Beiträge von Bolzbold

    Ich weiß nicht, ob eine freiwillige Rückstufung tatsächlich möglich ist. Ob ich dadurch dir Tätigkeit loswerde, ist ja auch noch so eine Sache. Solche Tätigkeiten können auch von der Schulleitung "zugewiesen" werden. Und sollte man dann jemals noch einmal irgendetwas in Richtung Personalentwicklung im Sinn haben, dürfte der Zug dann ja auch abgefahren sein.

    Danke für die Teilhabe an Deinen Erfahrungen.
    Der entscheidende Unterschied zwischen uns ist, dass Du die Tätigkeit bereits übernommen hattest und die A15 damit im Grunde eine absehbare Folge war - und sie stand Dir ja auch zu.
    Bei mir ist es ja anders. Ich müsste erst einmal von der Schulleitung eine solche Tätigkeit angetragen bekommen. Da bei uns aber die Kollegen in der Regel A15 wurden und immer noch werden, die entweder gar kein Korrekturfach haben oder maximal Mathematik, ist das Ganze ohnehin so eine Sache. Ich kann nicht und ich will nicht so viel mehr Zeit für die Schule aufwenden, weil ich bereits unter anderem durch Englisch schon genug Arbeit an der Backe habe. Ich bin einer von zwei Vollzeitenglischkollegen. Die anderen sind allesamt Teilzeit (und weiblich). Die KollegInnen mit zwei Korrekturfächern sind in der Regel die letzten, die befördert werden - wenn überhaupt. Die haben ganz oft schlichtweg keine Zeit für die Vorbereitung auf die Revision und kommen aus dem Korrigieren nicht mehr raus.

    Ich war lange Zeit mit mir nicht im Reinen, was die Funktionsstelle angeht. Ich hoffe nur, dass meine SL nicht im kommenden Jahr die freiwerdende A15, sofern sie neu ausgeschrieben werden darf, mit einer Tätigkeit versieht, die ich gerade weitgehend mache. Die unerwartet frei werdende Unterstufenkoordination habe ich nämlich dankend abgelehnt bzw. meine Kollegin ermuntert sich zu bewerben.

    Um nochmal zur Ausgangsproblematik zurückzukommen:

    Ich würde das Ganze langfristig betrachten. Die TE möchte ja sichelrich nach der Elternzeit wieder an der Schule arbeiten - also auch mit denselben Kollegen, mit denen sie jetzt arbeitet.
    Daher würde ich persönlich hier die pragmatische Lösung wählen und die Arbeit eben schnell selbst noch korrigieren. Dann ist die Sache erledigt - und das bekommen auch die Kollegen mit. So ad hoc Übergaben an andere Kollegen finde ich extrem unglücklich - das kann man im Grunde weder der TE noch einem Kollegen zumuten.
    Wenn man also das Konfliktpotenzial im Kollegium gering halten möchte, sollte man die Arbeit nicht liegenlassen, auf dass sie jemand anderem aufgedrückt wird.
    Alternativ könnte man in der Tat einen Kollegen ansprechen, mit dem man gut kann, ob er /sie das erledigen kann. Das wäre für mich aber die ultima ratio. In diesem konkreten Fall würde ich die Pobacken zusammenkneifen, das Ding fertig machen und dann komplett die Schule für die nächsten Monate guten Gewissens ausblenden. So gibt es zumindest seitens der Schule keine Altlasten.

    Die Beförderung in NRW ist immer mit einer Zusatzaufgabe oder einer Tätigkeit, die von der SL als A14 deklariert wird, versehen.
    Um das zu ändern, muss man eine Veränderung im Geschäftsbereich erwirken, d.h eine andere Aufgabe übernehmen. Das funktioniert in der Tat in der Regel nur dann, wenn jemand anderes (z.B. ein aufstiegswilliger A13er) die Aufgabe übernimmt.
    Ich hängt seit 2010 an einer Aufgabe, die ich gerne allmählich abgeben würde, aber für die sich kein geeigneter Nachfolger findet. Mal schauen, ob es 2017 klappt.

    Ich schlage Schülern, die das äußern, auch vor, dass ich auf eine Beschwerde bestehe und sogar zum Schulleiter mitkommen werde. Dann ist ganz schnell Ruhe.
    Das, was der TE als "Drohung" bezeichnet, ist im Grunde nur Teil des großen "Spiels", das Schüler wie Lehrer tagtäglich in der Schule spielen. Nebenbei: Wie oft sagen wir den Schülern, dass wir mit ihren Eltern reden werden, wenn sie nicht dieses oder jenes (nicht mehr) tun...


    Ah ja, ich merke es jetzt. Wenn Dir die stichhaltigen Argumente ausgehen, kommen die (AfD-)Phrasen. Auch eine Art und Weise sich aus der Diskussion zu verabschieden.

    Wenn Du ein Hinterfragen Deiner Position und die argumentative Gegendarstellung - die übrigens längst nicht so phrasenhaft erfolgt wie bei Dir - zum Kotzen findest, dann bitteschön. Aber dann kotz Dich bitte nicht mehr hier in diesem Forum aus sondern halte es künftig mit Deinem Usernamen.

    In allen Ländern, die ich bisher bereist habe oder mit deren Landsleuten ich Kontakt hatte ist ein ausgeprägtes Nationalgefühl gang und gäbe. Flüchtlinge will niemand haben, selbst überzeugte Christen in Italien/auf Malta sind dafür, alle angekommenen Flüchtlinge in den Knast zu sperren oder zumindest in ein Arbeitslager.

    Na dann dürfen wir uns ja hier noch einiges mehr erlauben - ist das die Schulssfolgerung daraus?!

    Zitat


    Das verlinkte Interview vergleicht die momentane Lage in Deutschland mit klassischen Einwanderungsländern. Das klappt so nicht. Kanada, USA und Co suchen sich hochqualifizierte Fachkräfte aus aller Welt zusammen, die integrations- und arbeitswillig sind und eine gute Bildung mitbringen und die aus aller Welt kommen.

    Dennoch hängt erfolgreiche Integration auch am Integrationswillen der Einheimischen. In der Vergangenheit waren es keinesfalls nur hochqualifizierte Fachkräfte, die in die USA oder Kanada ausgewandert sind. Dort hat man eine andere Tradition der Einwanderung.

    Zitat

    Wir nehmen momentan unbesehen Menschen aus nur einem Kulturkreis auf, die teilweise über gar keine Bildung verfügen und keine Ahnung haben, wie wir hier leben.

    Was sollen wir also tun? Sie in Arbeits- oder Umerziehungslager stecken? Sie zurückschicken? Auf sie schießen, wie die Rechtsaußenfraktion vor einiger Zeit forderte?
    Welche sinnvollen und menschlich vertretbaren Alternativen haben wir in Europa, mit diesen Menschen umzugehen, außer sie für eine gewisse Zeit aufzunehmen und durchzufüttern?

    Wir Europäer sollten ferner eine Sache niemals vergessen: Unser Wohlstand basiert zu einem nicht unerheblichen Teil darauf, dass wir seinerzeit die ganze Welt kolonisiert haben und die dortige Bevölkerung ausgebeutet haben. Als wir gingen, hinterließen wir Strukturen, die dieses Ausbeutung nun auf "demokratische Weise" fortsetzten bzw. "legal" ermöglichten.
    Wir Europäer bzw. unsere Urgroßelterngeneration hat die Situaiton im Nahen Osten durch rücksichtslose Arroganz und Ignoranz überhaupt erst entstehen lassen. Die Golfkriege und der Krieg gegen die Taliban haben ihr übriges dazu beigetragen.
    Und jetzt gehen wir hin und jammern über Flüchtlinge, die entweder vor Kriegen fliehen oder vor wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit - beides Faktoren, die wir Europäer primär zu verantworten haben? Und dann schieben wir den ganzen Terrorismus am Besten ausschließlich auf die Religion, den Islam, um uns letztlich wieder die Hände reinzuwaschen und mit dem Finger auf die Muslime zu zeigen?

    Ich sehe zum gegenwärtigen Umgang mit der Flüchtlingskrise keine Alternative - es sei denn, wir trügen aktiv und finanziell dazu bei, die wirtschaftliche und damit mittelbar auch politische Situaiton im Nahen Osten zu verbessern.
    Denken wir zurück: Was hat uns (vereinfacht dargestellt) in die Arme der Nazis getrieben? Perspektivlosigkeit. Was hat uns zurück in den Schoß der Demokratie getrieben? Wirtschaftliche Prosperität.
    Wir wollen billiges Öl, Demokratie in Länder anderer Kulturen exportieren, weil wir glauben, wir bzw. sie sind die Heilsbringer. Das strotzt nur so von Borniertheit und Arroganz, dass einem schlecht wird.
    Und demnächst eröffnet ein neuer Primark seine Türen - und die Leute strömen in Scharen hinein...

    Wir müssen ein paar Begriffsklärungen vornehmen.

    Fremdenfeindlich im NS, 1970 und heute sind für mich nicht vergleichbar. Und ich habe eben die Schnauze voll davon, mir sagen lassen zu müssen, ich sei wie Oma und Opa. Bin ich nicht, ich mache meine eigenen Fehler.

    Du bist nicht wie Oma und Opa - da stimme ich Dir zu. Die waren anders. Und ja, Du bzw. ich, wir machen eigene Fehler - mitunter ganz ähnliche wie Oma und Opa.

    Zitat


    Dann sprichst du von Integration, die auf der politischen Agenda steht.
    Nenn mir eine andere Gesellschaft, die Fremde aufnimmt und integriert (hat), also die neue Kultur mit Freuden in die alte einfließen lässt. Die sich selbst bereitwillig von ihrer Kultur distanziert und sich auch gern mal dafür schämt. Kennst du eine einzige?
    Mir fällt keine ein.

    Das ist völlig unerheblich. Nur weil die anderen das auch nicht tun, macht es das eigene Verhalten nicht weniger problematisch.

    Zitat


    Wir sind nicht gefragt worden, ob wir Assimilation oder Integration wollen.
    Du forderst, wir länger schon hier lebenden mögen uns gefälligst verändern. In welche Richtung hättest du es denn gern?

    Nein, sind wir nicht. Die deutsche Wirtschaft und die Bundesregierungen in den 60er Jahren haben die Anwerbeabkommen erwirkt. Aber die Deutschen haben in meinen Augen eine klare Antwort darauf gegeben - Assimilation.

    Zitat


    Darf ich kein Weihnachten mehr feiern? Soll ich arabisch lernen? Sollen die Migranten auch ohne deutschen Pass zukünftig politisch mitbestimmen, wie unsere Integrationsbeauftragte sich das wünscht? Soll ich über Migranten stets besser denken als über Biodeutsche, die mir oft auf den Senkel gehen?

    Auf diese Extrembeispiele möchte ich nicht eingehen, weil sie argumentativ wertlos sind und die Fragen ja eher rhetorischer Natur sind.

    Ja, das beschreibt zum Teil den IST-Zustand. Der hat aber seine Genese - und daran haben die Deutschen einen eigenen Anteil.


    Da stimme ich Dir sogar zu - und würde die Fragen womöglich sogar ganz ähnlich beantworten wie Du. Und ich nehme für mich in Anspruch, dass ich als Historiker wesentlich differenzierter mit der "Nazikeule" umzugehen weiß als der Durchschnittsdeutsche.
    Wenn wir uns nun von dem von Dir angesprochen Maulkorb befreien, dann darf das aber nicht heißen, dass wir jetzt alles anbellen oder gar beißen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Diese nüchtern von Dir als historisch prägende festgestellte "Gegenbewegung" mag sogar nachvollziehbar sein. Muss ich aber als Deutcher mit Migrationshintergrund jetzt Verständnis dafür haben, dass ich in ländlichen Gegenden angestarrt werde, wenn ich mit Frau und Kindern gesehen werde? Kann ich etwas für die Umstände, die zu den Parallelgesellschaften geführt haben?

    Daraus ergibt sich für mich abschließend folgende Frage:
    Muss die heutige Generation Biodeutscher durch entsprechende Heftigkeit und Aggressivität das kompensieren, was vorherige Generationen sträflich versäumt haben?
    Muss die heutige Generation der Migranten oder der Deutschen mit Migrationshintergrund diese Ausprägung unwidersprochen hinnehmen?

    Ich glaube kaum.

    Die Deutschen haben nach 1945 aus den von Dir geschilderten Gründen in der Tat die Köpfe eingezogen - allerdings nicht ganz so wie Du denkst. Anstatt Rassenhass und die angebliche Überlegenheit der arischen Rasse öffentlich zu zelebrieren, hat man das lediglich ins Private verlagert. (Man hat ja gesehen, wozu das führt und hat - in Ausblendung des Leides, das man damit über die Welt gebracht hat - vor allem das eigene Leid kultiviert...)
    Ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Bevölkerung war nach wie vor fremdenfeindlich und ablehnend gegenüber Ausländern - die Gastarbeiter können davon sicherlich ganze Alben mit Liedern vollsingen.
    Das mag man auf die damalige Politik schieben, da Integration damals nicht auf der Agenda stand. Was aber gerne übersehen wird - und das finde ich ekelhaft selbstgerecht - ist, dass Integration nur dann gelingen kann, wenn beide Seiten, also Deutsche und Migranten, aktiv daran mitarbeiten.
    Wenn Deutsche den Migranten mangelnde Integrationsbereitschaft vorwerfen und Parallelgesellschaften und weiter Missstände anprangern, sollten sie auch einmal darüber nachdenken, welchen Anteil die Deutschen daran hatten und immer noch haben. Wie kann ich mich als Migrant integrieren, wenn man mir das Gefühl gibt, man möchte mich mit dem, was ich mitbringe, gar nicht haben?
    Wenn wir mal ehrlich sind, war und ist unsere Willkommenskultur reine Heuchelei nach dem Motto "nimby" ("not in my backyard"). Was die Deutschen im Grunde immer erwartet haben, war nicht Integration sondern Assimilation. Und selbst wenn die Migranten das getan hätten, wären sie spätestens an dem Umstand verzweifelt und gescheitert, den ich im Thread zum Thema Hautfarbe und Deutschsein ausführlich dargelegt habe.

    Die Deutschen (ich weigere mich, als Deutscher mit Migratoinshintergrund von "wir" zu sprechen, weil ich selbst unter dem beschriebenen Phänomen "gelitten" habe) haben bei der Integration seit Jahrzehnten kollossal versagt, nicht die Bundesregierungen seit Adenauer, nicht Frau Merkel. Integration ist weniger eine politische als eine gesellschaftliche Aufgabe.
    Wenn man als Deutscher schon keine Migranten integrieren wollte, dann war die Nazikeule der 50er bis 90er Jahre vielleicht treffender als gedacht - selbst wenn sie gerne als politsches Totschlagargument missbraucht wurde.

    Man stellt einen Antrag auf Entlassung und wird in der Regel bei der Deutschen Rentenversicherung nachversichert. Ob das im Falle einer gescheiterten Selbstständigkeit dann später zum Leben reicht, wage ich jedoch zu bezweifeln.
    Die Perspektiven der Selbstständigkeit müssten finanziell schon so dauerhaft rosig sein, dass man dafür eine sichere Versorgung aufgibt - so sehr ich das auch im Einzelfall verstehen kann.

    Eine Entlassung aufgrund von vorzeitiger Dienstunfähigkeit ist nur in bestimmten Fällen möglich und nicht der Regelfall.

    Die Gesundheitsprüfung untersucht die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Dienstunfähigkeit. Ein verlorener Fuß gehört sicherlich nicht dazu. Die Gründe für den Verlust des Fußes sind erst einmal sekundär - es sei denn, man leidet unter manischen Selbstverstümmelunganwandlungen. Dann dürfte die Gesundheitsüberprüfung allerdings das geringere Problem sein.

    Ach Schantalle,
    man könnte wohl über dieses Thema promovieren oder sonstwie sich auf zig Threadseiten auslassen. Ich bin für gewöhnlich ein Freund präziser und ausgewogener Argumentation. Manchmal fehlen mir schlichtweg die Zeit oder der Wille, dies hier in der Ausführlichkeit darzulegen.

    Offenbar haben andere User eine andere Lesart als Du und Kecks. Sind die jetzt auch alle naiv, süß oder verniedlichend?

    Auf einer Website, wo Anwälte posten, findet man eine ausführliche Darstellung, weshalb die Verweigerung des Klogangs diverse Menschenrechtsverletzungen und Straftatbestände erfüllt bzw. erfüllen soll.
    Das scheint in der Tat nicht nur in diesem Einzelfall mit besagter Schülerin ernst gemeint zu sein.

    Ich bin in den letzten Jahren so gut wie nie während des Unterrichts aufs Klo gegangen - falls doch, dann lagen in den Stunden Oberstufenkurse, die man in der Tat mal alleine lassen kann.
    Vermutlich wird das Thema ohnehin viel zu aufgebauscht.

    @kecks

    Ich habe ehrlich gesagt nur wenig Verständnis für Deine in meinen Augen sehr impulsiv anmutenden Reaktionen auf meine beiden Beiträge hier weiter oben. Im ersten Fall hast Du Dich offenkundig verlesen, meinst aber mit dem Vorwurf mangelnder Differenzierungsfähigkeit ankommen zu müssen, im zweiten Fall kommst Du mit "naiv" und "süß".
    Um das einmal ganz klar zu sagen: Das ist in meinen Augen kein Umgang unter gebildeten Erwachsenen. Derartige Arroganz ist hier völlig unangebracht.

    moment mal. also, momentan (!) wird in der türkei mit dem brauchtum anderer religionen als dem islam nicht sehr offen umgegangen. okay. und daraus folgert ihr, dass wir hier in deutschland uns ebenso intolerant gegenüber dem islamischen brauchtum verhalten sollten (z.b. keine freistellung mehr für moslemische schüler zu moslemischen feiertagen, wenn von denen gewünscht - bei uns nehmen das neunzig prozent oder mehr der betreffenden schüler gar nicht wahr, die kommen zum unterricht, weil sie das sonst alleine nachholen müssten...), weil sonst sei das "doppelmoral"? das erscheint mir nicht zu ende gedacht.

    Wer fordert das konkret? Meine These war, dass es einen Aufschrei wegen Diskriminierung gäbe, wenn wir diese Freistellungen nicht mehr bewilligen würden. Ob und wie viele Schüler das betrifft, ist dabei unerheblich, weil es im Falle einer solchen Auseinandersetzung ums Prinzip gehen würde.

    Zitat

    nochmal von vorn: wir empören uns über intolerantes verhalten einiger türkischer behörden/von ansässigen schulleitungen in vorauseilendem gehorsam gegenüber christlichem brauchtum. und dann zeigen wir uns tolerant gegenüber muslimischem brauchtum in deutschland und finden diese toleranz zeige "doppelmoral"? schmarrn.

    Mit Verlaub, aber DAS ist Schmarrn. Es ging darum, dass man nicht Toleranz im Gastland einfordern sollte und im Heimatland eben diese vermissen lässt. DAS ist Doppelmoral.
    Deine Interpretation dessen, was hier geschrieben wurde, ist doch etwas abenteuerlich.
    Und den Vorwurf der mangelnden Differenzierung weise ich entschieden zurück.

    Ähnliche Tendenzen haben wir an nicht-konfessionellen Schulen mittlerweile auch in Deutschland - allerdings gegen unsere eigenen Traditionen.
    Das Martinsfest ist dann eben ein "Sonne-Mond-und-Sterne"-Fest, das Osterfest wird zum "Frühlingsfest" umdeklariert.

    Die christliche Mehrheit in Deutschland ist satt und selbstzufrieden geworden, als dass sie sich gegen solche Entwicklungen aktiv stemmen wollte.

    Man konnte es in Kolumnen der großen Tagenszeitungen lesen, dass wir uns hier nicht beschweren dürfen, wenn Migranten unsere christlich-abendländische Kultur nicht wertschätzen oder gar verachten. Ein Teil von uns ist da ein gutes Vorbild.

    Vor diesem Hintergrund wird es auch keinen Aufschrei aus Deutschland geben.

    Um nochmal zum Ausgangsthema zurückzukommen,
    für mich ist das nichts anderes als eine Frage von Macht und Ohnmacht. Die Anzeige der Mutter des Mädchens gegenüber der Lehrkraft ist nichts weiter als eine Retourkutsche ob der gefühlten Ohnmacht gegenüber der Schule. Das soll jetzt durch die Anzeige und eine höhere Instanz, die natürlich im Sinne des Klägers entscheiden soll, zugunsten der Mutter und ihrer Tochter kompensiert werden.
    Das pauschale Misstrauen gegenüber allen Personen, die "Macht" im Rahmen ihrer dienstlichen Kompetenzen haben, scheint in Deutschland zuzunehmen.
    Bei uns Lehrern ist es ja "nur" die Notengebung nach Nase (oder wahlweise Größe des Ausschnitts), Mobbing durch Lehrer o.ä.

    Ich habe eine sechste Klasse, bei der drei von fünf Stunden, die ich in der Klasse unterrichte, jeweils in der dritten Stunde liegen. Unmittelbar davor ist die 25-minütige Hofpause. In diesen dritten Stunden mussten in der Vergangenheit regelmäßig bis zu zehn Kinder aufs Klo. Das hat natürlich den Unterrichtsfluss nicht unerheblich gestört. Ich habe daraufhin angekündigt, dass ab der kommenden Woche keiner mehr vor Ablauf von 45 Minuten nach Stundenbeginn aufs Klo darf, weil die Kinder ja vorher gehen können. Der Umstand, dass sie zu Beginn der dritten Stunde auch alle erst einmal noch einen Schluck aus der Pulle nehmen, bestärkt mich in der Auffassung, dass die Schüler Trinken und Klogehen während der Pause schlichtweg vergessen. Lange Schlangen auf der Mädchentoilette kommen noch dazu.
    Diese Ankündigung hat die Zahl der Klogänge deutlich reduziert. Bei Schülern, denen das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht - und das sieht man den Kindern durchaus an - mache ich natürlich nach wie vor Ausnahmen. Ein Großteil der Schüler schafft es aber, die dritte Stunde ohne Klogänge zu überleben. Von psychischen oder physischen Folgen weiß ich bislang nichts.

    Bei den Mädchen bin ich insgesamt nachsichtiger, weil sie jetzt in einem Alter sind, wo häufigere Klogänge oder Bauchschmerzen durchaus üblich sind. Ich thematisiere das nicht extra aber lasse die Mädchen natürlich aufs Klo gehen.

    Die Klogänge an meiner Schule halten sich meiner Erfahrung nach aber in den anderen Klassen - gerade in der Mittelstufe - in erträglichen Grenzen. Und selbst wenn die Schüler sich dort eine Auszeit nehmen möchten, dann sollen sie es eben tun. Da fange ich keine Machtspielchen deswegen an.

    Interessant bei dem ursprünglichen Fall dürfte sein, ob der tatsächliche Schaden (angebliche Ehrverletzung, Nötigung etc.) hier als Maßstab für eine eventuelle Strafzumessung angelegt wird oder der theoretische Schaden. Sollte Letzteres der Fall sein, dürften sich Schüler ja nicht mal mehr berühren, weil man ja theoretisch auch auf ein Aneurisma drücken kann, was dann zu inneren Blutungen und ggf. zum Tode führen kann. Möglicherweise hat das Gericht ja hinreichend Verstand, dass es für solche Machtspielchen keinen Raum bietet.

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