Beiträge von Bolzbold

    Zitat

    Original von CKR
    Dass den Schwachen die Wege zur Leistungsstärke offen stehen ist nur formal so. Faktisch hat Deutschland ein hoch selektives System, welches im Endeffekt nicht nach Leistung selektiert, sondern nach sozialem Ursprung. Das haben PISA und andere Studien gezeigt. Und genau das hat schon Klafki kritisiert.

    Ketzerisch gesprochen könnte man aber auch behaupten, dass in jedem Schulsystem, wo Lehrer und Eltern nicht zusammenarbeiten, oder wo die Unterstützung aus dem Elternhaus - hier vor allem auf Werte und Normen wie Eigeninitiative, Durchhaltewillen und Eigenverantwortung bezogen - die echte Chancengleichheit bzw. der Schulerfolg ausbleiben.
    Schule kann nicht reparieren bzw. kompensieren, was in der Zeit VOR dem Schulbesuch schief gelaufen ist.
    Der soziale Ursprung ist immer mit ein entscheidender Faktor beim Schulerfolg - ganz gleich in welchem System.
    Es stellt sich damit die Frage, ob die Kritik an der Relevanz der sozialen Herkunft für schulischen Erfolg hier im Falle des dreigliedrigen Systems greift.

    Fragen wir uns ferner einmal, wie denn die Einheitsschule funktionieren soll. Im Extremfall hätten wir sehr starke Schüler (oberes Gymnasialniveau) mit extrem schwachen Schülern (Hauptschulniveau) zusammen in einer Klasse.
    Die lapidare Forderung nach Differenzierung im Unterricht trägt dieser Problematik nicht hinreichend Rechnung.

    Innerhalb der Einheitsschule müsste dann auch in jedem Fach in wenigstens drei Stufen (nach Leistung und Anspruch) differenziert werden, damit man wirklich jedem Schüler auch entsprechend gerecht werden kann. Das entspräche dann einem System, wie es die viel gescholtene amerikanische High-School praktiziert. Ansonsten würde man sich nämlich in der Tat an den Schwächsten orientieren.

    Was darüber hinaus gerne übersehen wird bei der Frage nach Chancengleichheit, ist, dass die Chancengleichheit nicht nur auf dem Papier besteht - doch bezieht sie sich nur auf den Zugang zur Bildung, d.h. die Möglichkeit, unabhängig von der sozialen Herkunft Bildungschancen wahrzunehmen.
    Wenn diese aber aufgrund der sozialen Herkunft nicht genutzt werden wollen oder können, weil die entsprechenden Familien vielleicht gar kein Interesse daran haben oder die Notwendigkeit nicht sehen oder die Unterstützung schlichtweg aufgrund der fehlenden entsprechenden Werte ausbleibt, dann kann man die "Schuld" dafür nicht dem Schulsystem zuschieben - nur lässt sich das politisch nicht so verkaufen - man will ja keinen Wähler vergrätzen.
    Solange es Erwachsene bzw. Eltern gibt, die keinen Eigenantrieb besitzen, die die Verantwortung für ihr Lebensschicksal anderen, Dritten zuschieben und entweder nicht fähig oder nicht willens sind, sich zumindest ein Stück weit selbst aus dem Sumpf zu ziehen, ist DAS meines Erachtens das viel entscheidendere Problem, das weitgehend VOR Eintritt in das Schulsystem greift, weil das den Kindern vorgelebt wird.

    Ich kenne in meinem Umfeld mehrere Menschen, deren Eltern einen teilweise deutlich niedrigeren Bildungsabschluss haben. Dennoch sind die Kinder dieser Eltern aufs Gymnasium gegangen, haben Abitur gemacht und hinterher erfolgreich studiert. Die soziale Herkunft war hier weniger entscheidend als vielmehr die Werte, die seitens der Eltern vorgelebt wurden.

    Gruß
    Bolzbold

    Helen

    Nun, die Rekonstruktion dieses Systems würde aber ein erhebliches Umdenken seitens der Gesellschaft und der Wirtschaft erfordern.

    Hier nur einige Bedingungen dafür:

    a) Die Hauptschule muss wieder aufgewertet werden - und zwar sowohl von der Gesellschaft als auch von der Wirtschaft. Sie müsste entstigmatisiert werden, Unternehmen müssten auch Schulabgänger mit Hauptschulabschluss akzeptieren.
    (Unsere örtliche Sparkasse erwartet wenigstens Fachhochschulreife oder Abitur - das nur mal zum Vergleich).

    b) Schulbesuch und Sozialprestige (sei es "echtes" oder eingebildetes) bedingen sich stark - bis hin zur Perversion, dass Eltern ihr Kind trotz Hauptschulempfehlung aufs Gymnasium klagen. Diese Entwicklung muss gestoppt werden.

    c) Eine Durchlässigkeit nach oben in diesem System darf nicht nur pro forma existieren sondern muss auch praktisch schaffbar sein. Das Scheitern vieler ehemaliger Realschüler in der 11 und 12 zeigt hier deutliche Schwachstellen auf.

    d) Leistung und Eigeninitiative, Eigenverantwortung und selbstständiges Handeln müssen auf der einen Seite stärker gefordert, auf der anderen Seite aber sich auch wieder stärker auszahlen. Nur so kann man der kollektiven Verdummung, Abstumpfung und Verrohung entgegenwirken.

    e) Es ist kontraproduktiv, beide Schulsysteme gleichzeitig fahren zu lassen. Gesamtschulen und dreigliedriges System - wie hier in NRW - funktioniert nicht.
    Zum einen erfuhren auch hier die Hauptschulen massivste Abwertung - sie sind zu "Asi-Verwahranstalten" verkommen.
    Zum anderen schnitten die Gesamtschulen in der Pisa-Studie zwischen Haupt- und Realschulen ab. Auch im Zentralabitur erreichten Gesamtschulen mitunter deutlich schwächere Ergebnisse als Gymnasien.
    Damit ist die Gesamtschule m.E. gescheitert - nur wollen das die verantwortlichen Bildungspolitiker nicht einsehen.

    Ich will keinesfalls sozialdarwinistisch klingen, aber man muss sich fragen, ob es im Extremfall Sinn macht, an einer Einheitsschule - ich überspitze hier - Eliten und Prolls unter einem Dach zu haben.
    Unter sozialistischen Gesichtspunkten ist das natürlich klasse. Dass aber gerade die sozialistischen Gesellschaften am Zwiespalt zwischen Ideologie und menschlicher Natur (Geldgier, Machtgier, Konkurrenzkampf) gescheitert sind, wird anscheinend sorgfältig ignoriert.
    Und wieso sollte das "Bildungsbürgertum" dies mittragen, wenn es im Grunde nichts davon hat? Würden diejenigen, die davon profitieren, ebensolchen Altruismus an den Tag legen?

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Ihr Lieben,

    hier ein interessanter Bericht aus Focus-Schule
    Bericht Focus-Schule

    Skandinavische Einheitsschulen sind ja den Medienberichten nach mitunter gar nicht so schlecht.
    Französische Einheitsschulen sind mitunter eine Katastrophe.

    Beide Male ein Schulsystem mit Einheitsschule, doch zwei völlig konträre Ergebnisse. Wer hat denn nun Recht - und das einmal völlig ideologiefrei betrachtet?

    Und nun, Ihr lieben Bildungspolitiker?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von laaady
    Weiter ist nichts passiert. Der Klassenlehrer sagte der Klasse, er können als Lehrer keinen anderen Lehrer auswechseln. Da müsse man sich an den Direktor wenden. Die Klasse hatte auch eine Unterschriftenliste gegen mich, aber haben sich nicht getraut weiter vorzugehen, angeblich weil sie dachten, falls der Lehrerwechsel nicht genehmigt wird würde ich sie noch schlechter benoten.

    Also wenn man einmal zusammenzählt, was da so alles passiert ist und wenn man sich einmal vor Augen hält, dass die Schüler sich über Dich beschwert haben und einen Lehrerwechsel durchsetzen wollten, dann scheinen sie ja wirklich sauer auf zu sein.

    Wie wäre es mit einem Perspektivwechsel. Versetz Dich doch einmal in die Lage der Schüler und überlege Dir, was Du aus deren Sicht getan hättest bzw. wie Du Dich als Schüler gefühlt hättest in einer solchen Situation.

    Ich will damit das Verhalten der Schüler keinesfalls gut heißen oder unterstützen, aber manchmal hilft es, die andere Seite einmal genauer zu betrachten.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von laaady
    Habe den Schülern gesagt, ich hätte sie ausreichend vorbereitet und sie müssten mal ihr Lernverhalten ändern. Mehr nicht. Danach wurde auch nicht mehr über die Noten gesprochen. Jedenfalls nicht in meiner Anwesenheit. Allerdings hat sich die Klasse wohl bei anderen Lehrern über mich ausgelassen.

    Nun ja, das KANN man zwar den Schülern sagen, allerdings kann das sehr selbstgerecht wirken, weil Deine eigene Wahrnehmung der Vorbereitung auf die Klausuren und die Wahrnehmung der Schüler durchaus unterschiedlich sein können. Wer hat dann Recht?

    Hast Du denn etwas an Deinem Verhalten bzw. Unterricht verändert oder hast Du das durchgezogen?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Mikael

    Oh je, das ist aber politisch höchst unkorrekt. Frage dazu ruhig einen PISA-Experten, Bildungspolitiker, Talkmaster oder Zeitungsredakteur deiner Wahl...

    Gruß !


    Nun ja, auch Hindenburg und Ludendorff hatten fernab der Front bestimmt gute Pläne, mit denen sie die Ententemächte im Westen besiegen wollten.
    Die Frontsoldaten, die das ausführen mussten, wussten hingegen, dass das ein - nennen wir es einmal diplomatisch - "schwieriges" Unterfangen sein würde.
    Wer sich bei dieser "Meinungsverschiedenheit" durchgesetzt hat und wer die Suppe letztlich auslöffeln durfte, ist ja weithin bekannt. Der kaiserliche Generalfeldmarschall wurde übrigens später Reichspräsident der Weimarer Republik.
    Das Prinzip, das dahintersteckt, ist erstaunlicherweise auch heute noch dasselbe...

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von laaady
    Nach den ersten beiden Klausuren kam Gemecker und die Schüler fragten mich, ob ich ernsthaft glaube die schlechten Ergebnisse liegen nur an ihnen!
    Ich hatte darauf gesagt,

    DIESE Frage hätte ich mir als Erstes selbst gestellt. Bei derartigen Ergebnissen muss sich jeder Lehrer, der halbwegs selbstkritisch ist, auch selbst hinterfragen.

    Was hast Du denn nun darauf geantwortet?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von klöni
    Matula, gerne würde ich das der Schülerin mal direkt ins Gesicht sagen. Leider sind das diejenigen, die sich dann ein Jahr später in der Abizeitung dafür "bedanken", indem sie einem in ihrem Ärger dann sonstwas unterstellen. Wie reagierst du auf die nervenden Vergleiche: "Aber die hat doch auch ... Punkte und ich nur ..."? Ich habe es irgendwie satt, ständig die Noten der anderen Schüler zu begründen.
    Danke für den Link zum Thread.

    Grüße
    klöni

    Habe ich das richtig verstanden? Du hast quasi Angst vor einer möglichen (!) aber nicht definitiv erfolgenden Racheaktion seitens der Schüler?

    Und gibt es keine vernünftigen Schüler in dem Jahrgang, die die Abizeitung gestalten und solche Artikel aufgrund der offensichtlichen Rachegelüste ablehnen?

    Abgesehen davon: Selbst wenn so etwas in der Abizeitung erscheinen würde, dann wäre ein solcher Artikel doch weniger ein Armutszeugnis für Dich als viel mehr von denjenigen, die den Artikel verfasst haben.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von klöni
    Hallo,

    heute hatte ich mal wieder eine weinend-wütende Schülerin nach der Mitteilung der Semesternote zu beschwichtigen. Trotz ausdifferenzierter Kriterienliste und regelmäßigem Feedback während des Semesters wollte die Schülerin die Note nicht einsehen ('nur' eine 2 keine 1).

    Ihr schriftlichen Leistungen sind top, so auch die Qualität der Fremdsprache. Auch die Referate sind toll.
    In Diskussionen (SEHR heterogener LK) hält sie sich jedoch meistens vornehm zurück und runzelt missbilligend die Stirn sobald sich ein schwächerer Schüler äußert und dabei Fehler macht oder Sachverhalte wiederholt.
    Sie kann so natürlich selbst keine neuen Impulse setzen geschweige denn kontinuierlich mitarbeiten, was m.E. für eine 1 schon dazu gehört.
    Ihrer Meinung nach werde sie durch die "schlechten Schüler" und ihre "sinnlosen und sich wiederholenden Beiträge" demotiviert.

    Ad hoc würde ich sagen, dass die Schülerin eine verzerrte Wahrnehmung von ihrer Leistung hat, vor allem, wenn sie ihre phasenweisen "Aussetzer" durch das Verhalten anderer Schüler begründet.
    Andererseits stellt sich die Frage, ob das von Dir beschriebene Verhalten bei Diskussionen nicht eher kopfnotenrelevant wäre und weniger hinsichtlich der Mitarbeit.

    Sich hinzustellen und zu behaupten, die schwächeren Schüler würden sie durch ihre Beiträge demotivieren, finde ich schon sehr arrogant und selbstgerecht. Ein wirkliches Argument für ein Anheben der Note ist das nicht.

    Ich entnehme Deinen Aussagen ferner, dass die Schülerin schriftlich 1 steht. Die "Semesternote" ist nehme ich an die Halbjahresnote. Wenn die Schülerin schriftlich 1 steht, dann hättest Du sie mündlich deutlich abwerten müssen, um ihr insgesamt eine 2 zu geben. Da stellt sich dann die Frage, ob das wirklich gerechtfertigt ist.

    Zitat


    1. Wie geht ihr mit solchen Schülern um? Wie bewertet ihr solche Leistungen? (meine Kollegen meinen, ich solle konsequent bleiben und mich nicht emotional unter Druck setzen lassen. Die "Altersmilde" komme später.)

    Ich sage meinen Schülern, dass ich sie regelmäßig beobachte und mir regelmäßig Notizen mache und sie im Unterricht sich selbst und andere gar nicht so intensiv (und vor allem ständig) wahrnehmen und evaluieren können. Ich bin dann bereit die Note entsprechend zu ändern, wenn die Schüler mich argumentativ auf der Basis ihrer eigenen (!) Leistung überzeugen - und das kommt mitunter durchaus vor.

    Zitat


    2. Wie unterrichtet ihr in äußerst heterogenen Lerngruppen? (Ich habe nicht das Gefühl, dass die Stärkeren von den Schwächeren profitieren können, sondern das Tempo tatsächlich verlangsamt bzw. das Kursklima verschlechtert wird.) Meine Oberstufenkoord. hatte den Vorschlag, ich solle einen zweiten Raum suchen und dann die Gruppe (25 SuS)aufteilen. Ich sehe hier aber nur Mehrarbeit und mehr Stress auf mich zukommen.

    Die Theorie, dass die Stärkeren von den Schwächeren profitieren ist meines Erachtens zu einem nicht unerheblichen Teil pädagogisches Geschwätz, das gut klingt, aber in der Praxis nicht immer funktioniert.
    Da jeder Schüler um seine eigene Note kämpft, ist er auch nur zu einem bestimmten Maße daran interessiert, sich für andere einzusetzen. Die Stärkeren könnten für gewöhnlich ja nur dann von den Schwächeren profitieren, wenn sie ihnen helfen und dadurch indirekt in eine "Lernen durch Lehrern" Rolle versetzt werden.
    Dies verlangt gerade von den Stärkeren ein höheres Maß an Selbstlosigkeit, das einige eben nicht bereit sind aufzubringen, zumal es sich ja auch nicht in der Note bemerkbar macht.
    Zwei Gruppen stigmatisiert den Kurs und führt zu Ressentiments zwischen den Starken und den Schwachen - insbesondere die Schwachen dürften sich abgestempelt vorkommen.

    Ich habe auch einen sehr heterogenen LK, bei dem ich bei Diskussionen ähnliche Probleme habe. Ich habe phasenweise die guten Leute sich bestimmte Themen selbstständig erarbeiten lassen und eine Zusatzaufgabe gegeben. Die Schüler arbeiteten dann in der Bibliothek, während ich mit den anderen das Thema "normal" erarbeitet habe. Es zeigte sich aber hier, dass dennoch viele Schüler von sich aus nicht mitgearbeitet haben, bzw. dadurch die Schwächeren nicht in dem Sinne stärker wurden. Natürlich hatten sie mehr von der Stunde, weil wir kleinschrittiger vorgegangen sind.
    Auf Dauer war das aber auch keine Lösung, weil ich kein Fan von Zweiklassengesellschaften bin.

    Bislang habe ich auch noch kein Patentrezept gefunden, denn wenn ein Kurs heterogen ist, dann hängt das ja eben mit der Leistung der Schüler zusammen, auf die ich natürlich Einfluss habe (und auch nehme), aber eben nur bis zu einem gewissen Maße. Wer partout nicht mitarbeiten will (oder kann), dem ist ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zu helfen - gerade in der Oberstufe.

    Langfristig kann man nur auf gegenseitiges Verständnis auf beiden Seiten hoffen und die Starken hin und wieder mit einem "Zückerli" fordern sowie die Schwachen mit entsprechend gestellten Aufgaben fördern und ihnen das Gefühl geben, dass sie keinesfalls minderwertig sind und auch etwas können.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Josh
    Was die Literatur betrifft: Das Desinteresse kommt wahrscheinlich daher, dass die "alten Schinken" mit meinen Sprachkenntnissen nicht wirklich zu verstehen sind. Natürlich lese ich aber gerne einfache, italienische Romane, um meine Kenntnisse zu verbessern.

    Gruß,
    Josh

    Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Es ist aber wohl eine Art Reifeprozess, den man durchleben muss, um dann die "alten Schinken" lieben zu lernen. Wer ist schon ein solcher Literaturfreak mit Anfang 20? Davon kenne ich allenfalls zwei aus dem aktuellen Abiturjahrgang an meiner Schule.
    Gib Dir ein wenig Zeit und die Chance, Sprache UND Literatur gleichzeitig kennen zu lernen und Deine Kenntnisse in beidem zu vertiefen und zu erweitern.
    Mittlerweile kann ich mit Shakespeare beispielsweise eine Menge anfangen - und das völlig unabhängig davon, dass ich das als Lehrer ohnehin unterrichten muss, weil er auf dem Lehrplan steht. Ich habe Shakespeare während des Studiums weitgehend gemieden. (Die Satiren von John Donne etc. waren dann im Vergleich doch interessanter).

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Josh!

    Ich gehe davon aus, dass Dir im Laufe dieses Tages oder der nächsten Tage Aktenklammer dazu etwas sagen kann, denn sie kennt sich damit bestens aus.

    Meine Frage an Dich wäre, wieso Du ausgerechnet auf Italienisch kommst, wenn Du nicht auch nur ein Argument dafür nennst, wieso Du das studieren willst.

    Du interessierst Dich nicht für die italienische Literatur, Du stellst es Dir mühsam vor, Italienisch zu lernen und willst auch nicht ins Ausland.

    Wie willst Du Dir dann die Sprachkenntnisse und die fachlichen Kenntnisse aneignen, wenn Du dazu zum einen nicht bereit bist und es Dich zum anderen auch nicht wirklich interessiert?

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo sparky!

    Schüler brauchen Regeln - und für deren Einhaltung bist Du zuständig.
    Strafarbeiten in Form von Abschreiben führen in der Regel nicht weit.

    Wie wäre es, wenn die Schüler eine Stunde mit dem Hausmeister nacharbeiten? Das ist mitunter wesentlich wirkungsvoller.

    Wieso kommen die Schüler eigentlich an die Fernbedienung für den Videorecorder? Das kann man nun auf ganz einfache Weise unterbinden.

    Was den Unterricht angeht, so ist es aus Sicht der Schüler immer der langweilige Unterricht, weswegen sie sich daneben benehmen. Das eigene Unrecht wird von Schülern in diesem Alter selten erkannt, die Ursachen dafür liegen natürlich immer bei den anderen (Lehrern).

    Theoretisch könntest Du ja einmal absichtlich eine völlig langweilige Stunde im Frontalunterricht machen, bei dem Du viel zum Abschreiben diktierst und Dich nicht zur Tafel umdrehst. So hast Du alle Schüler im Blick und kannst ggf. sofort einschreiten.

    Ansonsten stehen Dir ja verschiedene Mittel der Sanktionierung offen. Es sollten aber Mittel sein, die die Schüler auch als Sanktion wahrnehmen, so dass sie eben ihr Fehlverhalten langfristig einstellen. "Strafarbeiten" führen meist nicht weit.

    Nacharbeit in der Schule - möglichst nachmittags und zu Zeiten wo bei Euch ggf. ohnehin Unterricht ist, so dass keine zusätzliche Aufsicht erforderlich ist, zieht in der Regel ganz gut.

    Wer im Unterricht nur quatscht oder andere Dinge tut, erbringt auch nicht wirklich fachliche Leistung. Ich plädiere hier ganz offen nicht für Noten als Sanktionierungsmittel, aber wenn durch ständige geistige Abwesenheit vom Unterrichtsgeschehen die Leistung ausbleibt, dann darfst Du diese fehlende Leistung auch mit einer fachlichen Note sanktionieren.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Conny
    Allerdings droht mir jetzt noch Ärger mit einer Mutter. Ihr Sohn hat mir 14 Tage vor Reisebeginn mitgeteilt, dass er doch nicht mit will. Aus persönlichen Gründen, also keine Krankheit etc. Nun will der Reiseveranstalter 50% des Reisepreises und die Mutter weigert sich, dies zu überweisen. Sie ist der Meinung, dass der Betrag (120 €) auf die Schüler verteilt werden soll, die mitfahren, weil diese ja schließlich den Spaß haben.

    Eine solche Haltung seitens der Mutter ist - entschuldige bitte die Wortwahl - asozial.
    Der Schüler fährt nicht mit, weil er nicht will und die anderen Schüler sollen für die durch dessen Entscheidung entstehenden Kosten zahlen, weil sie ja ihren Spaß haben. Somit würde das Problem des Schülers, der nicht mit will, zum Problem aller Schüler bzw. deren Eltern.

    Zitat


    Ehrlich gesagt habe ich langsam auch echt kein Verständnis mehr, wenn ich privat eine Reise buche und grundlos 2 Wochen vorher zurücktrete, muss ich doch auch Stornogebühren bezahlen. Ich weiß jetzt nicht, wie hoch die sind, aber es geht ja auch ums Prinzip.

    Völlig richtig. Eine Umlage auf die anderen Schüler könntest Du auch nicht verbergen bzw. müsstest diese ja auch transparent machen und begründen.
    Auch wenn es nicht die feine englische Art wäre, aber wie würden die anderen Eltern reagieren, wenn sie das erführen? Vielleicht ist der Druck der anderen Eltern wirkungsvoller, weil diese zu Recht diese Kosten nicht zu zahlen brauchen.

    Ich wünsche Dir ausreichend Kraft, dass sich ein so dreistes Verhalten nicht durchsetzt und die Mutter damit nicht durchkommt. "Erzwungene Solidarität" aufgrund von eigener "sozialer Inkompetenz" sollte hier nicht zum Erfolg führen.

    Gruß
    Bolzbold

    Da zu dem Ursprungsposting, das ich zudem als Trollposting betrachte, nichts Konstruktives mehr beigetragen wird und sich die anschließenden Postings primär durch rhetorische Materialschlachten auszeichnen, schließe ich den Thread hiermit.
    Weitere rhetorische Gladiatorenkämpfe bitte ich per PN auszutragen.

    Bolzbold

    Finchen

    Sehen wir es doch einmal so:
    Zumindest EIN AKO scheint Dich doch für ganz gut zu halten. Darauf würde ich jetzt erst einmal bauen.

    Und nur weil Du mit der anderen AKO, die Du netterweise ja als "Betthäschen des Schulleiters" darstellst, Probleme hast, muss das doch nicht sofort im Gutachten auftauchen.
    Damit unterstellst Du sowohl der AKO unprofessionelles, ja feindliches Verhalten und außerdem Deinem Schulleiter ein ebenso unprofessionelles Verhalten, was auf der sexuellen Beziehung zu der AKO gründen soll.

    Ganz ehrlich, ich finde das etwas zu viel an Verschwörungstheorie. Es stellt sich auch die Frage, ob Du im Gedankenspiel der "bösen" Ako so eine große Rolle spielst, dass sie ihrem "Geliebten" beständig "Mist" über Dich erzählt.

    Ungeachtet dessen, dass ich davon ausgehe, dass Du gerade ziemlich verärgert oder verunsichert bist, hoffe ich, dass Du an Deiner Schule nicht so despektierlich über das "Betthäschen" redest. DAS kann sich nämlich dann schnell auch mal zum Bumerang entwickeln.

    Solltest Du allerdings mit Deinen Befürchtungen Recht haben, würde mir das sehr Leid tun für Dich und meinen Glauben an das Gute im Menschen doch ein Stück weit erschüttern.

    Gruß
    Bolzbold

    Für ein "Einstandsposting" wirkt das doch sehr nach Troll.

    In Deiner User-Beschreibung mag zwar bei Lehramt "Ausbilder" stehen - aber selbst Ausbildern traue ich mehr Stil zu, dass sie nicht damit ihren Einstand geben.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Snowbunny
    Danke für die Antwort Bolzbold!

    Das ist ja interessant ... habe noch nie von einer bilingualen Zusatzausbildung gehört. Kannst Du mir das etwas genauer erklären? Heißt das, dass Erdkunde z. B. englisch unterrichtet wird? Und macht man die Zusatzausbildung während oder nach dem Referendariat?

    Normalerweise erfolgt in NRW diese Ausbildung während der Referendariatszeit.
    Ich selbst habe ja die Zusatzausbildung in Geschichte bili gemacht.
    Die "klassischen" Bili-Fächer in NRW waren bislang aber E/Ge und Ek/Frz, daher müsstest Du mal die einzelnen Seminare Dir ansehen und nachsehen, ob sie explizit die bilinguale Ausbildung anbieten.
    Natürlich würde das voraussetzen, dass Du vorher an dem gewünschten Seminar zugewiesen wirst.

    Und ja, Erdkunde würde auf Englisch unterrichtet werden, wobei das nicht der einzige Unterschied zum deutschen Sachfachunterricht wäre.
    Zur einführenden Lektüre:
    "Wildhage / Otten (Hg): Praxis des bilingualen Unterrichts, Cornelsen Scriptor, 2003"
    Dort finden sich auch noch entsprechende Querverweise.

    Hier noch ein hilfreicher
    Link

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Snowbunny,

    bei uns ist formal nahezu jede Kombination möglich - nur ob Du damit eine Stelle kriegst, ist etwas anderes.
    Wenn Du mit E/Ek Dich fürs Ref. bewirbst, kannst Du theoretisch auch eine bilinguale Zusatzausbildung machen, die Dir Vorteile bei der Bewerbung bringt, weil eine nicht unerhebliche Zahl an Schulen Erdkunde, Politik oder Geschichte (teils auch alles drei) bilingual unterrichtet.

    Gruß
    Bolzbold

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