Wir müssen ein paar Begriffsklärungen vornehmen.
Fremdenfeindlich im NS, 1970 und heute sind für mich nicht vergleichbar. Und ich habe eben die Schnauze voll davon, mir sagen lassen zu müssen, ich sei wie Oma und Opa. Bin ich nicht, ich mache meine eigenen Fehler.
Du bist nicht wie Oma und Opa - da stimme ich Dir zu. Die waren anders. Und ja, Du bzw. ich, wir machen eigene Fehler - mitunter ganz ähnliche wie Oma und Opa.
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Dann sprichst du von Integration, die auf der politischen Agenda steht.
Nenn mir eine andere Gesellschaft, die Fremde aufnimmt und integriert (hat), also die neue Kultur mit Freuden in die alte einfließen lässt. Die sich selbst bereitwillig von ihrer Kultur distanziert und sich auch gern mal dafür schämt. Kennst du eine einzige?
Mir fällt keine ein.
Das ist völlig unerheblich. Nur weil die anderen das auch nicht tun, macht es das eigene Verhalten nicht weniger problematisch.
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Wir sind nicht gefragt worden, ob wir Assimilation oder Integration wollen.
Du forderst, wir länger schon hier lebenden mögen uns gefälligst verändern. In welche Richtung hättest du es denn gern?
Nein, sind wir nicht. Die deutsche Wirtschaft und die Bundesregierungen in den 60er Jahren haben die Anwerbeabkommen erwirkt. Aber die Deutschen haben in meinen Augen eine klare Antwort darauf gegeben - Assimilation.
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Darf ich kein Weihnachten mehr feiern? Soll ich arabisch lernen? Sollen die Migranten auch ohne deutschen Pass zukünftig politisch mitbestimmen, wie unsere Integrationsbeauftragte sich das wünscht? Soll ich über Migranten stets besser denken als über Biodeutsche, die mir oft auf den Senkel gehen?
Auf diese Extrembeispiele möchte ich nicht eingehen, weil sie argumentativ wertlos sind und die Fragen ja eher rhetorischer Natur sind.
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Du sagst, wir seien an den Parallelgesellschaften schuld. Da magst du Recht haben.
In den Parallelgesellschaften haben die Menschen:
- wenig Respekt vor dem Rechtsstaat und seiner Exekutiven, weil beides sich nicht durchsetzen kann.
- wenig Respekt vor staatlichen Einrichtungen und Institutionen.
- wenig Lust sich zu assimilieren oder zu integrieren.
- Respekt vor dem Clan, der z.t. aus mehreren Hundert Familienmitgliedern bestehen kann. Dieser Clan macht die Gesetze, bildet die Exekutive und bestimmt über das Leben der Menschen.
Ja, das beschreibt zum Teil den IST-Zustand. Der hat aber seine Genese - und daran haben die Deutschen einen eigenen Anteil.
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Es hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, wenn man nachfragt:- Wer bezahlt für Migranten und deren Integration oder Assimilation?
- Ist die Verteilungsgerechtigkeit noch gegeben?
- Verändert sich die Sicherheitslage und was kostet das?
- Was machen wir mit den Migranten, die sich nicht integrieren wollen?
- Ist Integration sinnvoll, wenn die Leute sowieso zurück in ihre Heimat sollen?
- Wie gehen wir mit Straftätern um, die einen Migrationshintergrund haben?Und jetzt darfst du deine Nazikeule wieder heben.....
Da stimme ich Dir sogar zu - und würde die Fragen womöglich sogar ganz ähnlich beantworten wie Du. Und ich nehme für mich in Anspruch, dass ich als Historiker wesentlich differenzierter mit der "Nazikeule" umzugehen weiß als der Durchschnittsdeutsche.
Wenn wir uns nun von dem von Dir angesprochen Maulkorb befreien, dann darf das aber nicht heißen, dass wir jetzt alles anbellen oder gar beißen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Diese nüchtern von Dir als historisch prägende festgestellte "Gegenbewegung" mag sogar nachvollziehbar sein. Muss ich aber als Deutcher mit Migrationshintergrund jetzt Verständnis dafür haben, dass ich in ländlichen Gegenden angestarrt werde, wenn ich mit Frau und Kindern gesehen werde? Kann ich etwas für die Umstände, die zu den Parallelgesellschaften geführt haben?
Daraus ergibt sich für mich abschließend folgende Frage:
Muss die heutige Generation Biodeutscher durch entsprechende Heftigkeit und Aggressivität das kompensieren, was vorherige Generationen sträflich versäumt haben?
Muss die heutige Generation der Migranten oder der Deutschen mit Migrationshintergrund diese Ausprägung unwidersprochen hinnehmen?
Ich glaube kaum.