Jedes Mal stehen sie da und regen sich auf, und immer sind es die gleichen, stören den Unterricht, wenn es vorher eine Klausur o.ä. zurückgegeben hat. Sie werden unsachlich, plustern sich auf, wollen am liebsten noch eine Notenänderung.
Wie geht ihr damit um? Vor allem, wenn ihr keine eindeutigen Bewertungskriterien habt? Oder die SuS schlichtweg zu ... sind, diese nachzuvollziehen.
Wenn ich keine eindeutigen Kriterien habe, bin ich selbst schuld, dass es dann unter Umständen zu Diskussionen kommt.
Ein kriteriengestütztes Bewertungsraster sorgt in der Regel dafür, dass die allermeisten Schüler viel zu faul sind, ihre Klausur dezidiert mit dem Raster noch einmal durchzugehen, so dass sich im schriftlichen Bereich Notendiskussionen damit erübrigen.
Bei den Noten für die sonstige Mitarbeit kommt es gerne mal "aus Prinzip" zu Diskussionen. Die Schüler räumen sogar ein, dass sie einfach nur eine (noch) bessere Note wollen, ohne dass es dafür einen von ihrer Seite aus belastbaren Grund gäbe. Einige kennen auch den Trick, bei der Selbsteinschätzung sich um zwei Punkte besser einzuschätzen, weil viele Kollegen dann ins Grübeln kommen und dann gerne einen Punkt mehr als ursprünglich vorgesehen geben.
Ich sage den Schülern, dass sie weder dazu ausgebildet sind noch jede Stunde bei sich und allen anderen Mitschülern dazu in der Lage sind, auf die Mitarbeit so genau zu achten, als dass sie ihre und andere Leistungen so präzise einschätzen können. Oft ist es ja der Eindruck der letzten drei Stunden, der - natürlich immer kurz vor Notenschluss - mit dem dann repräsentativ für das ganze Quartal eine bessere SoMi-Note begründet wird.
Wenn man das weiß, kann man damit umgehen. Ansonsten muss man sich immer klar machen, dass Noten seitens der Schüler nicht zustimmungspflichtig sind. Ich muss sie sachlich begründen können - mehr nicht.
Die User, die suggerieren, bei Diskussionen aus Prinzip womöglich eine schlechtere Note zu geben, sollten einmal überlegen, ob sie durch ein solches Verhalten nicht erst Recht die Mär vom ungerechten Lehrer, der Noten nach Sympathie oder anderen sachfremden Erwägungen gibt, nähren.