Beiträge von Bolzbold

    Lieber Todoque,

    mittelbar beweist Du damit, dass Du kein Lehrer sein kannst. Eine solche lasche Haltung zu Drogenkonsum in der Schule finde ich mehr als bedenklich und eines Lehrers unwürdig.
    Darüber hinaus ist die Argumentation mit überzogenen Gegenbeispielen nicht wirklich überzeugend.

    Ob und was nun konkret nach diesem Vorfall passiert, hat die betreuende Lehrkraft ohnehin nicht mehr alleine zu entscheiden.

    BYOD sehe ich auch kritisch, es sei denn, man greift auf das zurück, was alle Schüler haben - hier also internetfähige Handys. Dafür bräuchte die Schule aber entsprechendes WLAN und das eine oder andere Leihgerät, damit Schüler, die aus welchen Gründen auch immer kein Handy haben, auch arbeiten können.

    Alles andere wäre in der Tat eine recht einseitige Bevorzugung der besser Betuchten und ein soziales "Showing-off".

    Die Mentalität, die hier deutlich wird, beobachte ich schon eine ganze Weile.
    "Wenn alle anderen sich mal bitte gefälligst nicht so anstellen würden, wäre mein eigenes (Fehl)Verhalten gar nicht so schlimm - besonders im Vergleich zu viel schlimmerem Verhalten..."

    Das Problem sind also im Rahmen dieser pervertierten Logik weniger diejenigen, die Regelverstöße begehen, sondern diejenigen, die sie kritisieren. Klassische Opfer-Täter-Umkehr, um den Kritiker moralisch unter Druck zu setzen und im Idealfall mundtot zu machen.

    ...was bei Klausuren mitunter nicht zu vermeiden ist ob der Vorschrift, dass nicht mehr als zwei Klausuren pro Woche in der Oberstufe geschrieben werden dürfen.

    Wenn hier die berechtigte Empörung über die eigenwillige Gesetzesauslegung durch Eltern durch "stellt Euch mal nicht so an" delegitimiert wird, dann sind wir nicht nur im Zeitalter von "alternativen Fakten" sondern auch von "alternativer Gesetzeslage" angekommen.

    Ja, es ist in der Tat ein Politikum.
    Ja, es ist eigentlich nicht einzusehen, Dinge aus eigener Tasche zu bezahlen, für die der Dienstherr aufzukommen hat.

    Aber:

    Es gibt gute Gründe, warum eine Vielzahl an KollegInnen das offenbar anders sieht. Die kann man natürlich auf mannigfaltige Art und Weise mehr oder weniger direkt diffamieren, man kann es aber auch einfach phänomenologisch betrachten und feststellen, dass das für unsere Arbeit offenbar in mehreren Fällen essenziell ist.

    Worüber wir uns keine Illusionen machen dürfen:

    Die Weigerung mit privaten PCs oder sonstiger Hard- und Software zu arbeiten oder kein sonstiges Material anzuschaffen beschert und keinen einzigen weiteren PC im Lehrerzimmer, keinen echten Büroarbeitsplatz, keine angemessene Einrichtung und Ausstattung der Klassenräume etc. Bis das mal bei den Politikern angekommen ist und bei der "Ich diskutiere alles in Grund und Boden"-Mentalität in der politischen Debatte zu einem echten landesweiten oder bundesweiten Beschluss führt, bin ich längst pensioniert - wahrscheinlich schon längst eines natürlichen Todes mit 90+ gestorben. Förderalismus und kommunale Finanzierung der Schulen sind zwei Größen, gegen die auch die geballte Macht von Lehrern, Eltern und Schülern geschlossen auftretend nicht ankommt.
    Der politische Wille ist nicht da. Und die politischen Prioritäten werden anders gesetzt.

    Ich bin froh, dass ich die Folgen dessen, dass eines der reichsten Länder dieser Welt es sich leisten kann, seine Bildungseinrichtungen und seine Infrastruktur so verkommen zu lassen, nicht mehr selbst miterleben muss. Mir tut es jedoch für meine Kinder und deren Nachkommen Leid.

    Was mich an den Kommentaren unter dem Bericht stört, ist, dass viele Menschen der Meinung sind, dass es schlimmere Vergehen gibt, die sanktionswürdiger seien.

    Ich bemühe ich bis zum letzten Tag Unterricht zu machen, bin in den letzten Jahren aber zum Teil an der Einstellung der Schüler gescheitert. Für die Schüler ist nach offiziellem Notenschluss nämlich der Drops gelutscht, weil sie wissen, dass man ihnen sowieso nichts mehr kann. DAS ist in meinen Augen ein viel größeres Problem als die Einstellung der Kollegen.

    Mitunter ist es so, dass die Schüler in den ersten zwei Wochen nach den Sommerferien die Arbeit zum Teil verweigern mit der Begründung, die Ferien seien ja gerade erst vorbei. Zwei Wochen vor den Herbstferien kommen sie zum Teil damit an, das ja bald Ferien seien und man daher nicht mehr arbeiten wolle. Das reduziert die tatsächliche Zeit, in der man arbeiten kann, zumindest bei den kurzen Ferienabständen in NRW auf effektiv zwei oder drei Wochen.

    @Miss Jones

    Dann eben mal aus der Praxis. (Das Wort "lerntheoretisch" sollte nur das Wort "lustorientiert" präzisieren.)

    Einerseits hilft Spaß im positiven Fall durchaus, also dann dann, wenn Dinge funktionieren.
    Umgekehrt kann das ganz schön "backfiren", wenn man über einen längeren Zeitraum merkt, dass Dinge nicht funktionieren oder nicht veränderbar sind. Das hat mich letztes Jahr tatsächlich für einige Monate darüber nachdenken lassen, dem Schuldienst für eine längere Zeit den Rücken zu kehren.

    Was mich im Rahmen meiner persönlichen Lebensumstände motiviert - und das mehr als es "Spaß" im Moment tut - das ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich sehe meine Kinder aufwachsen und kann mir, wenn ich keinen Nachmittagsunterricht habe, Zeit für sie nehmen. (Das war im Wesentlichen auch der Grund, mich nicht wegzubewerben und entsprechend abordnen zu lassen.)
    Dann sind es vor allem auch die Freiheiten, die ich in meinem Beruf sowohl durch die geltenden Gesetze genieße, als auch die Freiheiten, die mir die Schulleitung einräumt. Ich kann überwiegend selbstbestimmt und ohne ständige Kontrolle von "oben" arbeiten.

    Spaß macht das Ganze mitunter natürlich auch. Muss es für mich aber nicht unbedingt. Tut es auch nicht immer.
    Dafür besitze ich hinreichend Disziplin und Anstand, dass es im Extremfall über Wochen und Monate auch ohne geht.

    Ich denke, dass das einerseits eine reine rhetorische Floskel war, andererseits kann das Einschalten der Polizei und die damit verundenen Ermittlungen, im Zuge derer ja auch die betroffenen Lehrkräfte befragt werden, sicherlich belastend sein.

    Hoegg hat meiner Erinnerung nach sogar mal empfohlen, in solchen Fällen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen sich selbst einzuleiten, damit die Behörde ermitteln muss und so - wie hier davon auszugehen ist - feststellt, dass die Vorwürfe nicht zutreffen bzw. im Rahmen des dienstrechtlich noch Vertretbaren liegen.

    Wir sehen hier drei verschiedene Grundhaltungen zu der Problematik.

    1) Die Hardliner wollen gar nichts kaufen und hoffen, dass der Schulträger das irgendwann kapiert, da sie sich selbst nicht als Retter der Welt ansehen. Gleichzeitig ärgern sie sich über die Idealisten und die Pragmatiker, die ihnen die Preise verderben.

    2) Die Idealisten können nicht damit leben, dass Kinder ohne Stifte, Essen oder ein schön eingerichtetes Klassenzimmer lernen. Sie ärgern sich über die scheinbar herzlosen Hardliner und die Pragmatiker, die die Missstände nicht mit eigenen Mitteln zum Wohle der Schüler bekämpfen.

    3) Die Pragmatiker zahlen das, was aus ihrer Sicht für ihre Arbeit effizienzsteigernd ist, selbst. Sie ärgern sich über die zu harten Hardliner und die zu soften Idealisten, die ihnen jeweils zu extrem erscheinen.

    Für jede der drei Grundpositionen gibt es aus unterschiedlichen Bereichen gute Gründe dafür - und eben auch dagegen. Letztlich wird jeder für sich entsprechende Gründe haben, warum er/sie sich nun für eine der drei Wege entscheidet. Das ist im Grunde auch gut so, solange es einem selbst dabei gut geht.
    Problematisch wird es dann, wenn diese Haltungen in der Schule aufeinanderprallen bzw. gegeneinander ausgespielt werden - so wie es hier in diesem Thread auch erfolgt.

    Fakt ist, dass der Schulträger niemals alle Voraussetzungen für materiell optimal ausgestattetes Lernen erfüllen kann, will und wird. Dafür fehlen letztlich die finanziellen Mittel, was auch daran liegt, dass die Länderhoheit über die Bildung eben auch deren Finanzierung bedingt. Diese wird dann vom Land gerne auf die Kommunen abgeschoben. Eine Stadt, die pleite ist, wird dann nur das Nötigste an Reparaturen und Renovierungen vornehmen können.

    Entsprechend sind die Situationen vor Ort so unterschiedlich, dass jeder von uns sehen muss, wie er damit umgeht, um seinen eigenen Arbeitsalltag für sich selbst erträglich zu gestalten. Das schließt keine der drei Grundhaltungen per se aus.

    Ja, Krabappel, das ist im Kern richtig.
    Ob und inwieweit ein Forum jedoch der geeignete Ort ist, um seinen Emotionen freien Lauf zu lassen, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist die schriftliche Kommunikation in Verbindung mit dem Medium Forum zu (kommunikations)störungsanfällig.

    Dass die Grenze zwischen Beschimpfung und dem Zeigen von Emotionen mitunter fließend sind und oft von der individuellen Wahrnehmung des jeweiligen Lesers abhängen, solltest Du aber selbst hinreichend festgestellt haben.

    Also irgendwie komme ich mir gerade vor wie auf dem Schulhof.

    Leute, wir sind alle erwachsene Menschen, erziehen unsere Schüler zu mündigen, (selbst)kritischen Menschen und leisten uns dann in letzter Zeit ein Armutszeugnis nach dem anderen in diesem Forum.
    Wenn das ein Außenstehender als repräsentatives Beispiel für die Lehrerschaft nimmt, dann wäre das unserem Berufsstand nicht sonderlich förderlich.

    Wenn ich das richtig lese, dann ist sie noch in Elternzeit.
    Nach der Elternzeit müsste sie eigentlich mit voller Stelle zurückkommen. Dann reicht eigentlich gemäß dem ursprünglichen Antrag ein normaler Antrag auf Teilzeit, wobei die TE dann unter "Teilzeitbeschäftigung" das zweite Kästchen ankreuzt. (Kind unter 18 Jahren).
    Da die Anträge in NRW ein halbes Jahr vor Ende der EZ bzw. vor Rückkehr zu stellen sind, ist das Thema "Nach dem Ende der Beurlaubung" eigentlich unerheblich. Einmal abgesehen davon dürfte das ja häufiger vorkommen, so dass die Sachbearbeiter, wenn sie halbwegs kompetent sind, das auch zuordnen können. Alternativ ruft man bei seinem Sachbearbeiter an und klärt das. Letzteres hat uns in der Vergangenheit durchaus geholfen.

    Wie ich bereits schrieb:

    Die eigenen Erfahrungen als Maßstab für die Bewertung eines Falles zu nehmen, den wir nur in sehr groben Zügen kennen, kann ziemlich in die Hose gehen. Einige User haben das hier eindrucksvoll gezeigt.
    Etwas anderes ist es, wenn man vergleichbare Situationen beschreibt und konkrete, legale (!) Hinweise gibt, wie man sich verhalten kann.

    Dem TE abschließend lapidar vorzuwerfen, er beschwere sich nur, weil er keine mundgerechten Antworten bekommen hat, ist in der Sache nicht zu rechtfertigen, zumal der TE lediglich eine sachliche/fachliche Antwort benötigte und keine Interpretation der scheinbaren Befindlichkeiten der Kollegin oder sonstiges.

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