Beiträge von Bolzbold

    Wenn ich einmal unterstelle, dass weder Piksieben noch Schantalle einen sichtbaren Migrationshintergrund haben, dann habt Ihr gut reden.
    Es geht nicht um Empfindlichkeiten oder Befindlichkeiten. Es geht mir um eine Geisteshaltung. Die Frage "wo kommst Du her" oder die Bemerkung "Du sprichst aber gut Deutsch" mag isoliert betrachtet naiv erscheinen.
    Für mich ist sie Ausdruck eines Weltbildes, das ausschließt, dass Nichtweiße auch Deutsche sein können. Deutschsein ist offenbar immer noch das Privileg der weißen Rasse. Und das hat mit Empfindlichkeiten nichts zu tun - erst recht nicht, wenn man auf dem Land und teilweise auch in der Stadt erst einmal agrwöhnisch beobachtet wird, bis man den Mund aufmacht und geschliffenes Deutsch spricht, das die argwöhnischen Menschen ihrer eigenen Vorurteile überführt und sie dann "auftauen".

    Das ist eine Form von Diskriminierung. "Du bist nicht weiß, also kannst Du kein Deutscher sein."

    Mit Kultur des Beleidigtseins - und ja, den Zeit-Artikel habe ich mit großem Amüsement gelesen - hat das nichts, aber so gar nichts zu tun. Dann wären wir nämlich bei dem Punkt "wenn mein Gegenüber sich nicht so anstellt, dann ist mein Verhalten doch gar nicht mehr so schlimm."

    @Schantalle

    Ich empfinde diese Fragen nicht als Ausdruck von Naivität sondern von Engstirnigkeit gepaart mit einem mehr oder weniger bewussten Weltbild nach dem Motto "nur ein Weißer kann/darf Deutscher sein."
    Und diese Haltung stört mich. Es ist für nordisch-europäische Deutsche offenbar immer noch unvorstellbar, dass es auch Deutsche gibt, die nicht so aussehen wie sie selbst. Das ist keine Naivität sondern Ignoranz.

    @Eugenia

    Den Begriff "arisch" habe ich bewusst verwendet und ebenso bewusst in " " gesetzt. Die Überlegenheit der weißen Rasse und die eingebildete Höherwertigkeit als Weißer gegenüber Nichtweißen ist nebenbei keine Erfindung der Nazis sondern in vielen nord- und westeuropäischen Ländern tief verankert. Die Nazis haben das zweifellos in perverser Art und Weise auf die Spitze getrieben - die Geisteshaltung dahinter findet sich aber auch bei den Nichtnazis.

    Im Rahmen des Einstiegs in die Reihe Multiculturalism in meinem Englisch-LK habe ich einmal nachgefragt, wie viele Schüler ein oder zwei nicht-deutsche Eltern haben. Das Ergebnis war genau 50%. Von diesen 50% sehen wiederum 50% hellhäutig europäisch aus und fallen nicht weiter auf. Die anderen 25% sind afrikanischer oder arabisch-asiatischer Herkunft. Obwohl diese Kinder einen deutschen Pass haben, werden sie doch oft gefragt, wo sie herkämen. Ihnen wird in Gesprächen gesagt, dass sie ja gut Deutsch sprächen etc. Sie sind zum Teil davon genervt und haben dadurch natürlich auch Identitätsprobleme, weil sie sich als Deutsche fühlen, aber von den hellhäutigen Deutschen nicht als solche wahrgenommen werden. Ich kann meine Schüler so gut verstehen, weil es mir seit 42 Jahren ebenso geht.
    Einigen und mir ging es sogar so, dass sie im Land des "ausländischen" Elternteils sich endlich einmal nicht als Ausländer gefühlt haben, obwohl sie rechtlich, kulturell, sprachlich und mentalitätsmäßig totale Ausländer waren. Aber sie waren von Menschen umgeben, die eher so aussahen wie sie - sie fielen somit nicht weiter auf und verschwanden sozusagen in der Masse. (Als ich das das erste Mal selbst erleben durfte, war das ein wahnsinnig tolles Gefühl.)

    Wie kann es 2016 in Deutschland immer noch sein, dass man nur dann als Deutsch(er) angesehen wird, wenn man dem nordisch-arischen Phänotyp entspricht?
    Wie kann es sein, dass, obwohl wir seit den 50er Jahren Arbeitsmigranten aus Italien, Portugal, der Türkei und anderso angeworben haben, die in dritter Generation hier leben und sich teilweise mit der deutschen Bevölkerung vermischt haben, jeder, der nicht arisch" aussieht, per se für einen Ausländer gehalten wird?
    Wie kann es sein, dass es für viele Deutsche offenbar völlig ausgeschlossen ist, dass auch Menschen, die dunkleren Teint, schwarze Haare etc. haben und entweder perfekt oder ziemlich gut Deutsch sprechen, Deutsche sein können?

    Warum muss man sich als "Nicht-Arier" ständig rechtfertigen? Gilt hier 'bist Du nicht weiß, gehörst Du erst einmal nicht zu uns'?

    Und das, Valerianus, liegt wiederum daran, dass die männlichen Schüler alle eine Art "Urangst" haben, selbst schwul zu sein oder als solches zu gelten. Diese Haltung beobachte ich schon seit Jahren unter den Jungen an meiner Schule. Alles, was nicht eindeutig nicht schwul ist, gerät sofort in den Verdacht, schwul zu sein. Das muss dann eben mit den bekannten schwulenfeindlichen Begriffen bezeichnet werden...

    Dann würde ich ihn direkt an die Schulleitung verweisen, da ich auch nur auskunftgebendes und die Entscheidungen der Zeugniskonferenz ausführendes Organ bin.
    Da darf sich dann der A16er die Zähne dran ausbeißen.

    @Claudius

    Ich merke von diesem Sendungsauftrag bislang nicht viel. In keinem Schulbuch, mit dem ich arbeite, kommen andere Lebensformen als die heterosexuelle vor. Mag sein, dass ich die falschen Fächer unterrichte, aber das "Schlimmste", was ich bisher gesehen habe, war eine mixed-race-family im Englischbuch. Und das fand ich aus ganz persönlichen Gründen gut so.

    Ich täte mich zugegebenermaßen auch schwer damit, Kindern in zu jungen Jahren mit dem ganzen Spektrum an Lebensformen zu konfrontieren. Meine Kinder werde ich dennoch zu weltoffenen Menschen erziehen, die im Idealfall erst einmal unvoreingenommen mit den ihnen begnenden Formen von "Andersartigkeit" umgehen. Auch hier bin ich aus denselben persönlichen Gründen überzeugt davon, dass meiner Frau und mir das gelingen wird.

    Das würde er sogar tun, weil er postulieren würde, dass unsere Gerichte ja auch nur Manifestationen der illegitimen BRD wären und somit ihn ja gar nicht verurteilen dürften. Für den konkreten Polzistenmord würde es dann im Nachhinein durch die KRR Amnestie geben, so wie auch 1934.
    Meine Güte, kann man wirklich so pervers denken?

    @Schantalle
    Das war gar nicht als Kritik gemeint sondern durchaus halbwegs ernst...

    Schantalle, ich wäre fast geneigt, ab hier einen extra Thread auszulagern und weiter munter loszuspinnen, was für einen Unsinn Reichsbürger von sich geben und wie gut doch die alten Zeiten waren.

    Ich nehme mir meine Freiheit - und ich gestehe Dir Deine Freiheit zu. Nimm Du Dir Deine Freiheit, und gestehe mir auch meine Freiheit zu - und mögen sie noch so verschieden sein.
    Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein, oder?

    Das ist es doch, was der Lehrplan als Erziehungsziel vorsieht.

    Das wäre Rosinenpickerei. Einerseits erkennen sie die Schule im Sinne einer "Bildungsdienstleistungseinrichtung" an, andererseits aber dann nicht mehr, wenn sie nicht das tut, was sie wollen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die armen Kinder solcher Spinner (und nichts anderes sind sie) tatsächlich dann von sich aus in die höhere Klasse gehen würden.

    Die ganze Theorie des Reichsbürgertums ist eine reine Rosinenpickerei. Die Weimarer Verfassung wird also augenscheinlich anerkannt (die war ja 1937 immer noch in Kraft und Hitler regierte formal auf dieser Basis mittels des ebenfalls auf dieser Basis verabschiedeten Ermächtigungsgesetzes und weiterer Gesetze). Wieso ist diese Verfassung von 1919 legitimierter als die von 1949? So gesehen könnte man in beiden Fällen sagen, dass die Verfassungen unter Druck der jeweiligen Alliierten zustande kamen. Gehen wir dann in der Geschichte zurück nach 1871 oder 1850, dann handelt es sich in beiden Fällen um oktroyierte Verfassungen. Ein Staat, dessen Monarch eine Verfassung mit der Macht der Bajonette von oben oktroyiert, wird akzeptiert, ja? Wenn dem so ist, können sich die Reichsbürger ja erleichtert zurücklehnen - die Polizei hat heutzutage keine Bajonette mehr und schießt erst, wenn sie bedroht wird.

    Die Grenzen von 1937 scheinen ja verführerisch zu sein. Es klingt für die Reichsbürger wohl netter, wenn man von Aachen bis Insterburg (ehem. Ostpreußen) über 1000km in der Ost-West-Ausdehnung mit dem Zug fahren kann und von Flensburg bis Garmisch "nur" 820km...

    Im Grunde gilt da dasselbe wie bei den Revisionisten. Diskussionen sind sinnlos. Klare Verweise auf die geltende Rechtslage mit Erklärung der Konsequenzen im Falle des Nichtbefolgens. Alles andere ist verschwendete Zeit.

    @dzeneriffa
    Das Elterngeld kannst Du ja nicht anders verteilen als mit den drei oder vier Modellen. Beim ElterngeldPlus hast Du immer das Problem, dass aufgrund der Mutterschutzfristen nach der Geburt, in denen Du Dein volles Gehalt ja weiter bekommst, im Extremfall hinten drei Monate an ElterngeldPlus fehlen, weil ja nur der Bezugszeitraum des Elterngeldes verdoppelt wird, was ja eben nie 12 Monate sind sondern eher 10 bzw. bei Frühgeburten etc. 9 oder gar noch weniger, was dann zu maximal 18 Monaten ElterngeldPlus führt (zzgl. der Mutterschutzfrist gibt es dann also 21 von 24 Monaten Elternzeit das Gehalt bzw. Elterngeld).
    Dann müsstest Du schon vor Ablauf der zwei Jahre wieder einsteigen. Eigentlich müsste dafür dieselbe Regelung mit dem Ende des Bezugszeitraums des Elterngeldes greifen. Ferien hin oder her.

    (Ironie ON) Wie kann es sein, dass Du Deine eigenen Erfahrungen genauso verallgemeinerst? (Ironie OFF)

    Du kannst Elternzeit natürlich auch nach der Geburt nehmen. Viele Väter machen das - aber vermutlich nur eine Minderheit der Mütter. Juristisch gesehen kannst Du natürlich auch Elternzeit zu anderen Terminen innerhalb der ersten drei Jahre des Kindes nehmen bzw. auch Jahre schieben, wenn Du es rechtzeitig beantragst.
    Letztlich wird aber bei 95% der Mütter und auch derjenigen Väter, die Elternzeit nehmen, diese Zeit mit dem Elterngeld kombiniert. Die günstigste Kombination ist dann, die Elternzeit mit dem Elterngeld zeitgleich zu kombinieren. Daraus wurde vermutlich die Verbindlichkeit der Festlegung auf die exakten Lebensmonate des Kindes suggeriert.

    Nur so kannst Du letztlich aber die "Ferienregelung" bzw. den angeblichen Rechtsmissbrauch bei fehlender Aussparung der Ferien umgehen - nämlich wenn Beginn/Ende des Bezugszeitraums des Elterngeldes und der Elternzeit identisch sind. In diesem Fall wird nicht von einer Rechtsmissbräuchlichkeit ausgegangen, da man nach dem Ende von Elternzeit und -geld logischerweise wieder arbeiten muss.

    Es stimmt leider mitunter, dass man seine Sachbearbeiter über die geltende Rechtslage aufklären muss - so wusste der Sachbearbeiter meiner Frau nichts von der Ausnahme bei der Ferienregelung - er sprach dann aber selbst mit seinem Büroleiter und korrigierte dann seinen Bescheid. (Bei der Beihilfe ist das übrigens genauso... Wenn man die entsprechenden Paragraphen selbst versteht und dann gegenüber dem Sachbearbeiter zitieren kann, kommt man erstaunlich weit - auch ohne "Androhung" des Gesprächs mit dem Gruppenleiter. Das bieten die Sachbearbeiter sogar von sich aus an...)

    Was man sicherlich verallgemeinern kann, ist somit der Umstand, dass man sich mit der geltenden Rechtslage selbst vertraut machen sollte, um dann eben nicht an einen unkundigen Sachbearbeiter zu gelangen, der einem dann gar nicht mal aus Bösartigkeit einen Strich durch die Rechnung macht.

    Die Diskussion mit Claudius ist in diesem Fall sinnlos, da er Akzeptanz mit positivem Werturteil gleichsetzt und rabulistische Wortklauberei betreibt. Man sollte es ihm nicht gleichtun, indem man zig Definitionen von Akzeptanz als Gegenargument vorbringt.
    Dass sich womöglich 97% dieses Forums bezüglich einer weniger einseitigen Lesart dieses Begriffs einig sind, ist für ihn anscheinend ohne Belang.

    Letztlich sollten wir uns immer diesen Cartoon vor Augen halten...
    https://xkcd.com/386/

    Da kann man anschließend wunderbar seine Finger still halten...

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin ganz neu hier und hoffe auf eure Hilfe. Mein Freund und ich bekommen voraussichtlich am 15.03.2017 ein Kind. Er ist schon "fertiger" Lehrer, ich bin leider noch im Vorbereitungsdienst :D Ich setze ein gesamtes Jahr aus.
    Unser Plan war, dass mein Freund nach den Osterferien (in Niedersachsen vom 08.04.-23.04.2017) einen Monat in Elternzeit geht. Nun haben wir erfahren, dass man immer nur zu einem neuen Lebensmonat des Kindes in Elternzeit gehen kann (also am 15.04., 15.05., ...).
    Erste Frage also: Wisst ihr, ob das tatsächlich so ist?

    Ich kann das nur noch einmal bestätigen, es ist so.

    Zitat


    Wenn er ab dem 15.04.17 in Elternzeit ginge, würde diese sich ja mit 8 Tagen der Osterferien überschneiden. Das wäre ja verschenkte Zeit, die er mit dem Kind hätte verbringen können. Oder werden diese Tage anschließend an die Osterferien angeknüpft? Zumal man ja noch gar nicht genau weiß, wann das Kind kommt, ist es ja schier unmöglich, der Schulleitung zuvor einen Termin zu nennen, wann man nicht anwesend sein wird. Und da mein Freund eine eigene Klasse hat, wäre es sicher von Vorteil, nicht erst bei der Geburt des Kindes zu sagen, wann er nicht da sein wird. Verstehe ich das alles richtig?
    Das ist ja leider gar nicht so leicht alles :D


    Das weiß auch die BezReg. Bei mir habe ich den ungefähren Termin durchgegeben und war ab dem Geburtstermin einen Monat draußen. Den ungefähren Termin weiß man ja, sagt der Schule frühzeitig Bescheid, dann ist alles kein Problem. Den Antrag stellt man sicherheitshalber acht Wochen vorher, jedoch gibt man als Anfangsdatum den ET an mit dem Hinweis, dass ab Geburt Elternzeit genommen werden soll.

    Was die Ferien angeht: Wie viel Zeit will man den noch mehr haben, um sie mit dem Kind zu verbringen? Verwechsle Ferien nicht mit Urlaub!

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