Beiträge von Bolzbold

    @Dudel

    Nach dem alten System gebe ich Dir Recht.

    Aber bei uns haben wir schon die Erfahrung gemacht, dass die fünf damit zum "Kunststück" wird. Wer nach dem neuen System eine fünf schreibt, muss WIRKLICH grottig sein.

    Stellt sich die Frage, wie Du bei der kommunikativen Gestaltung benotest.

    Bei uns hat die FK beschlossen, von 5 Punkten auszugehen und nur bei Beanstandungen Punkte abzuziehen. Das resultiert dann in selten weniger als drei von fünf Punkten pro Teilkriterium, weil jeder Schüler einen halbwegs vernünftigen Text produziert - nach diesen Kriterien.
    Bei 10 Sprachkriterien kommen da schnell 30 und mehr Punkte zusammen - und schnell hast Du dann die 68 Punkte für ein glattes ausreichend zusammen.

    Das Schlimme ist aus meiner Sicht auch weniger die Bepunktung an sich als die Willkür, die das neue System zur Benotung der Sprache darstellt.
    Es lässt sich aus meiner Sicht nicht hinreichend begründen, wann nun beispielsweise 6 oder 7 von 12 Punkten gegeben werden. Oder wann das Textverständnis nun etwas, erheblich oder gar nicht erschwert wird. Das hängt doch sehr von der beurteilenden Lehrkraft ab.
    Das Perfide ist, dass hier eine Objektivität suggeriert wird, die es so nicht gibt und m.E. jetzt noch weniger gibt als vorher.

    Je schwammiger Kriterien sind, desto mehr Spielraum lassen sie für entsprechende individuelle Auslegungen und persönliche Vorlieben. Sollte DAS erreicht werden?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Lehrer fabriziert haben.

    Gruß
    Bolzbold

    In Englisch ist mit dem Abitur 2009 der Fehlerquotient abgeschafft worden.

    Ich habe testweise die aktuellen 12er Klausuren nach dem neuen Schema korrigiert. Dabei kam heraus, dass die Schüler nach dem neuen Verfahren (separate Punkte für Rechtschreibung, Grammatik und Wortschatz) bis zu 18 Punkte mehr bekommen als vorher und somit mehr als zwei Teilnoten besser sind als vorher.

    Jemand, der beispielsweise Dutzende Grammatikfehler macht, würde 0 von 12 Punkten für Grammatik bekommen, aber im Extremfall 6 von 6 Punkten für Rechtschreibung und 12 von 12 Punkten für Wortschatz. Nach dem alten Punkteschema mit FQ wären es 0 Punkte gewesen.

    Die neue Einteilung in - polemisch überspitzt - "sehr viele", "viele", "mittelviele" und "wenige" Fehler inklusive eines Punktespektrums innerhalb dieser Kategorien wirkt sehr willkürlich und ist m.E. nicht wirklich objektivierbar.

    Ich kann das Prinzip insoweit verstehen, dass man wegkommen will von der "Fehlergeilheit" und sozusagen das Positive bewerten will. Dabei kommt im Fach Englisch aber ein Bewertungsraster heraus, das mehr oder weniger bedeutet, dass jeder Schüler, der halbwegs einen Satz auf Englisch geradeaus schreiben kann, direkt eine drei bekommt.

    Es ist im Rahmen dieser schwammigen Kriterien des gesamten Rasters (nach Zentralabitur) de facto schon fast ein Kunststück der Inkompetenz, wenn man da noch eine fünf schreibt.

    Natürlich ist mir klar, dass das politisch von Frau S. so gewollt ist. Aber hier wird dieselbe Leistung des Schülers per definitionem einfach schöner gemacht, damit sich die Ergebnisse als Erfolg verkaufen lassen.

    Später klagen dann die Professoren wieder über nicht studierfähige Abiturienten - und wer ist es dann natürlich schuld? Die unfähigen Lehrer.

    Danke, Frau S.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von SunnyGS
    Ich wollte halt nur eine Lanze für die Artikelschreiberin brechen. Für mich wäre das durchaus eine nette Anregung und ich finde es auch durchaus umsetzbar. Mein Hauptjob ist natürlich nicht das Brötchenreichen. Aber ich bin mir 100%ig sicher, dass eine angenehme Lernumgebung mir die Arbeit (Wissensvermittlung) erleichtert. Und gemeinsame Aktivitäten wie Schulfrühstück und Co fördern ein nettes Miteinander. Ganz sicher.

    LG
    Sunny

    Wir haben hier zwei grundsätzliche Bereiche, die wir nicht vermengen sollten.

    Auf der einen Seite steht der Aspekt der Lernumgebung. Jeder halbwegs vernünftige Pädagoge wird um eine eben solche Umgebung bemüht sein. Ein wie auch immer geartetes Frühstück ist EINE von vielen Möglichkeiten.

    Auf der anderen Seite sind die Kosten für ein Frühstück. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob 10 Euro ausreichen oder nicht. Das hängt von mehreren Faktoren (Umfang des Frühstücks, Qualität der einzelnen Zutaten und nicht zuletzt Klassengröße) ab, so dass man sich brüsten kann, mit 10 Euro hinzukommen oder man es eben auch lassen kann.

    Bedenklich ist auch aus meiner Sicht die Erwartungshaltung, die mittelfristig geschürt wird, wenn man die Schüler dem Diesterweg'schen Vorschlag entsprechend bewirtet.

    Bei allem Engagement, was man als Verfechter von Klassenfrühstücken an den Tag legen mag, sollte man aber auf Vorschläge wie Jobwechsel verzichten - vor allem wenn sie auf diese plumpe, unsachliche Art und Weise unterbreitet werden. Hast Du das nötig?

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von katta
    Hallo zusammen,

    ich habe einen Virus (und dazu noch eine Erkältung, aber das ist ein anderes Thema ;) ), der mir erst meinen alten Rechner zerschossen hat und der laut Virensoftware meines neuen Rechners immer noch auf dem Stick ist.
    Kann man den denn jetzt irgendwie von den Stick bekommen oder sind die Dateien darauf und der Stick auf immer verloren?

    Kennt sich da jemand aus?
    Oder einen hilfreichen link?

    Herzlichen Dank!

    Lieben Gruß
    Katta

    Naja, die Software müsste doch eigentlich erst einmal sagen, welcher Virus das ist und dann entweder die Möglichkeit bieten, die befallene Datei in Quarantäne zu nehmen oder aber die Datei zu löschen. Das sollte an sich genauso problemlos laufen wie bei einer Festplatte.
    Sofern es sich nur um eine Datei handelt, die befallen ist, wirst Du die anderen Dateien retten können - nachdem der Virus erledigt ist.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Vaila
    Wir müssen SchülerInnen zu Vorurteilslosigkeit erziehen und wenn unsere pädagogischen Bestrebungen nicht völlig in die Irre gehen, werden sie akzeptieren, dass eine Lehrerin sich auch einmal in den Vater eines Schülers verlieben kann, ohne dass sie den Sprössling mit guten Noten überhäuft!

    D'accord - das sehe ich genauso.

    Dennoch - und hier helfen auch keine ehrenhaften Einstellungen und Haltungen eines Einzelnen - bleibt zu berücksichtigen, dass es in unserer Gesellschaft genug Menschen gibt, denen diese von Dir erwähnte Erziehung entweder nicht zuteil geworden ist, oder bei denen diese Erziehung nicht gefruchtet hat.
    Das sind dann Menschen, die entweder in Form der Schulleitung Dir an den Karren fahren, oder in Form von Elternvertretern auf den Putz hauen oder sonstige Wichtigtuer.
    Klar, über Gerüchten kann man stehen. Über dem, was die von mir erwähnten Menschen aber lostreten können, wird man nicht immer stehen können.

    Abschließend:
    Die Überlegungen, die ich hier anstelle, sind grundsätzliche Überlegungen im Rahmen des erwähnten "Falls".
    Es geht nicht darum, den Teufel an die Wand zu malen oder von vornherein davon auszugehen, dass das in jedem Fall immer und überall zu einem Problem werden kann.
    Ein gesundes Problembewusstsein in Kombination mit einer Abwägung, was ich will, was mein Verhalten für Konsequenzen haben kann und ob ich willens und fähig bin, damit klar zu kommen, schadet meines Erachtens aber nicht.

    Wünschen wir der Threaderstellerin alles Gute, und dass die Dinge sich im positiven Sinne entwickeln.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Vaila
    @ bolzbold
    Ich stelle mir das jetzt einmal ganz praktisch vor: Ich beginne eine Liaison mit dem Vater eines Schülers - Ende offen. Mein professionelles Überich sagt: Nein, geht nicht! Oder: Im vorauseilenden Gehorsam: erst mit der Schulleitung sprechen! Ich muss sofort die Klasse wechseln! Antwort von der Schulleitung: Wie stellen Sie sich das vor, mitten im Schuljahr...? - Meine Meinung: Natürlich würde ich in dieser Situation auch einen Klassenwechsel anstreben, mir aber auch nicht in die H... machen, weil andere jetzt vielleicht denken könnten...! Das fehlte jetzt noch, dass ich mir Gedanken um Gerüchte machte. Wenn andere mir etwas vorwerfen können, bitte, dann mit allen Konsequenzen! Etwas mehr dickes Fell, Kolleginnen und Kollegen!

    Liebe Vaila,

    ich denke, Du siehst das hier erneut zu "schematisch".

    Das Über-Ich müsste hier wie bereits dargelegt nicht pauschal "nein" sagen sondern mögliche Probleme, die eintreten KÖNNEN aber nicht müssen, aufzeigen.
    Von vorauseilendem Gehorsam ist hier auch keine Rede - der von Dir beschriebene Weg wäre auch etwas "plump" und übereilt. Ich würde das Schuljahr zu Ende bringen und wenn die Beziehung zu dem Vater dann noch aktuell ist, ein Gespräch mit der Schulleitung suchen und die Klasse wechseln - ohne großartiges Tamtam.

    Natürlich kann man Gedanken um Gerüchte wegwischen und sich sagen, dass man das eben abkönnen muss. Eine solche perfektionistische Haltung (nach dem Motto "wer das nicht kann, ist halt selber Schuld") wird meines Erachtens am eigenen zu hohen Anspruch scheitern.

    Getratsche, Gerüchte und im Extremfall Mobbing entziehen sich aber zu einem nicht unerheblichen Grad einer persönlichen Klärung bzw. einer rechtlichen "Klarstellung".

    Das, was Du hier als dickes Fell darstellst, ist für mich mehr ein Augenverschließen vor Realitäten - in anderen Worten Ignoranz. Zu wissen, worauf man sich einlässt und sich möglicher Konsequenzen seines Handelns bewusst zu sein, sind die Punkte, auf die meine Wenigkeit und andere User hier hingewiesen haben.

    Gruß
    Bolzbold

    Und schaut man sich einmal die Eastpack Rucksäcke an, so werden die von vielen Schülern so tief unten getragen, dass der Rucksack fast über dem Hintern hängt. Das hat weniger mit dem Gewicht der Rucksäcke zu tun als mit der Justierung der Träger - und das machen die Schüler so wie sie es wollen.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Vaila
    Wenn ich hier diese Antworten so lese, denke ich mir, in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich...? Ich habe selbst als Schülerin noch erlebt, wie eine Mutter in meiner Klasse ihre Tochter unterrichtet hat (die übrigens eine 2 bekommen hat). Ich fand es schon etwas merkwürdig, aber insgesamt o.k., denn sie hat nie irgendwie gezeigt, dass sie ihre Tochter in irgendeiner Weise bevorzugt. Wir übrigen KlassenkameradInnen haben da schon aufgepasst...
    Also - ich finde diese Diskussion spießig und absolut daneben. Glaubt ihr nicht, dass eine verantwortungsvolle Lehrerin Beruf und Privatleben trennen kann? Wird sie nicht alles tun, um Zweifel auszuräumen? Und dann gäbe es ja - falls notwendig - den Rechtsweg... Mit Verlaub Kollegen und Kolleginnen!

    Entschuldige, Vaila, aber wenn Du wirklich die vor Dir erschienenen Beiträge gelesen hättest, dann wäre Deine Antwort möglicherweise etwas weniger scharf ausgefallen. Es geht hier nicht um Moral sondern um Realitäten wie Meike schon gesagt hat.

    Ferner sollte Dir, wenn Du einschlägige Literatur kennst, bekannt sein, dass es Prozesse bei der Notenvergabe gibt, die unbewusst ablaufen und somit nicht zwangsläufig mit entsprechender Reflexion zu kontrollieren sind. Ein wie auch immer geartetes engeres Verhältnis zwischen der Klassenlehrerin und einem Vater eines Schülers von ihr dürfte - das von Dir erwähnte professionelle Verhalten der Lehrerin vorausgesetzt - auch die unbewusste Ebene betreffen.

    Hier wurde lediglich gesagt, welche möglichen Probleme es geben kann, fernab jeglicher Moralisierung.
    Du nennst es spießig und daneben - Deine idealisierte Vorstellung des Verhaltens der Lehrerin - das ja in der Tat durchaus so sein kann - könnte man im Gegenzug als ideologisch verblendet bezeichnen, zumal die Reaktionen des Umfelds nicht mehr im unmittelbaren Einflussbereich der Lehrerin liegen.

    Das Wichtigste bei dieser Beziehungskonstellation wie im Ausgangsthread beschrieben ist, die Realität im Auge zu behalten und sich möglicher Probleme und Problembereiche bewusst zu sein, um entsprechend reagieren zu können. Damit ist allerdings auch noch nicht gesagt, dass bei tadellosem Verhalten seitens der Lehrerin die Eltern der anderen Schüler, die Schüler selbst und auch die Kollegen an der Schule sich entsprechend ähnlich "unspießig" verhalten.

    Gruß
    Bolzbold

    Ein Verbot des über das schulische Verhältnis hinausgehenden "Umgangs" zwischen Lehrern und Eltern gibt es nicht.


    Sei Dir darüber aber im Klaren, dass es da einen erheblichen Interessenkonflikt geben kann.

    Ferner wärst Du, sofern daraus eine dauerhafte Liaison erwächst, damit eigentlich befangen und somit als Lehrerin des entsprechenden Schülers nicht mehr geeignet.

    Falls andere Eltern das spitz kriegen, könnten sie hinsichtlich einer möglichen Befangenheit ggf. für Ärger sorgen.

    Im Falle einer dauerhaften Beziehung solltest Du daher dann alles daran setzen, den Schüler nicht mehr zu unterrichten.

    Gruß
    Bolzbold

    Zitat

    Original von Zottel
    Bei anderen Jungkollegen hat man eher das Gefühl, da läuft alles bestens. Natürlich halte ich mich da mit Jammerei zurück. Ist ja klar. Bevor die Gerüchteküche brodelt.

    Seufz

    Neles Beitrag kann ich mich aus eigener Erfahrung anschließen. Bis auf den LK hatte ich eine ähnliche Belastung - und das bis letztes Schuljahr durchgehend.

    Was Deine Wahrnehmung der anderen Kollegen angeht, so könnte es ja durchaus sein, dass es ihnen genauso (schlecht) geht wie Dir und dass sie genauso wenig vor anderen Jungkollegen jammern - aufgrund desselben von Dir genannten Grundes.

    Dieses Gefühl, dass es bei anderen besser läuft (bzw. dass es so sein muss), ist völlig normal. Es stellt sich nach und nach eine gewisse Routine bei vielen Abläufen ein.

    Wichtig ist, dass Du zwischen wichtig und unwichtig, relevant und irrelevant unterscheiden und entsprechend handeln kannst.

    Schüler, die nach dem zweiten Klingeln reinkommen, kann man disziplinieren, muss man aber nicht - denn es gibt sicherlich gravierendere "Verstöße", für die man Kraft und Nerven benötigt.

    Hart durchgreifen muss man entweder von Anfang an machen oder man wird auf erhebliche Widerstände seitens der Schüler treffen.

    Die Kurse, wo ich von Anfang an die Peitsche rausgeholt habe, haben mich anfangs sicherlich verflucht, später waren sie froh, dass sie langfristig doch etwas bei mir gelernt haben.

    Entsprechend greife ich jetzt von Anfang an auch in meiner neuen 8. Klasse durch.

    Durch die Situationen bzw. das Gefühl, das Du beschrieben hast, müssen alle Junglehrer durch - das hilft Dir zwar akut nicht, aber es dürfte kaum jemandem signifikant anders gehen - es sei denn er/sie hat keine Korrekturfächer.

    Gruß
    Bolzbold

    Och, also die letzten zwei bis drei Seiten dieses von Dir erwähnten Threads, Mikael, sind erstaunlich sachlich und fundiert.

    Nur interessiert das keinen der Sozialneider, Gesellschaftsspalter etc. weil - und das scheint in Deutschland Tradition zu sein - Meinungen schnell zu Tatsachen gemacht werden. Wollte man diese "Tatsachen" nun argumentativ widerlegen, müsste die entsprechende Person ihre Haltung dazu ja ändern, sofern sie intellektuell dazu überhaupt in der Lage ist.

    Gruß
    Bolzbold

    @3jungs

    Hallo 3jungs,

    auf der einen Seite freuen wir uns immer über neue Forenmitglieder, auf der anderen Seite dürfen hier aber nur Lehrer, Referendare und Lehramtsstudenten schreiben.
    Falls Du in keine der drei Kategorien passt, bitte ich Dich, schulthemen.de zu benutzen, wo Du mit Lehrern - teils dieselben, die es hier auch gibt - in Kontakt treten kannst.

    Gruß
    Bolzbold

    Musikmaus

    Ich halte das ganz ehrlich für keine gute Idee und zwar aus folgenden Gründen:

    Das Grundproblem, das Du schilderst, ist ja weniger die musikalische Kompetenz der Schüler als vielmehr die Zuverlässigkeit.
    Dieses Problem willst Du mit einer Art "Aufnahmetest" lösen.
    Damit verprellst Du aber Schüler, die vielleicht zuverlässig wären, sich aber diesem Druck aus welchen Gründen auch immer nicht stellen bzw. aussetzen wollen.
    Du würdest so also nie erfahren, wer wirklich und dauerhaft gekommen wäre, wenn da nicht dieses Vorspiel gewesen wäre.

    Es stellt sich außerdem die Frage, wieso ein Vorspiel nun für Zuverlässigkeit sorgen soll bzw. für eine entsprechende Vorauswahl geeignet sein soll.

    Reicht nicht eine Anwesenheitsliste, wo Schüler, die dreimal unentschuldigt fehlen, schlichtweg gestrichen werden?

    Ich leite an meiner Schule eine Chor-AG. Natürlich fehlen da auch immer mal wieder Schüler - aber das hätte ich durch ein vorheriges Vorsingen nicht in den Griff bekommen.
    Die Hälfte der jetzt Aktiven wäre gar nicht erst zum Vorsingen und später zur AG gekommen, weil sie das abgeschreckt hätte.
    Die andere Hälfte wäre zwar zum Vorsingen gekommen, wäre aber denn noch nicht zu 100% zuverlässig gewesen, weil sie eben hin und wieder "Wichtigeres" zu tun haben meinen.

    Ich weiß nicht wieso, aber in der heutigen Zeit muss man sich wohl als AG-Leiter damit abfinden, dass Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit bei den Schülern einen verringerteren Stellenwert haben.
    Wenn dann noch bei uns die G8 mit Nachmittagsunterricht dazukommt, kannst Du Dir ohnehin ausrechnen, wie viele Schüler da allen Ernstes noch regelmäßig einen weiteren Nachmittag für eine AG opfern wollen.

    Gruß
    Bolzbold

    @AK

    Nein, nicht ganz. Das wäre dann doch etwas zuviel des Services.
    Ich maile allen das Material für die kommenden Stunden im Voraus.
    Was ich darüber hinaus kopiere, das verteile ich im Unterricht und gebe dem Protokollanten die überzähligen Kopien, die er (!) dann an die Fehlenden verteilt.

    Natürlich kommt es dann hin und wieder vor, dass jemand sein Material nicht dabei hat, aber das ist dann eben sein / ihr Problem.

    Gruß
    Bolzbold

    Also wenn Schüler eines LKs (!) nicht dazu in der Lage sind, sich die entsprechenden Informationen von Mitschülern zu besorgen, dann haben sie Pech.
    Ich lasse in meinem Ge-LK ja in jeder Stunde Protokolle schreiben und gebe überzählige Kopien an den Protokollanten zwecks Weiterverteilung an die Fehlenden. Damit entlaste ich mich doch deutlich und schleppe nicht ständig zig überzählige Blätter mit mir herum. Bei durchschnittlich fünf Seiten pro Doppelstunde (mitunter ist es auch deutlich mehr) kommt da schnell einiges zusammen.

    Die fertigen Protokolle gehen dann vom Protokollanten an meine E-Mail Adresse und ich überprüfe sie auf inhaltliche Korrektheit und leite sie dann an alle Schüler weiter.
    So verfahre ich auch mit den anderen Materialien. Der Vorteil dabei ist, dass sich keiner damit rausreden kann, er hätte die Sachen nicht bekommen.

    Natürlich müssen die Schüler dann ihre Mails regelmäßig überprüfen und die Sachen ausdrucken. Darauf habe ich meine Schüler deutlich hingewiesen.
    Wer dann immer noch eine Woche oder mehr seine E-Mails nicht abruft, ist selbst Schuld.

    Ich denke, in der Qualifikationsphase und besonders in einem LK sollten die Schüler allmählich mit solchen Ausreden wie Du aufgeführt hast aufhören - das wird dann doch schnell peinlich - und das sage ich ihnen auch.

    Gruß
    Bolzbold

    Wie war das bei uns?

    Zu Beginn des Refs:

    Viel Lärm um nichts.
    Alle stehen auf, heben die rechte Hand - Masseneid.
    Dann gibt es die Urkunden und man ist LAA oder StRef.

    Es ist ein reiner Verwaltungsakt gewesen ohne viel Feier.

    Bei Antritt der Planstelle:

    Amtseid im Zimmer des Schulleiters - ich hätte nicht einmal aufstehen müssen.
    Das habe ich dann aber doch getan, weil ich beim Ablegen des Eides - so wenig er vielleicht einigen auch wert sein mag - diesem wenigstens ein Mindestmaß an Ehrfurcht entgegenbringen wollte.

    Bei der Verbeamtung auf Lebenszeit:

    Kurze Laudatio des Schulleiters auf der Lehrerkonferenz; Überreichen der Urkunde mit anschließendem Handschlag und "Applaus" durch das Kollegium.

    So gesehen wäre letzteres wohl am ehesten noch als Feier durchgegangen.

    Gruß
    Bolzbold

    Hallo Tabula rasa,

    meine Erklärung dafür ist folgende:

    Zum einen haben erfahrene Lehrkräfte in der Tat mehr Erfahrung und Routine in der Erledigung des organisatorischen und formalen "Krams", so dass sie weniger Zeit dafür benötigen.

    Zum anderen scheint es zumindest einen Teil der erfahreneren Kollegen zu geben, die sich nicht mehr viel um Formalia oder Organisatorisches kümmern, ja, es stellenweise sogar bewusst ignorieren. Das wird dann entsprechend auch nicht mehr als Belastung empfunden.

    Junglehrer sind oftmals hoch motiviert, wollen alles richtig machen und keine Fehler machen. Rückschläge bei formalen und organisatorischen Dingen passieren natürlich, doch das führt dazu, dass sie es beim nächsten Mal richtig machen wollen, zugleich steigt dann aber die durch solche Dinge subjektiv empfundene Belastung.

    Ein weiterer Faktor, der zweifelsfrei für die erfahreneren Kollegen spricht, ist, dass sie sich viele Dinge nicht mehr so zu Herzen nehmen, sich nicht mehr über Erlasse des Ministeriums aufregen, sprich: Sie legen ein Höchstmaß an Gelassenheit (Zyniker nennen das blinden Gehorsam) an den Tag.

    So viel zu meinen Thesen zu dieser Frage.

    Gruß
    Bolzbold

    @shalhevet

    Ich bin mir gar nicht so sicher, dass wir Dir Deinen Berufswunsch in dem Sinne wirklich ausreden wollen.

    Auf mich wirkte Deine Vorstellung vom Lehrerberuf und Deine Betonung der "zwischenmenschlichen Komponente" eben verklärt bzw. verklärend.

    Um es nochmal auf den Punkt zu bringen:
    Da der Beruf psychisch stark fordert, ist es nicht unbedingt von Vorteil, wenn man diesbezüglich "vorbelastet" ist. Inwieweit man psychische Probleme in dem Sinne so "kategorisieren" und "isolieren" kann, dass Deine spezielle Problematik sich nicht auch negativ auf Deine spätere Berufsausübung auswirkt, maße ich mir als Laie nicht an zu beurteilen.
    Dass wir das aber grundsätzlich kritisch sehen, wirst Du hoffentlich verstehen, weil wir eben wissen, an welche physischen und psychischen Grenzen uns der Beruf mitunter bringt.
    Brächte er aber auf der anderen Seite nicht irgendwo auch eine "Erfüllung" oder "Zufriedenheit", dann wären einige von uns sicherlich nicht mehr dabei sondern hätten sich - Beamtenstatus hin oder her - anderweitig umgesehen.

    Natürlich könnte es sich auch so entwickeln, dass Du Dich dahingehend weiterentwickelst, dass Du eine stabile, starke Persönlichkeit hast / besitzt, und damit den Belastungen problemlos trotzen kannst.
    Ich denke, dass wir Dir das sicherlich wünschen, wenngleich wir aber eben auch nicht mit blindem Optimismus geschlagen sind.

    Gruß
    Bolzbold

    @Shalhevet

    Ich denke, dass Du aus den bisherigen Antworten deutlich herauslesen konntest, dass wir erhebliche Bedenken haben, was Deine Berufswahl angeht.

    Insbesondere aus dem letzten Statement von Dir lese ich deutlich heraus, dass Du ein sehr verklärtes (positives) Bild des Lehrerberufs und seiner Belastung hast und dadurch die real bestehenden (!) Belastungen und Risiken zwar erkennst aber nicht ernst genug nimmst.

    Hier nur ein Beispiel:

    Zitat


    Zu einem Lehrer gehört doch nicht ausschließlich die Persönlichkeit, sondern letztendlich steht und fällt der Unterricht und das Unterrichtsgeschehen mit dem Verhalten des lehrers, mit seinen Ideen, seinen Vorstellungen, seiner Position und wie er den Schüler sieht, wie er Lernen sieht usw. Und dazu gehört einfach mal auch, dass ich den Schüler als individuelles Wesen wahrnehme, dass ich fühle und spüren kann, wie es ihm geht, was macht und tut, dass ich das Klassengeschehen erfühlen kann und einfach den Blick für das habe, was nicht augenscheinlich ist. Da sehe ich meinen großen Vorteil und den halte ich nach wie vor - vielleicht gerade in der Grundschule - für äußerst wichtig.

    Frage:
    Wie kannst Du Verhalten und Persönlichkeit so voneinander trennen?
    Dein Verhalten vor einer Klasse bzw. gegenüber anderen Menschen ist doch maßgeblich von Deiner Persönlichkeit bestimmt und bedingt, oder etwa nicht?

    Ferner:
    Wie willst Du in einer Klasse von 25 Schülern jeden einzelnen quasi ganzheitlich wahrnehmen und entsprechend reagieren? Das ist pädagogisches Wunschdenken - in der Theorie sehr wünschenswert - in der Praxis faktisch nicht erreichbar.
    Empathie ist nur EINE von ganz vielen Lehrerkompetenzen, die man besitzen muss.
    Ich lese aus Deinem Posting eine deutliche Fokussierung auf Empathie und Sensibilität für Schüler heraus, jedoch ist gerade DAS einer der gravierendsten Faktoren für Frustrationen - und langfristig auch für einen Burnout.

    Damit verkennst Du aber das Wesentliche des Berufsbilds des Lehrers.
    Wir haben primär die Aufgabe, Schüler zu unterrichten, ihnen Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, sie ein Stück weit zu erziehen.
    Bei der Erfüllung dieser Aufgaben lastet ein nicht unerheblicher Druck auf uns, der von mehreren Seiten kommt. "Gesellschaft", Eltern, Kollegen, Schulleitung, Schüler, Minister(in).

    Ich hoffe, Du verzeihst mir die deutlichen Worte, aber die Gefahr bzw. das Risiko, das ich momentan bei Dir sehe, ist die völlige Verdrängung der Praxis, der Realität der sich jeder Lehrer tagtäglich stellt. Das, was wir hier schreiben, das spiegelt unsere Erfahrung wider. Wir haben uns der Realität längst stellen müssen, tun es immer noch und haben uns von einem Idealbild des Lehrers, sofern wir es hatten, längst verabschiedet - und das nicht, weil wir uns haben korrumpieren lassen, sondern weil die Realität und das, womit wir tagtäglich zu tun haben, eben mitunter deutlich von unseren ursprünglichen Erwartungen und Vorstellungen abweicht.
    Die Erinnerung bzw. die Erfahrungen der eigenen Schulzeit können ebenfalls nicht verallgemeinert bzw. als Maßstab für Zukunftsprognosen herhalten, weil sie zu subjektiv geprägt sind und - hier schließt sich der Kreis - erneut von der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Verhalten mit bedingt waren.

    Gruß
    Bolzbold

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