Beiträge von Bolzbold

    Super, Schantalle, wenn wir so wie Du argumentieren, dürfen wir hier in Deutschland uns analog dazu über nichts mehr beklagen, weil es in Afrika oder Asien mit Sicherheit Lebensumstände gibt, die erheblich schlimmer, grausamer etc. sind als unsere. Kommen wir damit weiter?

    Im konkreten Fall hat ein Schüler aus Schusseligkeit einer Lehrkraft eine falsche Note bekommen. Die eigentlich nicht sonderlich aufwändige Korrektur dieses Fehlers wird aus reiner Bequemlichkeit und Willkür verweigert. Das ist nicht in Ordnung. Und in diesem Fall interessiert mich dann nicht, ob es anderen Menschen noch schlechter geht. Dieser Fehler hier ist im Gegensatz zu den anderen weltgewichtigeren Missständen auf dieser Welt nun wirklich leicht zu beheben...

    In NRW können Noten nach einer Zeugniskonferenz nur dann noch geändert werden, wenn selbige Konferenz noch einmal zusammentritt. Insofern ist ein Übersehen des Fehlers schon ärgerlich. Eine Note nur mit Zustimmung des Fachlehrers zu ändern, ist nicht zulässig. Letztlich muss der Schulleiter das neue Zeugnis ohnehin noch einmal unterschreiben - spätestens dann wird es ja Rückfragen geben.

    Man kann sich theoretisch auf einen "offensichtlichen Irrtum" beziehen, wenn die Note tatsächlich falsch eingetragen wurde. Ärgerlich ist es trotzdem.

    Sag mal Julia, meinst Du Deine Fragen eigentlich alle ernst?
    Das kann man alles relativ treffsicher googeln, wenn man die richtigen Seiten anklickt. Ruhegehaltsrechner für Beamte gibt es ebenfalls im Netz.
    Das kann doch jetzt echt nicht so schwer sein, oder?

    Ich sehe, was die beiden jungen A15(Z)ler an Zeit in der Schule verbringen. Machen wir uns nichts vor - das ist hier bei uns definitiv mehr als A14er - wenn wir die DKFLs einmal außen vor lassen. (Aber die schaffen erst nach Jahren die A14 und schon gar nicht die A15, weil sie gar keine Zeit haben vor lauter Korrigieren...)

    Nachtrag zu den Kinderkrankheitstagen:

    Es gibt derzeit noch nichts aktuelles Schriftliches bei den Bez.Reg. in NRW. Die Rechtsabteilung sagte, dass man 10 Tage mit einem Kind und maximal 12 Tage bei mehreren Kindern als bezahlte KKT beantragen kann. Danach ist "Schluss". Das hat unser SL uns auf der letzten Konferenz, nachdem es da bereits erheblichen Dissenz und Kummer bei den TZ-Kolleginnen gab, nach Rücksprache mit D'dorf erläutert.

    In der Regel lassen sowohl Ärzte als auch Abrechnungsstellen mit sich reden, weil die das Problem mit der verzögerten Erstattung kennen. Die wissen ja, dass sie ihr Geld in jedem Fall kriegen. Wenn man da VOR Ablauf der 30 Tage anruft und das klärt, kann man da auf Kulanz bauen.

    Manchmal hilft es auch, einmal telefonisch nett mit dem Sachbearbeiter bei der Beihilfe zu plaudern. Meine Sachbearbeiterin ist mittlerweile recht zügig. Stellenweise waren es nur 10 Tage.

    -ja, das stimmt!

    mist, das mit der Kontrolle über das Leben ist mir fast ein bisschen viel - bzw. weiß ich nicht, ob ich diese aussage wirklich verstehe...muss mich jetzt erstmal zurückziehen und dinge in mir arbeiten lassen :-/

    Ich kann gerne versuchen das zu erklären.

    Nehmen wir folgendes Beispiel:
    Wenn ich zum Zeitpunkt, an dem beide Partner voll verdienen ein teures und großes Haus in einer guten Wohngegend baue oder kaufe und auf der Basis beider Einkommen rechne, dann geht das eine Weile gut.
    Bis die Kinder kommen. Oder die Arbeitslosigkeit. Oder die temporäre längere Krankheit.
    Dann bestimmt der Kredit bzw. die monatliche Rate das weitere Leben und auch einige Entscheidungen wie Zahl der Kinder oder die Dauer der Elternzeit. Das (nicht) vorhandene Betreuungsangebot vor Ort habe ich da noch gar nicht einbezogen.
    Man lebt und arbeitet dann im Wesentichen FÜRS Haus und muss darauf setzen, dass alles andere reibungslos läuft und ineinander greift. Das tut es meiner Erfahrung nach nur selten.

    Klingt bescheuert? Trifft aber auf einige Nachbarn und auf einige Kolleginnen voll zu. Das Gejammere ist dann groß.

    Nehmen wir ein Beispiel aus dem Forum.
    Jemand ist aufgrund der Jobsicherheit, des Idealismus oder der scheinbar vorhandenen Machbarkeit von Familie und Beruf Lehrer geworden. Nach ein paar Jahren stellt man aber fest, dass der Beruf nichts für einen ist.
    Dann tut man sich in der Regel schwer, den sicheren Futtertrog aufzugeben und sich der Unsicherheit eines anderen Berufs, in der Regel im Angestelltenverhältnis, zu stellen.
    Die Existenzangst, die Angst vor dem Ungewissen und die Bequemlichkeit bestimmen dann das Leben - oder man leidet still (oder manchmal auch laut) als Lehrer vor sich hin.

    Wie behalte ich also Kontrolle über mein Leben?

    Alle Entscheidungen, die ich treffe, sollten andere wichtige Entscheidungen in anderen Feldern nicht präjudizieren. Das lässt sich natürlich nie ganz vermeiden. Komme ich dennoch an den Punkt, muss ich den Mut haben aktiv gegenzusteuern oder aber mich mit der gegenwärtigen Situation abzufinden und auf der Basis des status quo weiterdenken.

    Konkret:
    Die Höhe des Darlehens sollte beispielsweise also nicht bereits die Zahl der Kinder festlegen. Die beruflichen Bedürfnisse des einen Partners sollte die Entfaltungsmöglichkeit des anderen Partners nicht nachhaltig oder endgültig hemmen.
    Kritiker würden jetzt womöglich Optimierungszwang unterstellen. Darum geht es aber gar nicht. Es geht nicht darum, von allem das Beste zu haben. Es geht darum, überhaupt eine Wahl zu haben und sich langfristig möglichst viele Ansprüche und Bedürfnisse erfüllen zu können.

    Also die Haltung gegenüber der Arbeit am Gymnasium kann ich so nicht teilen - mit Englisch und Musik kann ich da aus mehrjähriger Erfahrung sprechen.
    Die Punkte 1 und 2 scheinen mir eher eine Momentaufnahme der "Schnupperzeit" am Gymnasium zu sein als wirkliche Erfahrung. Darauf eine Lebensentscheidung zu fällen halte ich für kurzsichtig.

    Spontan habe ich den Eindruck, dass Du die Freiheiten, die Dir Dein Musikerdasein gelassen hat, nicht aufgeben möchtest. Gleichzeitig möchtest Du aber die finanzielle und berufliche Sicherheit Deiner Familie sicherstellen.
    Der Schuldienst ist formal betrachtet repressiv und gibt klare Vorgaben, die auch erfüllt werden müssen. Ich habe dieses "repressive System" aber nicht explizit als solches empfunden sondern die vielen gestalterischen Freiheiten ausgenutzt und schätzen gelernt. Nirgendwo kann ich trotz aller Rahmenbedingungen so frei in meiner Methodik und konkreten inhaltichen Akzentsetzung arbeiten - und das in allen drei bzw. vier Fächern, die ich unterrichte.

    Ich denke, dass Du in dem Dilemma zwischen Freiheit, dem Gefühl des individuellen Eingeschränktseins sowie bestimmten Ansprüchen an das Leben (Kind, ggf. Haus, Auto etc.), die aber nur durch ein gewisses Maß an Anpassung an die Erfordernisse eines Berufs erfüllbar sind, gefangen bist. Möglicherweise möchtest Du auch zu viel auf einmal.

    Mit einer vollen Planstelle in der Tasche ist man nicht per se so reglementiert wie Du glaubst. Als Musilehrer stehen Dir an den Schulen auch die Leitung von Ensembles etc. offen - das ist ganz anderes Arbeiten - annähernd so, wie Du es während Deines Studiums beschrieben hast.
    Mit der vollen Planstelle kann man auch die Familienplanung viel entspannter angehen, weil dann nicht alles vom Erfolg des Partners abhängt.

    Natürlich muss man sich auch den Bedingungen des Schulsystems ein Stück weit unterwerfen. Das ist der Preis, den man bezahlen muss - ganz gleich an welcher Schulform man unterrichtet.

    Wäre ich mit der Lebenserfahrung, die ich heute habe, in Deiner Situation, dann wäre mir wichtig, dass ich bei allen Bedürfnissen und Ansprüchen, die ich an mein Leben habe, vor allem eines mir bewahre:
    Die Kontrolle über mein eigenes Leben.

    Die kann man auch schnell ohne es zu merken verlieren.
    Sei es ein Beruf, der einem nicht liegt.
    Sei es ein Haus, das zu teuer ist und bei dem die Finanzierung die Lebensweise diktiert.
    Sei es eine Partnerschaft, die nicht glücklich macht.
    Sei es eine Entscheidung, die man dem Partner zuliebe trifft, die aber das eigene Leben völlig umkrempelt.

    Von daher wünsche ich allen hart arbeitenden Kollegen einen stellvertretenden Schulleiter, der die Fähigkeit hat seine Mitarbeiter zu motivieren und nicht durch seine eigenen zweifelhaften, antiquierten Ansichten unter Druck setzt. Wenn man Dinge nur in einem eindimensionalen Tunnelblick erfassen kann ist man eigentlich für die Arbeit mit Kindern ungeeignet. Vielleicht auch deshalb "stellvertretender Schulleiter"...


    Mit Verlaub, aber dieser Kommentar ist eines Kollegen unwürdig.
    Und Scoobys Eignungsbewertung haben vermutlich Leute vorgenommen, die davon hinreichend etwas verstehen. Auf deren Urteil würde ich - bei aller unterstellbarer Fehleranfälligkeit, die es in allen Berufen gibt, wo Menschen in Führungspositionen kommen - dann doch eher vertrauen.

    Ich weiß gar nicht, warum das hier so aus dem Ruder läuft.

    Wir haben hier drei Komponenten.
    a) die Sicht des TE und die seiner Schulleitung - Ausgangspunkt für den Konflikt bzw. den Thread
    b) die rechliche Situation (in einigen Ländern geklärt, in anderen nicht)
    c) das individuelle Arbeitsethos gepaart mit individuellen Erfahrungen

    Gerade bei Letzterem werden wir hier keinen Konsens erzielen können - haben wir hier in diesem Forum nie und werden wir auch in diesem und in weiteren Leben nicht mehr. Das ist aber auch solange kein Problem, wie wir unsere Haltung nicht als die einzig Wahre darstellen und andere abqualifizieren.

    Letztlich muss der TE entscheiden, ob er dem Druck seiner SL nachgibt oder seine Linie beibehält - mit den entsprechenden Konsequenzen. Wie und warum WIR das anders oder genauso handhaben (und daher glauben, uns ggf. über andere erheben oder echauffieren zu dürfen), ist doch letztlich für den TE völlig unerheblich.

    Bei Stella finden wir in der Regel einen Hinweis, dass Lehrer mit Migrationshintergrund besonders angesprochen werden sich zu bewerben.
    Das heißt jedoch nicht, dass diese Lehrer besonders bevorzugt würden - das wäre genauso Diskriminierung wie andersherum.

    Wenn wir das so betrachten, ist es Sexismus - und der ist ja unabhängig von der Herkunft des Mannes bzw. der Männgruppen.
    Dann aber können wir uns die gesamte Diskussion über Flüchtlinge oder (HierverschiedeneGründeeintragen)Migranten sparen, denn Unsittlichkeiten, Sexismus, Kriminalität und sonstige moralisch wie juristisch inakzeptable Verhaltensweisen finden wir in der Tat bei allen Menschengruppen gleich welcher Herkunft.

    Dieses "die anderen machen das auch"-Argument täuscht aber über die tatsächlich sichtbaren und spürbaren Probleme hinweg und nimmt die Sorgen und Ängste vieler Menschen in Deutschland nicht ernst - so eingebildet, fremdsuggeriert, paranoid oder was auch immer diese Ängste auch sein mögen. Und genau davon profitieren ja die Populisten.

    Was die Weitergabe Deiner Privatnummer angeht, so bin ich da auch entsetzt, dass das Sekretariat da so eigenmächtig handelt. Bei uns wird keine Nummer ungefragt weitergegeben.
    Das würde ich umgehend nach den Ferien klären und darauf bestehen, dass ohne Deine explizite Zustimmung keine Telefonnummern von Dir weitergegeben werden dürfen.

    Was das Elterngespräch in den Ferien angeht, so befürchte ich, dass das wieder einmal eine dieser Grauzonen ist, da der Erholungsurlaub ja nicht auf konkrete Tage festlegbar ist. Würde bzw. müsste man als Lehrer genauso Urlaub einreichen, dann könnte man solche Gespräche zu Recht problemlos verweigern.

    Nun haben wir aber mit der Mail der SL schon die nächste Eskalationsstufe erreicht, denn die Mutter wird sich wohl direkt an die Schulleitung gewendet haben. Ich würde zu gerne wissen, was die Verbände zu diesem Fallbeispiel sagen, da in meinen Augen die Rechtslage nicht klar ist und Ferien nicht per se Urlaubszeit sind sondern eben "nur" unterrichtsfreie Zeit.

    Ich würde mich auch über solche aufgezwungenen Gespräche ärgern, jedoch gut überleben, ob und inwieweit ich hier einen Konflikt mit heraufbeschwören soll oder nicht - ganz gleich ob ich im (moralischen) Recht bin.
    Das mit dem nicht zu Hause sein oder ggf. den Partner ans Telefon gehen lassen halte ich für eine gute Idee bzw. ein "Workaround". Eine zwingende häusliche Anwesenheit aufgrund möglicher dienstlicher Anrufe während der Ferien gibt es nämlich nicht...

    Für gewöhnlich bekomme ich beispielsweise von meiner PKV eine Übersicht über die gezahlten Beiträge und konkrete Angaben, welche Beträge ich in welcher Zeile bei den Angaben zur Vorsorge eintragen muss. Das ist sehr komfortabel.
    Möglicherweise hast Du von Deiner Versicherung ein ähnliches Schreiben erhalten. Ansonsten gibt Elster auch konkrete Hinweise, was als Vorsorge eingetragen werden kann.
    Eine private Rentenversicherung (genauer gesagt die Beiträge dazu) können beispielsweise als Vorsorge angerechnet werden.

    Das Internet ist voll von Steuertipps und Hilfen zu diesem Thema. Da muss man sich leider einmal selbst "durchtanken", dann kann man es bei der nächsten Steuererklärung.

    Darf ich nochmal etwas zu Deinem Arbeitszimmer fragen?
    Du hast 200 Euro pro Jahr angegeben. Bist Du sicher, dass das stimmt?
    Das wären ja anteilig keine 20 Euro an Miete UND Nebenkosten (auch Müllgebühren gehören dazu...). Arbeitest Du in einer Telefonzelle?

    Wenn Du eine halbwegs kompetente Schulleitung hast, wird sie Dir so dermaßen die Hölle heiß machen, wenn Du wirklich absichtlich Deine Zusatzaufgabe schlecht machen solltest. Viele Aufgaben haben ja Auswirkungen auf Dritte - vor allem Schüler.
    Bei mir ist es eine Aufgabe im Bereich Öffentlichkeitsarbeit - und ich werde natürlich bei aller "Ermüdung" bezüglich der Aufgbabe den Teufel tun und mich öffentlich selbst demontieren.
    Lies mal von Hoegg "Schulrecht für Führungskräfte". Da wird in allen Facetten legales "Bossing" sowie Konferenzmanipulation beschrieben - und der Autor ist Lehrer UND Jurist.

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