Mit solchen pauschalen Verurteilungen wäre ich vorsichtig.
Das Lernen lernen ist nicht nur eine Frage der Qualität der Vermittlung durch die Lehrkräfte. Wenn Dein Kind bislang den Eindruck hatte oder der Meinung war, es bräuchte nicht zu lernen, weil die Noten bislang OK waren, dann kann man da kaum die Lehrkraft für verantwortlich machen.
Ich habe erst mit dem 1. Staatsexamen im eigentlichen Sinn gelernt zu lernen (klappte vorher auch prima weitgehend ohne). Ich bin nie auf die Idee gekommen, dafür meine Lehrer in die Verantwortung zu nehmen.
Selbstdisziplin, Einsicht und die Überwindung des inneren Schweinehundes sind neben der Methodik zu lernen ebenso wichtig - und dies ist zumindest zu einem erheblichen Teil außerhalb der Macht und Qualität der Lehrkraft.
Wenn Deine Tochter nächstes Jahr dasselbe Problem haben sollte, ist das wohl unabhängig von einem Referat oder einer Nachprüfung. Dann hat sie nicht hinreichend gearbeitet. Die Fähigkeit, einen Lehrer etwas zu fragen, ist m.E. eher Charakterfrage als ein Versagen der Lehrkräfte. Wenn das Problem nicht die Intelligenz ist, dann sollte Deine Tochter auch auf der logisch-rationalen Ebene begreifen, dass man bei Verständnisproblemen den Lehrer fragen MUSS - denn dafür ist er auch da.
Gruß
Bolzbold