Knapp zusammengefasst könnte jetzt das eine Lager sagen "lass es, das wird nichts", das andere Lager "zieh es durch, das wird schon."
Beides ist irgendwie nicht richtig. Wenn Du bereits in der Vorausbildung Probleme damit hast vor Klassen zu stehen, wenn Du Dich überwinden musst und Dich nicht wohlfühlst, dann KANN das etwas sein, was man erlernen kann. Es kann aber auch sein, dass das Gefühl bleibt und Du dann mit dem Beruf nicht glücklich wirst. Der entscheidende Vorteil für Dich ist aber, dass Du Dir dessen bewusst bist, dass Du das reflektieren kannst und Du theoretisch daran arbeiten könntest.
Es ist in der Tat so wie bereits geschrieben, dass Lehrerpersönlichkeiten durchaus ein Spiegel der Gesellschaft sind. Von Extrovertiert bis zum Mauerblümchen ist dort alles vertreten. Aus mehrjähriger Erfahrung würde ich aber behaupten, dass diejenigen, die sich unwohl fühlen, wenn sie im Mittelpunkt stehen oder vor Klassen stehen, tendenziell eher Probleme im Beruf haben.
Du solltest Dir also die Frage stellen, ob Du realistische Chancen siehst, Dich dahingehend zu verändern oder zu entwickeln, dass Du diese Scheu und dieses Unwohlsein ablegst. Das kann man zu einem gewissen Grad trainieren bzw. das kommt mit der Zeit und der Erfahrung und Sicherheit, die man nach und nach erhält. Wenn Du aber den Eindruck hast, dass das ein permanentes, nur schwer in den Griff zu kriegendes Problem ist, dann solltest Du Dir in der Tat überlegen, ob das der richtige Beruf für Dich ist.
Leuten etwas beibringen zu wollen ist eine von mehreren Motiven für das Ergreifen dieses Berufs. Sich mit der Rolle, die man als Lehrer einnimmt, zu arrangieren und sich im Idealfall wohlzufühlen, gehört aber auch dazu.