Beiträge von Bolzbold

    Da lerne ich doch einiges von euch!
    Mich frustriert die Abrechnungen, die systematische Abzocke der Ärzte (gut, dafür kann die Beihilfe nichts!), Unklarheiten bei Abrechnungen bspw. kiefernorthopädische Behandlungen, Operationen der Kinder (was ist denn nun beihilfegefördert, was bleibt der überraschende Eigenanteil?). Ich lerne natürlich aus jedem neuen Bescheid dazu aber die sehr undurchsichtige Sprache und der extra Zeitaufwand, Informationen in Erfahrung zu bringen (sei es vorher oder nachher), regen mich einfach auf, und zwar jedes Mal!

    Da gibt es wie immer solche und solche.
    Es gibt Ärzte, die den Eindruck erwecken, als seien Privatpatienten primär Kühe, die es zu melken gilt.
    Es gibt nach meiner Erfahrung aber überwiegend Ärzte, die ihre Arbeit ordentlich machen.

    Alleine bei den drei Schwangerschaften wären wir ohne die quasi unbegrenzten Ultraschalls und Feinuntersuchungen bei zwei Fehlgeburten im Spätstadium gelandet.

    Bei kieferorthopädischen Behandlungen muss man in NRW einen Kostenvoranschlag einreichen, aus dem auch der Eigenanteil ersichtlich wird. Bei einigen PKVs gibt es den "Beihilfeergänzungstarif", der die Posten, die von der Beihilfe nicht übernommen werden, abdeckt.
    Wenn ich bei einem Arzt nicht den Eindruck habe, dass er Behandlungen bezüglich ihrer Notwendigkeit transparent macht oder dass er Kosten womöglich verschweigt, dann lasse ich mich dort nicht (mehr) behandeln. Das kann einem als Kassenpatient übrigens hinsichtlich des Eigenanteils genauso passieren - oder es werden bestimmte Leistungen nach IGEL erbracht und abgerechnet - oder eben gar nicht.

    Wir sind als Privatversicherte in einer privilegierten Position. Dass es diese nicht zum Nulltarif gibt, was ein gewisses Maß an Mitarbeit angeht, sollte verständlich und auch unmittelbar im eigenen Sinne sein.

    Das macht effektiv keiner.

    Ja, das mag durchaus so sein. Aber es ist echt peinlich, wie wenig sich die Kollegen im Beamtenrecht, im Dienstrecht, im Schulrecht etc. auskennen und dafür ebenso peinliche Ausflüchte haben. Vielleicht sollte man nicht erst im Beamtenrecht aufführen, dass Beamte sich über für sie geltende und gängige Vorschriften selbstständig zu informieren haben...
    Mitunter schaffen sie es dann auch nicht, die für sie relevanten Paragraphen zur Elternzeit, zum Elterngeld und dergleichen zu finden, zu lesen und zu verstehen. OK, Juristendeusch ist manchmal doof, aber wer sollte das denn außer den Juristen noch verstehen, wenn nicht wir studierten Menschen?

    Auch das Beihilferecht ist so eine Sache, die man selbst einmal gelesen haben sollte. Manche Sachbearbeiter haben von spezielleren Fällen nämlich gar keine Ahnung. Da muss man die Sachbearbeiter sogar über ihre eigenen Gesetze aufklären.

    Ich kann abschließend nur betonen, dass es als Beamter eigentlich unerlässlich ist, sich über geltendes Recht zu informieren. Das beinhaltet ja nicht nur die Pflichten...

    Heiraten hat rechtliche und steuerliche Vorteile - konkrete Beispiele wurden ja bereits genannt.
    Was den symbolischen Akt auf dem Standesamt bzw. in der Kirche angeht, so konnte ich darauf gut verzichten. Unsere Hochzeit war im ganz, ganz kleinen Kreis. Meine Frau, meine Großmutter, unser Ungeborenes und ich.

    Meine Frau und ich sind beide im ÖD. Da kommt bei drei Kindern einiges an Familienzuschlag zusammen. Meine Frau hat aufgrund unterhälftiger Teilzeit einen Beihilfe-Anspruch in Höhe von 70% über mich. Ich selbst laufe aufgrund des höheren PKV-Beitrags seit dem zweiten Kind ebenfalls auf 70% Beihilfe.
    Wir haben das Steuerklassenmodell III/V, was uns aufgrund der deutlichen Einkommensunterschiede günstiger kommt - und wir bekommen jedes Jahr eine drei- bis vierstellige Steuerrückzahlung.

    Was abgesehen von den rechtlichen und finanziellen Vorteilen bzw. der Absicherung in meinen Augen noch viel wichtiger ist, das ist das auch nach Außen getragene Zusammengehörigkeitsgefühl. Heiraten ist ja nicht nur ein Rechtsakt sondern vielmehr eine gesellschaftliche Aussage. Ich stehe für meine Frau ein, sie ebenso für mich. Wir sind eine gemeinsame Familie (in diesem Fall auch mit einem gemeinsamen Namen) und bilden so eine auch nach Außen gut sichtbare Einheit.
    Wer gemeinsam Kinder hat, der hat sich letztlich bis ans Lebensende an das andere Elternteil gebunden, ganz gleich ob man sich trennt oder nicht. Da ist Heiraten so gesehen die "kleinere Bürde".

    Du beginnst nicht mit dem nächsten Buch sondern machst das alte Buch zumindest was Vokabeln und Grammatik angeht sowie ggf. Textsorten o.ä. fertig. Auf die thematischen Inhalte kann am ehesten verzichtet werden.
    Das mag mitunter ärgerlich sein, ist aber auch Teil unseres Berufs und nicht zwingend exklusiv die Verantwortung des Vorgängers.

    10000 Euro machen nicht per se glücklicher, weil damit die Ansprüche steigen und man sich dann mit Leuten meint vergleichen zu müssen, die ähnlich viel oder noch mehr verdienen und besitzen.

    Ich denke es ist unstrittig, dass in einer Familie im Wesentlichen drei Aufgaben zu erfüllen sind, die in beliebiger Kombination aufteilbar wären.
    a) Lebensunterhalt verdienen
    b) Nestbau und -pflege (= Haushalt)
    c) Brutpflege.

    In dem Fall, wo der Mann mehr verdient, ist es aus pragmatischen Gründen sinnvoller, wenn er das Geld verdient und die Frau sich um die Kinder und aufgrund der räumlichen Überschneidungen in der Regel auch stärker als der Mann um den Haushalt kümmert. Ich unterstelle hier explizit die Gleichwertigkeit der Tätigkeiten.

    Im umgekehrten Fall (Mann bleibt zu Hause, Frau geht arbeiten) zahlt man für die eigentlich genauso pragmatische Lösung und die damit mittelbar auch gelebte Emanzipation einen hohen gesellschaftlichen Preis, weil dem Rollentausch in der Regel die gesellschaftliche Anerkennung vorenthalten wird und man von seinen Geschlechtsgenossen in der Regel skeptisch beäugt wird.
    Letztlich kann man sich als Mann wie als Frau immerhin aussuchen, von welcher der anderen Gruppen man sich in die Fresse hauen lässt.

    Am Beispiel der Berufstätigkeit der Frau wird das ja sehr deutlich.

    a) Vollzeitstelle, Kinder extern betreut => Rabenmama, Karrieristin
    b) Teilzeitstelle, Kinder teilweise extern betreut => will alles auf einmal, kriegt nichts richtig auf die Reihe
    b) Familienmanagerin, Kinder zu Hause betreut => zu faul zum arbeiten, ruht sich aus

    Das könnte man auf die verschiedenen Möglichkeiten an Familienmodellen übertragen.


    Um abschließend noch einmal auf Firelillys Ansprüche zurückzukommen:

    Es wäre für mich als Mann ganz extrem verletzend, wenn eine Frau mich unter anderem wegen meiner Kohle interessant und attraktiv fände, weil das ja im Umkehrschluss bedeuten würde, dass mir ohne Kohle ja augenscheinlich etwas fehlen würde bzw. das Gesamtpaket ohne Kohle nicht hinreichend attraktiv wäre.

    Wenn ich nun einmal davon ausgehe, dass das Aussehen bei beiden Geschlechtern irgendwo eine Rolle spielt und die Charaktereigenschaften ja auch nicht zwingend alle "gut" im Sinne eines sensiblen, kinderfreundlichen Kuschelbären sein müssen sondern die Kombination aus guten wie schlechten Eigenschaften beider Partner trotzdem zu einer glücklichen Liebesbeziehung führen, dann fehlt auf der Gebenseite doch ganz erheblich etwas, wenn man Geld als Kriterium auf der Nehmenseite anführt.

    Wenn Geld gegen Aussehen oder sexuelle Flexibilität "getauscht" wird, sind wir bei Sugardaddy und Sugarbabe (ohne den Altersunterschied) und damit irgendwo in der Vorstufe zur Prostitution. Ist das tatsächlich der Anspruch einer ansonsten emanzipierten und gebildeten Frau?

    Firelilly,

    Ich bin bei einer funktionierenden (Liebes)Beziehung bislang davon ausgegangen, dass BEIDE Partner auf der Geben- und Nehmenseite gute Charaktereigenschaften vorzuweisen haben. Das, was Du aus Deiner Sicht bietest, gehört in meinen Augen zum Gesamtpaket dessen, was beide Partner geben und erwarten können.

    Aussehen oder Liebreiz oder sexuelle Flexibilität oder was auch immer als "Gegenleistung" für Geld? Bildung gegen Geld? Geistreichtum gegen Geld?

    Ist Sexismus so lange OK, wie er den Frauen wider moralischem Erwarten doch Vorteile bringt?

    Ich denke, dass viele Frauen insgeheim ähnliche Wünsche hegen, dies aber eher ein "nice to have" ist als ein "must have".

    Viele Frauen haben heute immer noch die Möglichkeit, sich Männer zu suchen, die erheblich mehr als sie verdienen. Dagegen ist an sich erst einmal nichts weiter einzuwenden.
    Für mich stellt sich die Frage, ob es vertretbar ist, dass ich mir jemanden suche, mit dem ich mir meine Ansprüche erfüllen kann, die ich sonst nicht erfüllen könnte bzw. erfüllt bekäme - denn Luft und Liebe bekäme ich ja auch von einem Mann, der weniger verdient.
    Wenn eine Beziehung ein stetes Geben und Nehmen ist, dann stellt sich für mich als nächstes die Frage, was denn dann auf der "Gebenseite" steht.
    Ganz überspitzt stellt sich dann noch für mich die Frage, ob das nicht die ganze Debatte um Sexismus etc. ad absurdum führt, wenn genau solche Verhaltensweisen aus scheinbar pragmatischen Gründen von gebildeten Frauen weiter kultiviert werden.

    "Ich bin emanzipiert, führe eine moderne Partnerschaft auf Aufgenhöhe, doch greife ich auf alte Rollenmuster zurück, wo es mir Vorteile bringt."

    Ich glaube, mit unserem eigenen Nationalbewusstsein hat das nichts zu tun.
    Wer sich primär als Deutscher ansieht, kann keinem türkischen Autokraten huldigen. Wenn man sich nicht mit Deutschland identifizieren kann oder will, dann respektiere ich das. Ob man wie Özil, der sich angegriffen fühlt, dann mit der Rassismuskeule kommen muss, wage ich jedoch zu bezweifeln. Den Fehler hat ER gemacht.

    Aus den Erfahrungen mit männlichen wie weiblichen türkischstämmigen Schülern kann ich sagen, dass die türkische und die deutsche Mentalität in einigen Bereichen schlichtweg unvereinbar sind. Da kann es dann kein "sowohl als auch" geben, ohne sich komplett unglaubwürdig zu machen, Rosinen zu picken oder eben einen Shitstorm zu provozieren wie Özil.

    Nachdem nun Özils Statement zu seinem Foto mit Erdogan nun eine der Top-Schlagzeilen einiger Online-Nachrichtenportale war, komme ich nicht umhin folgendes festzustellen:

    Özils Verhalten ist aus meiner Sicht einerseits verständlich. Andererseits weist es aber auf das zentrale Problem hin, das viele türkischstämmige Bürger selbst in dritter Generation in diesem Lande haben.
    Dann wiederum frage ich mich, wie jemand so naiv und politisch offenbar völlig ungebildet sein kann, um der Ehre und des Respekts halber einem Autokraten zu huldigen, was er noch nicht einmal als solches erkennt, obwohl es deutschlandweit als solches wahrgenommen wurde.

    Meine hinsichtlich des Ergebnisses völlig offene Frage ist nun, wie unsere Gesellschaft mit dem Phänomen, dass Menschen wie Özil offenbar zwischen den Kulturen gefangen sind dies ganz offensichtlich früher oder später zu erheblichen interkulturellen Konflikten führt, künftig umgehen soll. Letzlich haben wir alle damit ja jeden Tag mehr oder weniger zu tun.

    (Vielleicht können wir hier allgemeine Kritik am Islam, der Türkei, dem Kopftuch, Burkinis, Erdogan etc. zugunsten einer konstruktiven Diskussion zurückstellen.)

    Wir finden im Kollegium durchaus auch andere Themen als Schule - gerade wenn man Familie hat oder gemeinsam auch am Wochenende etwas unternimmt. Natürlich spielt Schule als Gesprächsthema grundsätzlich oft eine Rolle, aber es ist auch durchaus erholsam, einmal über etwas anderes zu reden.

    In meinem Kollegium sind die meisten KollegInnen in langjährigen Partnerschaften/Ehen und wir sind ein recht junges Kollegium, d.h. weniger als 1/5 sind 60+ und ca. 1/4 sind 50+.
    Diejenigen, die seit Jahren Single sind, würde ich nicht per se ob ihres "Beziehungsstatus'" be- oder verurteilen wollen.
    Das kann an so vielen unterschiedlichen Faktoren liegen und ich finde es für die meisten der Dauersingles sehr schade, dass sie nicht den Partner fürs Leben gefunden haben. Dennoch mögen die Dauersingles das mitunter gar nicht so dramatisch erachten. Vielleicht sind sie glücklich mit ihrem Leben oder setzen andere Schwerpunkte.

    Eine Lehrerin als Partnerin eines Lehrers hat in meinen Augen mehr Vor- als Nachteile. Die Arbeitszeiten sind ähnlich, das Verständnis dafür, wie der Job funktioniert und wo und wie die Belastungen sind, ebenso. Die Gespräche drehen sich auch, aber aufgrund dessen, dass die Beziehung eben primär in der außerschulischen Zeit aktiv stattfindet, nicht primär um Schule. Eine Lehrerin als Partnerin eines Lehrers bringt noch einmal eine andere fachliche Sichtweise auf Dinge, die einen selbst umgeben oder beschäftigen. Besonders, wenn sie an einer anderen Schulform unterrichtet. Das ist mitunter sehr bereichernd.
    Die vielen Gemeinsamkeiten, das Verständnis für den Beruf des Partners und ein gleicher Sozialstatus sind durchaus positive Rahmenbedingungen für eine funktionierende Beziehung abseits der individuellen Persönlichkeiten. Im Schuldienst macht man in der Regel auch keine Karriere, so dass man auch auf Augenhöhe bleibt.

    Ein ganz pragmatischer Vorteil sind am Rande noch die stets gemeinsamen Ferien.

    Bei uns im Kollegium sind viele Kolleginnen mit Männern, die in der freien Wirtschaft arbeiten und oft deutlich mehr arbeiten und mehr Geld verdienen, verheiratet. Das führt bei Kindern dann dazu, dass sie die ganze Last der Krankheitstage und der unwirtschaftilchen Teilzeittätigkeit übernehmen müssen. (Vielleicht hätten es da aber auch ein Golf statt einem BMW und ein 300k Haus statt dem 500k Haus getan sowie die 100 € Lampe statt der 800er...)

    Das Familienleben in Doppellehrerhaushalten leidet zwar manchmal unter den Korrekturbergen, dafür gibt es aber in den Ferien reichlich Zeit zum Nachholen. Insgesamt sehen Doppellehrereltern ihre Kinder sicherlich häufiger bzw. sind zu Hause öfter präsent als der 8-17h Bürohengst. Das ist für Familienmenschen sicherlich unbezahlbar.

    Hallo und willkommen im Forum.

    Ich bezweifle, dass sich hier zu viele User dezidiert über ihr Privatleben auslassen. Dazu ist dieses Forum an sich nicht gedacht.
    Ob man sich hier derart exponieren möchte, weil Partnersuche bzw. Beziehung nun einmal ein sehr persönlicher Bereich ist, wage ich zu bezweifeln.

    Korrekt, aber so kann man immerhin für sich selbst "moralisch" punkten, da man sich ja "entschuldigt" hat. Auch wenn es eher eine Frage der präzisen Artikulation ist, so würde streng genommen der "Sünder" durch ein "Entschuldigen" sich selbst reinwaschen können, ohne auf die Annahme selbiger durch denjenigen, dem man übel mitgespielt hat, angewiesen zu sein.

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