Beiträge von Bolzbold

    Das mit dem Verbieten ist ja so eine Sache. Auf welcher Basis soll das erfolgen? Wir können Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen verbieten - solange sich Marken nicht selbst verfassungsfeindlich geben, dürfte das mit dem Verbot schwierig werden.

    Am Rande:
    Die Degenrierung des Begriffs "politische Korrektheit" zu einem Zeichen scheinbarer Schwäche ist ein Problem. Die politische Hyperkorrektheit, die dann in Euphemismen mündet wie "ausländische Fachkräfte" (Flüchtlinge) oder "Fachkräfte für Eigentumsübertragung (wahlweise Polen oder Rumänen), ist ein zusätzliches Problem.
    Ist korrektes Verhalten im Allgemeinen damit eigentlich auch vorauseilender Gehorsam und Selbstzensur, was das eigene Verhalten angeht? Ja - im Sinne unserer Gesellschaftsordnung. Nur so kann eine Gesellschaft dauerhaft zum Wohle aller funktionieren.

    Ich berichte mal aus meiner Erfahrung:

    Zu Frage 1:
    Das kann Dir nur die Bezirksregierung beantworten - die Begründung, dass man auf einmal dennoch wohnortnah eingesetzt werden will, zieht womöglich nicht mehr so, wenn man zuvor in Teilzeit an der Stammschule gearbeitet hat.

    Zu Frage 2:
    Während der Elternzeit beim dritten Kind hat man meiner Frau sogar einen Wechsel an eine völlig andere Schulform genehmigt. Danach nicht mehr. Sie hat infolge dessen Urlaub aus familienpolitischen Gründen beantragt und genehmigt bekommen. Sie durfte sich dann eine Schule mit Bedarf "aussuchen", als sie nicht mehr an ihre Stammschule zurück wollte. Da fängt sie im August an.

    Zu Frage 3:

    Bei meiner Frau und mir gab es beim ersten Kind eine ähnliche Konstellation. Nach Rückkehr aus der einjährigen Elternzeit wurde sie automatisch an eine wohnortnahe Schule versetzt - wobei wir während der Elternzeit umgezogen waren - auch in einen anderen Regierungsbezirk. Ich habe im Vorfeld viele Telefonate mit der "aufnehmenden" Bezirksregierung geführt - hat aber alles geklappt.


    Es empfiehlt sich, das direkte Gespräch mit der Bezirksregierung zu suchen. Die Leute dort sind in der Regel hilfsbereit und sagen einem, was geht und was nicht geht. Sich über die Rechtslage vorher schlau zu machen (nicht in Foren sondern selbst anlesen und verstehen) ist taktisch ebenfalls sehr zu empfehlen.

    chili


    Dahinter steckt dann ein völlig falsches Verständnis von Führung. Moderne Führung baut nicht auf absoluter Autorität auf, die dann alle hinnehmen und nicht hinterfragen. Zumindest aus meiner Erfahrung würde ich dann behaupten, dass sich diese Leute entweder bei der SLQ gut verstellt haben oder dass sie erst im Zuge ihrer Führungsübernahme zu solchen Personen mutiert sind. Bei meinem alten SL würde ich Letzteres vermuten.

    Andererseits ist ständiges Hinterfragen von Führung und endloses Diskutieren über diese oder jede Entscheidung bei den zig MIkro- und Makroentscheidungen, die man als SL trifft, irgendwann sicherlich zermürbend. Da hat man dann keine Lust mehr, sich ständig rechtfertigen zu müssen.

    Wenn eine SL weiß, mit wem sie es machen kann, macht sie es. Die Erfahrung durfte ich auch machen - künftig höre ich in solchen Dingen auf meine Frau, denn die durchschaut so etwas immer sehr schnell.

    Falls Du erwägen solltest, der SL Deine Weigerung zu kommunizieren, musst Du das auch konsequent durchziehen. Wegen 15 Minuten wird es wohl keine disziplinarischen Konsequenzen geben - als Dezernent würde ich mich eher über die Weisung der SL wundern.

    Das ist in der Tat doof. Andererseits, wenn Du schon hin musst, dann kannst Du auch länger dort bleiben, früher fahren etc. und die Tätigkeiten, die Du zu Hause erledigst, eben dort erledigen. Es ist zweifelsohne sehr ärgerlich, wenn man für so eine Lappalie eingesetzt wird. Denkbar wäre aber auch, dass die SL Dich zu anderen zumutbaren Tätigkeiten einsetzt, falls Du da die Diskussion fortsetzt.
    Falls die SL den Plan nicht erstellt hat, wäre noch denkbar, mit dem Planer zu sprechen und eine konkrete Tauschalternative vorzuschlagen.

    Rein logistisch dürfte das bei vielen Schulen schwierig werden - die Aulen oder sonstigen Hallen sind in der Regel schon bei uneingeschränkter Nutzung und ohne Kontaktbeschränkungen rappelvoll. Das wird dann wohl nur nach Tutorgruppen laufen können. Es wird mit Ausnahme des Schullhofs vielleicht in den meisten Schulen keinen Ort geben, an dem man gefahrlos ca. 400 Menschen zu Coronazeiten auflaufen lassen kann.

    Valerianus

    Das war an meiner Schule so üblich - es wurde beim Krankmelden immer direkt gefragt, ob auch Material geschickt wird. Das führte dann immer dazu, dass man mit dem Anruf oder unmittelbar danach trotz Krankheit noch den Stress hatte, schnell noch Material zuzuschicken. Die meisten KuK haben das aber anstandslos gemacht mit dem Ergebnis, dass man alle KuK, die das nicht gemacht haben, schief angeschaut hat. Die leuchtenden Kinderaugen und die vom SL gerne angeführte pädagogische Verantwortung machen es möglich...
    ... wird bei mir in dieser Form in Zukunft ganz sicher nicht mehr funktionieren.

    Die meisten von uns haben wohl die Mentalität, dass sie arbeiten, um zu leben. Je nach Qualifikation und perkären Arbeitsverhältnissen kehrt sich das dann um. Diese Menschen leben augenscheinlich nur noch, um zu arbeiten.
    Das ist aber auch eine Folge des Kapitalismus.

    Die Vermögensmehrung als primäres Ziel der Erwerbstätigkeit empfinde ich auch nicht als uneingeschränkt empfehlenswert. Meine Arbeit soll mir genug Geld zum Leben einbringen - wenn ich aber aus meiner Arbeit auf der Basis dessen, was ich kann und was mir irgendwo auch Freude macht, einen Sinn ziehen kann, dann umso besser.
    Das dürfte bei Akademikern generell, was die Ausgangsbedingungen angeht, leichter sein, da uns mit Abitur alle Türen offen standen. Wir konnten uns in der Regel den Studiengang und damit langfristig den Beruf aussuchen. Das mag sicherlich auch auf Menschen mit anderen Schulabschlüssen zutreffen, doch sind deren Chancen und oft auch deren Verdienstmöglichkeiten deutlich schlechter. Da mutiert Arbeit schnell zu sinnlosem Broterwerb, der den Großteil des Lebens einnimmt.

    Man könnte dann in der Tat einmal fragen, was einen dazu bewegt, Friseur zu werden, wenn man sein künftiges Leben in semi-prekären Verdienstverhältnissen (es sei denn, man macht sich selbstständig) fristen will. Dasselbe trifft auch auf alle anderen Jobs zu, die semi-prekäre oder prekäre Verhältnisse bieten.
    Mit Paketboten, Beschäftigten in der Fleischverarbeitung, Spargelstechern etc. verhält es sich nicht anders.
    Hier liegt es auch an uns, ob wir dazu beitragen, dass auch diese Menschen eher arbeiten um zu leben, oder ob sie wie aktuell zutreffender eher leben um zu arbeiten.

    Dann passe ich als konfessionsloser, heterosexueller, mit der Mutter aller meiner Kinder verheirateter Hausbesitzer, der manchmal Anzug und manchmal "ethnic wear" trägt und mit Migrationshintergrund bei geschliffenem Deutsch ja in gar kein Raster. Spießiger Deutsch sprechender Halbmigrant?

    Es kann von Lehrkräften nicht erwartet werden, dass sie außerhalb der für den ÖD üblichen Arbeitszeiten ihre E-Mails überprüfen.
    Seit ich in der Schulbehörde arbeite, ist das klar getrennt. Mails werden zu den Arbeitszeiten gelesen und bearbeitet. Ansonsten nicht - es sei denn, ich warte auf eine dringende Antwort meines Vorgesetzten, die ich für die weitere Arbeit benötige - dann schaue ich auch mal um 20 Uhr in meine Mails, um dann einen gedanklichen Haken zu setzen und am nächsten Morgen weiterzuarbeiten. (Und selbst das wäre womöglich gar nicht nötig...)

    Im Nachhinein denke ich mir, dass ich das womöglich im aktiven Schuldienst ähnlich hätte handhaben sollen...

    Mensch, Bolzbold , du schreibst aber echt gut Deutsch, merkt man gar nicht, wenn du traditionelle Kleidung trägst^^

    Ob es Menschen gibt, die gar keine Vorurteile haben?

    Nein, sehr wahrscheinlich nicht. Auch ich ertappe mich, wie ich Vorurteile habe, kann das aber gut reflektieren und dann entsprechend (anders) handeln.

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