Wenn ich einmal unterstelle, dass weder Piksieben noch Schantalle einen sichtbaren Migrationshintergrund haben, dann habt Ihr gut reden.
Es geht nicht um Empfindlichkeiten oder Befindlichkeiten. Es geht mir um eine Geisteshaltung. Die Frage "wo kommst Du her" oder die Bemerkung "Du sprichst aber gut Deutsch" mag isoliert betrachtet naiv erscheinen.
Für mich ist sie Ausdruck eines Weltbildes, das ausschließt, dass Nichtweiße auch Deutsche sein können. Deutschsein ist offenbar immer noch das Privileg der weißen Rasse. Und das hat mit Empfindlichkeiten nichts zu tun - erst recht nicht, wenn man auf dem Land und teilweise auch in der Stadt erst einmal agrwöhnisch beobachtet wird, bis man den Mund aufmacht und geschliffenes Deutsch spricht, das die argwöhnischen Menschen ihrer eigenen Vorurteile überführt und sie dann "auftauen".
Das ist eine Form von Diskriminierung. "Du bist nicht weiß, also kannst Du kein Deutscher sein."
Mit Kultur des Beleidigtseins - und ja, den Zeit-Artikel habe ich mit großem Amüsement gelesen - hat das nichts, aber so gar nichts zu tun. Dann wären wir nämlich bei dem Punkt "wenn mein Gegenüber sich nicht so anstellt, dann ist mein Verhalten doch gar nicht mehr so schlimm."