Beiträge von Bolzbold

    Das mag im Einzelfall so sein.

    Wenn wir uns die Skandale der Jugendämter wie sie mittlerweile in regelmäßigen Abständen in den Medien zu lesen sind, bei denen Kinder über Wochen oder Monate zu Tode gequält wurden, dann wuschen die Damen und Herren ihre Hände stets in Unschuld. Wirklich Köpfe gerollt sind da nie. Dafür ist die tatsächliche persönliche Schuld aufgrund der vielen Beteiligten eben nicht nachweisbar. Und das macht es für die dortigen Mitarbeiter wiederum leichter, kein allzu schleches Gewissen zu haben.
    Selbst zur Einsicht zu kommen, dass man als einzelner Mitarbeiter womöglich selbst in krassen Fällen nicht weiterkommt, mag jedoch auch Selbstschutz sein. Wer tagtäglich mit solchem Elend konfrontiert wird, kann da langfristig nicht psychisch gesund bleiben.

    @Miss Jones

    Natürlich können wir den Katalog um so einiges erweitern.

    - Medienkonsum /-sucht
    - ungesunde Ernährung
    - Bewegungsmangel

    Alternativ auch die Bedürfnispyramide von Maslow.

    Dann bewegen wir uns aber allmählich in die Richtung Bejamin Franklinscher Bedenken. "Wer wesentliche Freiheit aufgeben kann um eine geringfügige bloß jeweilige Sicherheit zu bewirken, verdient weder Freiheit, noch Sicherheit."
    Wo ziehen wir da die Grenze? Wir können Menschen, die selbst keine Sozialisation erfahren haben und dies an ihre Kinder weitergeben weder entmündigen noch sie so eng kontrollieren, dass es nicht zu Spätfolgen bei deren Kindern kommt.

    Unsere freiheitlich demokratische Grundordnung geht vom Guten im Menschen aus und nicht von Misstrauen gegenüber niederer sozialer Herkunft. Dass das mitunter dann auch schlimme Auswüchse trägt, müssen wir ertragen.
    Besonders heuchlerisch wird es dann, wenn man bedenkt, wie gerne oder bewusst wir das in Kauf nehmen, wenn es um unsere wirtschaftlichen Vorteile der Globalisierung geht. Ist ein indisches, ein vietnamesisches oder ein bengalisches Kind weniger schützenswert als ein deutsches?

    Ich habe "damals" Musik als Drittfach nachstudiert, allerdings nur für die kleine Fakultas.
    Der Grund seinerzeit (2000) war, dass die Musikhochschule Köln mir für den Sek II Studiengang logischerweise nichts anerkannt hätte und ich diesen Studiengang aufgrund der aufeinander aufbauenden Tonsatzkurse und anderer vier- und mehrfach gestaffelter Kurse (also von Stufe 1 bis 4 oder 6) nicht hätte verkürzen können, da diese jeweils über ein Semester liefen. Es wären also mindestens acht Semester plus Prüfungsjahr geworden. Das habe ich damals mit dem Dekan des Schulmusikbereichs persönlich besprochen. Ich war ein Jahr jünger als Du, wollte aber nicht noch einmal ein Vollstudium durchziehen. Somit entschied ich mich für den Sek I Studiengang, bei dem ich nach fünf Semstern "scheinfrei" war, aber die fachpraktische Prüfung erst nach sechs Semestern gemacht habe, da eine Verkürzung hier zu meinen Lasten gegangen wäre und ich instrumental nicht in vier bis fünf Semesten auf Examensniveau gekommen wäre. (Aus verschiedenen Gründen war es mir damals persönlich wichtig, in Musik unbedingt ein "sehr gut" in der Gesamtnote zu bekommen, so dass ich das Risiko einer nur unterdurchschnittlichen fachpraktischen Prüfung nicht eingehen wollte.)
    Die Entscheidung Musik nachzustudieren - auch wenn es "nur" Sek I war - war mit eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

    Eigentlich nicht. Insbesondere, wenn diese Maßgabe "von oben" kommt.

    Letztlich ist das mit den Freiplätzen aber eine Milchmädchenrechnung, vor allem dann, wenn man mit einem kommerziellen Veranstalter fährt. Der sagt recht offen, dass Freiplätze für Lehrkräfte auf die Schüler umgelegt werden, was den Reisepreis angeht. Das ist in NRW aber erstaunlicherweise OK. Nur das offizielle Umlegen der Reisekosten der Lehrkräfte seitens der Schule wäre eine direkte Vorteilsnahme...


    Ich zahle momentan mit 70% Beihilfe (Mitte 30, kein Risikozuschlag) knapp 180€ monatlich. Ich kann mich täuschen: Aber wenn ich von steigenden/unbezahlbaren PKVs im Alter höre, sind das meistens Angestellte oder Selbstständige. 70% Beihilfe ist schon ne Hausnummer!


    Diesen Umstand kann ich nur dick unterstreichen. Die Horrormeldungen, die man regelmäßig auch auf scheinbar seriösen Nachrichtenportalen lesen kann, darf man getrost ignorieren.

    Wenn man als Lehrkraft diese Vorschriften kennt und nicht fahrlässig oder vorsätzlich falsch handelt, der bekommt hier auch keine Probleme.

    In NRW müssen Klassenfahrten etc. in der Regel entweder in bzw. an der Schule oder in der Oberstufe zumindest am Schulort (z.B. Bahnhof) beginnen. Ein Beginn in der Stadt des nächstgelegenen Flughafens wäre nicht mehr zulässig.

    <Mod Modus>

    Es gibt neben der Schreibberechtigung auch noch andere Forumsregeln, gegen die man verstoßen kann.

    Wem dies bei seinem Erstlingsposting gelingt, der wird von uns mitunter sofort gesperrt.

    Also ich verstehe nach wie vor das Problem nicht.
    Für mich persönlich ändert sich mit dem Unterschreiben dieses Zettels so gut wie gar nichts. Ich muss einen Dienstaccount einrichten, ein paar Seriennummern eingeben und fertig.
    Wenn Dritte so viel kriminelle Energie entwickeln, um an mein Gerät bzw. an die Daten zu kommen, dann bin ich mit dem Einhalten der vorgegebenen Schutzmaßnahmen auf der sicheren Seite.

    Es ist immer faszinierend, wie viele Szenarien und Eventualitäten diskutiert werden und was theoretisch alles passieren könnte. An Datenskandale mit geklauten oder gehackten Dienstrechnern oder privaten Lehrergeräten kann ich mich in der Vergangenheit nicht erinnern. Ich sehe kein rechtliches Problem darin, diesen Wisch zu unterschreiben.


    Aus der Diskussion zur Inklusion halte ich mich mal raus. Aber dieser Satz ist schon bemerkenswert. Von Menschen Toleranz und Respekt gegenüber Eigenschaften zu verlangen, für die Menschen nichts können, findest du also falsch?


    Vielen Dank für die Bestätigung meiner Vermutung.
    Ich räume ein, dass ich hier die konkrete Situation hätte darstellen sollen, die mich dazu bewog, meinen vorherigen Beitrag zu schreiben. Aufgrund eigener Erfahrung beziehe ich mich hier auf Inklusionskinder mit Schwerpunkt soziale/emotionale Entwicklung. Diese Kinder können - mit Verlaub - zu einer wirklichen Zumutung für die Regelkinder werden. Und dann fordern wir von diesen Kindern ein erhöhtes Maß an Toleranz und Respekt ein, mit der moralischen Keule, dass wir doch keine beeinträchtigten Kinder ausgrenzen dürfen.
    Die Auswirkungen dessen sehe ich bei uns an der Schule.

    Ich weiß gar nicht, wieso hier direkt vom worst case ausgegangen wird und würde mir folgende Fragen stellen:

    1) Wie oft kommen den private Laptops etc. abhanden?
    2) Wie oft kommt es dann vor, dass ausgerechnet private Schülerdaten ausgelesen werden und so veröffentlicht werden, dass es der Dienstherr mitbekommt?
    3) Wie hoch ist die Medienkompetenz der heutigen Lehrkräfte?

    Lasst uns doch mal ehrlich sein. Frage 3 ist die viel gewichtigere Frage und dürfte in den meisten Fällen das eigentliche Problem sein.
    Seinen Laptop mit Dienstaccount zu versehen, einen Virenscanner, eine Firewall und Passwörter einzurichten bedarf keiner allzu hohen Medienkompetenz - wenn man denn dazu willens ist, sich damit auseinanderzusetzen.
    Wenn das alles soweit eingerichtet ist, kann bis auf wirklich ganz wenige Ausnahmen eigentlich nichts mehr passieren.
    Und wir können in diesem Fall sogar froh sein, dass wir die von uns hoffentlich ohenhin bereits verwendete Schutzsoftware künftig von der Steuer absetzen können.

    Wer Facebook und WhatsApp verwendet, hat letztlich schon viel mehr über sich preisgegeben als es ein Dienstherr verlangen würde, wenn er Einblick in den Dienstaccount des Laptops einer Lehrkraft fordern würde.

    Kinder, die aufgrund ihrer geistigen Entwicklung am Gymnasium zieldifferent aber in einer Gymnasialklasse unterrichtet werden, bekommen tagtäglich vor Augen gehalten, dass sie "anders" sind. Jeden Tag erfahren sie, dass sie kognitiv mit ihren Mitschülern nicht mithalten können. Das erschwert natürlich auch entsprechende Sozialkontakte mit Nicht-Inklusionskindern, wenngleich es sie selbstverständlich nicht unmöglich macht.

    Ferner:
    Wir erwarten hier von den "Regelkindern", dass sie aufgrund ihrer Nichtbenachteiligung ein höheres Maß an Sozialverhalten, Respekt und Toleranz an den Tag legen als sie das müssten, wenn keine Inklusionskinder in der Klasse wären. Aus Sicht der Inklusionskinder wirkt diese Forderung zunächst selbstverständlich. Dies aber einzufordern und hier moralischen Druck aufzubauen halte ich für falsch. Genau das passiert aber letztlich. Da droht dann die Nicht-Beeinträchtigung zum sozialen Makel zu werden. Kurt Vonneguts "Harrison Bergeron" ist, wie ich schon einmal schrieb, eine wunderbare dystopische Parodie hierfür.

    Kinder lernen Vorurteile und Ab- bzw. Ausgrenzung von uns Erwachsenen. Eine inklusionskritische Elternschaft ist da sicherlich nicht gerade förderlich. Also muss man bei den Eltern anfangen - hier muss man vor allem die - zum Teil berechtigten - Ängste der Eltern ernst nehmen, dass ihr (Regel)Kind in einer Inklusionsklasse womöglich nicht so gut oder so viel lernt wie in einer Regelklasse. Hier gilt es glaubwürdig und frei von pädagogischen Ideologien Konzepte zu vermitteln, die in der Sache überzeugen können.

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