Wie oft wird es passieren / konnte es passieren, dass ein Kind einen schwarzen Menschen trifft? Wie oft kann man wirklich wissen / erkennen, dass ein Kind einen Juden trifft?-> es geht um Respekt. Weil wir nicht akzeptieren und dulden können, dass Kinder andere als "Neger", "Jude", "Schwul" oder "behindert" beschimpfen.
Dann würde ich aber eher einmal fragen, woher denn Kinder diese Begriffe haben / kennen und woher sie dazu in der Lage sind, sie gezielt und beleidigend anzuwenden.
Kein Kind wird ohne entsprechende "Vorkenntnisse" einen Schwarzen als "Neger" bezeichnen - das gilt analog auch für die anderen von Dir genannten Begriffen / Gruppen. Das Problem ist in diesem Fall weniger der konkrete alltägliche Umgang mit Minderheiten sondern mit dem Umgang mit Sprache. Ich kann meinem Kind erklären, dass diese Begriffe nicht OK sind - genauso wie alle anderen Beleidigungen.
Zitat
Ich habe so viele KollegInnen, die einfach dazu sagen "Ach, lass, es sind Kinder" (an meiner Schule sind "schwul" und "behindert" gängige Beschimpfungen, die anderen kenne ich nur von "auf der Straße / Spielplatz", das kann ich einfach nicht verstehen.
Das kann ich auch nicht verstehen. Je vehementer ich jedoch gegensteuere, desto eher kapieren die Schüler, dass sie damit provozieren können. Wenn ich nun beim Thema Homosexualität so einen Aufwand betreibe, dann besteht neben dem gewünschten Effekt der Sensibilisierung eben auch die Gefahr der gezielten provozierenden Verwendung dieser Begriffe.
So wie hier einige User schreiben, glaube ich, dass sie die Schüler nicht zu Toleranz erziehen sondern viel eher beim Thema Homosexualität suggerieren, dass es ein ganz wichtiges Thema ist, worüber man unbedingt erschöpfend vorbeugend reden muss. Das macht Homosexualität ggf. viel "suspekter" als sie überhaupt wäre. Ist der Umgang mit dem Thema hier so gesehen nicht viel verkrampfter und damit genau das Gegenteil dessen, was wir uns bei unseren Kindern (aber eben auch bei uns selbst) wünschen?
Gruß
Bolzbold