ZitatOriginal von Schubbidu
Fair ist Spickmich sicher nicht, da keine Transparenz und kein offener Dialog stattfinden kann. Auch würde ich dir zustimmen, dass die Bewertungen nicht objektiv sind. Aus meiner Sicht passt aber der Begriff "intersubjektiv" ganz gut. Das heißt, ich halte die mir bekannten Bewertungen aus Schülersicht in nicht allen aber doch sehr vielen Fällen für nachvollziehbar.
Nun nachvollziehbar, was das Zustandekommen angeht, mögen diese Noten schon sein.
Da ich es im Endeffekt aber nie wissen werde, kann ich das Ergebnis auch nicht für mich anerkennen oder annehmen.
In dem Moment, wo ich weiß, mein GK XY im Fach Z hat mich so oder so bewertet, weiß ich, dass es genau die 20-30 Schüler waren. Und diese Kritik - egal wie sie ausfällt - kann ich dann auch annehmen.
Undifferenzierte, anonyme Kritik in Notenform hilft weder Schüler noch Lehrer.
Zitat
Da beziehe ich meine eigenen Spickmich-Noten übrigens mit ein. Ich kann es bspw. nachvollziehen, dass ich nach aktuellem Stand auf die Schüler sehr motiviert wirke, für den Punkt "guter Unterricht" aber nur eine schlechte zwei erhalte. Da sehe ich in einigen Bereichen einfach selbst noch Verbesserungspotentiale.
OK, würde ich bei spickmich nachsehen, könnte ich vielleicht auch Stärken und Schwächen bei mir ausmachen, aber ob die "Intensität" der Stärken und Schwächen mit den Noten korrelieren, bleibt fraglich.
Da pflege ich lieber den direkten Dialog mit meinen Schülern - für individuell formulierte positive wie negative Kritik ist auf meinen Evaluationsbögen immer noch ein extra Feld.
Langfristig sollten wir auch eine Art Vertrauensverhältnis zu Schülern anstreben, welches es ermöglicht, dass Schüler Kritik äußern können / dürfen, ohne eine Sanktion seitens des Lehrers befürchten zu müssen. Das geht aber nur im persönlichen, zwischenmenschlichen Dialog und sicherlich nicht über öffentlichen Druck in dieser Form.
Gruß
Bolzbold