Wenn wir einmal abseits jeglicher Polemik und Gehässigkeit zusammenfassen, wie DKF-KollegInnen mit der Situation umgehen, so haben wir hier zwei Extreme.
Auf der einen Seite haben wir Leute, die die Einzigartigkeit ihrer individuellen Belastung betonen und sich damit schwer tun, abweichende Meinungen zu akzeptieren. Auf der anderen Seite haben wir erfahrene KollegInnen, die auf dem Papier eine ähnlich hohe Belastung haben, jedoch anders damit umgehen.
Was ist nun der richtige Weg?
Es ist sicherlich unstrittig, dass KFL und DKFL Belastungen haben, die Nicht-KFL nicht haben. Offen muss an dieser Stelle bleiben, inwieweit fachspezifische Belastungen von NKFL nicht auch von diesen ähnlich empfunden werden.
Natürlich muss die Problematik thematisiert und an die Öffentlichkeit gebracht werden. Letztlich ist es an der Politik, etwas an der Situation zu ändern. Scheitern wird es aber vermutlich am Geld und an der fehlenden Lobby der betroffenen Lehrkräfte.
Auch wenn Vaila (oder war es Antigone?) schrieb, dass die Verbände die Belastungen der KFL anerkennen und Entlastungen einfordern, so ist beispielsweise eine Entlastungsstunde ab vier Korrekturen eine symbolische Geste, de facto ist das aber ein Tropfen auf den heißen Stein.
Entlastungsstunden können nur über die Mehrbelastung anderer Kollegen oder aber über zusätzliche Einstellungen erfolgen. Für Letzteres ist kein Geld da (bzw. die Prioritäten werden seitens des Landes anders gesetzt) und wozu Ersteres führt, dürfte hier in diesem Thread ansatzweise klar geworden sein. Dass sich die Verbände nicht für ein Bandbreitenmodell stark machen können, was zu Lasten anderer Kollegen geht, dürfte nachvollziehbar sein.
Was können wir als KFL oder DKFL selbst tun?
Letztlich verlangt uns unsere Belastung ein möglichst effektives Zeitmanagement ab und die Fähigkeit, auch einmal bewusst "nein" zu sagen oder Aufgaben nicht noch zusätzlich zu übernehmen.
Ja, wir dürfen auch einmal über unsere Arbeitsbelastung stöhnen, jammern, meckern, unzufrieden sein.
Wenn wir dafür aber Verständnis erwarten, dann dürfen wir unsere Meinung nicht verabsolutieren, sondern müssen ebenso Verständnis und Toleranz für diejenigen KollegInnen aufbringen, die das anders sehen oder anders empfinden.
Gruß
Bolzbold