Beiträge von Bolzbold


    Wie oft wird es passieren / konnte es passieren, dass ein Kind einen schwarzen Menschen trifft? Wie oft kann man wirklich wissen / erkennen, dass ein Kind einen Juden trifft?

    -> es geht um Respekt. Weil wir nicht akzeptieren und dulden können, dass Kinder andere als "Neger", "Jude", "Schwul" oder "behindert" beschimpfen.

    Dann würde ich aber eher einmal fragen, woher denn Kinder diese Begriffe haben / kennen und woher sie dazu in der Lage sind, sie gezielt und beleidigend anzuwenden.

    Kein Kind wird ohne entsprechende "Vorkenntnisse" einen Schwarzen als "Neger" bezeichnen - das gilt analog auch für die anderen von Dir genannten Begriffen / Gruppen. Das Problem ist in diesem Fall weniger der konkrete alltägliche Umgang mit Minderheiten sondern mit dem Umgang mit Sprache. Ich kann meinem Kind erklären, dass diese Begriffe nicht OK sind - genauso wie alle anderen Beleidigungen.

    Zitat


    Ich habe so viele KollegInnen, die einfach dazu sagen "Ach, lass, es sind Kinder" (an meiner Schule sind "schwul" und "behindert" gängige Beschimpfungen, die anderen kenne ich nur von "auf der Straße / Spielplatz", das kann ich einfach nicht verstehen.

    Das kann ich auch nicht verstehen. Je vehementer ich jedoch gegensteuere, desto eher kapieren die Schüler, dass sie damit provozieren können. Wenn ich nun beim Thema Homosexualität so einen Aufwand betreibe, dann besteht neben dem gewünschten Effekt der Sensibilisierung eben auch die Gefahr der gezielten provozierenden Verwendung dieser Begriffe.

    So wie hier einige User schreiben, glaube ich, dass sie die Schüler nicht zu Toleranz erziehen sondern viel eher beim Thema Homosexualität suggerieren, dass es ein ganz wichtiges Thema ist, worüber man unbedingt erschöpfend vorbeugend reden muss. Das macht Homosexualität ggf. viel "suspekter" als sie überhaupt wäre. Ist der Umgang mit dem Thema hier so gesehen nicht viel verkrampfter und damit genau das Gegenteil dessen, was wir uns bei unseren Kindern (aber eben auch bei uns selbst) wünschen?

    Gruß
    Bolzbold

    Ich kann mich bei diesem Thema des Eindrucks nicht erwehren, als würde Homosexualität in ihrer Bedeutung in ihrem wie auch immer gearteten Einfluss auf Kinder total überbewertet.

    Wie oft wird es denn vorkommen, dass Kinder ein homosexuelles Pärchen sehen? Und ist das wirklich ein so prägendes Erlebnis, dass man Kinder dezidiert darüber aufklären muss?
    "Mama, wieso küssen sich da zwei Männer?" "Weißt Du, Kind, es gibt eben Männer und Frauen, die sich lieb haben, und es gibt Männer und Männer und Frauen und Frauen."
    Für viele Kinder ist das Thema damit in positiver Hinsicht erledigt.

    Die Diskussion hier in diesem Thread hat so etwas von "wer ist der toleranteste und weltoffenste unter uns"?

    Gruß
    Bolzbold

    Ich verstehe nicht ganz, wieso hier so heftig auf coco77 geschossen wird.

    Der Logik einiger User zufolge dürfte ja heute niemand mehr katholische Religion unterrichten, ohne aufgrund der zumindest formalen Unterwerfung unter kirchliche Dogmen und Lehrsätze per se im Verdacht zu stehen, homophob oder intolerant zu sein.

    Man wirft ihr Naivität vor, mangelnde Reflexion.

    Kann man ein Eintreten für klassische Werte wie die klassische Familie, christliche Werte etc. nicht auch als ein Ergebnis eines entsprechenden Reflexionsprozesses erachten?

    Wird damit die eigene ach so tolerante Haltung nicht mittelbar verabsolutiert und schlägt in Intoleranz gegenüber augenscheinlich weniger Toleranten um?

    Gruß
    Bolzbold


    Der Zusammenhang von Bildung und dem Zuspruch einer Person zu komplexitätsreduzierenden Weltbildern kennt man aus der (quantitavien) Forschung zu extremistischen Einstellungen (z.B. Heitmeyer). Rauin spricht für den Raum Ba-Wü und für ihn umfasst ein "schlechtes Abitur" m. W. ein Notenspektrum ab 3. Für Rauin bilden Personen in dieser Zuordnungsgruppe häufig gemeinsame Merkmale ab - z.B. die Einstellung zur Leistungsbereitschaft, die dürfte bei einem 1,4 Abiturienten sicherlich deutlicher ausgeprägt sein als bei einem 3,7er Abiturienten.

    Wenn ich diese beiden Extremwerte gegeneinander stelle, mag das sicherlich zutreffen.
    Einem Abiturienten aufgrund zunächst einmal lediglich unterstellten fehlenden Leistungsbereitschaft auch noch komplexitätsreduzierende Weltbilder zu unterstellen mag wissenschaftlich ja erklärbar sein, jedoch dürfte sich da jeder Abiturient mit diesen Durchschnittsnoten zu Recht gekränkt fühlen.
    "Wer stiehlt, lügt auch" - wollen wir wirklich so altklug und selbstgerecht über Menschen urteilen?

    Zitat


    Man sollte sich von den Stammtischen der Nation auch nicht kränken lassen ;-). Rauin ist eine Meinung unter vielen, klar, die Meinung von ihm gefällt den meisten in unserem Berufsstand nicht. Seine Erkenntnisse sind letztlich jedoch interessant, gerade was die Motivation bei Lehramtsstudenten noch vor der Konfrontation mit dem Berufsalltag betrifft. Und hier ist es doch erschreckend, welche Motivationen laut Studie nicht selten dahinter stecken. Aber sollte man es der Stammtische wegen deshalb lieber verschweigen?

    Die Stammtische interessieren mich herzlich wenig. Es geht darum, wie ich statistische Auffälligkeiten verkaufe.
    a) Warum werden nur schlechte Schüler / Studenten später Lehrer?
    oder
    b) Wieso ist der Lehrerberuf möglicherweise für Topschüler und -studenten unattraktiv.

    Würden Letztere nämlich diese Studiengänge stürmen bzw. später Lehrer werden, würde sich Frage a) gar nicht stellen.

    Es geht mir hier mehr um Fairness und Ausgeglichenheit in der Auswertung bzw. Bewertung von statistischen Erhebungen.

    Gruß
    Bolzbold

    P.S. Und ja, wir sollten bei Bedarf an anderer Stelle darüber diskutieren.

    Mal überspitzt angedacht: Laut Forschung ergreifen überproportional viele Personen den Lehrberuf, welche ein eher schlechtes Abitur haben. Wahrscheinlich sind diese Personen dann auch generell anfälliger für Stereotype und Vorurteile.

    Wäre dem so, gehörtest Du sicherlich auch dazu. Es wäre zumindest eine brauchbare Erklärung für diesen Unsinn.
    Wo ist denn bitteschön der Zusammenhang zwischen kognitiv-intellektueller Leistung und Lernbereitschaft auf der einen Seite und Anfälligkeit für Stereotype und Vorurteile auf der anderen Seite?

    Was ist denn ein "eher schlechtes" Abitur?
    Hier fängt die Wahrheitsverzerrung nämlich an. Ein "eher schlechtes" Abitur kann alles sein, was kein 1er Abitur ist. Es kann auch alles sein, was kein 2er oder 3er Abitur ist.

    Weniger pejorativ kann man auch schreiben: Wieso ergreifen die Spitzenabiturienten und -studenten tendenziell andere Berufe als den Lehrerberuf?

    Je nach Aussage- und Manipulationsabsicht lege ich den Fokus bei Aussagen wie Deiner auf die Unfähigkeit der angehenden oder aktiven Lehrkräfte oder wie bei letzterer Aussage auf systembedingte Schwächen, die zur Unattraktivität des Berufs führen. Spätestens da dürften Argumente wie "sicherer Job", "12 Wochen bezahlter Urlaub", "Halbtagsjob" nicht mehr greifen.

    Da die Stammtische dieser Nation aber ohne Lehrerbashing nicht auskommen und sich differenzierendere Sichtweisen boulevardjournalistisch nicht verkaufen lassen, werden jedoch Millionen von Menschen dankbar sein, dass es Leute wie Dich gibt, die sie mit entsprechendem Material füttern könnten.

    Könnten wir nicht bei JEDEM Beruf fragen, wieso zu wenig Menschen mit super Schulabschlüssen diese nicht ergreifen? Wäre es nicht in JEDEM Beruf wünschenswert, nur Spitzenleute zu haben?
    Und liegt es tatsächlich an den "Nicht-Spitzenleuten", wenn diese Spitzenleute fehlen?

    Ein Blick über den Tellerrand hinaus ist hier zwingend erforderlich.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo,

    die Konstellationen sind bei mir zu Hause ähnlich, jedoch ist mein Standpunkt dazu folgender:

    Wenn die Schule einem von beiden Partnern einen familienfreundlichen Stundenplan gibt in der Form, dass sich Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen lassen, muss das reichen.
    Vollzeitkollegen mit kleinen Kindern hätten wir an meiner Schule zu Hauf - wenn die Stundenplaner auch noch auf deren individuelle Wünsche Rücksicht nehmen müssten, dann wäre es bei allen anderen "harten Faktoren" (Stundentafel, G8/G9 Jahrgang, Raumbelegung, Hallenbelegung, Personalschlüssel, Teilzeitkräfte etc.) noch schwieriger, einen für möglichst viele Kollegen hinnehmbaren Stundenplan zu erstellen.

    Oberste Priorität hat nun einmal die Unterrichtsversorgung - davor müssen im Extremfall die Wünsche und Bedürfnisse ALLER Kollegen (zum Teil) zurückstehen.

    Freddie

    In Deiner konkreten Situation würde ich folgendes machen:

    a) Ich würde mich einmal heftig aufregen,
    b) ich würde auf der Basis der Fakten, die nun geschaffen wurden, sehen, wie ich damit umgehe.

    Du hast 9 Hohlstunden. In diesem Fall würde ich mit der Schulleitung vereinbaren, dass Du bei bestimmten Stunden nicht pauschal für Vertretungsunterricht zur Verfügung stehst, damit Du entsprechend Luft holen kannst.
    Die Unterrichtsvorbereitung und den administrativen Kram würde ich in der Schule und in den Springstunden vorbereiten, Montag nach der Schule wäre ja auch bei normalen Kindergartenzeiten sicherlich denkbar.
    Freitags könntest Du Deine Frau entlasten, indem Du die Kinder fertig machst und danach in Ruhe zur Schule fährst.
    An den Tagen, wo Du bis 17.30 Uhr an der Schule bist, würde ich die Arbeit vorher so organisieren, dass Du abends nichts mehr zu tun hast.
    Vereinbar wäre doch auch, dass Deine Frau beispielsweise an diesen Abenden kocht und die Kinder ins Bett bringt, Du dafür an den Tagen, wo Du deutlich früher zu Hause bist.

    So lässt sich aus der Situation noch eine Menge herausholen.

    Was die Rufe nach dem Personalrat angeht:

    Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist zwar gesetzlich verankert, führt aber zu keinem Rechtsanspruch hinsichtlich des Stundenplans. Die meisten Regelungen sind "soll"-Bestimmungen - und das aus gutem Grund. Es muss bei extremen Konstellationen bei der Erstellung des Stundenplans möglich sein, die Unterrichtsversorgung sicherzustellen. Das führt dann hin und wieder dazu, dass einige Kollegen einen doofen Stundenplan haben.

    Ich habe auch eine volle Stelle und zwei Kinder, jedoch hält sich mein Anspruch auf einen familienfreundlichen Stundenplan in Grenzen. Ich freue mich, wenn der Stundenplaner, mit dem ich gut kann, das hinbekommt. Falls er es nicht schafft, weiß ich und vertraue ich auch auf seine Begründung, dass es nicht machbar war. (Wenn man den Verantwortlichen mal über die Schulter guckt, bekommt man bei den unzähligen Faktoren und Vorgaben, die nicht zu ändern sind, schon graue Haare.)

    Ungerechtigkeiten und Unannehmlichkeiten kommen leider bei der Erstellung von Stundenplänen vor. Es muss klar sein, dass jede Veränderung des Stundenplans ggf. einen anderen Vater (oder eine Mutter) von zwei Kindern treffen kann. Spätestens dann beißt sich dann die Katze, wenn alle KollegInnen in ähnlicher Situation entsprechende Ansprüche anmelden.

    Gruß
    Bolzbold

    Den Pax nur mit Regalbrettern als Regal zu nehmen, halte ich für eine zu teure Alternative. (Wir haben hier zwei Pax-Kleiderschränke stehen...)

    Ich habe 2,40 Deckenhöhe unterm Dach und daher die Ivar-Regale genommen. Da ich nicht ständig irgendetwas aufklappen oder -ziehen will, wenn ich an meine Sachen will, brauche ich auch keine Verkleidung. Das liegt aber vielleicht daran, dass sich meine Ansprüche auf dekorative Regale im Arbeitszimmer in Grenzen halten. Müsste ich das ganze Zeugs im Schlafzimmer oder Wohnzimmer lagern, würde ich sicherlich keine Ivar-Regale nehmen.

    Gruß
    Bolzbold

    Ich habe eine Patriot II von Wenger.

    Einziger Schwachpunkt bei dem Trolley war der Tragegriff, der bei Überladen der Tasche zwar nicht reißt (dafür ist das Teil wirklich stabil), doch reißt innen die Kunststoffschiene. Dennoch ist der Trolley voll funktionsfähig.

    Bei uns ist es außerdem so, dass die Klassenräume nach hinten liegen, d.h. nicht mit den Fenstern zum Schulhof. Dadurch hält sich das Stören durch eventuelles Rattern in Grenzen.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo,

    so gesehen ist eine BRE "steuerschädlich", weil sie ja von den tatsächlich geleisteten Beiträgen zur PKV abzuziehen ist. Darin ist aber andererseits nichts verwerfliches zu sehen, weil Du ja in der Gesamtabrechnung tatsächlich nur den um die BRE geminderten Betrag zur PKV gezahlt hast. Die Frage der Steuerschädlichkeit ist also mehr eine Frage des Blickwinkels.

    Nun kommt es tatsächlich auf die von Dir vorgestreckten Beträge an, ob eine steuerrückzahlungsmindernde BRE günstiger oder weniger günstig ist als der Verzicht darauf bei gleichzeitiger Kompensation der vorgestreckten Beträge.

    Ich würde die von Dir genannten Konstellationen an Deiner Stelle einmal bei Elster eingeben und durchspielen, welche Kombi für Dich günstiger ist. Da die Finanzbeamten ja angewiesen sind, die Lohnsteuererklärung über Elster bei formaler und sachlicher Korrektheit so zu übernehmen, ist die Prognose durch Elster m.E. sehr präzise.
    Wir haben stets relativ genau das wiederbekommen, was Elster prognostiziert hat.

    Gruß
    Bolzbold

    "Just along for the ride" und "Locker 160" behandeln ja im Wesentlichen das Unrechtsempfinden der jeweiligen Protagonisten. Diese verhalten sich nach moralischen Maßstäben definitiv falsch - im Fall von "Just along" sogar auch juristisch.

    Beide Geschichten lassen viel Raum für Diskussionen auf moralischer Ebene (Schuldgefühl vs. Angst vor Strafe, Unrechtsempfinden, Empathie für Dritte).

    Beide Geschichten haben ein offenes Ende und bieten sich förmlich für kreatives Schreiben (Fortsetzung) an.

    Beide Geschichten bieten ebenfalls die Möglichkeit für Rollenspiele (Gerichtsverhandlung, Polizeiverhör etc, gespielte Fortsetzung).

    Schöne KGs sind auch "Early Autumn" von Langston Hughes (die liebe ich!), "Indian Camp" und "A very short story" von Hemingway, "The Dragon" von Cynthia Forder...

    Erste Liebe, Erwachsenwerden, "Initiation", Enttäuschung, Überwindung...

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo,

    bei Lesen der Forumsregeln haben Sie sicherlich bemerkt, dass hier nur Lehrer, angehende Lehrer, Lehramtsstudenten etc. schreiben dürfen.
    Dieses Forum dient dem Austausch von Lehrkräften untereinander.

    Für Ihre Frage gibt es ein anderes Forum: schulthemen.de

    Gruß
    Bolzbold

    P.S. Thread wird geschlossen und User wird gesperrt.

    Ich benutze seit sieben Jahren einen Trolley - und jedesmal dasselbe Modell bzw. dessen Nachfolger.

    Eine gewisse Grundlautstärke lässt sich nicht vermeiden - Rollen, die auf Achsen sitzen, verursachen beim Drehen eben Geräusche.

    Der Untergrund spielt aber eine entscheidende Rolle.

    - PVC-Belag im Gang / im Klassenraum => kaum Geräusche, vor allem nicht bei Umgebungsgeräuschen durch Schüler
    - große Fliesen in der Haupthalle => Klack... klack => hörbar, vor allem aber durch den Hall bzw. die entsprechende Akustik.
    - ebener Asphalt => sanftes Rollen, kaum störend
    - unebener Asphalt / Beton => ständiges Klacken aufgrund des Schabens des Gehäuses, aufgrund des Auf und Abs der Räder.
    - Kopfsteinpflaster => Katastrophe, eine Kakophonie klangstarker Klackerkaskaden

    Die Beschaffenheit der Rollen spielt auch eine Rolle. (Kunststoff, Gummi, Metall)

    Bis auf das Kopfsteinplaster beim Hofeingang stört mich mein Trolley aber nicht bzw. ich lasse mich durch die Geräusche nicht irritieren. Der Trolley gehört zu meiner Arbeitsausrüstung und ich brauche ihn. Fertig aus.

    Gruß
    Bolzbold

    @jotto

    Ja gibt es. Bei youtube kannst Du ihn Dir ansehen. Ist ein wenig angestaubt, aber recht dicht am Original - bis auf das Ende.

    @ S.D.

    In meiner Sammlung habe ich noch "Shakespeare in Love", "Animal Farm", "Pride and Prejudice", sowie "Bride and Prejudice" und die Fortsetzung von East is East - nämlich "West is West".

    Gruß
    Bolzbold


    Zum anderen werde ich ihm sehr wohl sagen, dass er gegen mich juristische Schritte einleiten kann, ihm aber die Kosten anschließend, sollten seine Forderungen unberechtigt sein, die mir entstehen, bei ihm geltend gemacht werden.
    Ich bin mittlerweile viel mutiger als noch heute am späten Mittag. Ich bin wütend, dass es einem Vater wegen solchem Unfug gelungen ist, mir den Tag zu verderben.

    Das würde ich wie auch mein Vorredner in der Form nicht tun, weil das den Konflikt noch stärker aufheizt. Die Standardfloskel bei unberechtigten Forderungen ist doch, dass man "einer Klage oder einer Dienstaufsichtsbeschwerde gelassen (sic!) entgegensieht".
    Ein paar Worte des Bedauerns der Verspätung können zwar sein, jedoch sollte jeder halbwegs normal denkende Mensch wissen, dass es bei dieser Entfernung noch so etwas wie "höhere Gewalt" gibt.

    Zitat


    Was mich nur befremdlich stimmt: Wo soll das alles mit den Eltern und nicht wenigen Schülern noch hinführen? Ich lebe in einer Großstadt und manchmal sorgt es mich doch, wenn mir ganz alte, kurz vor der Pensionierung stehende Kollegen berichten, wie sich die Schülerschaft in den letzten 20-30 Jahren verändert hat.

    Sind wir alle Freiwild?

    Der Vater ist im Schulelternrat.

    An Deinem Beispiel kann man zumindest eine grundlegende Tendenz ausmachen. Ich bitte Dich das jetzt nicht persönlich zu nehmen oder Dir die Schuhe, die jetzt gleich kommen, anzuziehen. Dein Fall soll lediglich als Beispiel bzw. als Ausgangspunkt dienen.

    Man ist Freiwild oder wird zum Freiwild, wenn man sich dazu machen lässt - wenn wir einmal tatsächlich schuldhaftes Verhalten einmal außen vor lassen.

    In Deinem Fall lässt sich eine Lehrkraft durch rhetorisches Säbelrasseln eines Vaters "beeindrucken" und verunsichern.
    Die Tatsache, dass der Vater eine "wichtige Rolle" in der Schule spielt, spielt diesem eine Macht zu, die er gar nicht hat. Diese Macht wird ihm allenfalls durch die Lehrkraft oder die Schulleitung quasi angetragen, wenn man sich durch die Rolle des Vaters als Elternvertreter beeindrucken lässt. Letztlich ist er in der konkreten Situation "nur" Vater eines von über zwanzig Schülern. Nicht mehr, nicht weniger.

    Hinzu kommt, dass viele Lehrkräfte nicht einmal elementarste Kenntnisse geltenden Schulrechts besitzen, obwohl beispielsweise die Allgemeine Dienstordnung NRW die Kenntnis desselben vorschreibt (§3 Absatz 6).

    Das führt z.B. dann dazu,
    - dass man nicht weiß, ob und wie man schriftliche und mündliche Leistungen bei der Ermittlung der Gesamtnote gewichtet (Kernlehrpläne NRW)
    - dass man nicht weiß, ob und inwiefern das erste Halbjahr miteinzubeziehen ist (dito)
    - dass man nicht weiß, ob man eine Klassenfahrt auf eigene Kosten durchführen muss (Information auf der Seite des Schulministeriums)
    - dass man nicht weiß, ob und inwiefern Hausaufgaben benotet werden dürfen (dito)
    - dass man nicht weiß, ob und inwiefern der Schulleiter in die individuelle Notengebung einer Lehrkraft eingreifen darf (Hoegg)
    - dass man nicht weiß, ob Klassenarbeiten erst dann zurückgegeben werden dürfen, wenn der Schulleiter drei repräsentative Exemplare zur Ansicht bekommen hat (Schulministerium)
    - dass man nicht weiß, ob und ggf. inwiefern man für "ungerechte" Noten verklagt werden kann (Schulministerium)
    - dass man nicht weiß, ob und wann man ggf. wie im beschriebenen Fall gegen seine Amtspflichten verstoßen hat und so ggf. auch vom Land in Regress genommen werden kann. (Justiz.nrw.de)

    (Alle Quellen beziehen sich auf NRW - es dürften sich für die anderen Länder aber ähnliche Quellen finden.)

    Ich bin jetzt ohne Ref. gerechnet demnächst im achten Jahr und habe immer wieder festgestellt, dass solide Kenntnisse geltenden Schulrechts mich zum einen emotional wesentlich sicherer in der Vertretung meines jeweiligen Standpunkts gemacht haben, zum anderen aber auch argumentativ überzeugender, weil ich Eltern oder Kollegen je nach Fall direkt den entsprechenden Passus nennen kann (oder es nachschlagen kann), der dann relevant ist. Auch allzu forschen Eltern kann man dann recht gelassen entgegentreten - die einzige Ausnahme bilden natürlich Fälle, bei denen man selbst mit seiner Auffassung daneben liegt oder tatsächlich einmal "unglücklich" gehandelt hat.

    Gruß
    Bolzbold

    Die Versetzung bei Rückkehr aus der Elternzeit ist die leichteste Möglichkeit, innerhalb der Fünfjahresfrist (NRW) eine Versetzung zu erwirken - und da spreche ich aus unmittelbarer Erfahrung.

    Wenn man während der Elternzeit noch dazu umzieht, schafft man ferner Tatsachen - und man hat einen Anspruch auf wohnortnahen Einsatz. Je nach Entfernung der alten Schule ist das Thema damit in positiver Hinsicht "durch".

    OK, ab und an muss man wohl mal mit dem Personalrat ein wenig "Druck" machen, aber das gehört zum Spiel dazu.

    Gruß
    Bolzbold

    Schadenersatz kann ich nur dann erfolgreich geltend machen von demjenigen, der schuldhaft (fahrlässig, vorsätzlich) für einen erwiesenen Schaden gesorgt hat.

    Der Schaden an sich ist nicht erwiesen.
    Du hast nicht schuldhaft gehandelt.

    Es gehört zur Lebensrealität, dass bei Fahrten von 400km die Ankunftszeit nicht auf die halbe Stunde genau festzulegen ist.

    Soll er klagen. Seinen Anwalt freut's, weil er daran verdient. Seine Rechtsschutzversicherung wird es weniger freuen, wenn sie seine und Deine Anwaltskosten übernehmen darf.

    Ich würde ihm eine knappe E-Mail zurückschreiben und ihm sagen, dass es ihm selbstverständlich frei steht, auf Schadenersatz zu klagen oder eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Dich zu erheben. Du siehst in Deinem Handeln kein schuldhaftes Fehlverhalten, verweist auf die Lebensrealität und bittest ihn, künftig nur noch schriftlich in dieser Sache mit Dir zu verkehren.
    Du hast nichts zu befürchten. Dann liegt es nämlich an ihm, wie weit er das Maul weiter aufreißt.

    Gruß
    Bolzbold

    Die hatten aber seinerzeit so ein merkwürdiges Papier, auf dem man weder mit Bleistift noch mit Füller vernünftig schreiben konnte. Bleistift schmierte und drückte so durch, dass das Papier fast zerriss, Füller verlief aufgrund der hohen Saugkraft des Papiers.

    Und wollen wir heute wieder reihenweise Lösungsmitteljunkies wie wir das früher waren? (Sobald wir die Blätter in den Händen hielten, wurde daran erst einmal ausgiebig geschnüffelt...)

    Gruß
    Bolzbold

    Ich kann in der Abiturverordnung nur den Passus finden, dass das Ergebnis dem Schüler mitgeteilt wird. Das schließt m.E. nicht per se die Anwesenheit der Eltern aus, insbesondere dann, wenn der Schüler dies wünscht.

    Andererseits: Macht die Frage der Volljährigkeit bei der Verkündung der Prüfungsnote wirklich einen Unterschied? Falls dem juristisch gesehen so wäre, dann hätten das die Verwaltungsjuristen mit Sicherheit berücksichtigt.

    Die Frage könnte aber noch weitergehen: Hätten die Eltern dann analog nicht auch den Anspruch, bei der Verkündung der mündlichen Noten in den einzelnen Fächern in der Qualifikationsphase anwesend zu sein?

    Letztlich wird der Schüler früher oder später mit dem Zeugnis bzw. zunächst mit dem Ergebniszettel nach Hause kommen - dann kann man sich das Ganze auch noch ansehen.

    Ich sehe außer einer prinzipiellen Frage nach Möglichkeit der Anwesenheit keine zwingende Notwendigkeit dazu.

    Gruß
    Bolzbold

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