Beiträge von Bolzbold

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schulleitungen sich die rechtliche Ahnungslosigkeit vieler KollegInnen zunutze machen und ganz schnell einknicken, wenn ihnen jemand gegenübertritt, der die Rechtslage kennt. Mitunter kann eine Rückfrage mit Verweis auf die genannten Paragraphen Wunder wirken. Sich als Schulleiter die Blöße zu geben, ggf. rechtswidrig gehandelt zu haben, ist sicherlich nicht in dessen Sinn.

    Ansonsten würde ich vorschlagen, Fragen dieser Art ggf. an die Rechtsabteilung der oberen Schulaufsicht zu richten.

    Nein, habe ich nicht. Ich gehe fest davon aus.
    Problematisch wird es dann, wenn wir offiziell keine personenbezogenen Daten mehr auf unseren privaten Endgeräten verarbeiten dürfen, weil wir dann ja Dienstgeräte haben. Und ich gehe davon aus, dass das so kommen wird, weil es die Datenverarbeitungsverordnung vereinfacht.

    Mir wäre eine Wahl zwischen Dienstgerät oder Endgerätepauschale für die KollegInnen, die eigene Geräte verwenden, lieber gewesen. Besonders lächerlich wird es dann, wenn man weiß, wie die Preisklasse der Geräte ist, die in den Behörden verwendet werden. Da reden wir einschließlich Peripherie gerne mal über Faktor 4 im Vergleich zu den schulischen Endgeräten...

    Es wird, wie ich schon einmal schrieb, vermutlich auf diesen völligen Irrsinn hinauslaufen, dass wir unsere bisherigen, privat angeschafften Geräte parallel weiterbenutzen, weil wir auf den Dienstgeräten unsere von uns selbst angeschaffte und verwendete, möglicherweise fachspezifische Software entweder nicht aufspielen dürfen oder das Gerät zu schwach auf der Brust ist, um sie laufen zu lassen...

    Es handelt sich um eine Unterrichtsschließung und NICHT um eine Verlängerung der Ferien. Die beweglichen Ferientage, die die Schulen ja individuell verplant haben, dafür wieder einzukassieren ist nicht vorgesehen.

    Dass die Lehrkräfte nicht dienstfrei haben, steht in der Schulmail. Dass sie deswegen vor Ort Dienst tun müssen, steht hingegen nicht in der Schulmail.

    Ich sehe da bei meinen Fächern auch erhebliche Probleme zu schummeln, selbst wenn ich Standardaufgaben stelle.

    In Englisch wird das Englisch durch Mogeln nicht besser - ggf. ein paar Vokabeln. Und um das Ganze von einem Programm übersetzen zu lassen, müsste man es ja erst einmal auf Deutsch richtig aufschreiben.
    In Geschichte analysiert sich eine Quelle nicht von selbst, ggf. kann man beim historischen Hintergrund schummeln, aber der muss ja auch auf die Quelle gemünzt sein. Beim Urteil, das ja von der Quelle ausgeht, kann man eigentlich auch nicht schummeln.
    Da bräuchte es schon wie in der Serie "die Märchenbraut" einen Fliege ääh einen Knopf im Ohr mit jemandem im Hintergrund, der vorsagt.

    Nein, ist es nicht. Es ist ein Lernprozess, wann man was wie evaluiert, wie man mit Konflikten umgeht und wann man wie reagiert. Es muss ja nun nicht zwangsläufig eskalieren, auch mit schwierigen Gruppen nicht. Man lernt doch immer dazu.

    Sag ich ja. Teil des großen Spiels. Ich bin irgendwann so weit gewesen, es als solches zu erachten. Und was Du beschreibst, gehört mit dazu.

    Naja, DER hatte es dann halt besonders nötig.

    Ich sage meinem Ältesten immer, dass er nicht sagen soll, was seine Eltern machen. Früher oder später kommt es dann heraus. Das ist jedoch in einige Situationen durchaus hilfreich, weil das Gespräch dann je nach Lehrkraft stärker auf Augenhöhe stattfindet (als Elternteil fühlt man sich häufig als Bittsteller) und die Lehrkräfte dann nicht mit dem Pädagogengeschwurbel daherkommen, mit dem sie die anderen NichtlehrerInneneltern einlullen.
    Andererseits tritt man als Vater-Lehrer auch unverkrampfter der Lehrkraft gegenüber, weil man nicht diese institutionelle Ehrfurcht entwickelt.

    Ja, es ist dazu geeignet, das Gegenüber zu beeindrucken. Anfangs treten diese Damen und Herren ja auch "rollenbewusst" bei Elternsprechtagen auf. Das hat mich anfangs zugegebenermaßen auch etwas beeindruckt, mit dem Chefarzt Dr. sowieso als Vater des Schülers sowieso zu sprechen; später war es mir dann aber egal und ich war so rollenbewusst, dass ich klargemacht habe, dass ich die Eltern meiner Schüler ausschließlich als solche begreife - ob es nun Reinigungskräfte oder Chefärzte waren.

    Der TE hat meines Erachtens einen taktischen Fehler gemacht.

    Wenn es breit angelegte Unzufriedenheit innerhalb einer Klasse gibt, dann wirkt sich das zwangsläufig auch auf die Evaluationsergebnisse aus. Dass SchülerInnen Evaluation mit "ich kotze mich aus" verwechseln bzw. die anonymisierten Zettel für so etwas missbrauchen, habe ich auch schon erlebt.
    Das sollte sich der TE nicht zu Herzen nehmen sondern drüber stehen.

    Nichtsdestotrotz sollte man als Lehrkraft klare Grenzen setzen und ein Mindestmaß an Respekt einfordern. Die Idee mit dem Spiegeln der respektlosen Antworten finde ich gut, ich würde allerdings nicht den Originalzettel nehmen sondern die Aussagen weiter anonymisieren. Dann würde ich schlicht rückfragen, wie die SchülerInnen es denn fänden, wenn man ihnen als Kommentare unter ihre Mappen oder Klassenarbeiten ähnlich schmeichelhafte Dinge geschrieben hätte. Die meisten kapieren es dann.
    Und manchmal muss man als Lehrkraft auch einfach einmal einen solchen akuten und in der Regel nicht lange anhaltenden Shitstorm aushalten. Und wenn die Bemühungen zur Verbesserung des Klimas nicht fruchten, muss man sich nicht per se infrage stellen, sondern zieht sich auf das Professionelle zurück. Einer meiner letzten Englisch LKs war dauerhaft so drauf mit dem Ergebnis, dass ich nicht auf den Abiball gegangen bin. Da waren die SchülerInnen auf einmal total betroffen bzw. getroffen, aber ich bin konsequent geblieben.

    Letztlich ist das aber alles Teil des großen Spiels mit dem Namen "Schule", in dem wir uns befinden.

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