oft genug geschrieben. Der in der ADO aufgelistete, unteilbare Normaufwand ist so hoch, dass Teilzeit immer zeitlich wie finanziell ein Verlustgeschäft ist.

    Dann schaut doch mal in die APO SI rein.

    § 5

    Unterricht und Prüfungen in der Muttersprache

    [...]

    (4) Schülerinnen und Schüler, die die Sekundarstufe I einer deutschen Schule nicht von Beginn an besucht haben und nicht in das Sprachenangebot der Schule eingegliedert werden konnten, können zum Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I an einer Sprachfeststellungsprüfung teilnehmen. Das Ergebnis der Prüfung tritt an die Stelle der Note in einer Fremdsprache.

    VV zu § 5

    [...]
    5.4 zu Absatz 4

    Für die Prüfung gelten die Richtlinien für die Sprachfeststellungsprüfung (BASS 13-61 Nr. 1).

    Und das ist der oben verlinkte Erlass - so schließt sich der Kreis.

    Aber es ist kein Geheimnis, dass LehrerInnen im Vergleich zu anderen AkademikerInnen eher weniger wissenschaftlich gebildet sind und ihr Ansehen - ganz unabhängig vom Einkommen - halt nicht sehr hoch ist.

    Woran machst Du die niedrigere wissenschaftliche Bildung fest? Ich habe ein erstes Staatsexamen, in dem ich in zwei Fächern fast dieselben Scheine und Kurse belegen musste wie die Magister-Kandidaten. Die Veranstaltungen während des Studiums waren bis auf die Fachdidaktik dieselben. Also im Rahmen der Ausbildung zum Gymnasiallehrer stehe ich den MagisterkandidatInnen in nichts nach. Das mag nach dem Studium anders sein, aber das ist nun einmal berufsbedingt. Als Frontschwein muss ich mich dann im späteren Berufsleben aber nicht mit einem "Militärwissenschaftler", um beim Genre zu bleiben, vergleichen.

    Falls Du hingegen die Sozialisierung meintest, die mit der Ausbildung und der anschließenden Berufswahl einhergeht, so hast Du hier ja hinreichend Beispiele für einen sehr bunten Strauß an Biographien.

    Was das Ansehen angeht, so habe ich in den letzten 15 Jahren wahrgenommen, dass das Ansehen primär in den Medien und durch unreflektiertes Stammtischgeplapper über "die Lehrer" im Allgemeinen geprägt wurde. Das ist meines Erachtens ein Ergebnis der Bewältigung der eigenen Schulzeit in Verbindung mit dem so empfundenen Ausgeliefertsein und der Ohnmacht gegenüber den eigenen LehrerInnen oder denen der eigenen Kinder. Gleichwohl hat aber die überwiegende Mehrheit der Menschen, die ich kennengelernt habe, auf die Antwort, dass ich Lehrer sei, in der Regel wohlwollend reagiert . Und wenn dann mal der Spruch mit dem 12 Wochen bezahlten Urlaub kam, dann kam halt der Spruch mit der Intelligenz bei der Berufswahl zurück und gut war.

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