Ich hatte vor einigen Jahren eine ähnliche Situation in meiner eigenen Klasse. Dort sind mir auch Worte herausgerutscht, über die sich am selben Tag noch Eltern bei der Schulleitung gemeldet haben. Im Nachhinein erfuhr ich dann, dass es keine Beschwerde im eigentlichen Sinne war, wobei das hier an dieser Stelle auch unerheblich ist.
Im Anschluss an die Situation hatte ich nicht unbedingt ein schlechtes Gewissen sondern eher einen großen "Aha"-Lerneffekt. Mir war klar geworden, dass ich zum einen die Kontrolle niemals wieder verlieren wollte, zum anderen wollte ich mich im Vorfeld erst gar nicht so ärgen oder aufregen, dass es überhaupt wieder dazu kommen könnte.
Beides hat in den Jahren danach gut geklappt, weil ich bewusst andere Strategien angewendet habe, um eine Wiederholung dieser Situation zu vermeiden. Das heißt nicht, dass ich in der Vergangenheit je nach Situation nicht deutliche Worte für Fehlverhalten etc. gefunden hätte. Deutliche, aber eben andere.
Ich denke, Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Solange Du aus der Situation gelernt hat bzw. weißt, wie Du künftig so etwas vermeidest, ist alles gut. Vielleicht hast Du ja auch einfach gemerkt, dass Deine Wortwahl gar nicht so schlimm war. Ein "wollt Ihr mich verar...." habe ich schon häufiger verwendet. Das war aber eben auch jedes mal authentisch von mir. Da hatte ich kein schlechtes Gewissen. Solange die Beziehungsebene zu den Schülern stimmt, nehmen die einem so etwas nicht krumm.