Aus meiner Sicht muss man vor dem eigentlichen "Verfassen des Textes" ansetzen.
Schüler haben oft viele Ideen, es gelingt ihnen jedoch nicht, diese zu sortieren und entsprechend strukturiert wiederzugeben - besonders bei freien Texten.
Die "Vorarbeit" vor dem eigentlichen Schreiben ist m.E. viel wichtiger als die Strategien beim eigentlichen Verfassen des Textes.
Ein Konzept, ein roter Faden, die Klarheit darüber, WAS ich schreiben will (und dann in zweiter Instanz die Klarheit darüber WIE ich es schreiben will) stehen am Anfang des Schreibprozesses.
Bestes Beispiel für solche Probleme sind die Analysen in den Klausuren der Oberstufe. Bis auf die wirklich guten Leute, die das entweder gelernt haben oder von Natur aus können, sind viele Analysen im Grunde "Denkprozessprotokolle" und keine Analysen im eigentlichen Sinne.
Der Schreibprozess sollte am Ende eines Konzipierungsprozesses stehen, der Inhalt, Struktur und Redemittel umfasst, dies stichpunktartig festhält und dann dem Schüler die Basis bildet, seine Gedanken in Reinschrift zu präsentieren.
Das fordere ich in meinen Kursen konsequent ein und vermittle auch die entsprechenden Schritte. Dadurch lassen sich mittelbar auch Fehler etc. vermeiden.
Schüler haben meiner Erfahrung nach weniger Angst vor Fehlern als man denkt. Im Gegenteil legen sie sogar eine in meinen Augen viel zu große Unbekümmertheit (oder mangelnde Reflexion und Konzentration) an den Tag, was sich in Germanismen, hoher Redundanz, überschaubarem Wortschatz und einfach gestrickter Syntax zeigt.
Gruß
Bolzbold