Beiträge von Bolzbold

    Das ist so unnötig kompliziert gemacht aufgrund verschiedener Gesetzeswerke, die da greifen.
    Wenn jeder Schulträger einen gesonderten Wartungsvertrag mit einem kommerziellen Anbieter abschließen muss etc.

    Da wäre es doch einfacher, sich auf einen festen Pool an Geräten zu einigen, diese vom Land vorzugeben und ebenso über eine landesinterne IT-Infrastruktur einrichten und warten zu lassen.

    Das Ganze wird ohnehin im Sande versickern, zumal die NRW-CDU unter Laschet ja strikt gegen die GG-Änderung ist.

    Je nach Vorfall kann eine sofortige Suspendierung zur Gefahrenabwehr angemessen sein. Die Anhörung von Schüler wie Eltern wäre jedoch zwingend nachzuholen.

    Derjenige, der die Maßnahme verhängt - hier die kommissarische SL - steht auch mit seiner Unterschrift dafür gerade. Als "gemeiner Lehrer" würde ich so etwas nie unterschreiben, denn die Unterschrift würde mich auch dafür "haftbar" machen, wenn die Entscheidung falsch oder unangemessen war.

    @Miss Jones

    Es ist erschreckend, wie viele KollegInnen gar keine Kenntnisse im Schulrecht besitzen oder eben sich mit Halbwahrheiten und ewig tradierten Mythen durch den Schulalltag schlagen. Das ist ein aktives Versäumnis der KollegInnen. Das Dienstrecht sieht vor, dass man sich mit den für den jeweiligen Beamten geltenden Vorschriften bekannt machen MUSS. Wenn ich noch nicht einmal meine Dienstordnung kenne, nach der ich arbeiten darf/soll, dann ist da schon Holland in Not.

    Liebe Dafina,

    die angebotenen Lösungen sind einerseits plausibel, andererseits müssen sie zur Persönlichkeit der jeweiligen Lehrerin passen. Würdest Du so auftreten wie hier gesagt, käme das bei Deiner von Dir beschriebenen Persönlichkeit total unauthentisch rüber. Bei Miss Jones und Mrs Pace kann ich mir das hingegen SEHR GUT vorstellen... ;)

    Du schreibst, dass Du leicht gebückt vor der Klasse stehst - dass Du verunsichert bist und eine "Beißhemmung" hast.
    Das merken natürlich auch Deine Schüler sofort und gehen soweit, wie Du sie letztlich lässt. "Setz Dich durch" ist natürlich auch so eine altkluge Phrase, die nur von Leuten kommen kann, die glücklicherweise dieses Problem nicht haben oder kennen.

    Du brauchst meines Erachtens Rollenklarheit - in zwei Richtungen.

    a) Du brauchst Rollenklarheit, was Deine Position als Lehrerin im Kollegium und gegenüber der Schulleitung angeht. Selbst in der Probezeit bist Du nicht Teil des Gesindes, das analog zum ostelbischen Gutshof in der Vorkriegszeit immer nur zu tun hat wie der Gutsherr aka Schulleiter befiehlt.
    Du bist Lehrerin in der Probezeit und genießt auf der Basis des Schulgesetzes, des Landesbeamtengesetzes und der Allgemeinen Dienstordnung auch gewisse Rechte. Du bist jetzt schon faktisch unkündbar, es sei denn, Du fährst den Karren richtig gegen die Wand, was ja ganz offensichtlich nicht der Fall zu sein scheint.
    Die kollegiale Zusammenarbeit ist Teil der Pflichten, die man als Lehrkraft hat, so dass Du Dich durchaus an KollegInnen wenden kannst und das auch tun solltest. Da sind mit Sicherheit einige gleichaltrige KollegInnen, mit denen man zusammenarbeiten kann. Gerade in der aktuellen Junglehrergeneration sollte das doch der Fall sein.

    b) Du brauchst Rollenklarheit, was Deine Position als Lehrerin gegenüber den Schülern angeht.
    Das heßt konkret, dass Du in der Tat den Schülern sagen darfst (und mitunter musst), wo es lang geht. Wie groß oder klein, dick oder dünn oder wie auch immer man aussieht, ist dabei sekundär. Eine aufrechte Haltung und eine entsprechende Entschlossenheit sind hier wesentlich. Schüler merken wie gesagt, wen sie vor sich haben. Deine Unsicherheit überträgt sich auf die Schüler - gerade in der Pubertät wollen diese ja Grenzen erfahren. Und die musst Du setzen. Das kann man auf der zwischenmenschlichen Ebene lösen (einzelne Störenfriede bei der Ehre packen, konkret ansprechen und ermahnen) und/oder auf der formalen Ebene (konkrete Sanktionen - Ausschluss aus dem laufenden Unterricht, Nacharbeit unter Aufsicht, Elterngespräch etc.). Wichtig ist dabei, dass Du Dir darüber im Klaren bist, was Du willst und dass Du das dann mit der nötigen Entschlossenheit durchsetzt. Gerade bei den 15jährigen Jungen solltest Du Dich vor versammelter Mannschaft aber auf keinen Machtkampf einlassen.

    und

    c) Du musst aus der - wie soll ich es sagen - "Opferrolle", in der Du Dich gerade mehr oder weniger befindest, herauskommen. Du musst die Initiative zurückgewinnen, damit Dir die Schulleitung eben nicht diverse Fortbildungen etc. aufbrummt, die Eltern oder die Schüler blöd kommen. Du kannst an der Situation durchaus etwas ändern, wenn Du auf der Basis Deiner Schwächen, derer Du Dir ja bewusst bist, konkret überlegst, was Du anders machen möchtest. Das solltest Du dann mit aller Entschlossenheit tun.

    Das würde sicherlich einiges entspannen. Bisher wollte ich mir noch nicht eingestehen, dass mich das Volldeputat evtl. überfordert. Aber ein Beruf, wo man nicht in der Lage ist in Vollzeit zu arbeiten? Irgendwie auch komisch. In anderen Berufen erhält man (während der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit!) Gelegenheit, sich in die Materie einzuarbeiten. So ganz einsehen will ich das nicht.

    Letztlich würdest Du trotzdem auf das Zeitvolumen einer vollen Stelle kommen, weil Du ja jetzt die Zeit hast, die Dinge entsprechend Deinem gegenwärtigen Tempo zu erledigen. Das ist ein ganz dickes Minusgeschäft!

    Bevor Du Dir metaphorisch den Strick nimmst, sei noch einmal ganz ausdrücklich folgendes angemerkt:

    JEDER Junglehrer, der frisch aus dem Referendariat kommt, arbeitet mit voller Stelle, mehreren Korrekturgruppen und dem ganzen Tamtam, das Schule so mit sich bringt, in den ersten Jahren mehr als eigentlich vorgehsehen und als eigentlich gesund ist.
    Auf die Lebensarbeitszeit gerechnet gleicht sich das aber nach ein paar Jahren auf jeden Fall aus, weil Du Routine bekommst, effizienter arbeitest, nicht mehr so oft nachfragen oder nachschlagen musst, Du in Deinen Entscheidungen selbstbewusster und zügiger wirst und auch natürlich nicht mehr so viel vorbereiten musst. Die ersten Jahre sind hart, aber ES WIRD BESSER! Ganz bestimmt.

    Die Schulleitung kann nicht widersprechen, die Bezirksregierung bei "falschen Zeiträumen" hingegen schon.

    Die vom TE beschriebene Vorgehensweise sollte eigentlich funktionieren. Sinnvoll ist es, im Dezernat nachzufragen und mit dem entsprechenden Sachbearbeiter zu sprechen. Der kann dort nämlich unter Umständen schon die entsprechenden Weichen stellen.

    Also ich sag mal so: Ich brauche auch 1 Stunde für eine Oberstufenklausur in der Fremdsprache, aber sicherlich nicht 2-3 Stunden. Das kommt höchstens bei Abi-Klausuren vor, die du ja nun mal nicht jedes WE hast (s. Titel).

    Das ist schon eine ganze Menge. Als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, hatte ich mal 167 Klausuren pro Quartal (!!!) bei 6 Korrekturgruppen, davon die Hälfte Oberstufe. Das war schon hart. Zumal Englisch in Klasse 10 auch nicht wesentlich kürzer dauert.

    Das Problem bei dir wird daran liegen, dass du die Zeit in der Woche nicht optimal nutzt. Eigentlich müsstest du ja ca. 9 Stunden am Tag arbeiten, und damit meine ich wirklich Arbeit und nicht Freistunden absitzen. Da sind wir nämlich schon beim Kern des Problems: Du verbringst viel Zeit in der Schule, die du aber ja nicht nur mit Unterrichten verbringst. Du hast ja nicht jeden Tag 9 Unterrichtsstunden. Zu Hause danach möchtest du aber auch nicht mehr korrigieren. Also ist es doch logisch, dass du so viel WE Arbeit hast.

    Wenn du in der Schule konsequent in jeder freien Minute korrigieren würdest und auch nachmittags / abends noch etwas, bis die 9 Stunden voll sind, dann hättest du auch mehr freie WE. Deine Entscheidung. Du magst es offensichtlich lieber so, was ja auch okay ist.

    Manchmal lässt sich WE Arbeit einfach nicht vermeiden, das sind aber vielleicht pro Quartal 2-3 WE, also 8-12 im Jahr, keine 52!


    DAS dürfte in diesem konkreten Fall tatsächlich das Hauptproblem sein. Problem ja deshalb, weil es der TE als solches dargestellt hat.
    Man kann effektiver und schneller werden. Wenn ich aber effektiv von meinen rechnerisch 41 Stunden pro Woche nur 30 bis 35 arbeite, dann verschiebt sich der Rest in der Tat aufs Wochenende.


    Es ist sicherlich nicht so, dass ich an dem Problem festhalten möchte. Die Anregungen helfen mir ja auch. Aber scheinbar ist es so, dass sich viele Schulen und Schulformen doch so stark unterscheiden, dass ich bei vielen Diskussionsteilnehmern auf wenig Verständnis treffe.

    Das hat in meinen Augen auch damit zu tun, dass es bei Deiner Fächerkombi einfach unglaublich viel anmutet, was Du korrigierst, obwohl Du im Vergleich zu den anderen Kernfachkollegen eben nicht 100% eines Kurses hast, die Klausur schreiben.

    Zitat


    Es ist ja schön, dass der Lehrerberuf zeitlich anscheinend für die meisten Kollegen doch nicht so zeitaufwändig ist und der Großteil noch Zeit für Hobbys, Familie, etc. hat. Ich sehe mich mit meinem Zeitproblem allerdings nicht alleine, da es viele meiner Kollegen betrifft, die auch kaum Spielraum haben, dies zu ändern. Höre ich mich direkt im Kollegium um, erfordert die Korrektur einer Oberstufenklausur zwischen 30 min (Mathe/Physik) und 2-3 Stunden (Deutsch, Englisch). Es kann doch nicht sein, dass die alle zu blöd sind, korrekturfreundliche Klausuren und Erwartungshorizonte zu stellen?


    Nein, die sind sicherlich nicht zu blöd, entsprechende Klausuren oder EWHs zu erstellen. Die meiste Zeit dürfte bei der Art des Lesens und Korrigierens draufgehen.
    Lese ich die Klausur einmal, zweimal oder dreimal?
    Wie entscheidungsfreudig bzw. konsequent bin ich bei der Punktevergabe und wie lange dauert das?
    Lege ich mir mehrere Klausuren parallel hin, um maximale Vergleichbarkeit herzustellen?
    Schreibe ich ganze Romane unter die Klausur oder gebe ich nur den ausgefüllten Bewertungsbogen zurück und stehe lediglich bei Rückfragen der Schüler zur Verfügung?
    Habe ich Angst Fehler zu machen oder nicht 100% objektiv zu sein und überlege ständig hin und her?

    Diese Punkte dürften die effektive Zeit, die man für die Korrektur braucht, entscheidend sein.
    Für eine Englisch-LK Abiturklausur benötige ich mittlerweile keine zwei bis drei Stunden mehr. Ich schreibe mir die Kriterien, die erfüllt oder explizit nicht erfüllt sind, mit Bleistift daneben, hake im ausführlichen EWH, den ich für alle Schüler für meine Korrektur mitkopiere, ab und vergebe dann die Punkte. Am Schluss übertrage ich das in das eigentliche Bewertungsraster, überprüfe, ob ich richtig addiert habe und fertig.
    Insbesondere seitdem seitens des Ministeriums inoffizielle Zeitvorgaben für die Korrektur von Klausuren veröffentlicht wurden, sehe ich nicht ein, ein Zehnfaches davon effektiv an Zeit zu benötigen.

    Keine Sorge, Scooby, ich habe Deinen Einwand schon richtig verstanden und nicht persönlich genommen.
    Meine Schulleitung äußert sich auch nicht unbedingt positiv über die PMs und ihre weiteren Karrierewege.

    Für ambitionierte zukünftige Schulleiter und Stellvertreter gibt es von Philologenverband Fortbildungswochenenden - ebenso für Fachleitungen. Wer da ernsthaft dran interessiert ist, sollte daran teilnehmen, auch um für sich Rollenklarheit zu erlangen.

    Wenn man "nur" eine Koordinatorenstelle möchte und nicht Schulleiter oder Stellvertreter werden möchte, dem hilft Erfahrung in der Verwaltung durchaus weiter. Die Bandbreite dessen, was beispielsweise in meinem Referat läuft, ist schon erheblich mehr als dass, was ich von der Schule im faktisch identischen Aufgabenfeld an fachlicher Expertise mitbringe.

    Falls ich bis dahin "will", könnte ich mit der fachlichen Expertise aus Schulpraxis und Schulbehörde durchaus kompetent als Koordinator arbeiten. Bis jetzt stehe ich aber zu der Threadüberschrift.

    Diese "Allrounder", von denen Scooby spricht, werden auch selten in der Schule generiert. Solche Fähigkeiten bringt man in der Regel mit oder entwickelt sie schnell im Zuge der angestrebten Funtion oder der erhaltenen Funktion. Dafür gibt es letztlich auch entsprechende Fortbildungsangebote.
    Führungserfahrung in dem von Scooby angesprochenen Sinn - und das kann ich auf der Basis meiner schulischen Erfahrung sagen - erhalten bestenfalls diejenigen, die von der Schulleitung protegiert werden und für eine Funktionsstelle auserwählt werden. Damit hätten sie gegenüber anderen Hauskandidaten natürlich einen Bewerbervorteil - aber von "offenen Verfahren" zu sprechen wäre hier ohnehin eine Farce.

    Die übrige Kritik an den Qualifikationen der PMs nehme ich zur Kenntnis, kann mir den Schuh aber weder anziehen noch dafür oder dagegen argumentieren. Die Leute in meinem Referat wirken nicht gerade so, als seien sie Flachpfeifen oder Schulflüchtlinge.

    Ich würde in dem Punkt zustimmen, dass eine Tätigkeit im Ministerium nicht per se für eine spätere Führungsposition qualifiziert. Dass aber KollegInnen ohne Führungserfahrung bis zur A15Z inklusive ohne Eignungsfeststellungsverfahren befördert werden (können), ist andererseits aber auch Realität.

    Für mich war es wichtig, mir neue Perspektiven zu schaffen, einmal etwas anderes zu tun und mich gesundheitlich zu stabilisieren. Alles Weitere wird sich dann zeigen.

    Die Abordnungen in NRW laufen mindestens ein, maximal drei Jahre. Theoretisch könnte man sich aber gegen Ende der Abordnung noch auf andere PM Stellen oder gar auf eine Referentenstelle, falls man über die Qualifikationen verfügt, bewerben.
    Mein Vorgesetzter hat mir gestern gesagt, dass bei der Beendigung der Abordnung man die Wahl hat, ob man an seine alte Schule zurück möchte oder ob man an eine andere Schule möchte - Bedarf vorausgesetzt.
    Das würde ggf. meine Verhandlungsposition gegenüber meiner aktuellen Schulleitung stärken...

    Viele PMs werden in der Tat gegen Ende ihrer Tätigkeit befördert und gehen dann mit Funktionsstelle an die Schulen zurück. Je nachdem, was sie vorher in der Behörde für Aufgabenfelder hatten, wäre dies ja auch plausibel.

    Das Bewerbungsverfahren enthält keine Revision.

    Bewerbung abschicken, auf Einladungsschreiben hoffen bzw. warten, zum Termin kommen, schriftliches Assessment und Bewerbungsgespräch durchlaufen und mit ein bisschen Glück (und Können) die Stelle bekommen.

    Meine Aufgabenbereiche werde wie gesagt aus Diskretionsgründen nicht hier erläutern. Erfahrungen genereller Art hingegen schon.

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