Zitat
Original von Bonzo21
Es geht eben doch darum, dass andere Kollegen diese Last tragen, denn Bevorzugung der einen bedeutet automatisch Nachsehen der anderen. Ich weiß nicht, wie weit die Schule vom Wohnort weg ist, aber zwischen 1. u. 7. Stunde ist viel Zeit. Vertretungen in diesem Fall wären auch für mich ganz klar ein Grund zum Rebellieren, ansonsten halte ich das für eine schluckbare Kröte, wenn der Rest des Stundenplans, den wir nicht kennen, einigermaßen stimmt.
Ciao
Also da würde ich widersprechen wollen.
Ein besserer Stundenplan für die TE muss nicht zwingend ähnlich hohe "Lasten" für andere Kollegen haben.
Im Zweifelsfall wird sich die Schulleitung immer mit "dienstlichen Belangen" aus der Affäre stehlen können.
Das mit der schluckbaren Kröte würde ich auch bezweifeln.
Wenn man fünf Freistunden am Stück hat wird man gerade als Teilzeitkraft oft als "Lückenfüller" eingesetzt, wenn Vertretungen anfallen. Das kann dann auch trotz Wohnortnähe dazu führen, dass man nicht nach Hause fahren kann.
Wenn Frauen sich für Teilzeit entscheiden, dann liegt das nicht an Faulheit, Bequemlichkeit oder ähnlichem sondern an dem Wunsch, die im Vergleich zur Vollzeitstelle frei bleibende Zeit für ihre Kinder zu nutzen - das ist ihre Entscheidung und ihr gutes Recht. Bei einer solchen Freistundenzahl kann sie dieses Recht aber nicht in Anspruch nehmen bzw. den zeitlichen Vorteil der Teilzeitbeschäftigung wahrnehmen - vor allem dann nicht, wenn Freistunden ebenfalls mit einer Kinderbetreuung abgedeckt werden müssen.
Das könnte in diesem Fall sogar zu einem Minusgeschäft werden, weil sich in der Regel keine Betreuungskraft (außer Großeltern, sofern verfügbar) findet, die genauso flexibel und ggf. nur stundenweise die Betreuung übernehmen kann (und will).
Für die fünf Freistunden muss also eine Betreuung bezahlt werden, die bei einem anderen Stundenplan nicht anfallen würde.
Die gesetzlichen Regelungen greifen hier zu kurz und viele Kollegen bringen Teilzeitkräften erstaunlich wenig Verständnis entgegen.
Teilzeitkräfte verdienen weniger, arbeiten jedoch im Verhältnis mehr als Vollzeitkräfte, weil sie alle außerunterrichtlichen Dinge dennoch zum großen Teil wahrnehmen müssen. Wenn dann noch so ein Stundenplan hinzukommt, hätte die TE theoretisch gleich auf 20 Stunden aufstocken können, weil das vom zeitlichen Rahmen auf dasselbe herausgekommen wäre.
Und genau DAS ist das Problem.
Die Teilzeitkräfte haben m.E. das Recht und auch den (moralischen) Anspruch, mit Augenmaß eingesetzt zu werden - alles andere würde die Teilzeit ad absurdum führen.
Der Doppeljahrgang in NRW führt sicherlich zu angespannten Situationen hier und dort - aber wie viele Vollzeitkräfte haben effektiv fünf (!) Freistunden am Stück? Das ist unbestritten ein struktureller Nachteil der Teilzeitkräfte - von ihrer m.E. zu Unrecht ungünstigen Reputation einmal ganz abgesehen.
Gruß
Bolzbold