Beiträge von Bolzbold

    Zitat

    Original von Schubbidu
    Fair ist Spickmich sicher nicht, da keine Transparenz und kein offener Dialog stattfinden kann. Auch würde ich dir zustimmen, dass die Bewertungen nicht objektiv sind. Aus meiner Sicht passt aber der Begriff "intersubjektiv" ganz gut. Das heißt, ich halte die mir bekannten Bewertungen aus Schülersicht in nicht allen aber doch sehr vielen Fällen für nachvollziehbar.

    Nun nachvollziehbar, was das Zustandekommen angeht, mögen diese Noten schon sein.
    Da ich es im Endeffekt aber nie wissen werde, kann ich das Ergebnis auch nicht für mich anerkennen oder annehmen.
    In dem Moment, wo ich weiß, mein GK XY im Fach Z hat mich so oder so bewertet, weiß ich, dass es genau die 20-30 Schüler waren. Und diese Kritik - egal wie sie ausfällt - kann ich dann auch annehmen.
    Undifferenzierte, anonyme Kritik in Notenform hilft weder Schüler noch Lehrer.

    Zitat


    Da beziehe ich meine eigenen Spickmich-Noten übrigens mit ein. Ich kann es bspw. nachvollziehen, dass ich nach aktuellem Stand auf die Schüler sehr motiviert wirke, für den Punkt "guter Unterricht" aber nur eine schlechte zwei erhalte. Da sehe ich in einigen Bereichen einfach selbst noch Verbesserungspotentiale.

    OK, würde ich bei spickmich nachsehen, könnte ich vielleicht auch Stärken und Schwächen bei mir ausmachen, aber ob die "Intensität" der Stärken und Schwächen mit den Noten korrelieren, bleibt fraglich.

    Da pflege ich lieber den direkten Dialog mit meinen Schülern - für individuell formulierte positive wie negative Kritik ist auf meinen Evaluationsbögen immer noch ein extra Feld.

    Langfristig sollten wir auch eine Art Vertrauensverhältnis zu Schülern anstreben, welches es ermöglicht, dass Schüler Kritik äußern können / dürfen, ohne eine Sanktion seitens des Lehrers befürchten zu müssen. Das geht aber nur im persönlichen, zwischenmenschlichen Dialog und sicherlich nicht über öffentlichen Druck in dieser Form.

    Gruß
    Bolzbold

    Sletta

    Spickmich ist nicht wirklich repräsentativ Deine Eignung oder Qualität als Lehrerin zu messen.
    Auch wenn die Macher das Gegenteil behaupten, so hatte spickmich nie die Absicht, wirklich fair und objektiv zu bewerten bzw. den "Dialog zwischen Lehrern und Schülern" zu stärken.
    Wer das glaubt, muss schon ziemlich naiv sein.

    Du kannst diesen Bewertungen am ehesten den Wind aus den Segeln nehmen, indem Du in Deinen Lerngruppen selbst regelmäßig Evaluationen durchführst - auf der Basis von aussagekräftigeren Kriterien.

    Wenn diese Evaluationen dann deutlich besser als spickmich ausfallen, kann Dir doch so eine Internetseite am Allerwertesten vorbeigehen.
    Wenn die Bewertung in etwa gleich oder schlechter ist, dann wäre es unabhängig von spickmich Zeit, sich über seinen Unterricht und die Eigenwahrnehmung Gedanken zu machen.

    Ach ja:
    Spickmich hat nur soviel Einfluss und Macht wie man dieser Seite als Lehrer selbst zugesteht.

    Ferner:
    Was ist ein guter Lehrer?
    Frag Schüler, frag Eltern, frag Kollegen, frag Bildungspolitiker. Du wirst vier mehr oder weniger verschiedene Antworten erhalten, die sicherlich eine gemeinsame Schnittmenge haben. Ob das dann in Kriterien wie "cool & witzig" - die ja nun wirklich schülerzentriert sind - herauskommt, wage ich zu bezweifeln.

    Gruß
    Bolzbold

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    Original von *mariposa*
    Habt Ihr schon mal mit einem solchen offenen Erwartungshorizont für die Schüler gearbeitet? Und wenn ja, welche Erfahrungen habt Ihr gesammelt?
    Führt das zu vermehrten Diskussionen?

    Ich mache das seitdem es das Zentralabitur in NRW gibt und habe damit nur positive Erfahrungen gemacht.

    Diese "Checkliste" wie auch Nele schon gesagt hat, vermittelt die Transparenz, die Du sonst durch die alternativ erfolgenden Kommentare nicht immer hinbekommst.

    Seitdem ich meine "Bewertungsbögen" in die Klausur lege und entsprechend wie beim ZA Punkte verteile und wie im ZA auch die Noten bilde, hat es keine Notendiskussionen mehr gegeben.
    Gelegentlich fragen Schüler nach, wieso bestimmte Dinge falsch waren bzw. nicht besser bepunktet wurden, aber das sind allenfalls einmal ein oder zwei Schüler pro Klausur.

    Viel häufiger schauen sich die Schüler ihre Klausur und die Bewertungsbögen intensiv an und verstehen oft in Kombination mit meinen Randbemerkungen dann, was gut war und was nicht.

    Gruß
    Bolzbold

    Auch in der Mittelstufe gibt es bei mir in Englisch einen Erwartungshorizont, den die Schüler mit der Rückgabe der Arbeit erhalten. Auf der inhaltlichen Eben gibt es dann so gut wie nie Diskussionen.
    Auf der sprachlichen Ebene fragen sie ab und an nach, wieso dieses oder jenes falsch ist. Das erkläre ich dann und gut ist.

    Ab und an verzähle ich mich natürlich auch einmal, dann wird das von mir nach Hinweis durch den Schüler entsprechend berichtigt und auch dann gibt es keine Diskussionen.

    Punktesysteme sind leider diskussionsanfällig - und das wird sich je nach Schüler, dessen schulischer Situation und nach dem Grad Transparenz der Bewertung nicht ändern.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von CKR
    Hallo Bolzbold,

    da du dich jetzt stellvertretend für Meike angegriffen fühlst, werde ich wohl dir eine Antwort schreiben müssen.

    *Lach* Ich fühle mich nicht stellvertretend für sie angegriffen. Ich fand nur, dass Deine Reaktion auf ihren Beitrag etwas "merkwürdig" war. Dass ich mit meiner Lesart nicht so daneben lag, hat Meike ja dann selbst in ihrer Antwort an Dich bestätigt.

    Zitat


    Du wirfst mir Pauschalisierungen vor. Diese waren aber meiner Meinung nach nötig, um die - wie ich finde - gefährlich pauschale Einstellung (und mag es auch nur mein Eindruck sein, ich kenne Meike schließlich nicht) aufzuzeigen: Lehrersein ist eine Persönlichkeitsfrage, die von - von mir aus auch - Talent abhängig ist. Das hilft keinem weiter, der sich bis ins Referendariat hervorgearbeitet hat und dann in Schwierigkeiten gerät. Auch Tipps a la: 'Das kommt schon mit der Zeit' (oder eben nicht), halte ich für wenig hilfreich. Hilfreicher fände ich eine klare Analyse, was nun konkret das Problem ist und wie man es beheben kann.

    Also ich finde Deine Einstellung dazu, sofern ich sie richtig verstehe, viel gefährlicher.
    Lehrersein IST auch eine Persönlichkeitsfrage. Man kann vieles im Ref. lernen, aber eben nicht alles. Und Referendaren, die ggf. aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht wirklich als Lehrer geeignet sind, sollten dies im Ref. auch erkennen und entweder an sich arbeiten oder eben nicht Lehrer werden.
    Unter diesem Aspekt mögen Tipps wie "das kommt schon mit der Zeit" nicht hilfreich sein, aber wer würde als Ausbildungslehrer dem Referendar direkt zu Beginn sagen, dass er aufgrund seiner Persönlichkeit nicht geeignet ist. Da ist ein "das kommt schon mit der Zeit" sicherlich zunächst diplomatischer und es räumt auch die Möglichkeit einer Veränderung zum Positiven ein. Gefährlich wäre es in der Tat, wenn ein "das wird schon" nur eine Floskel wäre.
    Unabhängig von der Analyse, die Du vorschlägst, gibt es Probleme, die nicht ohne weiteres zu beheben sind.

    Zitat


    Das lässt sich nicht alleine von der Ausbildungslehrkraft bewerkstelligen. Da ist zum Großen Teil auch der Referendar gefragt.

    Richtig. Und dann ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur Selbstkritik und ggf. dann auch zur Verhaltensänderung gefragt.

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    Und was spricht gegen meine subjektive Einzelmeinung, wo Meikes Aussagen ebenso auf ihren subjektiven Erfahrungen beruhen.

    Nun ja, also von sich auf die Allgemeinheit zu schließen und von 50 Referendaren auf bestimmte Problembereich zu schließen, das ist für mich nicht nur ein quantitativer sonder auch vor allem ein qualitativer Unterschied.

    Zitat


    Vielleicht war das nötig, um die enthaltenen Pauschalisierungen aufzuzeigen. Ich will gar nichts über die Arbeit von irgend jemandem hier aussagen. Ich möchte nur auf Gefahren und Probleme hinweisen, die mir aufgefallen sind.

    Wenn Meike hier pauschalisiert hätte. Das hat sie aber m.E. überhaupt nicht.

    Gruß
    Bolzbold

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    Original von CKR
    Das ist jetzt - sorry - totaler Käse meiner Meinung nach.

    Ich hatte zu Beginn des Referendariats auch Probleme. Ich war unsicher, ein Langweiler, konnte mich nur schwer durchsetzen. Ich bin jetzt seit Mai fertig, habe ein gutes Examen gemacht und mache meinen Job mittlerweile ganz ordentlich. Das heißt, die Unsicherheiten sind weg, ich stehe als Lehrer vor der Klasse, der sagt wo es langgeht, etc. Ich habe im Ref. (und auch jetzt noch) viel an mir und meiner Persönlichkeit gearbeitet, und wenn man dies ernsthaft tut, dann verbessert sich die Situation auch.

    Insbesondere mit Deinem letzten Satz entziehst Du der Pauschalkritik an Meikes Statement den Boden. Du hast an Dir gearbeitet (!) - das müsste besagte Referendarin wohl auch noch tun.
    Ferner willst Du für Dich wohl nicht in Anspruch nehmen, induktiv auf alle anderen Referendare zu schließen. (Und hier vertraue ich eher auf das Urteil einer erfahrenen Kollegin, die schon viele Referendare betreut hat als auf die subjektive Schilderung eines Einzelfalles).

    Zitat

    Wer der Meinung ist, dass es so etwas wie genetisch bedingte Persönlichkeitsstrukturen gibt, die einem die Ausübung eines Jobs ermöglichen oder dieses verhindern, der argumentiert unprofessionell.

    Das hat sie nach meiner Lesart nicht so drastisch gesagt. Vielleicht wäre statt "Gen" auch "Talent" präziser gewesen - es ist jedoch m.E. klar, was gemeint ist.

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    Denn das würde andersherum bedeuten, dass man problemlos jeden, der diese Persönlichkeitsstrukturen besitzt und der 'ein Händchen für die Schüler' hat als Lehrer einsetzen kann. Nein, es geht um reflektiertes Handeln. Und das kann und sollte man lernen.

    Niemand hat behauptet, dass es nur das eine oder nur das andere ist. Meike sprach von X%, womit hinreichend klar sein sollte, dass es kein mathematisch fixierbares Verhältnis dieser Komponenten gibt.
    Ferner denke ich, dass ein "Händchen" eben auch dieses reflektierte Handeln einschließt. Ich halte diese Polarisierung "Händchen" und "reflektiertes Handeln" für unsinnig.

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    Der eine hat da größeren Lernbedarf und der andere weniger. Ich halte es für falsch zu sagen: 'Sorry, deine Materialien sind gut, aber deine Persönlichkeit ist schwach. Das wird wohl nix.'

    Richtig. Aber das ist Deine Lesart von Meikes Beitrag. So pauschal hat sie das nicht gesagt und auch sicherlich nicht gemeint.
    Die Pauschalisierungen, die Du ihr unterstellst, nimmst Du auf der Basis Deiner Interpretation ihres Beitrags selbst vor.

    Gruß
    Bolzbold

    Es lebe unsere Zukunft - die neue Generation.

    Diese Leute werden später mal Ärzte, Architekten, Ingenieure, Piloten etc.

    Entweder man buddelt sich TIEF ein oder geht zurück zum Höhlenmenschen - oder man hofft, dass diese Jugendlichen irgendwann genauso spießig werden wie diejenigen, gegen die sie heute gekämpft haben.

    Wie gut, dass der Kapitalismus die meisten doch noch korrumpiert... :D

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von bibi80
    Im Widerspruchs § steht, dass jeder Benotung ein "ein erheblicher subjektiver Einschlag anhaftet". Das Zustandekommen meiner Noten kann ich mir auch nur so begründen. Meine Mentoren und mein Schulleiter waren auch der Meinung, dass diese Stunden auf keinen Fall 5 waren.
    Freue mich auf Beiträge von euch, auch gerne von Betroffenen.

    LG

    BIBI

    In den Erläuterungen zum Widerspruchsverfahren (habe ich auf der Seite eines Studienseminars mal gefunden, doch erinnere ich mich nicht mehr an den Link) stand, dass eine schlechte Note an sich noch keinen Widerspruch begründet.
    Du müsstest nachweisen, dass die Note nicht unter objektiven Bedingungen im Sinne der Prüfungsordnung zustande gekommen ist. Eine andere subjektive Einschätzung von Nichtprüfungskommissionsmitgliedern ist dabei unerheblich.
    Du hast ferner die Beweislast - und außer dem Gefühl, dass die Stunde besser hätte bewertet werden können/müssen, hast Du vermutlich nicht viel in der Hand.

    Somit tut es mir Leid für Dich, aber Du wirst wohl in die Verlängerung müssen - und es dann auch packen. Alles Gute dafür.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Sarah,

    willkommen hier im Lehrerforum.

    Also: Die aktuellen Studiengänge, wenn ich mich nicht irre, sind doch entweder G/H/R oder Gy/Ge ausgelegt.

    Entsprechend würdest Du vermutlich mit einem 1. StEx. für Gy/Ge nicht ohne Weiteres an G/H/R unterrichten können. Da bis dahin aber noch viel Wasser den Rhein hinunter fließt, kann sich bis dahin eine Menge ändern.

    Was 2013 mit dem "Lehrerdienst" los sein wird, kann Dir aktuell NIEMAND (!) sagen. Insofern sind Deine Sorgen erst einmal unbegründet.
    Und dass angesichts der drohenden Pensionierungswelle in NRW - alleine bei uns dürften mehr als 15 KollegInnen bis 2013 pensioniert sein (das sind 20%) - nur 1/10 eines Jahrgangs später eingestellt werden soll, halte ich für Unsinn - egal, was im Bildungsportal steht.

    Über Verbeamtung und Gehalt würde ich mir im Moment auch noch nicht so sehr Gedanken machen, weil sich bis dahin auch noch das eine oder andere tun könnte.
    Derzeit Gy/Ge Sek II A 13 als Beamter, G/H/R A12 als Beamter. Für Angestellte gelten die deutlich schwächer dotierten TV-L Tarife.

    Ach ja, noch eine Frage am Rande:
    Wenn Du Dein 1. StEx. 2009 hast, wieso kannst Du dann erst 2013 in den "Lehrerdienst" gehen? Das Ref. dauert aktuell immer noch zwei Jahre.

    Gruß
    Bolzbold

    P.S. Sieh zu, dass Du mit E/Ge unbedingt im Studium oder im Ref. eine bilinguale Zusatzqualifikation erwirbst. Dann sollte das mit der Einstellung später auch kein Problem sein.

    Wann, wie oft und wie lange kann man Dich konkret (!) in der Schule erreichen - mit der Prämisse, dass Du auch Zeit hast?

    Niemand verlangt von Dir rund um die Uhr für die Schüler und deren Eltern da zu sein - auch ich mache das nicht.
    Falls Eltern unerwünschterweise anrufen, dann solltest Du das mit den Eltern mal klären und ansonsten Gespräche zur Unzeit konsequent abwimmeln.
    Meine Schülereltern nehmen auf Wochenenden und Abende Rücksicht und rufen nur in sehr seltenen Fällen an.

    Zitat

    Original von Bear
    Hm, irgendwas muss ich falsch machen. Ich habe keinen ISDN-Anschluss und dementsprechend auch keine drei Telefonnummern. Sollte ich tatsächlich weitere Telefonanschlüsse beantragen?

    Wer trägt dann die Kosten für die Anschlüsse, die ich ja wirklich nur für die Schule unterhalte?

    Mit dem ISDN-Anschluss (EIN Anschluss) hast Du automatisch drei Rufnummern, die alle über diesen einen (!) Anschluss laufen - die Kosten sind nur unwesentlich höher als bei einem analogen Anschluss mit nur einer Rufnummer.
    Für mich ist das mehr eine Frage des persönlichen Komforts als eine Frage der Kosten. Wenn ich nicht für meine Schülereltern erreichbar sein möchte, dann geht der AB ran - zumal das Telefon je nach Nummer unterschiedlich klingelt.

    Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass trotz Weitergabe der nur für Schulzwecke eingerichteten Nummer kein "Missbrauch" seitens der Eltern oder Schüler erfolgt ist.

    Gruß
    Bolzbold

    Das riecht mir stark nach Fake.

    Was ist das denn für ein Unsinn?

    Nur für den Fall, dass das Dein Ernst sein sollte:

    Eine von den drei IDSN- Nummern, die man gewöhnlich hat, würde völlig reichen - die kann man bei Bedarf auch abschalten bzw. stummschalten. Thema erledigt.

    Deine weiteren Überlegungen sind schlichtweg nur noch als grotesk zu bezeichnen.

    Also mach Dich mal locker.

    Gruß
    Bolzbold

    Also bei Staples gibt es Folien zu kaufen, die hitzebeständig sind. Die habe ich bei unserem Schulkopierer auch schon verwendet - bislang ist nichts drin verschmort.

    Auch die anderen Kollegen nehmen oft eigene hitzebeständige Folien - bislang gab es da auch noch keine Probleme.

    Gruß
    Bolzbold

    Bei uns werden die Begriffe quasi synonym verwendet.

    Also ad hoc würde ich das so sehen, falls ich das unbedingt von einander trennen sollte:

    Leistungsbewertung = Beurteilung der Leistung inklusive begründeter Notenvergabe

    Leistungsbeurteilung = Begutachtung einer Leistung unter Berücksichtigung der positiven wie negativen Aspekte

    Beides findet natürlich vor dem Hintergrund eines wie auch immer gearteten Erwartungshorizonts statt.

    Und da gibt es wirklich Leute, die dazwischen terminologisch differenzieren?

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo mariposa,

    ich würde mir über solche Aussagen wie die Deines Ausbilders keinen Kopf machen, schon gar nicht, wenn das so ein gequirlter Unsinn ist, der Dir da erzählt wurde.
    Solche chauvinistischen Sprüche wie "keine mütterliche Identifikationsfigur" sind absolut daneben; zumal Du ja an einer Berufsschule und nicht an einer Grundschule arbeitest.
    Also wer Berufsschullehrerinnen die Rolle einer mütterlichen Identifikationsfigur zuschreibt, hat ein merkwürdiges Bild von Lehrerinnen.
    Partnerschaften und eigene Kinder haben gar nichts mit der Qualität als Lehrerin zu tun.
    Und auch hier im Forum gäbe es sicherlich das eine oder andere gute Beispiel dafür.

    Partnerschaften, wie andere hier schon erwähnt haben, kann man nicht erzwingen - es ergibt sich oder eben nicht. Und wer weiß, ob die Thematik in positiver Hinsicht in einem halben Jahr nicht "erledigt" ist.

    Mein Privatleben deckt seit Beginn des Refs. 2003 alle Bereiche zwischen "solo" und "verheiratet" ab. Ich habe das meinen Schülern aber nicht zwangsläufig auf die Nase gebunden.
    Natürlich fragen die Schüler nach, weil sie neugierig sind. Schüler dürfen auch gerne alles fragen - nur ob sie eine Antwort kriegen, das ist eine andere Sache.

    Gruß
    Bolzbold

    Also angesichts der hohen gesellschaftlichen Verantwortung, die uns der Stern ja zugesteht, wäre die Überlegung ja gar nicht so verkehrt.

    Würde man wirklich nur die Eliten in die Klassenräume kriegen (und wieso sollten die bei der aktuellen Situation so blöd sein das zu tun?), müsste man sie analog bezahlen.

    Womit sollte der Lehrerberuf - außer mit dem ursprünglich romantisch verklärten Idealismus - heute die "Besten" anziehen?
    Kolumnen wie die dieser Schmierfinkin sind da wohl eher kontraproduktiv.

    Idealismus zahlt mir nicht die Tennisstunden am Wochenende, für meinen Dachboden habe ich nachmittags dann auch keine Zeit - und das Buch von Frau Kühn müsste ich zwecks Sparzwang als Kaminanzünder recyclen.

    Gruß
    Bolzbold

    @Dudel

    Nach dem alten System gebe ich Dir Recht.

    Aber bei uns haben wir schon die Erfahrung gemacht, dass die fünf damit zum "Kunststück" wird. Wer nach dem neuen System eine fünf schreibt, muss WIRKLICH grottig sein.

    Stellt sich die Frage, wie Du bei der kommunikativen Gestaltung benotest.

    Bei uns hat die FK beschlossen, von 5 Punkten auszugehen und nur bei Beanstandungen Punkte abzuziehen. Das resultiert dann in selten weniger als drei von fünf Punkten pro Teilkriterium, weil jeder Schüler einen halbwegs vernünftigen Text produziert - nach diesen Kriterien.
    Bei 10 Sprachkriterien kommen da schnell 30 und mehr Punkte zusammen - und schnell hast Du dann die 68 Punkte für ein glattes ausreichend zusammen.

    Das Schlimme ist aus meiner Sicht auch weniger die Bepunktung an sich als die Willkür, die das neue System zur Benotung der Sprache darstellt.
    Es lässt sich aus meiner Sicht nicht hinreichend begründen, wann nun beispielsweise 6 oder 7 von 12 Punkten gegeben werden. Oder wann das Textverständnis nun etwas, erheblich oder gar nicht erschwert wird. Das hängt doch sehr von der beurteilenden Lehrkraft ab.
    Das Perfide ist, dass hier eine Objektivität suggeriert wird, die es so nicht gibt und m.E. jetzt noch weniger gibt als vorher.

    Je schwammiger Kriterien sind, desto mehr Spielraum lassen sie für entsprechende individuelle Auslegungen und persönliche Vorlieben. Sollte DAS erreicht werden?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Lehrer fabriziert haben.

    Gruß
    Bolzbold

    In Englisch ist mit dem Abitur 2009 der Fehlerquotient abgeschafft worden.

    Ich habe testweise die aktuellen 12er Klausuren nach dem neuen Schema korrigiert. Dabei kam heraus, dass die Schüler nach dem neuen Verfahren (separate Punkte für Rechtschreibung, Grammatik und Wortschatz) bis zu 18 Punkte mehr bekommen als vorher und somit mehr als zwei Teilnoten besser sind als vorher.

    Jemand, der beispielsweise Dutzende Grammatikfehler macht, würde 0 von 12 Punkten für Grammatik bekommen, aber im Extremfall 6 von 6 Punkten für Rechtschreibung und 12 von 12 Punkten für Wortschatz. Nach dem alten Punkteschema mit FQ wären es 0 Punkte gewesen.

    Die neue Einteilung in - polemisch überspitzt - "sehr viele", "viele", "mittelviele" und "wenige" Fehler inklusive eines Punktespektrums innerhalb dieser Kategorien wirkt sehr willkürlich und ist m.E. nicht wirklich objektivierbar.

    Ich kann das Prinzip insoweit verstehen, dass man wegkommen will von der "Fehlergeilheit" und sozusagen das Positive bewerten will. Dabei kommt im Fach Englisch aber ein Bewertungsraster heraus, das mehr oder weniger bedeutet, dass jeder Schüler, der halbwegs einen Satz auf Englisch geradeaus schreiben kann, direkt eine drei bekommt.

    Es ist im Rahmen dieser schwammigen Kriterien des gesamten Rasters (nach Zentralabitur) de facto schon fast ein Kunststück der Inkompetenz, wenn man da noch eine fünf schreibt.

    Natürlich ist mir klar, dass das politisch von Frau S. so gewollt ist. Aber hier wird dieselbe Leistung des Schülers per definitionem einfach schöner gemacht, damit sich die Ergebnisse als Erfolg verkaufen lassen.

    Später klagen dann die Professoren wieder über nicht studierfähige Abiturienten - und wer ist es dann natürlich schuld? Die unfähigen Lehrer.

    Danke, Frau S.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von SunnyGS
    Ich wollte halt nur eine Lanze für die Artikelschreiberin brechen. Für mich wäre das durchaus eine nette Anregung und ich finde es auch durchaus umsetzbar. Mein Hauptjob ist natürlich nicht das Brötchenreichen. Aber ich bin mir 100%ig sicher, dass eine angenehme Lernumgebung mir die Arbeit (Wissensvermittlung) erleichtert. Und gemeinsame Aktivitäten wie Schulfrühstück und Co fördern ein nettes Miteinander. Ganz sicher.

    LG
    Sunny

    Wir haben hier zwei grundsätzliche Bereiche, die wir nicht vermengen sollten.

    Auf der einen Seite steht der Aspekt der Lernumgebung. Jeder halbwegs vernünftige Pädagoge wird um eine eben solche Umgebung bemüht sein. Ein wie auch immer geartetes Frühstück ist EINE von vielen Möglichkeiten.

    Auf der anderen Seite sind die Kosten für ein Frühstück. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob 10 Euro ausreichen oder nicht. Das hängt von mehreren Faktoren (Umfang des Frühstücks, Qualität der einzelnen Zutaten und nicht zuletzt Klassengröße) ab, so dass man sich brüsten kann, mit 10 Euro hinzukommen oder man es eben auch lassen kann.

    Bedenklich ist auch aus meiner Sicht die Erwartungshaltung, die mittelfristig geschürt wird, wenn man die Schüler dem Diesterweg'schen Vorschlag entsprechend bewirtet.

    Bei allem Engagement, was man als Verfechter von Klassenfrühstücken an den Tag legen mag, sollte man aber auf Vorschläge wie Jobwechsel verzichten - vor allem wenn sie auf diese plumpe, unsachliche Art und Weise unterbreitet werden. Hast Du das nötig?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von katta
    Hallo zusammen,

    ich habe einen Virus (und dazu noch eine Erkältung, aber das ist ein anderes Thema ;) ), der mir erst meinen alten Rechner zerschossen hat und der laut Virensoftware meines neuen Rechners immer noch auf dem Stick ist.
    Kann man den denn jetzt irgendwie von den Stick bekommen oder sind die Dateien darauf und der Stick auf immer verloren?

    Kennt sich da jemand aus?
    Oder einen hilfreichen link?

    Herzlichen Dank!

    Lieben Gruß
    Katta

    Naja, die Software müsste doch eigentlich erst einmal sagen, welcher Virus das ist und dann entweder die Möglichkeit bieten, die befallene Datei in Quarantäne zu nehmen oder aber die Datei zu löschen. Das sollte an sich genauso problemlos laufen wie bei einer Festplatte.
    Sofern es sich nur um eine Datei handelt, die befallen ist, wirst Du die anderen Dateien retten können - nachdem der Virus erledigt ist.

    Gruß
    Bolzbold

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