Beiträge von Bolzbold

    Hier schließt sich für mich eine neue Frage an: Was passiert mit dem Abiturjahrgang 2021? Es besteht doch die große Gefahr, dass wir mit dem Stoff nicht durchkommen ...

    Das ist richtig. Da liegen meines Wissens nach aber noch keine offiziellen Informationen zu vor.

    Habe ich diese Beschlussvorlage bzgl. den Defiziten in der Q1 so verstanden, dass die Schülerin/ der Schüler, der in einem beliebigen Fach 4 oder weniger Punkte hat, eine Nachprüfung machen kann? Das gilt pro defizitärem Kurs?

    Ja, wenn es um die Zuerkennung eines Abschlusses geht.

    Lieben Dank für die Antwort, die aber zu einer neuen Frage führt. Nachprüfungen beziehen sich doch thematisch auf das zurückliegende Halbjahr. Die Zeit des Homeschoolings darf doch aber nicht prüfungsrelevant sein, oder doch?

    Richtig - die Zeit des Homeschoolings ist nicht prüfungsrelevant - so stand es auch in einer der mittlerweile 18 Schulmails.

    Hier gibt es eine gesonderte Passage zum Erwerb des MSA - die Verordnung wurde oben ja schon verlinkt.

    Konkret bedeutet das, dass sich an der bisherigen Praxis nichts geändert hat. Aufgrund ausbleibender Mahnungen hätte ein Schüler bisher ohne Bildungssicherungsgesetz im Extremfall die Versetzung in die Q-Phase erhalten, jedoch nicht den MSA. Das kommt extrem selten vor, ist aber bitter für die Schüler, die die Q1 auch im zweiten Anlauf nicht packen. Die gehen dann nach drei Jahren Oberstufe womöglich nur mit dem HSA9 ab.

    Die Verordnung im Rahmen des Bildungssicherungsgesetzes sieht ebenfalls die Vergabe des MSA nur bei Erfüllung der jeweiligen Anforderungen vor - also werden alle defizitären Fächer bei der Entscheidung über die Vergabe des MSA berücksichtigt. Die Ausnahme im Rahmen des Bildungssicherungsgesetzes ist die Möglichkeit von einer Nachprüfung pro defizitärem Fach (also nicht wie bisher nur in einem einzigen Fach), um die Defizite wegzubekommen und so den MSA noch zu erwerben.
    Dasselbe gilt für den Erwerb des schulischen Teils der FHR, wenngleich hier die Nachprüfung im Verhältnis 1 zu 1 zur Vornote gewichtet wird, d.h. jemand mit einem Punkt als Vornote muss eine bessere Nachprüfung machen als jemand mit vier Punkten als Vornote.

    Sorry, ich muss mal nachfragen: Meinst du, dass ganz bewusst am Nachmittag etwas vom MSB kommuniziert und dann am frühen Abend von Laschet relativiert wurde? Und fändest du es besser, wenn bewusst widersprüchlich kommuniziert wird als wenn das unabsichtlich geschieht?


    Ich meine, dass die 17. Schulmail nicht durch die 18. korrigiert werden konnte, weil dafür nicht genug Zeit war und die 18. vermutlich im Vorfeld bereits geplant war. Was sich ansonsten zwischen dem MP, der Schulministerin und welchen auch immer sonst noch beteiligten Stellen abgespielt hat, dürfte sich mit Ausnahme der Beteiligten unserer aller Kenntnis entziehen.

    Im ASB wurde heute auch darüber beraten:

    Entwurf einer Verordnung zur befristeten Änderung von Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 Schulgesetz NRW


    Der Inhalt dieser Verordnung dürfte sowohl für die Sek I als auch für die Sek II Vorgaben machen. Leider ist diese Verordnung noch nicht im Netz zu finden.

    Die Schulmails werden mit etwas zeitlicher Verzögerung im Bildungsportal eingestellt. Eine so schnelle Korrektur und entgegen der bisherigen Wahrnehmung höherer Verbindlichkeit wäre zwischen dem Statement Laschets und der 18. Mail kaum möglich gewesen. Rein inhaltlich dürfte auch klar sein, dass die beide geplant waren, zumal sie ja unterschiedliche Themen ansprechen.

    Extrem gesprochen müsste man nach Mitteln und Wegen suchen, um den negativen Einfluss der häuslichen Voraussetzungen auf den Lernerfolg der Schüler zu minimieren. Die "technologische Waffengleichheit" ließe sich wie weiter oben dargelegt bei entsprechendem politischen Willen sicherlich herstellen. Mangelnde Kooperation seitens des Elternhauses oder die Arbeit von KiTas, Tagesmüttern und Schulen konterkarierendes Verhalten bei eigenem Mangel an entsprechender Sozialisation des Elternhauses lässt sich hingegen damit nicht in den Griff bekommen.

    Es ist eine Mischung aus vielen Dingen - auch bei der Bewertung von Leistungen ist es zumindest weit vor Schuljahresende im regulären Unterrichtsbetrieb auch noch recht vielen Schülern egal, wie ihre Leistungen bewertet werden. Panik bekommen sie erst dann, wenn es auf ein Defizit hinausläuft oder die Note den eigenen, völlig illusorischen, Erwartungen nicht entspricht. Dann wollen auf einmal noch alle Referate machen.

    Dass nicht negativ bewertet werden darf, ist ein Zugeständnis an die unterschiedlichen häuslichen Voraussetzungen - und das kann ich verstehen.

    Wie ich in den letzten Jahren mehrmals sagte:

    Eine Schulleitung geht soweit, wie man sie lässt. Die Rechtsunkenntnis vieler Lehrkräfte macht es den Schulleitungen aber auch wirklich leicht.

    zu 3)

    Ja, das wäre sehr zu begrüßen. Das setzt aber auch eine entsprechende Infrastruktur bezüglich der Bandbreite des Internets an den einzelnen Schulen voraus.

    Neben den Endgeräten und der schulischen Infrastruktur brauchen die Schüler aber auch kostenloses Internet - die paar GB Datenflat, die sie auf ihrem privaten Handy haben, reichen da oft nicht aus - und heimisches Internet kann nach wie vor nicht flächendeckend vorausgesetzt werden.

    Neben den Investitionskosten sind da aber auch noch die Instandhaltungskosten - und hier würde ich mich als Lehrer weigern, für die schulischen Endgeräte wie Smartboards etc. zuständig zu sein. Da bräuchten wir analog zum Schulverwaltungsassistenten einen IT-Verwaltungsassistenten, der nur dafür da ist und bei Bedarf sofort reagieren kann. ist alles machbar, ist auch alles bezahlbar - so man als Landesregierung denn will.

    Hier noch etwas zum Thema Komplettumstieg auf digital:
    Ich arbeite ja jetzt seit einiger Zeit in der Behörde und seit vier Wochen komplett im Homeoffice. Das Lesen am Bildschirm ist schon etwas anders als das Lesen von Papier. Ebenso in Bezug auf das Markieren. Solange Markieren auf vielen Geräten eben nicht ebenso leicht mit einem Handstrich funktioniert wie auf Papier, ist das für mich kein dauerhafter überzeugender Ersatz. Der Überarbeitungsmodus ist hingegen eine feine Sache, die das Arbeiten mit vielen Kollegen erleichtert.

    Wir hatten in der Geschichte der Bundesrepublik, wenn ich mich richtig erinnere, zweimal einen CSU-Kanzlerkandidaten, die sich gegenüber der großen Schwester durchgesetzt hatten - das waren einmal Strauss (gegen Albrecht) und einmal Stoiber (gegen Merkel). In beiden Fällen waren das auch Gründe dafür, dass die CDU/CSU nicht wieder in die Regierungsverantwortung kam.
    Die Alleingänge Bayerns in den letzten Jahrzehnten haben meiner Wahrnehmung nach für ein Maß an Grundgenervtheit gesorgt, dass ein Kanzlerkandidat aus Bayern eigentlich chancenlos ist. Wer ständig auf seinen Sonderstatus pocht, schürt Ängste, dass man im Falle einer gewonnenen Wahl plötzlich "fremdregiert" wird.
    Ich sehe es aber ähnlich wie Kalle, dass Laschet im Moment alles dafür tut, um seinen Ambitionen als Kanzlerkandidat erheblich zu schaden und sich selbst unwählbar zu machen. (Andererseits hat die SPD ja so viel Erfahrung darin, ihre Kandidaten im Vorfeld so zu schwächen, dass sie noch unwählbarer sein wird (bzw. werden). Das ist auch eine Form von Wahlhilfe...) Es wäre aber auch nicht das erste Mal, dass Politiker einem gewissen Maß an Verblendung unterliegen und trotzdem der Meinung sind, sie wären auf dem richtigen Kurs (ich erinnere da an Norbert Röttgen bei einer zurückliegenden Landtagswahl in NRW...)

    Echt, die findest du gerechtfertigt? Hilfreich sind sie m.M.n. jedenfalls nicht.

    Du missverstehst das.

    Italien hat selbst eine faschistische Geschichte - man hat eben nur rechtzeitig die Kurve gekriegt und stand bei Kriegsende auf der "richtigen Seite". Natürlich kann man auf dieser Basis über die Motive des faschistischen Fingerzeigs nur spekulieren...

    Um noch auf den Clip von Gysi einzugehen:

    In Deutschland gelten die Südeuropärer oft immer noch als Gauner, Trickser, Schlitzohren und dergleichen. Die Südosteuropärer schneiden da zum Teil noch schlechter ab. Solange der europäische Westen sich nach wie vor auf der Basis der Geburt, seiner Wirtschaftsleistung und der vordergründig niedrigeren Korruptionsrate als die Krönung der Schöpfung erachtet, wird ein Europa der Kulturen eine Utopie bleiben. Der Ursprungsidee her ging es ja auch immer nur um Wirtschaft und Geld - das hat sich bis heute nicht wesentlich verändert.

Werbung