Beiträge von Bolzbold

    Jedes Mal stehen sie da und regen sich auf, und immer sind es die gleichen, stören den Unterricht, wenn es vorher eine Klausur o.ä. zurückgegeben hat. Sie werden unsachlich, plustern sich auf, wollen am liebsten noch eine Notenänderung.

    Wie geht ihr damit um? Vor allem, wenn ihr keine eindeutigen Bewertungskriterien habt? Oder die SuS schlichtweg zu ... sind, diese nachzuvollziehen.

    Wenn ich keine eindeutigen Kriterien habe, bin ich selbst schuld, dass es dann unter Umständen zu Diskussionen kommt.
    Ein kriteriengestütztes Bewertungsraster sorgt in der Regel dafür, dass die allermeisten Schüler viel zu faul sind, ihre Klausur dezidiert mit dem Raster noch einmal durchzugehen, so dass sich im schriftlichen Bereich Notendiskussionen damit erübrigen.

    Bei den Noten für die sonstige Mitarbeit kommt es gerne mal "aus Prinzip" zu Diskussionen. Die Schüler räumen sogar ein, dass sie einfach nur eine (noch) bessere Note wollen, ohne dass es dafür einen von ihrer Seite aus belastbaren Grund gäbe. Einige kennen auch den Trick, bei der Selbsteinschätzung sich um zwei Punkte besser einzuschätzen, weil viele Kollegen dann ins Grübeln kommen und dann gerne einen Punkt mehr als ursprünglich vorgesehen geben.
    Ich sage den Schülern, dass sie weder dazu ausgebildet sind noch jede Stunde bei sich und allen anderen Mitschülern dazu in der Lage sind, auf die Mitarbeit so genau zu achten, als dass sie ihre und andere Leistungen so präzise einschätzen können. Oft ist es ja der Eindruck der letzten drei Stunden, der - natürlich immer kurz vor Notenschluss - mit dem dann repräsentativ für das ganze Quartal eine bessere SoMi-Note begründet wird.

    Wenn man das weiß, kann man damit umgehen. Ansonsten muss man sich immer klar machen, dass Noten seitens der Schüler nicht zustimmungspflichtig sind. Ich muss sie sachlich begründen können - mehr nicht.

    Die User, die suggerieren, bei Diskussionen aus Prinzip womöglich eine schlechtere Note zu geben, sollten einmal überlegen, ob sie durch ein solches Verhalten nicht erst Recht die Mär vom ungerechten Lehrer, der Noten nach Sympathie oder anderen sachfremden Erwägungen gibt, nähren.

    Worüber diskutierten wir hier eigentlich???

    Die Mischung aus Unkündbarkeit, Lohnfortzahlung bis zum Sankt Nimmerleinstag im Krankheitsfall und unserem Gehalt ist eine Mischung, die im Vergleich zu anderen Arbeitnehmern mit vergleichbarem Abschluss und in vergleichbaren Positionen in der freien Wirtschaft ihresgleichen sucht.
    Da ist es völlig egal, wieviel PKV-Beiträge man zahlt oder wieviel Euros man als Nettoeinkommen je nach Steuerklasse, Altersstufe und Besoldungsgruppe hier postet.

    @Morse

    Wenn physische und psychische Gewalt nicht der Einzelfall sind sondern zum Regelfall werden, dann kann und DARF man hier keine Brücken mehr bauen. Das Personal hat eine ganz klare Fürsorgepflicht gegenüber den Kindern. Und wenn eine Kollegin ganz gleich, welche Position sie innehat, sich so verhält, dann ist es die gottverdammte Pflicht aller KollegInnen, hier deutlich zu intervenieren.
    Viel zu oft gehen Menschen so weit, wie man sie lässt.

    OT: Was diese Studien mit der Zahl der Kinder angeht, so handelt es sich meines Empfindens nach oft nicht um objektiv zu wenig Geld sondern um das Gefühl, zu wenig Geld zu haben. Hinzu kommen natürlich die individuellen Ansprüche.
    Als Doppellehrerhaushalt kann man sich mit einer Vollzeit- und einer unterhälftigen Teilzeitstelle eigentlich problemlos drei Kinder leisten.
    Müssen es dann aber ein Haus im Speckgürtel einer beliebten Großstadt für 350K+ sein sowie ein Sharan als Pampersbomber und ein Sportcoupé (Achtung, ich übertreibe hier bewusst!), dann sieht die Rechnung gleich ganz anders aus.

    So, nach längerer Zeit mal ein Update.

    Mein Schulleiter hat mir im letzten sozusagen inoffiziellen Personalentwicklungsgespräch eine A15 in Aussicht gestellt, deren Stellvertretung ebenfalls diesbezügliche Ambitionen hat und obendrein weiblich ist.
    Als ich ihm meine Bedenken hinsichtlich eines Erfolgs einer Bewerbung meinerseits schilderte, weil ich mit drei Kindern nicht einmal ansatzweise über die zeitlichen und mentalen Resourcen verfüge, die die unverheiratete und kinderlose Kollegin hat, nahm er dies zur Kenntnis, gab aber vor, es handle sich um ein offenes, faires Verfahren.
    Nach mehrwöchiger Erkrankung haben mein Schulleiter und ich noch einmal darüber geredet und ich habe ihm gesagt, dass ich mich aufgrund zu geringer Erfolgschancen und meiner aktuellen gesundheitlichen Situation nicht bewerben werde.

    Gestern erfuhr ich, dass mein Schulleiter auf einem Elternabend besagte Kollegin offiziell als Nachfolgerin des aktuellen A15ers vorgestellt hat. Soviel zum Thema "offenes Verfahren". Ungeachtet der Tatsache, dass ich mich selbst aus dem Rennen genommen habe, hätte es aber womöglich noch den einen oder anderen internen Interessenten gegeben - von externen Bewerbern einmal ganz abgesehen. Da die A15-Stelle zudem erst in zwei oder drei Jahren frei wird, kann man daran sehr schön erkennen, wie die Schulleitung ihre Fäden spinnt und es - allerdings nicht mehr in meinem Fall - schafft, ambitionierte KollegInnen immer mehr Aufgaben zuzuschustern mit der letztlich diffusen Aussicht auf eine Koordinatorenstelle.

    Das ist nicht zwingend verwerflich, es ist lediglich Teil dessen, was ich als "das Spiel" im "Karriereumfeld" Schule bezeichne. Die Regeln stellt die Schulleitung auf und es ist nahezu unmöglich, dieses Spiel nach eigenen Regeln zu spielen. Nun haben wir bei uns an der Schule keine "Kampfbewerbungen", d.h. der dezidierter Nachfolger hat im Bewerbungsverfahren keine internen Konkurrenten. Was das aber für die anderen geködertern KollegInnen bedeutet, die sich letztlich tierisch verarscht vorkommen müssen, kann man sich denken. Und solange immer genug ambitionierte A13er und A14er im Kollegium sind, kann die Schulleitung dieses Spiel nach ihren Regeln weiterspielen.

    Ich bin raus aus der Nummer.

    Rein finanziell würde ich behaupten, dass z.B. eine 3-Zimmer-Wohnung im Vergelich zu einer mit nur zwei Zimmern, dafür aber mit externem Büroraum günstiger ist.
    Die Kosten für den extra gemieteten Raum kann man zwar bei der Steuer angeben, doch reduziert dies nur das zu versteuernde Einkommen. Im Schnitt gibt es also ca. 20% zurück.

    Ein wesentlich wichtigerer Aspekt wäre für mich die ständige und sofortige Verfügbarkeit. Da möchte ich mein altes Arbeitszimmer und jetzt meine abgetrennte -ecke im gleichen Haus nicht mehr hergeben. Die Auslagerung von Schulsachen mag der Trennung von Arbeit und Freizeit dienen, doch hätte ich keine Lust, abends um 10 oder später oder am Wochenende mich extra ins Büro zu begeben, wenn mir spontan noch etwas einfällt oder noch etwas zu erledigen ist.

    Aus meiner Sicht gibt es keinen für mich plausiblen Grund, ein gesondertes Büro anzumieten.

    Diese Diskussion wie von der TE beschrieben sollte es eigentlich in keinem Kollegium geben dürfen - und das aus mehreren Gründen.

    a) Es ist ein Unding, dass Kollegen für eine Klassenfahrt selber bezahlen müssen. Ferner gibt es dafür keine Rechtsgrundlage. Kein Kollege kann nach geltendem Dienstrecht gezwungen werden, an einer Klassenfahrt teilzunehmen und diese selbst zu bezahlen. Wer dies dennoch tut, leistet den anderen Kollegen einen Bärendienst.

    b) Es ist ein weiteres Unding, wenn jetzt Kinderlose gegen Kinderreiche, Vollzeitler gegen Teilzeitler, Kollegen mit Befindlichkeiten gegen solche ohne ausgespielt werden. Das muss nicht sein. Ist aber wohl so, weil man zu dumm - und anders kann man es nicht nennen - war, die Situation so erst entstehen zu lassen.

    c) Für die Teilnahme an Klassenfahrten gibt es in der Regel klare gesetzliche Vorgaben - so z.B. auch, dass Teilzeitkräfte zwar teilnehmen müssen, aber beispielsweise in größeren zeitlichen Abständen als die Vollzeitkräfte im Durchschnitt fahren. Wer sich da wegen der "strahlenden Kinderaugen" selbst ausbeutet, schadet damit leider auch den anderen Kollegen, weil er sozusagen die Preise verdirbt, weil er seinen Idealismus zu billig verkauft.

    Allen KollegInnen, die vor ähnlichen Situationen stehen, kann ich nur dringend raten, sich endlich mal mit ihrem für sie geltenden Dienstrecht auseinanderzusetzen und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

    Als ich im Frühjahr das erste Mal in 12 Jahren wirklich über einen längeren Zeitraum (drei Wochen) krankgeschrieben war, habe ich einige Dinge sehr deutlich gemerkt und gelernt.

    a) Ich BIN ersetzbar. Vielleicht nicht sofort genauso gut und effizient, aber mit der Zeit definitiv ersetzbar. Auch die KollegInnen, die pensioniert, versetzt oder in Elternzeit sind, waren letztlich allesamt ersetzbar.
    b) Die Schule läuft auch ohne mich weiter!!!
    c) Es gibt wenigstens vier Menschen unmittelbar um mich herum, die mir wichtiger sind als Schule - und denen ich als Ehemann und dreifacher Vater mit absoluter Gewissheit um ein Vielfaches wichtiger bin als ich es der Schule jemals auch nur ansatzweise sein könnte.

    Gerade Letzteres wird künftig dafür sorgen, dass, wenn die Symptome, wegen der ich so lange krankgeschrieben war, wiederkommen, ich mich solange krankschreiben lasse, bis ich wieder gesund bin und den Schulalltag schaffe.

    Dienstunfähigkeit liegt auch dann vor, wenn man aus psychischen Gründen nicht dazu in der Lage ist, Dienst zu tun. Ein sterbendes Familienmitglied würde ich definitiv zu einer solchen Situation zählen. Glücklicherweise haben wir hier eine verständnisvolle Schulleitung und ein ebenso solidarisches Kollegium.

    Wir sprechen hier von Aufsicht und nicht Überwachung. Aufsicht bedeutet nicht, dass der Lehrer alle Schüler zu jeder Sekunde im Blick hat. Aufsicht bedeutet vor allem, dass sich die Schüler beaufsichtigt fühlen (vgl. Hoegg). Wenn ich also zwei Klassen in nebeneinander liegenden Räumen betreuen muss, dann sind beide Türen auf und ich bewege mich regelmäßig vom einen in den anderen Raum.
    Die Schüler wissen, dass eine Lehrkraft da ist und dass diese jederzeit wieder in den Raum kommen kann.
    Das muss letztlich straffrei bleiben, weil die Schulen sonst bei erhöhtem Krankheitsstand die Schüler nicht nach Hause schicken können.

    Danke Trapito. Ich habe überlegt, ob ich auf Lisams Beitrag selbst eingehen sollte, habe mir dann aber gedacht, dass das bei einer solch kruden Logik verschwendete Zeit gewesen wäre.

    @Lisam

    Das mit dem Bestehen auf dem Nennen des Dr. Titels suggeriert für mich den verzweifelten Versuch des Herstellens einer institutionell legitimierten Überlegenheit. Das scheint ein typisch deutsches Problem zu sein, dass man seine vermeintliche oder echte Position in der Gesellschaft durch so etwas sichern muss.
    Letztlich bin ich da aber ganz entspannt, weil die meisten Doktoren, die ich getroffen habe, keinen Wert auf die Nennung ihres akademischen Grads legen.

    Wieso lege ich eigentlich genauso wenig Wert darauf, mit meiner Dienstbezeichnung angesprochen zu werden.

    Wenn man das Ganze einmal nüchtern betrachtet, ist ein Dr. weder fachlich noch pädagogisch noch von seinen effektiven dienstlichen Leistungen her per se besser als ein nicht promovierter Lehrer.
    Wer da wirklich meint, bessere Chancen auf der Karriereleiter zu haben, sollte aufhören zu träumen.

    Verstehe ich das richtig, dass Du eine Website anbietest, die die Unterrichtsvorbereitung erleichtern solll und keine Software?

    Dann wäre der erste Kritikpunkt schon die nicht ständige Verfügbarkeit, wenn man nicht gerade mit dem Handy unterwegs ist oder das Tablet o.ä. ein entsprechendes Modul besitzt. Ich teste es trotzdem mal.

    Ich habe es sicherlich schon mal irgendwo geschrieben, was ich verwende.
    Mein Gerät ist ein Asus T300 Chi - also ein Convertible mit abnehmbarer BT-Tastatur. Ich verwende es in der Schule für so ziemlich alles. Notenverwaltung, Textverarbeitung, Abspielen von Videos etc.
    Die Größe finde ich optimal und die Rechnerleistung reicht für das, was ich damit mache, völlig aus. Da ich zu Hause ansonsten auch nur Windows 10 Geräte stehen habe, ist die Synchronisierung auch kein Problem.

    Letztlich ist es ganz egal, welches Gerät man verwendet, solange es das, wofür man es einsetzen möchte, auch leistet. Betriebssystem, Marke etc. sind letztlich auch Geschmackssache.

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