Beiträge von Bolzbold

    Also im Rahmen der Telearbeit ist es bei Behörden mittlerweile so, dass alle Beschäftigten dort Dienstlaptops haben, die sie auch zur Telearbeit mit nach Hause nehmen dürfen. Gleichzeitig wurden sie mit entsprechendem Equipment (Monitor, Dockingstation, Tastatur, Maus, VPN-Hardware) ausgestattet, um entsprechend daheim arbeiten zu können. Wir reden da von ein paar Hundert Beschäftigten. Wollte man nun alle Lehrkräfte entsprechend ausstatten, ginge das richtig ins Geld.

    Ich habe jetzt, nachdem mir mein Tablet kaputt gegangen ist, zwar Ersatz beschafft, aber kein High-End Gerät mehr zugelegt, weil ich abwarten will, was die Landesregierung da so plant - festes Gerät, Zuschuss etc. Dann kann ich immer noch ein für meine Zwecke geeignetes Gerät anschaffen.

    Der Umstand, dass die Abiturnoten im Wesentlichen gleich geblieben sind, zeigt, dass die zwei oder drei Wochen Unterrichtsentfall durch Corona vor den Osterferien entweder durch die Verschiebung der Abiturprüfungen kompensiert wurden oder aber sich, wenn überhaupt, nur marginal ausgewirkt haben.

    Entsprechend beschweren sich natürlich nur die Schüler lautstark, die durchgefallen sind und mit Corona nun einen Grund haben, der nicht bei ihnen selbst zu suchen ist. Eine zielgerichtete Manipulation der Ergebnisse ist angesichts der vielen Schulen, der Zweitkorrektur etc. eigentlich in der Breite auszuschließen.

    geht nicht. Nur habe ich zumindest den Eindruck, dass eben keiner der Punkte wirklich "bedient" wurde, nicht mal "schnell".

    Das vieles davon daraus resultiert, dass wir wirklich "auf Sicht" fahren, ist mir auch bewusst.

    Aber dass sich dann ein Laschet, eine Gebauer oder wer auch immer dahinstellt und dermassen dampfplaudermäßig daherklugscheißt, anstatt einfach mal zuzugeben "wir haben keine Ahnung", das ist nicht nur schlechter Stil, das ist einfach Volksverarsche.

    Ich erinnere da an einen Landtag, der das Bildungssicherungsgesetz nicht im Paket mit der grundsätzlichen Corona-Gesetzgebung verabschieden wollte und somit alles noch einmal durch den ASB (Ausschuss für Schule und Bildung) und anschließend durchs Parlament musste... meherere Wochen unnötige Verzögerung.
    Ich erinnere mich an zahlreiche ASB Sitzungen, in denen die Opposition immer wieder ein Aussetzen der Abiturprüfungen forderte, obwohl die KMK hierzu bereits einen eindeutigen Beschluss gefasst hatte. Unnötig, ineffizient, unprofessionell.
    Ich erinnere mich an eine ASB Sitzung, in der gemeinsam mit dem Petitionsausschuss die Massenpetition zum Durchschnittsabitur explizit und ausführlich behandelt werden sollte. Es waren dann effektiv fünf (!) Minuten, nachdem besonders die Opposition wieder einmal ihre alten Argumente zum drölfzigsten Mal vorgetragen hatte. Die Petenten waren sogar extra zum Ausschuss angereist. Unglaublich peinlich.

    Da ist mir ein Dahergeklughscheiße, wie Du es nennst, allemal lieber.

    Miss Jones

    Ja, das kann ich verstehen. Ich bin zusätzlich noch in der Rolle eines Vaters eines Kindergarten-, eines Grundschul- und eines Gymnasialkindes und ich habe den Informationsfluss hautnah miterlebt.

    Mein Eindruck ist, dass hier eindeutig zu viele Player am Werk sind, so dass bei mitunter tatsächlich ungewollt gegensätzlichen oder widersprüchlichen Informationen Chaos aufkommt.

    Als Player in NRW bzw. mit Einfluss auf NRW waren da:

    Laschet, Gebauer, Laumann, Stamp, Lienenkämper, Hubig (KMK), Söder, der Landtag, die Ausschüsse im Landtag, die Bezirksregierungen

    Als Player vor Ort waren da:

    Schulämter, Gesundheitsämter, die kommunale Verwaltung an sich

    Geregelt werden mussten unter anderem:

    Schutz der Bevölkerung (Corona-Schutzverordnungen, Hygienestandards, Hygienelogistik), Betreuungsgesetze, das Schulgesetz (zusätzlich alle APOs), finanzielle "Rettungsschirme" wie Kurzarbeitergeld etc.

    Diese Liste ist zweifellos nicht abschließend.

    Betroffen waren:

    Im Grunde die gesamte Bevölkerung mit all ihren individuellen teils konvergierenden, teils divergierenden Interessen.

    Da möge man mir jetzt mal zeigen, wie man das in einer parlamentarischen Demokratie schnell, effizient und im Wesentlichen konflikt- und fehlerfrei löst...

    Miss Jones

    Ich denke, die meisten von uns haben schlicht keine Ahnung davon, wie eine oberste Behörde funktioniert, wer dort arbeitet, was die Leute dort können und welche echten Spielräume bestehen.

    Die meisten von uns würden eine ähnlich wenig schmeichelhafte Argumentation, wie Du sie vorgebracht hast, im Zusammenhang mit Lehrern und ihrem Umgang mit digitalem Unterricht mit eben diesem Verweis zurückweisen.

    Was draußen bei der Bevölkerung ankommt, ist mitunter Mist oder wird als solcher empfunden - keine Frage. Ich hätte aber sowohl als Lehrer als auch als Beschäftigter in einer oberen Behörde keine Lust auf so eine selbstgerechte Argumentation nach dem Motto "wärst Du perfekt, gäbe es kein Problem."

    Wenn es notwendig sein sollte, Schüler "schärfer" anzusprechen, dann ist es eben so. Wenn man aber zu dem Punkt kommt zu glauben, dass arabischstämmige Schüler so etwas eher brauchen - und das ohne konkreten und auf diese Schüler bezogenen Anlass - dann ist das diskriminierend. Und dann ist es gut, dies zu reflektieren und ggf. zu ändern.

    Der Germanist

    Ja, das ist richtig. Interessanterweise findet sich in der APO SI kein Passus analog zur APO-GOSt, dass es keinen Anspruch auf die Einrichtung bestimmter Kurse gibt.

    Bleibt das Problem der "Umverteilung" der Schüler, wenn der Fremdsprachenkurs nicht zustande kommt und die anderen Kurse bei entsprechender Neuzuweisung der betroffenen Schüler zu voll würden. Dann müsste womöglich letztlich doch wieder eine weitere Lehrkraft abgestellt werden.

    Schaut man sich die APO-GOSt genauer an, wird man feststellen, dass Wochenstunden und Pflichtbelegung relativ eng miteinander verwoben sind. Möchte man die Wochenstunden deutlich reduzieren, geht das nur mit einer Änderung der Pflichtbelegung.
    Dann ist ja gegenwärtig auch noch ein "Bildungsstaatsvertrag" in der Schwebe, der durch Corona vermutlich gerade wenig Priorität genießt.
    Vertiefungskurse sind/waren einerseits schöne "Lückenfüller" für Wochenstunden, aber waren ebenso oft faktisch reine Förderkurse für schwache Schüler. Einige wenige Schulen nutzen Vertiefungsfächer auch als Profilkurse im Rahmen ihres übergeordneten Profils.

    Rein rechnerisch könnte man auf die alte APO-GOSt vor G8 zurück. Ob man das will und ob das auf der Basis der gegenwärtigen Profile funktioniert, ist eine spannende Frage....

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