Wer von sich aus keine Freude daran hat, junge Menschen zu unterrichten, anzuleiten, mit ihnen zu arbeiten, sie zu erziehen und ein stückweit auf ihrem Weg durchs Leben zu begleiten, sollte vermutlich wirklich nicht Lehrer werden.
Ich habe mich diesbezüglich vor Eintritt in das Referendariat auch noch einmal selbst "getestet", indem ich an einem privaten Internat als studentischer Erzieher gearbeitet habe - mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 20 Jahren. Alle kapitalen Fehler, die ich als Referendar sonst gemacht hätte, habe ich glücklicherweise ohne negative Folgen dort gemacht und eine Menge über meine künftige Zielgruppe sowie über mich gelernt. Danach bin ich mit Überzeugung ins Referendariat gegangen und habe trotz einiger anderer Widrigkeiten und meines noch abzuschließenden Zweitstudiums in meinem Kerngeschäft - der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen - eigentlich keine nennenswerten Probleme gehabt.
Ein Praktikum kann hilfreich sein, ist aber nur eine Momentaufnahme und nicht zu verallgemeinern. Und ja, man entwickelt sich in den 20ern seines Lebens durchaus noch ganz erheblich weiter - das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Für mich war die Entscheidung Lehrer zu werden kein Abwägen von Vor- und Nachteilen sondern erwuchs in mir als eine Art "Berufung". Daher war ich auch immer mit viel Herzblut dabei. Und trotzdem kann es passieren, dass man irgendwann die Nase voll davon hat bzw. mal für eine Weile etwas anderes machen muss. Wenn man findig und ein bisschen flexibel ist, geht auch das.
Ich tu mich aufgrund meiner Biographie schwer damit, Dir jetzt per se vom Lehrerberuf abzuraten. Wichtig ist, dass Du weiterhin reflektiert mit diesem Thema umgehst und Dir die Chance gibst bzw. lässt, Dich weiterzuentwickeln. Nicht jede Lehrkraft ist ein Entertainer oder eine Rampensau. Ich habe in meinem alten Kollegium genug KollegInnen gehabt, die als Mäuseriche oder Mäuschen auftraten, aber in dem, was sie taten, sehr erfolgreich - und nicht minder beliebt - waren.
Beiträge von Bolzbold
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Die Alternative wäre, dass gar keiner da ist und man sich ggf. mit gänzlich ungelernten Kräften behelfen muss. Ob das die bessere Wahl ist?
Wir reden hier ja von einem Zeitraum von aktuell noch wenigstens drei Jahren - das ist im schulischen Kontext schon eine Menge Zeit. Wir bilden Referendare in 18 Monaten aus - da behaupte ich mal, dass Gymnasialkräfte, die sich auf eine Stelle im Primar- oder Sek I-Bereich einlassen, nicht zwingend SO ein Problem sind. Der "Kulturschock" mag in der Tat heftig sein - aber diese Leute haben sich ja bewusst für diesen Weg entschieden.
Die Alternative wäre eine Überversorgung an den Gymnasien, was zwar einer recht üppigen Vertretungsreserve entsprechen würde und die dauerhafte Mehrarbeit in einigen Fächern reduzieren würde, jedoch wäre das unter Umständen haushaltsrechtlich problematisch. -
Man kann Dich auch auf ein anderes Ticket eines anderen Kollegen setzen - solange das vom Personalschlüssel her hinhaut.
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Was willst Du dazu hören?
Grundsätzlich ist das eine gute Idee, im Vorfeld des erhöhten Bedarfs an Lehrkräften in der Sek II bei Umstellung auf G9, dieses Personal auch effektiv zu haben - und dann auch schon mit ein bisschen Erfahrung. -
Ab einem gewissen Level ist Politik schlichtweg ein schmutziges Geschäft, weil es eben schnell nicht mehr um den Dienst an der Sache geht sondern um persönliche Eitelkeiten, Selbstprofilierung und dergleichen. Macht korrumpiert - und unsere Politikerkaste zeigt dies auf eindrucksvolle Art und Weise. Auf lokaler Ebene mag das noch anders sein, aber oberhalb dessen möchte ich kein Politiker sein. Wer sich den Irrsinn ansehen möchte, schaue sich die Plenardebatten im NRW-Landtag oder - noch schlimmer - im Ausschuss für Schule und Bildung an. Gruselig.
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Mein Schreckensszenario direkter Demokratie wäre, dass jeweils nur die betroffenen Interessengruppen abstimmen, weil es die anderen nicht interessiert. Ein weiteres Schreckensszenario wäre, wenn Menschen über Dinge entscheiden dürfen, von denen sie keine Ahnung haben. Und basierend auf den aktuellen Erfahrungen mit (a)sozialen Netzwerken, Populismus und Fake-News und systematischen Lügen stelle ich mir die Auswirkungen auf direkte Demokratie geradezu verheerend vor.
Das Zitat von Churchill ist mittlerweile abgegriffen, da oft benutzt. Aber es erklärt in wenigen Worten, worum es geht. Sinngemäß: Das beste Argument gegen Demokratie ist ein fünfminütiges Gespräch mit einem durchschnittlichen Wähler.
Nun werfen sich ja einige hier auch politisches Unverständnis vor - und wir gehören eigentlich noch zu den gebildeten Menschen. Wie muss das dann bei den weniger gebildeten Menschen aussehen? -
O. Meier
Und genau DIESES Kompetenzgerangel zwischen Dienstherrn und Schulträger wird dafür sorgen, dass die Digitalisierung an Deutschlands Schulen nicht vorankommen wird. Das ist aber leider systemisch bedingt. Es wäre in der Tat leichter gewesen, das MSB hätte die Geräte angeschafft und als Dienstherr verfügt, wie damit umzugehen ist. -
Das Problem ist die Reihenfolge in den Entscheidungsprozessen.
Man könnte den Eindruck bekommen, die Entscheidungen werden zuerst ohne Rücksprache mit den Experten verkündet und dann erst an die Fachebene gegeben, so dass dann erst die Probleme auffallen... -
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schulleitungen sich die rechtliche Ahnungslosigkeit vieler KollegInnen zunutze machen und ganz schnell einknicken, wenn ihnen jemand gegenübertritt, der die Rechtslage kennt. Mitunter kann eine Rückfrage mit Verweis auf die genannten Paragraphen Wunder wirken. Sich als Schulleiter die Blöße zu geben, ggf. rechtswidrig gehandelt zu haben, ist sicherlich nicht in dessen Sinn.
Ansonsten würde ich vorschlagen, Fragen dieser Art ggf. an die Rechtsabteilung der oberen Schulaufsicht zu richten. -
Nein, habe ich nicht. Ich gehe fest davon aus.
Problematisch wird es dann, wenn wir offiziell keine personenbezogenen Daten mehr auf unseren privaten Endgeräten verarbeiten dürfen, weil wir dann ja Dienstgeräte haben. Und ich gehe davon aus, dass das so kommen wird, weil es die Datenverarbeitungsverordnung vereinfacht.
Mir wäre eine Wahl zwischen Dienstgerät oder Endgerätepauschale für die KollegInnen, die eigene Geräte verwenden, lieber gewesen. Besonders lächerlich wird es dann, wenn man weiß, wie die Preisklasse der Geräte ist, die in den Behörden verwendet werden. Da reden wir einschließlich Peripherie gerne mal über Faktor 4 im Vergleich zu den schulischen Endgeräten... -
Es wird, wie ich schon einmal schrieb, vermutlich auf diesen völligen Irrsinn hinauslaufen, dass wir unsere bisherigen, privat angeschafften Geräte parallel weiterbenutzen, weil wir auf den Dienstgeräten unsere von uns selbst angeschaffte und verwendete, möglicherweise fachspezifische Software entweder nicht aufspielen dürfen oder das Gerät zu schwach auf der Brust ist, um sie laufen zu lassen...
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Das wird nicht passieren. Ich kann nichts später wieder kürzen, was ich vorher nicht verlängert habe.
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Es handelt sich um eine Unterrichtsschließung und NICHT um eine Verlängerung der Ferien. Die beweglichen Ferientage, die die Schulen ja individuell verplant haben, dafür wieder einzukassieren ist nicht vorgesehen.
Dass die Lehrkräfte nicht dienstfrei haben, steht in der Schulmail. Dass sie deswegen vor Ort Dienst tun müssen, steht hingegen nicht in der Schulmail. -
Friesin
Je nachdem, wie und wo Du beschäftigt bist, könnte ich mir vorstellen, dass auch dort entsprechende "Erwartungen" an Dich herangetragen werden. -
"Hallo Ihr Lieben, Herr/Frau XY hat mir eine Nachricht zukommen lassen, dass Ihr Euch im Unterricht nicht benommen habt.
Könnt IHR mir erklären, was er/sie damit meint? Was können wir tun, damit das beim nächsten Mal besser läuft?" -
Clickbait...
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Das lese ich jetzt erst. Wieder mal die Autokorrektur.
Ein Besänftigungsverbot (sic!) vom Frauenarzt stelle ich mir aber noch lustiger vor...
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Ich sehe da bei meinen Fächern auch erhebliche Probleme zu schummeln, selbst wenn ich Standardaufgaben stelle.
In Englisch wird das Englisch durch Mogeln nicht besser - ggf. ein paar Vokabeln. Und um das Ganze von einem Programm übersetzen zu lassen, müsste man es ja erst einmal auf Deutsch richtig aufschreiben.
In Geschichte analysiert sich eine Quelle nicht von selbst, ggf. kann man beim historischen Hintergrund schummeln, aber der muss ja auch auf die Quelle gemünzt sein. Beim Urteil, das ja von der Quelle ausgeht, kann man eigentlich auch nicht schummeln.
Da bräuchte es schon wie in der Serie "die Märchenbraut" einen Fliege ääh einen Knopf im Ohr mit jemandem im Hintergrund, der vorsagt. -
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