Beiträge von Bolzbold

    Hallo Jaqueline,

    ich finde Deine Art und Weise hier Ratschläge zu geben doch sehr grenzwertig.

    Einige Aussagen lesen sich so, als wären Deine Hinweise eine unterschwellige Anstiftung zum Betrug.

    Dein doch sehr flapsig rüberkommendes Auftreten trägt darüber hinaus auch nicht gerade zur Seriosität Deines Beitrags bei.

    Nachdem Du anderenorts ja bereits keinen Hehl aus Deiner Einstellung zu den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung gemacht hast, frage ich mich umso mehr, was Du mit diesem Beitrag hier bezwecken möchtest.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Mikael
    Diese "individuelle Förderung" ist Augenwischerei. Sie lässt sich aber politisch wunderbar verkaufen. Damit wird suggeriert, ein Lehrer könnte sich um die Schüler wie ein Arzt um seine Patienten kümmern. Darauf deutet auch diese neue "Diagnose"-Kompetenz hin, die jeder Lehrer und jede Lehrerin haben soll. Und statt individuell "behandelt" wird an der Schule eben individuell "gefördert".

    Was für ein Schwachsinn diese Idee ist, merkt man schnell, wenn man sich vorstellt, wie ein Arzt nicht einen Patienten zur Zeit sondern 30 oder mehr Patienten auf einmal behandelt. Völliger Unfug eben.

    Gruß !

    Setzen wir noch eins drauf:

    200 Schüler sind keine Seltenheit bei einem Gymnasiallehrer. Setzt sich dieser Lehrer nun hin und würde nur 10 Minuten (!) über jeden Schüler nachdenken bzw. innerhalb dieser Zeit vernünftig diagnostizieren, wie man jeden Schüler am besten fördern kann, dann wäre der Lehrer damit schon über 30 Stunden beschäftigt und hätte noch keine Unterrichtsstunde gehalten, geschweige denn individualisiertes Material hergestellt bzw. gesucht oder binnendifferenzierten Unterricht vorbereitet.

    Würde man sich nun halbwegs regelmäßig soviel Zeit für seine Schüler nehmen - sagen wir viermal im Jahr, können wir das Rechnen wohl getrost einstellen um zu sehen, dass individuelle Förderung wie Mikael schon sagte, populistische Augenwischerei ist.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Finchen
    Wir argumentieren aus einer sehr bequemen Position heraus. Die Eltern müsse sich Gedanken über die Zukunft ihrer Kinder machen. Ohne mindestens einen Realschulabschluss zu haben, kann man seine Zukunft doch heutzutage fast vergessen. Wer stellt denn noch Hauptschüler ein? Die Berufsfelder, die vor 20 Jahren mit Hauptschülern besetzt waren, werden heute weitgehend von Realschülern besetzt.

    Ich denke, die Sorge der Eltern um die Zukunft der Kinder ist hier auch nicht Stein des Anstoßes sondern vielmehr die Auswirkungen, die ein Kampf um die höchstmögliche Schulform unter Einsatz aller Mittel hat.
    Sich Gedanken machen ist das eine, eine Position aus Angst durchzudrücken oder im Extremfall vielmehr noch seine eigenen Wünsche auf das Kind zu projizieren und dem Kind aufgrund einer falschen elterlichen Entscheidung Misserfolg und Frust zu bescheren ist das andere.

    Zitat


    Davon abgesehen wird ständig von allen Seiten betont, dass es ja für Spätzünder noch genügend Aufstiegschancen gebe. Wenn man sich die Zahlen der Schulwechsler mal anschaut, wir aber ganz schnell deutlich, dass über 80% in unserem Schulsystem absteigen, aber nur knapp 20% den Sprung zu einem besseren Abschluss schaffen. Das ist kein neuer Trend, sondern schon seit jahrzehnten so.

    Das bestätigt doch eigentlich, dass eine falsche Schulwahl (Gy statt Rs oder ähnliches) eben diese Konsequenzen hat. Wieso dann nicht Rs und bei entsprechenden Noten noch das Gy hinterher?

    Zitat


    Ihr redet von Nachkommastellen, die ausschlaggebend für die Schulempfehlung sein sollen. Niemand kann mir erzählen, dass man die Leistung eines Schülers so objektiv einschätzen kann, dass selbst ebendiese Nachkommastellen auch nur ansatzweise dazu geeignet wären, den weiteren Lebensweg eines Kindes vorzubestimmen.

    Das erzähl doch bitte den Damen und Herren im Ministerium, die sich das ausgedacht haben.

    Ach ja: Dann dürfte es analog auch keinen NC geben, denn man weiß ja nie, wie sich der Student noch entwickelt. Und Einstellungen nach Examensnoten (Ordnungsgruppen bzw. Leistungsziffern etc.) wären dann ja genauso unsinnig, denn in dem 3er Kandidaten könnte ja ein genialer Lehrer stecken.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von _Malina_
    Hauptsache ordentlich zurück ballern.
    "Der hat angefangen!" - "Nein, der!".

    Wenn man sich das durchliest, kann man ja gleich am kompletten Bildungssystem inkl. Hochschulabsolventen zweifeln ;).

    Du, es geht nicht darum, wer angefangen hat, sondern darum, dass man sich bestimmte pauschale Urteile über Lehrämtler einfach verbittet - das gleiche gilt für Seiteneinsteiger.

    Inwieweit Dein Posting nun zur Deeskalation beiträgt, lasse ich einmal unkommentiert.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Igzorn
    Wenn überhaupt, haben die Seiteneinsteiger dieses Recht, denn immerhin haben diese ihr Fach bzw. ihre Fächer richtig studiert und nicht nur diesen Schmalspurstudiengang der Lehrämter absolviert. Und glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede, denn ich war während meiner Arbeitszeit an der Universität auch in der Lehramtsausbildung tätig. Und bei dem Fachwissen, welches die meisten Kandidaten da an den Tag legen, möchte ich meine späteren Kinder nicht in deren Hände geben.

    Aha. Vermutlich war Dein Hauptfach in Deinem Studium angewandte Stammtischtheorie.

    Ein krasseres Eigentor kann man sich eigentlich nicht mehr schießen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von meike
    Schlauby, mir war es wichtig, klarzustellen, dass ich finde, dass wir für unsere Arbeit gerecht bezahlt werden (zumindest in Bayern). Wenn ich unser Gehalt mit denen in der freien Wirtschaft vergleiche, passt es, mit allen Vorteilen, die du immer so runterspielst. Ja, mein Mann verdient sehr viel mehr Geld als ich, kann aber seinen Job jederzeit verlieren, trägt einen Haufen Verantwortung (ein Fehler kostet gleich richtig viel Geld), kommt selten vor 20.00 Uhr nach Hause und ist sehr viel unterwegs. Das wäre nichts für mich.
    Meike

    Man kann - und das stellst Du ja selber mittelbar fest, bestimmte Aspekte auch überbetonen.

    Auf dem Papier KANN man seinen Job jederzeit verlieren, aber findet das tatsächlich in der Form auf der Ebene, wo Dein Mann arbeitet, in Massen statt?
    Ich habe auch eine Weile vor dem Lehrerberuf gejobbt und hätte theoretisch den Job jederzeit verlieren können. Kirre gemacht habe ich mich deswegen nicht.

    Ach ja: Fehler kosten auch bei uns eine Menge Geld - nur macht sich das nicht sofort bemerkbar sondern eben erst in einigen Jahren.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von meike
    Nein, Bolzbold, das will ich nicht, war nur ein Beispiel, dass es wohl auch im Gymnasialbereich anders gehen kann. Aber da habe ich keinen Einblick, ich kann nur vom GS-Bereich sprechen.

    Klar KANN es anders gehen - das wird es bei vielen auch früher oder später, weil sie die Arbeitsbelastung auf Dauer gar nicht durchstehen würden.

    Halten wir aber fest, dass insbesondere der Berufseinstieg zu den stark belastenden bzw. belasteten Phasen gehört und man später durch Erfahrung und Routine und entsprechende Selbstschutzmechanismen (In-sich-Reinhören, Stressreduktion etc.) die Arbeitszeit sowie die Belastungen auf ein überlebbares Maß reduzieren kann - bzw. muss.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von meike
    Hier der der Link zum Thread, letzter Beitrag

    Wahrnehmung des Berufsalltags

    Zitat


    Kurz: es hat für mich 7, 8 Jahre gedauert, aber jetzt ist das Verhältnis Arbeitzeit - Qualität / Phasen der Anspannung-Entspannung / Lehren - selber Lernen / Beruf - Privatleben / und meine Berufszufriedenheit relativ ideal. Mental/psychisch belastende Phasen habe ich nur noch, wenn aus allen meinen Arbeitsbereichen viel Dringendes zusammenkommt UND im Privatleben was unrund läuft.

    So, und das hier hast Du dann wohl unterschlagen.

    Selbst die von mir zitierte Userin, die für mich in vielen Belangen übrigens absolutes Vorbild ist, hat mehrere Jahre gebraucht, um auf diese ca. 55 Stunden zu kommen.

    Und willst Du oder SunnyGS jetzt in selbstgerechter Manier behaupten, dass sie dann vorher etwas falsch gemacht haben MUSS?

    Gruß
    Bolzbold

    EDIT: Habe Antigone und Meike. verwechselt, wobei das thematisch eigentlich keinen Unterschied macht.

    Zitat

    Original von meike

    Aussage einer Gmynasiallehrerin aus einem anderen Thread. Also gibt es auch dort Lehrer, die mit ca. 45 Stunden hinkommen.
    Meike

    Aha. Und in welchem Kontext wurde diese Aussage, die Du zitierst, genau getätigt?
    Ich tu mich mit solchen Einzelaussagen ohne entsprechenden Kontext immer ein wenig schwer.

    Gruß
    Bolzbold

    Ich hatte auch die Version C und meine Klasse ist damit recht gut zurecht gekommen.

    Bis auf fünf sind alle fertig geworden; die meisten hatten keine großen Probleme.

    Was mich nur für NRW gewundert hat, ist, dass die ursprüngliche Bearbeitungszeit für den Teil A nur 40 Minuten laut Testheft betrug und dies auch auf den Seiten des IQBs nachzulesen ist.

    Hat NRW da womöglich 20 Minuten extra gegeben, um die Ergebnisse zu frisieren?

    Bei nur 40 Minuten wären die wenigsten weiter als Aufgabe 10 gekommen - die Kombination aus Richtigkeit und Anzahl der gelösten Aufgaben wäre hier meines Erachtens aber aussagekräftiger als wenn man bloß die Fehlerzahl hätte.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat


    Bekommen wir mehr Geld, weil einge auf die Straße gegangen sind, oder weil wir gute Arbeit leisten, die einfach auch gut bezahlt sein sollte?
    Bekommen wir mehr Geld, weil einige ganz laut geschrieen haben, oder weil unsere Leistung mehr Geld wert ist, als wir bislang erhalten?

    Ja, mag sein, dass die Gewerkschaft auf die Missstände aufmerksam gemacht hat und nur dadurch mehr Geld auf mein Konto fließen wird. Aber mit Verlaub: Erabreitet habe ICH mir das! Ich krümme für mein Gehalt täglich mehr als einen Finger! Das tut ganz gewiss keiner der krakelenden Gewerkschaftler für mich!

    Also diese Haltung finde ich gelinde gesagt grotesk.

    Deine Gehaltserhöhung hast Du im Wesentlichen den Gewerkschaften zu verdanken und nicht den Fingern, die Du täglich krumm machst.
    Das, was künftig mehr in Deine Taschen fließt, haben andere für Dich erstritten, und Du stellst Dich selbstgerecht hin und sagst "das steht mir aufgrund meiner hervorragenden Arbeit zu".
    Von irgendwelchen moralischen Idealen wie "unsere Leistung ist mehr Geld wert als wir bislang erhalten haben" wurde meiner Erinnerung nach selten eine Gehaltserhöhung durchgesetzt. Eher schon von denjenigen, die sich für diese Ideale aktiv (!) die Finger schmutzig - äh nein "krumm" - gemacht haben und die Du ja angeblich dafür nicht gebraucht hättest.

    Entschuldige bitte, aber das ist mehr als peinlich. Man sollte Solidarität schon buchstabieren können.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von haraldi
    Immer wieder heißt es, das der Lehrer fachwissenschaftlich hervorragend vorbereitet sei, ich mag das angesichts des bereits erwähnten kaum glauben...

    Ich danke euch für Antworten.

    Nun ja, das ist er unter dem Aspekt, dass er das nötige Handwerkszeug mitbringt, um eventuelle fachliche Lücken professionell zu schließen.
    Niemand kann alles wissen - man sollte nur wissen, wo es steht, wenn man etwas sucht.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von waterlily
    na ja. neue vokabeln einführen.

    Du, sei mir bitte nicht böse, aber das kann doch nicht Dein Ernst sein?
    Ich kann mich da nur anschließen - das ist kein Lernziel. Und wo sind Deine konkreten (!) eigenen Überlegungen?

    Und falls Du neue Vokabeln einführen willst, dann natürlich kontextuell eingebunden - und in Kombination mit entsprechendem Material und Arbeitsformen - wie die anderen hier bereits dargelegt haben.

    Kannst Du das Hauptziel der Stunde präzise formulieren - am besten mit Formulierungen wie "Die SuS sollen XY ..."

    Ich finde die Anfrage auch ehrlich gesagt etwas merkwürdig formuliert - bist Du Referendar(in) oder Student(in)?

    Gruß
    Bolzbold

    Wie schade, dass die Politiker diesen Maßstab nicht bei sich selbst anwenden.

    Da werden Posten nach Parteizugehörigkeit und Seilschaften vergeben und selten nach Kompetenz.
    Eine uns bekannte Dame, Grundschullehrerin aus Hintertupfingen, und jetzt Schulministerin ist wohl das beste Beispiel dafür.

    Gruß
    Bolzbold

    Letztlich geht es doch wieder nur um populistische Statements.

    Würden tatsächlich nur die "schlechte" Abiturienten ein Lehramtsstudium ergreifen, hat man zwei Möglichkeiten.
    Man prügelt auf die vermeintlich schlechten Abiturienten ein, die das studieren und sieht darin die Wurzel allen Übels. (Was das über die Abinote oder das Abstraktionsvermögen der Person, die das so interpretiert, aussagt, lassen wir einmal offen.)
    Oder man prüft einmal nach, wieso denn die vermeintlich besseren Abiturienten sich bewusst NICHT für ein Lehramtsstudium entscheiden.
    Dann müsste man als Bildungspolitiker aber in den Spiegel schauen und erkennen, dass man selbst mit diesen Aussagen genau diesen Effekt erzielt.

    Selbst wenn Bild und Zdf Recht hätten, so sagt diese Problematik wohl mehr etwas über das Berufsbild und dessen Image aus als über diejenigen, die Lehrer werden wollen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zur Ergänzung noch dieser Link vom zdf.

    http://www.heute.de/ZDFheute/inhal…7527070,00.html

    Schon faszinierend, wie man durch entsprechend polarisierende Formulierungen Lehrer direkt als "schlechte Abiturienten" diskreditiert.

    Ab wann ist ein Abitur "schlecht"?
    Was ist "eher schlecht"?

    Der Vollständigkeit halber sollte man mal nach den Abi-Durchschnitten von Mehdorn, Ackermann und Konsorten fragen. Selbst wenn die besser waren, so scheint das ja nicht unbedingt bessere Manager aus ihnen gemacht zu haben - in anderen Worten taugt ein Abi-Durchschnitt wohl kaum als Messlatte für die spätere berufliche Qualifikation.

    Und wie sieht es mit Abiturdurchschnitten von Politikern aus?
    Ob es da nicht auch Zusammenhänge gibt... Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Gruß
    Bolzbold

    Also FALLS das tatsächlich so sein sollte, dass Zeugnisse, die nicht mit dem Laserdrucker erstellt wurden, nicht dokumentenecht sind, dann frage ich mich, wie man das in der Zeit VOR den Laserdruckern gemacht haben will.

    Was die Problematik mit Zeugnissen, die per Tintenstrahldrucker erstellt wurden, angeht, so verbietet sich natürlich ein solcher alleine aus Gründen wie alias erwähnt hat.

    Gruß
    Bolzbold

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