Und wie könnte das aussehen?
Ein negatives Frauenbild, die Verachtung für die christlich-abendländische Kultur und andere die Integration verhindernde Haltungen fallen nicht vom Himmel. Wer in seiner eigenen Kernfamilie im Patriarchat aufwächst, wird natürlich nur schwer andere Haltungen akzeptieren können, insbesondere dann, wenn sie die wenige Dominanz, die man in diesem klar umgrenzten Kreis noch zu genießen glaubt, zu zerstören droht.
Die Eltern müssen hier eine grundsätzlich weltoffenere Haltung an den Tag legen und ihre Kinder zur Achtung vor der Kultur des Gastlandes erziehen. Gastfreundschaft ist in der muslimischen Welt ein hohes Gut - insbesondere auch im Umgang mit dem Gastgeber.
Ferner: Wenn ich in ein säkularisiertes Land ziehe, von dem ich weiß oder wissen könnte, dass dort völlig andere Werte gelten - möglicherweise genau das, wogegen der heimische Imam predigt (Laster, Unzucht, weitere Sünden), dann muss ich akzeptieren, dass der Wohlstand und der Frieden, die Pluralität und die Rechtssicherheit des Gastlandes nicht trotz dieser sondern gerade wegen dieser Werte gewahrt werden. Rosinenpickerei geht dann nicht mehr.
Ich muss mein Kind dazu ermuntern, Teil der Gesellschaft des Gastlandes werden zu wollen und zu können, ohne die eigene kulturelle Identität dabei vollständig aufzugeben bzw. ohne aus Angst davor, dies angeblich tun zu müssen, zu blockieren.
Ich muss mein Kind von Hasspredigern fernhalten.
Ich muss mein Kind am kompletten gesellschaftlichen Leben des Gastlandes teilnehmen lassen (das schließt auch Klassenfahrten und Schwimmunterricht für die Töchter mit ein.
Ich muss akzeptieren, dass es für andere normal ist, voreheliche Beziehungen zu unterhalten und ebenso vorehelichen Sex zu haben.
Ich kann nicht meinen Söhnen Erfahrungen mit den "ungläubigen Mädchen" gestatten, gleichzeitig aber meine Töchter zur Keuschheit bis zur Ehe zwingen. (Kein Klischee - erst neulich führte ich eine Diskussion mit einem männlichen muslimischen Schüler darüber...)