Beiträge von Bolzbold

    Das habe ich diesmal genauso gehandhabt - bis jetzt kamen nie Rückfragen. Aber OK, in den Jahren zuvor habe ich das Finanzamt mit Belegen etc. zugemüllt - und ich sammle die Belege immer noch ganz akribisch, damit ich bei Rückfragen sofort alles einreichen kann.

    Interessant - bislang sind alle (!) von meiner Frau und mir gekauften Notebooks, Tablets etc. für den schulischen Einsatz voll absetzbar gewesen. Ggf. muss die SL eine Bescheinigung ausstellen, dass in der Schule nicht genug Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

    Ich würde mich mit solchen pauschalen Urteilen zurückhalten - immerhin ist das Kind regulär auf die weiterführende Schule gekommen. Dass hier im Hintergrund psychologisch gearbeitet werden muss, ist unstrittig. Ggf. ist ein dauerhafter Klassenwechsel denkbar.

    Unfähig braucht sich die TE deswegen aber nicht zu fühlen, denn die Schilderungen hier dürften ja nur die Spitze des Eisbergs ausmachen, da sie die Kinder womöglich jeden Tag sieht und den Stress jeden Tag mitbekommt.
    Die Äußerungen, die mit dem Handy aufgenommen wurden, sind nicht das Problem sondern die Aufnahme. Und Letzteres wiegt für mich deutlich schwerer. Dagegen muss etwas getan werden, weil das sonst Schule macht bzw. regelmäßig vorkommen wird und noch mehr Unfrieden stiftet. Wenn Schüler aktiv zur Vergiftung des Klassenklimas beitragen, kann man ihnen auch mit entsprechenden Ordnungsmaßnahmen begegnen. Und diese sollten völlig unabhängig von Deiner glücklichen oder weniger glücklichen Aussage ergriffen werden.

    Ich bin vor 15 Jahren auch auf die Idee gekommen, Flüssigkreide zu verwenden. Für dauerhafte Anschriebe ist die prima - für den täglichen Gebrauch aufgrund des erhöhten Beseitigungsaufwands nicht geeignet. Ich habe mich damals bei einigen alteingesessenen Kollegen deswegen sehr unbeliebt gemacht bis hin zur Aufforderung, keine Flüssigkreide mehr zu verwenden.

    Ich habe den Kreidestaub damals nolens volens hingenommen - eine annehmbare Lösung habe ich aber bis jetzt noch nicht gefunden.

    Naja, die Endgeräte für Schüler und Lehrer laufen über den Landeshaushalt und wurden von der Landesregierung beschlossen.
    Dass man die Kommunen hier bewusst im Regen stehen lässt, ist eine unglaubliche Sauerei.

    Föderalismus runter bis zur kommunalen Selbstverwaltung mag ja ein Ausdruck besonders demokratischer Mitwirkung sein - aber wenn es um landesweite Maßnahmen geht, ist das ein Bremsklotz sondergleichen.

    Nochmal der direkte Vergleich zur Schulbehörde:
    Wir haben allesamt Dienstlaptops, die mit der notwendigen Software versehen ist, damit wir arbeiten können.
    Man wird bei Dienstlaptops für Lehrkräfte nicht jede individuelle Software installieren können. Wenn man jedoch für unsere grundlegenden Tätigkeiten sowie für jedes Fach die wirklich notwendige Software (z.B, digitale Unterrichtsmanager für alle eingeführten Lehrwerke in den Fremdsprachen, GeoGebra in Mathematik, Notensatzprogramm in Musik, ein Notentool für die Leistungsdaten der Schüler) aufspielt, dann ist es mehr eine Frage der Gewöhnung und Bequemlichkeit, welches Gerät man effektiv verwendet.
    Nur wäre es hier dringend angeraten, dass sich jedes Kollegium über solche Standardsoftware verständigt und diese dann auch aufgespielt bekommt. Was die Administration angeht, so wird man über einen IT-Verwaltungsassistenten langfristig nicht herumkommen. Ob es so etwas langfristig zum Erdnusstarif geben wird, ist natürlich fraglich.

    An diesem ganzen "Drama" um die Endgeräte zeigt sich aber, dass die Politik (nicht jedoch die Mitarbeiter in den jeweiligen Ministerin - die können und wollen durchaus weiterdenken) hier schon grotesk kurzsichtig agiert. Wenn Kommunen teils kein Personal haben, um die Geräte zu bestellen oder anschließend zu warten und zu betreuen, weil das Folgekosten nach sich zieht und dies von der Politik schlichtweg ignoriert bzw. mit dem Verweis "ist Schulträgerangelegenheit" einfach wegschiebt, dann ist das mehr als peinlich. Solche Zustände sind für mich viel eher ein Zeichen von Abgehobenheit und Entfernung der Politik von den Realitäten und den tatsächlichen Notwendigkeiten. DAS sind die Dinge, die mich auch an Politik verzweifeln lassen - gerade, weil ich als "Nicht-Experte", um beim Lindnerschen Vergleich zu bleiben, diese Dinge offenbar eher durchschaue als die Lindnerschen Experten. Politisches Handeln dieser Art ist eine erhebliche größere Bedrohung für unsere Gesellschaft und unseren Wohlstand, weil es den Glauben derer, die nicht von der Komplexität der Welt überfordert sind, in die Demokratie stetig erschüttert.

    Nein - hier hat niemand langfristig gedacht oder geplant.
    Politisch kann man die Schüler- und Lehrerendgeräte kurzfristig als Erfolg verkaufen.

    Ich vergleiche das immer mit der Situation, in der jemand ohne Führerschein und Einkommen ein Auto geschenkt bekommt und dann vollmundig angekündigt wird: "So, jetzt sind auch SIE endlich mobil."

    Dann stellt man irgendwann fest:
    - ups, er kann das Auto ja noch gar nicht fahren
    - ups, er muss vorher noch einen Führerschein machen und dafür bezahlen
    - ups, er muss ja regelmäßig Benzin kaufen
    - ups, das Auto muss alle zwei Jahre durch den TÜV
    - ups, das Auto muss ggf. mal repariert werden
    - ups, da wo er wohnt, sind ständig Baustellen und tägliche Staus...

    So verhält es sich vom Prinzip her mit der Anschaffung der Endgeräte.

    Du kannst unabhängig davon eine RRV für Dein Kind abschließen. Es gibt Schulen, die dies standardmäßig in das Reisepaket übernehmen. Andere tun dies offenbar nicht. Manche versehen das Anmeldeformular mit dem Hinweis, dass der Abschluss einer RRV empfohlen wird, weil die Kosten sonst im oben genannten Fall dennoch zu übernehmen wären.
    Schulen sind keine Reiseveranstalter, so dass Du das Geld ohnehin vom Veranstalter zurückfordern müsstest. Von Frechheit kann also eigentlich gar keine Rede sein - das ist ganz normaler Alltag. Die Frage ist eher, was Du von der Schule erwartest? Und von wem soll denn das Geld zurückkommen?

    Der Maßstab, ob Du etwas Gutes aus Dir machst, bist einzig und allein Du selbst, weil Du alleine damit leben können musst. Wenn Dich Dein Umfeld wirklich mag, wird es für Deine Krise Verständnis haben.

    Man könnte den Föderalismus dann belassen, wenn es zusätzlich eine Möglichkeit gäbe, zentrale Dinge verbindlich für alle Länder regeln zu können - so beispielsweise Projekte wie Digitalisierung..

    Föderalismus in Kombination mit kommunaler Trägerschaft bei Schulen ist hingegen so tödlich ineffizient, dass bei allem Geld, das jetzt in die Hand genommen wird, da nur Murks bei herumkommen kann.

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