ZitatOriginal von Vaila
Wenn ich hier diese Antworten so lese, denke ich mir, in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich...? Ich habe selbst als Schülerin noch erlebt, wie eine Mutter in meiner Klasse ihre Tochter unterrichtet hat (die übrigens eine 2 bekommen hat). Ich fand es schon etwas merkwürdig, aber insgesamt o.k., denn sie hat nie irgendwie gezeigt, dass sie ihre Tochter in irgendeiner Weise bevorzugt. Wir übrigen KlassenkameradInnen haben da schon aufgepasst...
Also - ich finde diese Diskussion spießig und absolut daneben. Glaubt ihr nicht, dass eine verantwortungsvolle Lehrerin Beruf und Privatleben trennen kann? Wird sie nicht alles tun, um Zweifel auszuräumen? Und dann gäbe es ja - falls notwendig - den Rechtsweg... Mit Verlaub Kollegen und Kolleginnen!
Entschuldige, Vaila, aber wenn Du wirklich die vor Dir erschienenen Beiträge gelesen hättest, dann wäre Deine Antwort möglicherweise etwas weniger scharf ausgefallen. Es geht hier nicht um Moral sondern um Realitäten wie Meike schon gesagt hat.
Ferner sollte Dir, wenn Du einschlägige Literatur kennst, bekannt sein, dass es Prozesse bei der Notenvergabe gibt, die unbewusst ablaufen und somit nicht zwangsläufig mit entsprechender Reflexion zu kontrollieren sind. Ein wie auch immer geartetes engeres Verhältnis zwischen der Klassenlehrerin und einem Vater eines Schülers von ihr dürfte - das von Dir erwähnte professionelle Verhalten der Lehrerin vorausgesetzt - auch die unbewusste Ebene betreffen.
Hier wurde lediglich gesagt, welche möglichen Probleme es geben kann, fernab jeglicher Moralisierung.
Du nennst es spießig und daneben - Deine idealisierte Vorstellung des Verhaltens der Lehrerin - das ja in der Tat durchaus so sein kann - könnte man im Gegenzug als ideologisch verblendet bezeichnen, zumal die Reaktionen des Umfelds nicht mehr im unmittelbaren Einflussbereich der Lehrerin liegen.
Das Wichtigste bei dieser Beziehungskonstellation wie im Ausgangsthread beschrieben ist, die Realität im Auge zu behalten und sich möglicher Probleme und Problembereiche bewusst zu sein, um entsprechend reagieren zu können. Damit ist allerdings auch noch nicht gesagt, dass bei tadellosem Verhalten seitens der Lehrerin die Eltern der anderen Schüler, die Schüler selbst und auch die Kollegen an der Schule sich entsprechend ähnlich "unspießig" verhalten.
Gruß
Bolzbold