Was die nach wie vor (ehrlich gemeint) interessante Frage, warum Du das für Dich als Selbstverständlichkeit betrachtest, immer noch unbeantwortet lässt. Mir (aus familiären Rücksichten katholisch getauft, aber nicht so erzogen) wäre es nämlich nicht in den Sinn gekommen, meine Kinder taufen zu lassen.
Intention war es, meinen Kindern über die Taufe, die Kommunion und die (freiwillige) Teilnahme an von der Kirche bzw. kirchlichen Trägern die Teilhabe an Grundwerten unsere christlich-abendländischen Zivilisation zu ermöglichen. Sollten meine Kinder eines Tages aus der Kirche austreten wollen, hätte ich damit keine Probleme.
Der umgekehrte Weg, sich also über ein vorheriges wie auch immer geartetes Finden zu Gott dann selbstständig für die Taufe zu entscheiden, dürfte für die meisten als Kind nicht getauften Menschen eher die Ausnahme sein.
Genauso wie ich meine Kinder mit den von mir gelebten Werden "beglücke", weil ich davon überzeugt bin, dass sie "gut" sind, mache ich das auch mit den christlichen Werten (nicht gleichzusetzen mit konservativem Katholizismus oder Kirchenhörigkeit).
Und ja, die Vermittlung eines gewissen Maßes an christlichen Werten in der Erziehung - auch durch Dritte - habe ich für selbstverständlich gehalten.
Als Historiker bin ich mit den Grundzügen der Kirchengeschichte vertraut und kann vielleicht gerade deswegen differenzieren zwischen Institution und Religion.