Beiträge von Bolzbold

    John2

    Wenn wir als Lehrer ein reines Gewissen haben, mag uns das bei einem Blick in den Spiegel sicherlich erleichtern.

    Die schmutzigen Fantasien anderer, missgünstiger Menschen, für die wir dann aber auch nichts können, kann man dann aber nicht mehr kontrollieren.

    Hexenjagd gibt es eben auch noch im 21. Jahrhundert.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo ebony,

    wenn man täglich Nachrichten hört, wird man ab und an von einem Flugzeugabsturz mit mehreren Toten hören - Bilder inklusive. Nimmt man diese nun für sich, so würde das suggerieren, Fliegen wäre gefährlich und es würden ganz ganz viele Menschen jedes Jahr dabei sterben. (Ja, es sterben immer noch zu viele und jeder ist einer zuviel, aber das soll den Vergleich nicht schmälern).

    Du wirst niemals im Fernsehen Nachrichten hören über die täglich völlig harmlos bzw. normal verlaufenden Flüge, die die überwältigende Mehrheit aller Flüge ausmachen.

    In anderen Worten:

    Du wirst in allen Lehrer- oder Referendarsforen für gewöhnlich eine Menge Leute finden, die meckern, jammern, mit dem Ref. Probleme haben oder gar am Ref. kaputt gehen oder ähnliches. Diese Menschen suchen für gewöhnlich dann Hilfe - und mitunter eben auch in Foren.

    Die Zahl derer, bei denen das Ref. völlig normal, erträglich, oder stressig aber dennoch OK verlaufen ist, bei denen das Ref. unter Umständen trotz des Stresses sogar "schön" war und die das dann in den entsprechenden Foren auch posten, iist analog zu den Flügen entsprechend deutlich geringer.

    Es KANN schlimm werden, man KANN es ggf. auch nicht schaffen. Aber das MUSS nicht so kommen - das hängt viel von den Rahmenbedingungen ab und dann noch von der Art und Weise, wie man damit zurecht kommt bzw. damit umgeht.

    Die entscheidende Frage, die es für Dich zu beantworten gilt, ist aber, ob Du mit Leib und Seele Lehrer werden WILLST. Das ist kein Beruf, den man aus Verlegenheit macht, denn dann wird man nicht glücklich damit werden.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Basti zwei
    Doch, Bolzbold, das reicht. Das habe ich doch auch geschrieben. ;)

    Mein Fehler.

    Ich habe irgendwie ein "Phantom"-"nicht" in Deinem Satz gelesen und mich schon gewundert.

    Nichts für ungut.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Jazzy82
    Die anderen Foren wurden oben angesprochen. Ich habe das dort nicht gelesen und weiß auch nicht, wo es steht.

    Gibt es in diesem Forum eigentlich keine Höflichkeitsregeln? Finde die Art wie hier auf mich eingegangen wird, doch etwas extrem...

    Du solltest Dich nicht über fehlende Höflichkeit beschweren, wenn Du - entschuldige - überspitzt formuliert groben Unsinn erzählst.

    Zitat


    Es ging in diesem Thread um eine Person, die abschreckende Dinge über den Lehrerberuf in anderen Foren gelesen hat und ihn deswegen nicht ergreifen wollte. Ich wollte klar stellen, dass dies nicht unbedingt stimmen muss und das sich nun mal oft auf hohem Niveau beschwert wird. Warum sich nun so viele hier tödlich beleidigt fühlen, kann ich nicht nachvollziehen.

    Mit beleidigt sein hat das nicht viel zu tun. Du bist sicherlich wenigen hier direkt auf die Füße getreten. Dennoch muss man mit Deiner Argumentation und Deiner Art der Darlegung nicht einverstanden sein. Entsprechend scharf können dann auch die Antworten ausfallen.
    Und wenn Du das Echo nicht abkannst, dann wären etwas diplomatischer und differenzierter gewählte Worte sicherlich der bessere Weg gewesen.

    Gruß
    Bolzbold

    @AK

    Das ist nun einmal leider politisch so gewollt. Blei wird per Dekret zu Gold umetikettiert.

    Beim Zentralabitur setzt sich dieser Trend zumindest in Englisch so nahtlos fort. In Geschichte war es immerhin vom Anspruch her in Ordnung.

    Ärgere Dich nicht darüber. Interessant ist noch, dass das außer uns Lehrern niemand zu wissen scheint, was das Ministerium mit den ZAPs vor hat. Nach außen hin suggerieren die Ergebnisse ja gute Leistungen (und mittelbar gute Arbeit von uns Lehrern).

    Immerhin senkt man auf diese Weise das Niveau weiter ab, dass - polemisch zugespitzt - die Einheitsschule das zwingende Ergebnis ist und man die schulideologische Debatte dann ohne Wahlkampf durch die Hintertür löst. Der GEW müsste das doch recht sein...

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Basti zwei
    ... habe ich nach meiner spontanen Anfrage auch gedacht, und Google hat mich auch weitergebracht. Tut mir leid...

    OK.

    Wenn Du "Das schwarze Auge" bei Google eingibst, ist das hier der erste Link:

    DSA

    Dort ist auch erklärt, was das ist.

    Oder reicht das nicht als Erklärung?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Jazzy82
    Ich habe schon einige Lehrer getroffen, die über ihre Jobs gemeckert haben. Ehrlich gesagt, habe ich da nicht mehr hingehört. Die haben sich über ihre 2000€ im Monat beschwert, dass es wieder Kürzungen gab, die Arbeit überhaupt nicht mehr honoriert wird.

    Prima Argument. Das dürfte wohl gemeinhin eine natürlich Reaktion auf die Verschlechterung eines als "normal" empfundenen Ausgangszustands sein, die sich nicht explizit auf Lehrer bezieht.

    Zitat


    Ich frage mich ganz ehrlich: In welchem Job, hat man die Möglichkeit seine Freizeit so eigenständig zu gestalten? Wenn schönes Wetter ist, kann ich mich mit meiner Arbeit in den Garten setzen, oder ich verschiebe es auf später und nuzte erst das schöne Wetter aus. Hobbys, kann ich in der Regel immer nachgehen, da ich den Luxus besitze, meine Arbeitszeiten nach diesen auszulegen.

    Unter dem Aspekt des induktiven Argumentationsprinzips mag das bei Dir hinhauen. Realiter ist es aber mehr als weltfremd.
    Ab einem gewissen Päckchen an Arbeit ist eine solche Aussage zynisch und entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Bei "Terminarbeit" kannst Du die freie Gestaltung Deiner Freizeit mal knicken. Ferner wird hier ein allgemeines "Lustprinzip" unterstellt in Bezug auf Arbeit, was sich zumindest auf das Umfeld, in dem ich arbeite, nicht übertragen lässt.

    Zitat


    Effizient in der Schule bin ich ca. 30 Stunden. Die restliche Zeit, darf ich mir einteilen.

    Hmm. Vielleicht arbeitest Du ja zu wenig oder nicht sorgfältig genug...

    Zitat


    Ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung gemacht in welcher ich 64 Stunden in der Woche gearbeitet habe, ich nachmittags anfing zu arbeiten und erst nachts nach Hause kam. Wochenende arbeiten. Nur Montags frei. Freizeit gleich Null. Würde ich diesen Job weiterhin machen, würde ich 1500€ Brutto verdienen.

    Prima Totschlagargument. Die böse freie Wirtschaft, die alle anständigen Arbeitnehmer ausbeutet.

    Die Arbeitszeit des Lehrers richtet sich offiziell nach seinem Deputat. Die tatsächliche Arbeitszeit sowie die Arbeitsbedingungen, das Arbeitspensum und die tatsächliche Gestaltung der unterrichtsfreien Zeit wird damit nicht weiter definiert.
    Und hier sage ich Dir klar und deutlich, dass Du von diesen Bedingungen keine Ahnung hast. Das Argument mit der freien Wirtschaft zählt da nicht. Ich würde sogar soweit gehen und Dir unterstellen, dass da irgendetwas gehörig schief gelaufen sein muss (auch von Deiner Seite), wenn Du Dich im Rahmen einer Ausbildung so ausbeuten lässt.

    Zitat


    Mein Partner ist selbstständiger Gastwirt. Seine Stundenanzahl möchte ich lieber nicht ausrechen. Verdient er ein Lehrergehalt? Nein! Meine Eltern sind Selbstständige. Sie ackern wie verrückt um etwas übrig zu behalten und die Kosten zu decken.

    Mir kommen die Tränen. Da Du ja sehr deutlich implizierst, dass jeder für die Berufswahl, die er getroffen hat, die Verantwortung trägt bzw. mit den Vorzügen und Nachteilen leben muss, taugt das auch nicht als Argument.
    Selbstständige habe es im wahrsten Sinn des Wortes in der Hand, deutlich mehr Geld zu verdienen als Lehrer. Bei Lehrern ist es völlig egal wie viel, wie gut oder wie effizient sie arbeiten. Auf dem Lohnzettel wird immer dasselbe stehen.

    Zitat


    Der Lehrerjob ist meiner Meinung nach einer der schönsten. Natürlich kann er sehr anstrengend werden wenn eine Klasse sehr unruhig ist. Aber das ewige Beschweren über zu wenig Geld, zu viel Arbeit regt mich echt auf. Das erzählen meiner Meinung nach Leute, die noch nie richtig gearbeitet haben. Sorry!

    Wie ungemein weltgewandt. Derart großkotzige Kommentare gab es hier schon häufiger.
    Weißt Du, wie viele von uns vorher schon etwas anderes gemacht haben?
    Weißt Du, wie viele von uns effektiv wie lange arbeiten?

    Gut. Dann halte es in diesem Punkt doch bitte mit Dieter Nuhr und behalte Deine Pauschalvorwürfe für Dich.

    Zitat


    Unterhaltet euch doch mal mit nem Bauarbeiter der bei 35 Grad 10 Stunden kloppt und dafür nen Hungerlohn kassiert.
    Das musste jetzt mal raus :P Wollte auch niemanden damit direkt ansprechen aber diese Hiobsbotschaften aus dem anderen Forum zurechtrücken.

    Och, da unterhalte ich mich lieber mit einem verhungernden Äthiopier - dann kann ich mich nämlich über jeden Atemzug, den ich noch machen darf, freuen.

    Gruß
    Bolzbold

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    Original von Basti zwei
    Was bedeutet in dem Zusammenhang eigentlich "das Schwarze Auge"? ?(

    Das solltest Du einmal googlen und Dir selbst ein Bild davon machen.

    DSA oder eben ausgeschrieben "das schwarze Auge" sollte einiges an Treffern bringen.

    Sehen wir es doch so:

    In dem Moment, wo Mobbing bei SchülerVZ stattfindet und die Schüler mich darauf ansprechen, muss ich als Lehrer aktiv werden.

    Damit ist keinesfalls gemeint, dass sich die Schule in dem Sinne einmischt, als dass die Problematik mit dem Erziehungs- und Sanktionsinstrumentarium der Schule gelöst wird.

    Wenn ich aber als Schule bzw. als Lehrer nicht selbst den Konflikt löse, dann muss ich selbstverständlich diejenigen Instanzen informieren, in deren Hände es gehört, sofern es primär den privaten und nicht den schulischen Bereich betrifft - und das sind die entsprechenden Eltern.

    Sofern sich das Mobbing dann aber in Form von Diskussionen oder Konflikten in der Schule zeigt, habe ich als Lehrer dann auch die Möglichkeit, das Instrumentarium, das die Schule bietet, zu nutzen. Das schließt auch Streitschlichtung etc. ein.

    Irgendwelche Gesetze über Privatsphäre im Internet, Nutzungsbedingungen von SchülerVZ oder sonstige zitierte Paragraphen sind für mich da sekundär.

    Gruß
    Bolzbold

    Also letztes Jahr beim ZA Englisch in NRW hat mein externer Zweitkorrektor auch mit rot korrigiert.

    Bei der ZP10 haben wir auch als EK und ZK jeweils in rot korrigiert.

    Vaila

    Ich hatte einen sprachlich SEHR peniblen und mitunter kleinlichen Zweitkorrektor, der wirklich deutlich mehr angestrichen hat als ich.

    Mach Dir mal wegen der Schulleitung keine Sorgen. Mehr Rot am Rand heißt ja nicht zwangsläufig bessere oder sorgfältigere Korrektur oder mehr Fachkompetenz. Und vorgeführt wirst Du dann auch nicht. Es gibt nun einmal Grenzfälle, die man anstreichen kann aber nicht muss. Ferner schaut sich die Schulleitung nicht jede Abiturklausur an.

    Mit dem neuen holistischen Modell werden Fehler ohnehin nur noch geschätzt. Und wenn das Leseverständnis der Maßstab sein soll, dann dürfte die Hälfte der Fehler ohnehin nicht wirklich mehr ins Gewicht fallen, weil man bis auf ganz ganz wenige Ausnahmen die Schüler immer versteht.

    Blei zu Gold umzuetikettieren ist die Devise. Das Copyright liegt bei Frau Sommer.

    Gruß
    Bolzbold

    Sanktioniert möglicherweise - aber nicht notenmäßig. Eine klare Ansage ist dann nötig.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Timm
    Naja, Feedback in Übungsphasen als Note, die auch noch in die Jahresleistung eingeht, ist pädagogisch - freundlich geschrieben - überaus zweifelhaft.

    Da fühle ich mich jetzt irgendwie nicht so wirklich angesprochen.

    Zitat


    Hier wurde eine Hausaufgabe als fakultative Leistungsfeststellung ausgegeben. Und da erwarte ich schlichtweg die gleiche Klarheit, wie bei Tests und Klausuren. Welche Hilfsmittel sind erlaubt, was genau muss der Schüler leisten... Denn wo ist denn nun die Grenze bei der Hausaufgabe?

    Siehst Du, genau das meine ich mit "Totpädagogisieren". Muss ich allen Ernstes den Schüler darauf hinweisen, dass er seine Hausaufgabe selbstständig anfertigen soll?
    Muss ich dem Schüler explizit verbieten, dass er keine fremde Hilfe in Anspruch nehmen darf? (Und wie belege ich im Extremfall stichhaltig, ob er sich daran gehalten hat? DIE Diskussionen möchte ich nicht führen müssen).

    Und ich glaube nicht, dass bei Klassenarbeiten jedesmal explizit wiederholt wird:
    Ihr dürft nicht schummeln, spicken, täuschen etc. - oder positiv formuliert: Ihr sollt die Arbeit selbstständig und ohne fremde Hilfsmittel als die von mir zugelassenen schreiben.

    Dass Hausaufgaben für gewöhnlich selbstständig gemacht werden sollen, lernen Schüler in der Regel in der Grundschule. Ob das so dann auch stattfindet, ist eine andere Sache, wobei ich mir sicher bin, dass daran in regelmäßigen Abständen erinnert wird. Dasselbe gilt für die Hausaufgabenregeln ab Klasse 5.

    Das, was Du verlangst, ist für mich eine Form von Hypertransparenz.

    Gruß
    Bolzbold

    In NRW dürfen HA auch nicht benotet werden. Entsprechend gibt es bei den von mir "kontrollierten" Aufsätzen statt einer Note ein schriftliches Kurzfeedback, anhand dessen die Schüler dann wissen, was gut und was nicht so gut war.

    Wir hatten bei uns auch schon Fälle, in denen Schüler durch die Abgabe einer Hausaufgabe auf eine gute Note hofften und die HA dann aus dem Internet abgeschrieben war. Dass wir das nicht akzeptiert (aber auch nicht in Form einer Note sanktioniert) haben, sollte nachvollziehbar sein.

    In Deinem Fall kann man nun spekulieren wie es zu dieser HA gekommen ist. Gezieltes Nachfragen dürfte sicherlich schnell klären, ob es sich um eine selbstständig gemachte HA handelt.

    Was die "selbstständige" Suche nach Hilfe in Form von Nachhilfe, Eltern etc. angeht, so ist ein Korrekturlesen, was die gröbsten Schnitzer angeht, aus meiner Sicht durchaus statthaft; Facharbeiten werden für gewöhnlich ja auch von Dritten gegengelesen.

    Wogegen ich mich wehre, und das wurde hier ja auch angedeutet, ist, dass es im Extremfall dann stärker auf die Kompetenz ankommen könnte, sich eine geeignete Person zu suchen, die einem auf die Sprünge hilft als wirklich eigenständige kognitive Arbeit zu leisten und dadurch auch seine Analysekompetenz zu vertiefen.
    Handlungs- und Sozialkompetenz sind ja schön und gut - aber bei einer Hausaufgabe kann man sich auch zu Tode pädagogisieren.
    Die HA dient in diesem Fall als fachliche (und ggf. methodische) Übung und Vertiefung von Inhalten oder Teilkompetenzen.

    Und genau DAS, sofern gesetzlich erlaubt, sollte ich dann auch bewerten - und aus meiner Sicht nur dann, wenn nicht konkrete Anhaltspunkte vorliegen, dass ggf. getäuscht wurde. Denn was bewerte ich denn dann?

    Ein Extembeispiel wäre ja eine pervertierte Aufgabe: Analysiert Text XY unter folgenden Aspekten. Euer Text wird danach bewertet, wer sich die besten Hilfen suchen kann und es so verpackt, dass der Lehrer es möglichst wenig merkt.

    Unter diesen Aspekten bin ich froh, dass ich Hausaufgaben nicht bewerten darf. Die Schüler, die sich ein Feedback wünschen, geben mir auch freiwillig Hausaufgaben ab. Für gewöhnlich sind das auch die Schüler, die lernwillig sind.
    Bei den anderen nehme ich zumindest in der Oberstufe keine Rücksicht mehr drauf.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Lena1235
    Hallo ich habe eine Frage und zwar hab ich Lehramt ür Gymnasien in Hessen studiert (Mathematik und Politik) muss aber im Herbst nocheinmal die Politik mdl. Prüfung wiederholen.... da ich gerne auch noch mein Diplom in Mathematik machen würde (sind nicht mehr so viele Vorlesungen) beschäftigt mich die Frage ob ich das parallel zum Referedariat machen kann. Klar ist sowas sehr anstrengend aber ich hätte in dem Zeitraum keinerlei Prüfungen/Leistungsnachweise an der Uni (die wären alle erst nach dem Ref) und auch wären alle Vorlesungen etc abends so dass da auch zeitlich kein Problem entstehen würde. ISt das möglich dass ich während des Refs eingeschrieben bleib und halt je nachdem wie es die Zeit erlaubt mir mal die Vorlesungen anhöre wie gesagt brauch je keinen Leistungsnachweis sondern nur Anwesenheit.
    Is so etwas möglich?
    Lg

    Das ist an sich problemlos möglich. Das Studienseminar wird Dir aber wohl sagen, dass die Priorität auf dem Ref. liegen muss und eventuelle Zeit- oder Organisationsprobleme zu Deinen Lasten gehen.

    Ich habe neben dem kompletten Ref. noch mein Drittfach fertig studiert - machbar ist das. Aber Du kannst eben nicht 100% bei beiden Dingen bringen - Abstriche lassen sich da nicht vermeiden. Da Dir das ja wie Du selbst sagst klar ist, sollte das an sich auch keine Probleme geben.

    Lass Dir aber aus eigener Erfahrung gesagt sein, dass das zwischenzeitlich eine ziemliche Ochsentour werden kann - das Ref. füllt einen schon zeitlich und kräftemäßig genug aus. Aus heutiger Sicht würde ich das nicht unbedingt noch einmal machen wollen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von John2
    Es geht hier doch nur darum, ob diese Einstellung erstmal in den Köpfen der Lehrerschaft Fuß fasst und dann soweit es geht, realisiert wird, oder eben die Einstellung, dass - extrem formuliert - nicht Lehrer die sind, die einen Auftrag erfüllen müssen, sondern Schüler und Eltern sich in ihrem Verhalten den Anforderungen der Institution Schule beugen müssen, um nicht mit ihr in Konflikt zu geraten.

    Das suggeriert, dass diese Einstellung lediglich eine Ausnahme sei und dieser Entwicklungsprozess vielen Lehrern noch bevorsteht.

    Zitat

    Ein Arzt soll ja auch nicht als Halbgott in Weiß, sondern als bezahlter "Dienstleister" behandelt werden, genau wie ein Lehrer oder ein Anwalt.

    Das Beispiel mit dem Arzt verstehe ich nicht - wenn Du vom Lehrerverhalten in der Institution Schule ausgehst, dann müsstest Du analog dazu das Verhalten der Ärzte den Patienten gegenüber vergleichen und nicht die "Ehrfurcht" der Patienten vor den Ärzten.

    Mir ist auch nicht klar, was man jetzt noch zu Deinen Wunschvorstellungen sagen soll, da sie wie erwähnt der Normalfall sein sollten und selbstverständlich sind. Ein Verweis auf den Umstand, dass das nicht immer und überall so ist, das ist nicht unbedingt eine neue Erkenntnis.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Vaila
    Klingt einleuchtend! Meine Frage nun: Wie gewichtet ihr die Note für die sprachliche Darstellung in einer Fremdsprache (Englisch) im Vergleich zu den anderen Anforderungsbereichen in Prozent?

    Ich halte nichts von mathematisch-schematischen Prozentpunkten.
    Wenn eine Facharbeit in der Fremdsprache nur so vor Fehlern strotzt, muss natürlich abgewertet werden. Da das laut Regelung in Deinem Ermessen liegt, hilft eine Prozentangabe erneut nicht wirklich.

    Da ja nach dem Merkblatt des Landesinstituts für Schule und Weiterbildung (Soest 1999) ja weitaus mehr formale und inhaltliche Kriterien zugrunde gelegt werden als dass ein Bewertungsschlüssel einer Englischklausur nach ZA-Niveau vorsieht, muss dem Inhalt m.E. auch ein höheres Gewicht zukommen.

    Fernab von Prozenten würde ich hier ein entsprechendes Augenmaß an den Tag legen - gehäufte Fehler würde bei mir in der "Endabrechnung" zu einer Abwertung führen. Wie viel genau hängt davon ab, wie der Rest der Facharbeit ausgefallen ist und wie mein Gesamteindruck (auf der Basis der Kriterien des Merkblattes sowie der FK Englich) ist.

    Eine Facharbeit, die inhaltlich 4- ist, aufgrund gehäufter sprachlicher Verstöße dann im Extremfall "ungenügend" zu nennen, wäre schon heftig. Und genau da helfen eben Prozente nicht weiter und man kann froh sein, hier ausreichenden pädagogischen Spielraum zu haben.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Timm
    Diese Thesen, die du in den Raum gestellt hast, hast du leider nicht belegt. Welche Vorschriften lassen uns denn einen zu geringen oder nicht vorhandenen Spielraum?
    Welche Regelungen verstoßen gegen eine am Schülerwohl orientierte Pädagogik?

    Nun, es wird ein wenig off-topic, aber sei es drum. Ich nenne Dir einige Beispiele bzw. Situationen, in denen es vorkommt, dass Lehrer geltendes Recht beugen - aus dem von Dir erwähnten Gründen.

    Beispiel Urheberrecht:

    Kopieren von U-Material von urheberrechtlich geschütztem Material.
    (NRW hat da einen neuen Kompromiss gefunden, aber das Kopieren von vollständigen Werken ist nach wie vor unzulässig).

    Das Zeigen von DVDs. (Ist Schule nun ein privater oder ein öffentlicher Raum?).


    Beispiel Jugendschutz bzw. Schulrecht:

    Das Trinken von Alkohol auf Klassenfahrten mit Duldung der Lehrkräfte bei 16jährigen.


    Beispiel Vorteilsnahme:

    Die Annahme von Lehrerfreiplätzen ist problematisch.
    Die Umlage der Klassenfahrtkosten des Lehrers auf die Schüler ist in NRW nicht zulässig.

    Ich denke, das sind ganz alltägliche Situationen, in denen die von Dir beschriebenen Implikationen zutreffen können.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Timm
    Mit Verlaub, die Schülerin ist in der Pubertät. Nach der Reaktion der Eltern scheint man zuhause wohl besonders partnerschaftlich das Grenzziehen abzulehnen. Nun probiert die Schülerin halt in der Schule ihre Grenzen aus. Gut, die bekommt sie natürlich gezeigt: Das Ganze wird noch einmal geschrieben, wahlweise in doppelter Ausführung und/oder an einem freien Nachmittag. Und dann ist der Fisch geputzt, was die Schülerin angeht.
    Der eigentliche Skandal ist natürlich die Unterschrift der Eltern. Denen würde ich schon in einem Brief Bescheid stoßen, dass man von den Erziehungsberechtigten erwartet, dass sie die Erziehungsarbeit der Schule unterstützen. Und dazu gehört eben auch, dass Aufgaben sauber erledigt und Standards im Umgangston eingehalten werden.

    Es freut mich, Timm, dass wir da einer Meinung sind.
    Diese von Dir beschriebene Reaktion enthält eine klare Grenze, eine Sanktion und eine hinreichende Portion Gelassenheit.

    Erstaunlicherweise ist dieser Weg der konfliktärmste, d.h. die Gefahr von Folgekonflikten - sei es mit Schülern oder deren Eltern - ist deutlich niedriger.
    Und da kann ich durchaus aus Erfahrung sprechen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von ninale
    Die allermeisten Eltern pflegen einen partnerschaftlichen Umgang mit ihren Kindern und wir kommen dann an und pulen den Kindern / Jugendlichen einen über, weil wir etwas für unangemessen oder frech halten, was in vielen Familien einfach nur witzig ist und später zu Schulerinnerungsgeschichten führt.
    Mich erschreckt das Ausmaß an Konflikten, das nach meiner Beobachtung sehr oft durch differente Wertmaßstäbe angeschoben wird.

    Und genau DAS ist das Grundproblem der Erziehung in Deutschland. Ich empfehle Dir dringend die Lektüre "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" von Winterhoff.
    Als Pädagoge ist es meine Aufgabe zu erziehen - und zwar im Rahmen von Wertmaßstäben, die im Wesentlichen auf das Grundgesetz zurückzuführen sind.
    Für jede Form von Fehlverhalten eine apologetische Begründung zu finden ist ebenso ein Teil des Problems.
    Natürlich sind differente Wertmaßstäbe in der Regel Grundlage für Konflikte - und wenn Schüler bestimmte Schlüsselwerte noch nicht vermittelt bekommen haben, dann müssen wir Lehrer das eben tun. Und wenn das zu Konflikten führt, dann müssen wir da eben durch - Schüler wie Lehrer.

    Zitat


    Im Übrigen möchte ich persönlich meine Toleranzschwelle nicht tiefer schrauben, weil sie bei anderen tiefer liegt. Ich fühle mich als erwachsener Mensch auch durchaus in der Lage, eine Anwesenheitsliste zu kontrollieren, während meine Schüler gerade ein Pläuschchen halten!

    ninale

    Sei mir nicht böse, wenn ich direkt werde, aber mich erschreckt bei Dir die Naivität und Weltfremdheit, die ich aus Deinem Posting herauslese.
    Das, was Kinder und Jugendliche heutzutage an Respektlosigkeit und "Tyrannentum" an den Tag legen, ist unter anderem Produkt von Menschen, die so denken und handeln wie Du.

    Gruß
    Bolzbold

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