Nun ja, was wird passieren?
Jeder, der halbwegs vernünftig denkt, wird seine Daten auf den Lehrerrechnern in der Schule löschen und das tun, was er sowieso in Ermangelung entsprechender PC-Ausstattung an vielen Schulen tun wird - er arbeitet zu Hause.
Die mögliche Gesetzeswidrigkeit des Aufstöberns von möglichen Urheberrechtsverletzungen ändert nichts daran, dass diese Urheberrechtsverletzungen de facto (und natürlich de jure) begangen werden. Die subjektiv empfundene Ungerechtigkeit oder Sinnlosigkeit des geltenden Urheberrechts rechtfertigt nicht dessen Bruch durch uns. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, im Sinne einer ökonomischen Bildung im doppelten Sinne entsprechend tätig zu werden.
Wenn die Landesregierungen vor den Verlagen und Rechteinhabern einknicken, wäre es das einfachste, jeder Lehrer nähme seine Daten von den Schulrechnern runter. Dann wird die Überprüfung der Rechner zu einer Peinlichkeit - allerdings nicht für uns.
Es müsste jedem von uns mittlerweile klar sein, dass eingescannte Schulbuchseiten einer Digitalisierung gleichkommen und nicht erlaubt sind. Wer das dennoch tut, hatte in der Vergangenheit recht wenig zu befürchten. Jetzt steigt die Gefahr des Erwischtwerdens um ein paar Prozent. Im Einzelfall kann das für den einzelnen Lehrer teuer werden.
Fazit:
Wir haben es selbst in der Hand, ob uns ein "Schultrojaner" oder wie auch immer man diese Schnüffelsoftware bezeichnen mag, wirklich ans Bein pinkeln kann oder nicht.
Ich für meinen Teil habe damit fernab der juristischen Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit eines solchen Vorgehens kein Problem, weil man die alten Gurken bei uns, die sich allen Ernstes Computer schimpfen, für so etwas ohnehin nicht gebrauchen kann.
Gruß
Bolzbold