Beiträge von Bolzbold

    Miss Jones

    Ja, das kann ich verstehen. Ich bin zusätzlich noch in der Rolle eines Vaters eines Kindergarten-, eines Grundschul- und eines Gymnasialkindes und ich habe den Informationsfluss hautnah miterlebt.

    Mein Eindruck ist, dass hier eindeutig zu viele Player am Werk sind, so dass bei mitunter tatsächlich ungewollt gegensätzlichen oder widersprüchlichen Informationen Chaos aufkommt.

    Als Player in NRW bzw. mit Einfluss auf NRW waren da:

    Laschet, Gebauer, Laumann, Stamp, Lienenkämper, Hubig (KMK), Söder, der Landtag, die Ausschüsse im Landtag, die Bezirksregierungen

    Als Player vor Ort waren da:

    Schulämter, Gesundheitsämter, die kommunale Verwaltung an sich

    Geregelt werden mussten unter anderem:

    Schutz der Bevölkerung (Corona-Schutzverordnungen, Hygienestandards, Hygienelogistik), Betreuungsgesetze, das Schulgesetz (zusätzlich alle APOs), finanzielle "Rettungsschirme" wie Kurzarbeitergeld etc.

    Diese Liste ist zweifellos nicht abschließend.

    Betroffen waren:

    Im Grunde die gesamte Bevölkerung mit all ihren individuellen teils konvergierenden, teils divergierenden Interessen.

    Da möge man mir jetzt mal zeigen, wie man das in einer parlamentarischen Demokratie schnell, effizient und im Wesentlichen konflikt- und fehlerfrei löst...

    Miss Jones

    Ich denke, die meisten von uns haben schlicht keine Ahnung davon, wie eine oberste Behörde funktioniert, wer dort arbeitet, was die Leute dort können und welche echten Spielräume bestehen.

    Die meisten von uns würden eine ähnlich wenig schmeichelhafte Argumentation, wie Du sie vorgebracht hast, im Zusammenhang mit Lehrern und ihrem Umgang mit digitalem Unterricht mit eben diesem Verweis zurückweisen.

    Was draußen bei der Bevölkerung ankommt, ist mitunter Mist oder wird als solcher empfunden - keine Frage. Ich hätte aber sowohl als Lehrer als auch als Beschäftigter in einer oberen Behörde keine Lust auf so eine selbstgerechte Argumentation nach dem Motto "wärst Du perfekt, gäbe es kein Problem."

    Wenn es notwendig sein sollte, Schüler "schärfer" anzusprechen, dann ist es eben so. Wenn man aber zu dem Punkt kommt zu glauben, dass arabischstämmige Schüler so etwas eher brauchen - und das ohne konkreten und auf diese Schüler bezogenen Anlass - dann ist das diskriminierend. Und dann ist es gut, dies zu reflektieren und ggf. zu ändern.

    Der Germanist

    Ja, das ist richtig. Interessanterweise findet sich in der APO SI kein Passus analog zur APO-GOSt, dass es keinen Anspruch auf die Einrichtung bestimmter Kurse gibt.

    Bleibt das Problem der "Umverteilung" der Schüler, wenn der Fremdsprachenkurs nicht zustande kommt und die anderen Kurse bei entsprechender Neuzuweisung der betroffenen Schüler zu voll würden. Dann müsste womöglich letztlich doch wieder eine weitere Lehrkraft abgestellt werden.

    Schaut man sich die APO-GOSt genauer an, wird man feststellen, dass Wochenstunden und Pflichtbelegung relativ eng miteinander verwoben sind. Möchte man die Wochenstunden deutlich reduzieren, geht das nur mit einer Änderung der Pflichtbelegung.
    Dann ist ja gegenwärtig auch noch ein "Bildungsstaatsvertrag" in der Schwebe, der durch Corona vermutlich gerade wenig Priorität genießt.
    Vertiefungskurse sind/waren einerseits schöne "Lückenfüller" für Wochenstunden, aber waren ebenso oft faktisch reine Förderkurse für schwache Schüler. Einige wenige Schulen nutzen Vertiefungsfächer auch als Profilkurse im Rahmen ihres übergeordneten Profils.

    Rein rechnerisch könnte man auf die alte APO-GOSt vor G8 zurück. Ob man das will und ob das auf der Basis der gegenwärtigen Profile funktioniert, ist eine spannende Frage....

    Dann hast Du ein Disziplinarverfahren am Hals - ob das der richtige Weg ist?
    Eine Möglichkeit "nicht mehr hinzugehen" hört sich für mich nach Kindergarten an, nach Vogel-Strauß-Denken. Das kann es als Erwachsener doch nicht sein.

    Bislang lese ich aus den Beiträgen des TE noch nicht heraus, dass es massiv unter der Situation leidet - immerhin hat er es über zehn Jahre in diesem Beruf "ausgehalten". Und "gehen" hätte er auch schon vor der Verbeamtung können.

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